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LG G Pad 8.3 im Test

26.11.2013 | 10:00 Uhr |

Das Smartphone Nexus 5 von LG ist ein echter Kracher. Sorgt das G.Pad 8.3 bei den Tablets für ähnliche Furore? Nicht ganz. Lesen Sie, weshalb.

Mit dem Nexus 4 und 5 fährt LG bei den Smartphones auf der Überholspur. Bei den Tablets wollen die Koreaner mit dem G Pad 8.3 einen ähnlichen Erfolg landen. Die Vorzeichen stehen nicht schlecht: Das 8,3 Zoll große Display zeigt eine hohe Auflösung von 1920 x 1200 Bildpunkten, für Tempo sorgt die Quad-Core-CPU Qualcomm Snapdragon 600 und mit zahlreichen Spezialfunktionen und Apps will sich das G Pad deutlich von anderen Android-Tablets unterscheiden und dem koreanischen Konkurrenten Samsung nacheifern.

Das 8,3 Millimeter flache G Pad gibt es auch in Weiß
Vergrößern Das 8,3 Millimeter flache G Pad gibt es auch in Weiß
© LG

Ein schönes Tablet: Von außen und von innen

Schon die erste Berührung überzeugt: Das solide verarbeitete Gehäuse liegt gut in der Hand. Das Tablet lässt sich bequem mit einer Hand halten, aber nicht sinnvoll einhändig bedienen. Wie beim iPad Mini ist der seitliche Display-Rahmen beim G Pad sehr schmal - was das schmale Design betont. Das G Pad ist zwischen 8,3 und 8,7 Millimeter hoch - so wie das Nexus 7 oder das Samsung Galaxy Note 8.0 . Das Apple iPad Mini ist einen Hauch flacher.

Ähnlich wie Samsung bei seinen Note-Tablets und -Smartphones will LG beim G Pad 8.3 durch zahlreiche Spezialfunktionen die Arbeit mit dem Tablet erleichtern und attraktiver machen. Zum Beispiel lassen sich die virtuellen Tasten für Android verändern: Statt des Standard- Layouts mit Zurück, Home, Kontextmenü kann man die Position von Zurück und Kontextmenü tauschen und einen weißen oder schwarzen Hintergrund wählen.

QSlide und QPair: Die Spezial-Apps des G Pad

Das umfangreiche Einstellungs-Menü ist attraktiv gestaltet mit klarer schwarzer Schrift auf weißem Grund und animierten Schaltern, zum Beispiel zum Anschalten des WLAN. Dort können Sie beispielsweise die Funktion Slide Aside beziehungsweise "Zur Seite gleiten" aktivieren: Wenn Sie mit drei Fingern von rechts über den Bildschirm wischen, wird die aktive App pausiert und gespeichert. Mit einem Drei-Finger-Wisch von links holen Sie sie wieder auf den Bildschirm. Videos und Spiele starten dann aber nicht wieder automatisch, sondern Sie müssen sie aus dem Pause-Modus herausholen.

QSlide: Eine App lässt sich in einem Fenster über eine andere legen
Vergrößern QSlide: Eine App lässt sich in einem Fenster über eine andere legen

QSlide ist eine weitere Funktion, die Multi-Tasking auf dem Android-Tablet ermöglichen soll: Sie können bestimmte Apps in einem Fenster- statt im Vollbild-Modus starten. Das App-Fenster lässt sich lässt sich in der Größe verändern und frei auf dem Bildschirm positionieren: So können Sie beispielsweise im Fenster ein Video schauen, während darunter der Browser läuft. Allerdings funktioniert Q Slide nur in wenigen Apps, etwa Video, Browser, Kalender, Mail, Notizen, Voicemate, Dateimanager und dem Rechner.

Mit Q Pair lassen sich Smartphone und Tablet verbinden
Vergrößern Mit Q Pair lassen sich Smartphone und Tablet verbinden

Wenn Sie die LG-App Q Pair auf einem Android-Smartphone installieren, erscheinen Anrufbenachrichtigungen, Mitteilungen und SMS, die am Telefon ankommen, auch auf dem Tablet. Dazu müssen Sie die beiden Geräte koppeln und einen Passcode eingeben. Echtzeit-Übersetzung mit Quick Translator Auch mit Quick Translator eifert LG dem koreanischen Konkurrenten Samsung nach: Mit der Übersetzungs-App können Sie fremdsprachige Sätze einscannen oder einsprechen. Bei einfachen Sätzen und Begriffen funktioniert das noch recht gut, bei komplexeren bleibt das gegenseitige Verständnis auf der Strecke. Ähnlich unausgereift wirkt im Test auch die Sprachführung Voicemate, die nur auf Englisch funktioniert und deren Server mehrmals nicht erreichbar waren.

Starke Effekte dank starker CPU: Ashpalt 8 auf dem G Pad 8.3
Vergrößern Starke Effekte dank starker CPU: Ashpalt 8 auf dem G Pad 8.3

Dank Quad Core: Schnell und spieletauglich

Ebenso wie die Fernbedienungs-Funktion, mit der Sie das G Pad über den Infrarot-Sender und die App Quick Remote zum Steuern von TV und Set-Top-Box einsetzen können, sind die Spezial-Apps nette Zugaben. Doch das G Pad 8.3 beherrscht auch das Tablet-Kerngeschäft: Es lässt sich sehr flüssig bedienen, höchstens Webseiten mit vielen Bildern und Elementen zeigen kleine Ruckler. Auch in den Tempo-Benchmarks Sunspider, GFX Bench und 3D Mark zählt das LG Pad zu den derzeit schnellsten Android-Tablets: Es liegt insgesamt knapp hinter dem Galaxy Note 10.1 und dem Nexus 7. Daher sind auch effektstarke Spiele wie Asphalt 8 kein Problem für das Full-HD-Tablet.

Bedienung und Geschwindigkeit

LG G Pad 8.3 (Note: 2,57)

Bildschirm / Bildschirm-Tastatur / Mehrfinger-Gesten / Bildschirm-Technik

angenehm / ordentlich / ja / kapazitiv

Spracheingabe

ja

Browser: Geschwindigkeit (Sunspider) / GL-Benchmark / 3D Mark Ice Storm Unlimited / mittlere Ladezeit für Webseiten

883.5 Millisekunden / 38 Bilder pro Sekunde / 7746 Punkte / 4,60 Sekunden

WLAN-Geschwindigkeit

36,4 MBit/s

Startzeit: aus ausgeschaltetem Zustand / aus Bereitschafts-Modus

20 / 1 Sekunden

Ausstattung: Dual-Band-WLAN und Micro-SD

Das WLAN arbeitet im Dual-Band-Betrieb, also auch über 5 GHz. Allerdings setzt es nur eine Antenne ein, und schneidet deshalb beim Datentransfer schlechter ab als MIMO-Tablets wie das Amazon Kindle Fire HD oder das Apple iPad Air. Das LG G Pad 8.3 bringt 16 GB internen Speicher mit, davon sind rund 11 GB verfügbar. Über einen Micro-SD-Karteneinschub hinter einer Plastikabdeckung lässt sich der Speicher erweitern. Einen HDMI-Anschluss hat das G Pad nicht, sein Micro-USB-Anschluss unterstützt allerdings Slimport. Darüber lassen sich mit einem passenden Adapterkabel Video- und Tonsignale an einen externen Monitor ausgeben.

Die Kamera-App im G Pad bietet viele Einstelloptionen wie Serienaufnahme, Beauty-Shot und Sprachauslöser. Fotos und Videos der rückwärtigen 5-MP-Kamera gelingen mit etwas matten, aber neutralen Farben und sind bei guten Lichtverhältnissen relativ rauscharm. Die Frontkamera hat dagegen mit wenig Licht große Probleme, Aufnahmen sind auch leicht unscharf.

Bildschirm: Hohe Auflösung, aber keine ganz hohe Helligkeit

Ganz und gar nicht unscharf ist dagegen der Bildschirm des G Pad: Seine Auflösung von 1920 x 1200 Bildpunkten bringt ihm eine sehr hohe Punktdichte von 273 ppi - Retina-Niveau: Buchstaben wirken wie gedruckt, ebenso App-Icons. Auch die Messwerte fallen gut aus, sind aber nicht überragend: Die Helligkeit liegt unter 300 cd/qm, der Kontrast ist in Ordnung. Farben stellt das Display satt und kräftig dar, auch aus extremen Blickwinkeln aufs Tablet.

Bildschirm

LG G Pad 8.3 (Note: 2,33)

Diagonale / Auflösung / Punktdichte

8,3 Zoll (21,1 Zentimeter) / 1920 x 1200 Bildpunkte / 273 ppi

Helligkeit / Kontrast / Entspiegelung

285 cd/m² / 1282:1 / gering

Die Schwäche: Es fehlt an der Ausdauer

Das G.Pad ist ein bisschen größer als das Nexus 7, das iPad Mini oder das Galaxy Tab 3 8.0 und deshalb mit 336 Gramm auch ein klein wenig schwerer. Bei der Akkulaufzeit liegt es aber deutlich hinter den drei Konkurrenten: Nur rund 5,5 Stunden hält das LG-Tablet beim WLAN-Surfen oder der Video-Wiedergabe durch - die Konkurrenz hat da zwei bis drei Stunden mehr zu bieten.

Mobilität

LG G Pad 8.3 (Note: 3,15)

Akkulaufzeit: Internetzugriff per WLAN / Video abspielen

5:35 Stunden / 5:14 Stunden

Gewicht (mit Akku) / Gewicht Netzteil

336 / 73 Gramm

LG G Pad 8.3 im Test: Fazit

Das LG G.Pad 8.3 hebt sich mit seinen vielen Zusatzfunktionen und pfiffigen Apps angenehm von der Masse der Android-Tablets ab. Es sieht gut aus, ist schnell und hat eine hohe Displayauflösung - und vereint damit alle Merkmale eines Top-Tablets.

Für einen Platz ganz vorne reicht es aber trotzdem nicht: Dazu fehlt es nicht nur an einer besseren Ausstattung (3G/4G, mehr Speicher), sondern dem Display auch an einer besseren Bildqualität sowie vor allem an der Ausdauer bei der Akkulaufzeit.

In seiner Preisklasse muss sich das LG G.Pad 8.3 deshalb hinter dem Nexus 7 einordnen: Das Google-Tablet von Asus ist etwas schneller, deutlich ausdauernder und bringt ein besseres Display mit. Im Vergleich mit dem Samsung Galaxy Tab 3 8.0 kommt das G.Pad 8.3 besser weg: Das Samsung-Tablet hält zwar deutlich länger beim WLAN-Surfen durch, sein Prozessor ist aber nicht so schnell und sein Display heller aber nicht so hoch aufgelöst.

Testergebnis (Noten)

LG G Pad 8.3

Testnote

befriedigend ( 2,66 )

Preis-Leistung

günstig

Bedienung und Geschwindigkeit(30 %)

2,57

Mobilität (25 %)

3,15

Bildschirm (22 %)

2,33

Ausstattung (20 %)

2,66

Service (3 %)

3,24

Aufwertung

Fernbedienung (0,02)

Ausstattung

LG G Pad 8.3 (Note: 2,66)

Prozessor

Qualcomm Snapdragon 600 (1,73 GHz)

Maße (L x B x H)

21,5 x 12,65 x 0,83 Zentimeter

Betriebssystem

Android 4.2.2

eingebauter Speicherplatz (Art)

16 GB (Flash)

Wireless-LAN / Bluetooth / UMTS / GPS

11n Dual-Band / 4.0 / nicht vorhanden / ja

USB

1 (Micro, Slimport-fähig)

HDMI

nein

Kartenleser (Formate)

ja (Micro-SD)

Einschub für SIM-Karte

nein

Kamera

ja (2560 x 1920 Pixel)

Internetkamera

ja (1280 x 960 Pixel)

Dockinganschluss

nein

Audioausgang

1

Mikrofon

ja

Lieferumfang

Netzteil, USB-Kabel

Allgemeine Daten

LG G Pad 8.3

Internetadresse von LG

www.lge.de

Preis (unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers / Straßenpreis)

299 Euro / 299 Euro

Technische Hotline

01805/473784

Garantie

24 Monate

Service

LG G Pad 8.3 (Note: 3,24)

Handbuch: deutsch / gedruckt / umfangreich / als PDF

ja / ja / nein / nein

Garantie

24 Monate

Service-Hotline / deutsch / Wochenenddienst / Erreichbarkeit / durchgehend / per E-Mail erreichbar

01805/473784 / ja / nein / 10 Stunden / ja / ja

Internetseite / deutsch / Handbuch verfügbar / Treiber verfügbar / Hilfsprogramme verfügbar

www.lge.de / ja / ja / nein / ja

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