Laptops für besondere Ansprüche

High-End-Notebooks: Warum teuer auch besser ist

Montag den 19.09.2011 um 11:10 Uhr

von Thomas Rau

Bildergalerie öffnen Dell XPS 15z: High-End-Notebook mit Full-HD-Display
Gut statt billig: Beim Notebook-Kauf zählt mehr als nur der Preis. PC-WELT zeigt, wann und für wen es sich lohnt, mehr Geld in einen Laptop zu investieren.
In den letzten Jahren mussten Notebooks vor allem eines sein: Billig, billig, billig. Kein Wunder, denn die meisten Käufer suchten einen Laptop mit ordentlicher Leistung, der zu Hause auf dem Schreibtisch den PC ersetzen konnte: Das leisten inzwischen selbst Notebooks für 500 Euro ohne Probleme.
 
Doch wer in einem mobilen Rechner auch ein Statussymbol sieht oder ihn beruflich benötigt, kann sich mit den Billig-Laptops nicht anfreunden. Sie stecken in Plastik-Gehäusen, die meist weder besonders viel aushalten noch übermäßig attraktiv aussehen. Ein knarzendes Gehäuse, wacklige Tasten oder schmutzempfindliche Oberflächen verderben schnell den Spaß am günstigen Laptop.
Apple Macbook Air 13: Flach und schön, trotzdem robust und
schnell
Vergrößern Apple Macbook Air 13: Flach und schön, trotzdem robust und schnell
© Apple

High-End-Notebooks: Klare Vorteile bei Tempo und Design

Viele Notebooks über 1000 Euro punkten dagegen mit Schnelligkeit und Schönheit. Hohes Rechentempo und schnelle Reaktion auf Eingaben machen das Arbeiten am Notebook viel angenehmer. Wer das Notebook beruflich nutzt, erhöht mit einem schnellen Notebook seine Produktivität - der höhere Kaufpreis für ein High-End-Notebook ist dann schnell wieder eingespielt.


In den meisten High-End-Notebooks sorgt eine SSD für hohe Rechenleistung. Die Flash-Festplatte bringt in vielen Anwendungen ein größeres Tempoplus als eine schnellere CPU oder mehr Arbeitsspeicher. Gefühlt und gemessen reagiert ein Notebook mit SSD deutlich schneller: Beispielsweise startet Windows auf einer SSD in rund 20 bis 30 Sekunden während Notebooks mit Standard-Festplatte meist über eine Minute brauchen, bis sie einsatzbereit sind. Bei einem Test, der die reine Festplatten-Leistung prüft, zum Beispiel der HDD-Test des PC Mark Vantage, schneidet eine SSD fünfmal besser ab als eine Magnetscheiben-Platte. Auch in vielen Alltags-Anwendungen spielt die Festplatten-Geschwindigkeit eine herausragenden Rolle – beim Starten von Programmen, beim Virenscan, beim Durchsuchen und Kopieren von Dateien. Eine SSD ist deshalb derzeit die wichtigste Komponente für ein schnelles Notebook. Selbst Notebooks, die mit einer stromsparenden Core-i5-Variante arbeiten wie das Macbook Air 11 können dank der SSD mit Notebooks mithalten, in denen ein Standard-Prozessor sitzt.

Notebook Preis in Euro (laut Hersteller)
Prozessor Festplatte PC Mark Vantage, HDD-Test (Punkte)
Samsung 900X3A 1799 Core i5-2537M Samsung-SSD, 120 GB 26204
Toshiba Portégé R830-10V 2399 Core i7-2620M Toshiba-SSD, 250 GB 25476
Acer Aspire 7750G 1299 Core i7-2630QM Intel SSD, 120 GB 23798
Apple Macbook Air 11 1149 Core i5-2467M Apple-SSD, 120 GB 18631
Apple Macbook Air 13 1499 Core i5-2557M Apple-SSD, 256 GB 18438
Dell XPS 15z 1279 Core i7-2620M Western-Digital-Festplatte, 750 GB 5123
Lenovo Thinkpad X1 1599 Core i5-2520M Hitachi-Festplatte, 320 GB 3936
Acer Aspire 5750G 649 Core i5-2410M Western-Digital-Festplatte, 500 GB 3764
HP Pavilion g7-1116sg 499 Core i5-2410M Western-Digital-Festplatte, 640 GB 3645
Dell Inspiron 15R 649 Core i5-2410M Western-Digital-Festplatte, 640 GB 3641


 

Sony Vaio VPC-Z21: High-End-Notebook mit idealer
Tempokombination aus Core i7 und SSD
Vergrößern Sony Vaio VPC-Z21: High-End-Notebook mit idealer Tempokombination aus Core i7 und SSD

Die ideale High-End-Kombination: Schneller Prozessor plus SSD

Der Prozessor ist für hohes Rechentempo dagegen nicht mehr so entscheidend: Zwar finden sich in vielen High-End-Notebooks auch High-End-Prozessoren, zum Beispiel das Vierkern-Modell Core i7-2630QM oder die hoch getakteten Dual-Core-Variante Core i7-2620M. Mehr Kerne und höheren Arbeitstakt benötigen Sie dann, wenn Sie dem Notebook besonders anstrengende Aufgaben wie das gleichzeitigen Abspielen oder Bearbeiten mehrerer HD-Videos zumuten. Auch wenn Sie häufig Film- und Audioformate umwandeln, profitieren Sie von einer schnelleren CPU. Doch bei den meisten Programmen werden Sie den Unterschied zwischen einem Core i7 und einem Core i5, wie er sich in vielen Notebooks unter 1000 Euro steckt, nicht bemerken. Die ideale Kombination ist natürlich eine leistungsstarke CPU plus eine SSD – die finden Sie beispielsweise im Sony Vaio Z21 .
 

Notebook Preis in Euro (laut Hersteller) Geschwindigkeit Multimedia-Programme (Punkte)
Toshiba Portégé R830-10V 2399 268
Sony Vaio VPC-Z21V9E 2999 260
Apple MacBook Air 13 1499 217
Apple Macbook Air 11 1149 197
Dell XPS 15z 1279 173
Samsung NP900X3A 1799 165
Lenovo Thinkpad X1 1599 152
Acer Aspire 5750G-2414G50Mnkk 649 150
HP Pavilion g7-1116sg 499 147
Dell Inspiron 15R 649 141
Medion Akoya P6631 799 140
Apple MacBook Pro 13.3 (MC724D/A) 1449 137
Asus N53SV 949 135
Samsung RF711 1049 122
HP Pavilion DV6-6005sg 699 108
Acer Aspire 5253 449 60

Wenig Unterschiede bei Grafikkarte, Arbeitsspeicher und Festplatte

Ähnliches gilt für die Grafikkarte im Notebook: In teuren Spiele-Laptops finden sich High-End-Modelle von AMD und Nvidia wie die Radeon HD 6850M oder die Geforce GTX 560M beziehungsweise GTX 580M. Doch diese Notebooks sind nur echten Fans zu empfehlen, die die 3D-Leistung, die sie vom PC kennen, auch am Notebook erleben wollen. Abgesehen von den Gamer-Laptops unterscheidet sich das Leistungsniveau bei der 3D-Karte kaum zwischen Notebooks über 1000 und solchen die 600 bis 800 Euro kosten: Hier ist meist eine AMD Radeon HD6650M oder eine Nvidia Geforce GT 540M im Einsatz.


 
Teurere Notebooks haben meist auch mehr Arbeitsspeicher und besitzen 6 oder 8 GB RAM. Doch auch für unter 1000 Euro gibt es immer mehr Notebooks, die mit mehr als 4 GB RAM bestückt sind. Allerdings fällt das Tempoplus deutlich schmaler aus als beim Tausch einer Festplatte gegen eine SSD.


 
Auch für neueste Laptop-Technik stehen High-End-Notebooks nicht exklusiv: Auch in günstigeren Laptops finden sich beispielsweise Blu-ray oder USB 3.0. Gleiches gilt für die Festplattengröße: Festplatten mit 750 GB gibt es mittlerweile in fast allen Notebook-Preisklassen.


 

Montag den 19.09.2011 um 11:10 Uhr

von Thomas Rau

Kommentieren Kommentare zu diesem Artikel (8)
  • Dukard 02:36 | 27.09.2011

    Kritik zu Thomas Rau-High-End-Notebooks: Warum teuer auch besser ist

    Klischees sind niemals gute Ratgeber!

    1) Jeder Laptop kann kaputt gehen, egal wie viel Geld man ausgibt. Man kann auch schnell versehentlich selbst sein Laptop kaputt machen (Flüssigkeit, Kurzschluß) und ein Laptop kann auch so nach der Garantiezeit kaputt gehen. Umso ärgerlicher und schwerer ist der Verlust, wenn es ein super teures Gerät ist. Es ist schließlich ein Arbeitsgerät und kein rohes Ei, dass in der Vitrine steht.

    2) Nur nach dem Preis zu gehen ist ein schwerer Fehler. Die Preise sind bei Computertechnik nach oben hin weit offen und der Preisverfall ist radikal. Es hat kein Sinn, ein Gerät zu kaufen, dass nach vielleicht 3 Monaten schon 500 Euro billiger ist. Oder was über tausend Euro teurer ist nur weil es in dem Moment das neueste vom neuen hat, was man bei einem Arbeitsgerät sowieso nicht braucht.

    3) Ein super High-End Laptop, als Arbeitsrechner zu kaufen, nur damit sich Programme im millisekunden Bereich schneller öffnen lassen ist schwer grober Unfug. Man würde paar hundert Euro oder über tausend mehr ausgeben, für etwas was man kaum oder gar nicht Wahrnimmt.

    4) Arbeitsspeicher ist kein Kaufargument. 8 GB DDR3 kostet grad mal 40 Euro (2x 4GB). Das ist leicht nachgekauft und eingebaut. Ob man es bei einem Arbeitslaptop braucht ist eher unwahrscheinlich. 4 GB reichen völlig aus.

    5) Für ein Arbeitsgerät hat man viel niedrigere Ansprüche, als für ein Spielegerät. Der größte Fehler den man machen kann ist zuviel dafür auszugeben. Wenn man langfristig etwas vernüftiges haben will, kann man jetzt ein Gerät für 800 Euro mit 10 Stunden Akkulaufzeit kaufen und jedes Jahr oder alle zwei Jahre wieder. So hat man immer ein frisches unabgenutztes Gerät. Und wenn das mal ein Unfall hat, dann ist es auch nicht so schlimm, als wie bei einem 2000 Euro Gerät. Man kann das alte Gerät auch verkaufen oder es als Ersatz behalten.

    6) Das man bei einen Berufsgerät ggf. auch das Design für repräsentative Zwecke wichtig ist, stimmt. Aber man muß auch nicht die Ausführung kaufen mit dem teuersten Inhalt und schon gar kein Gerät über 1400 Euro.

    7) Es stimmt, eine SSD macht durchaus Sinn und kann zur Not auch nachgekauft werden.

    8) Der Eindruck teuer ist automatisch besser ist absolut falsch.

    Was man sich kaufen sollte hängt immer von den individuellen Ansprüchen ab. Man kann die Laptops untereinander nach Preis versus Ausstattung vergleichen. Und jeder kann sich beim vergleichen fragen, ob es sich für einen wirklich lohnt so und so viel mehr zu Zahlen um was auch immer mehr zu haben. Wenn der Unterschied für deutlich mehr Leistung nur wenige Euro sind, lohnt es sich. Wenn der unterschied paar hundert Euro für nur etwas mehr Leistung ist, sollte man es sich sorgfälltig überlegen, ob man das Geld nicht lieber zur Seite legt. Es lohnt sich auch Online-Testberichte zu lesen.

    Aber der Ratschlag einen überteuerten High-End Laptop zu kaufen, am besten für 2000 Euro oder noch mehr ist absoluter Unsinn und genau das Verkehrteste was man machen kann.

    Diese Kritik bezieht sich auf diesen Artikel.
    http://www.pcwelt.de/produkte/Laptops-fuer-besondere-Ansprueche-Die-besten-High-End-Notebooks-209867.html

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  • kingjon 17:59 | 19.09.2011

    Zitat: Someone2
    Und gerade MacBooks sind doch auch so teuer, dass man gerade da genauso gute Quali erwarten würde.


    Da hat der hohe Preis aber andere Gründe.............
    Ich finde das gerade die einen billigen Eindruck von Plastik hinterlassen!

    Gruß kingjon

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  • Someone2 17:55 | 19.09.2011

    Zitat: kadajawi
    Naja, ein Notebook mit ordentlichem Gehäuse ist schon was wert. Mein Dell hat nach 3 1/2 Jahren nicht allzusanfter Behandlung immer noch weniger Spiel beim Displayschanier als ein neues weißes MacBook, geschweige denn billige Consumer Notebooks.


    Das halte ich für Zufall... bei meinem Dell hab ich mittlerweile (4 Jahre alt) auf der einen (!) Seite 3mm "Spiel". Und gerade MacBooks sind doch auch so teuer, dass man gerade da genauso gute Quali erwarten würde.
    Mag sein dass verwindungssteife, nicht knarzende, nicht überhitzende, leise Gehäuse mehr Wert sind, aber das bekommt man ja nicht mal garantiert wenn man nen teuren kauft.

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  • kingjon 17:27 | 19.09.2011

    Augen auf - der Artikel ist doch oben verlinkt!

    Gruß kingjon

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  • staudenmann 17:24 | 19.09.2011

    bahnhof

    Hi zusammen, ich steh grad aufm Schlauch. Von welchem Artikel ist die REde resp. auf was wird Bezug genommen? lg staudenmann

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