30.08.2011, 10:15

Yvonne Göpfert

Smartphone

LG P920 Optimus 3D im Test

©LG

Das LG P920 Optimus 3D ist mit zwei Kameraobjektiven und einem 3D-Display ausgestattet: Filme und Fotos lassen sich mit stereoskopischen Effekten aufzeichnen und wiedergeben. Wie gut die erste Generation 3D-Smartphones abschneidet, verrät der Test.
Während die Fernsehwelt schon seit längerem ganz auf der 3D-Welle schwimmt, ist sie erst dieser Tage auf die Smartphone-Welt übergeschwappt. LG hat als erster Hersteller ein 3D-Smartphone gezeigt, das 3D-Inhalte anzeigt, ohne dass Sie eine 3D-Brille dafür benötigen. Die beim P920 Optimus 3D verwendete Technik nennt sich Parallaxenbarriere und findet auch im aktuellem Gameboy 3DS Verwendung. Normalerweise verläuft der Betrachtungswinkel zum Display senkrecht und ergibt ein Bild. Beim 3D-Display dagegen erzeugt eine Filterschicht mit Hilfe von Barrieren Bilder, die sich je nach Einblickwinkel im linken Auge anders aussehen als im rechten. Das Gehirn setzt die Einzelbilder aus beiden Augen wieder zusammen, dadurch entsteht der 3D-Effekt.

LG Optimus 3D: Handhabung und Bildschirm

Das LG Optimus 3D teilt noch sorgsam zwischen 2D und 3D. So gibt es einen eigenen Menüpunkt namens 3D-Space, der in einem dreidimensionalen Karussell-Menü sämtliche 3D-Inhalte anzeigt. In diesem Menü finden sich 3D-Kamera, 3D-Videos, 3D-Youtube und 3D-Spiele. Um die Lust auf die neue Dimension zu steigern, hat LG bereits vier Spiele vorinstalliert: Nova, Asphalt 6, Lets Golf 2 und Gulivers Travel. Insbesondere das Autorennen Asphalt 6 ist in 3D ein echtes Erlebnis, weil die Straßen und Kurven deutlich realistischer wirken als in 2D.
Das Menü selbst ist ebenfalls dreidimensional gehalten. Mit einem schnellen Wischen über den Bildschirm dreht es sich, so dass man sich die jeweiligen 3D-Inhalte anzeigen lassen kann. Diese Wisch-Technik kommt auch beim Betrachten von Bildern in 3D zum Einsatz. Allerdings stimmt hier die Feinabstimmung nicht. Und so passiert es, dass man schnell mal ein oder zwei Bilder überspringt. Erfreulich ist allerdings die flotte Darstellung der 3D-Aufnahmen.
Gut gewählt für die neue Technik ist auch das riesige Display mit 4,3 Zoll Bilddiagonale. Die Auflösung ist jedoch mit 480 x 800 Pixeln ein wenig niedrig, und so wirkt der 3D-Space noch recht pixelig. Und auch bei der Helligkeit müsste mehr drin sein: Fotografieren in heller Sommersonne ist mit der Standardeinstellung der Beleuchtung praktisch unmöglich. Zudem ist das Smartphone nicht gerade schlank.
3D ist übrigens kein Muss auf dem LG Optimus 3D. Im Test schmerzten die Augen nach ausgiebiger Nutzung der 3D-Angebote. Das Problem lässt sich nur mäßig lindern, indem Sie das Smartphone ein wenig nach links und rechts bewegen, bis Sie den richtigen Blickwinkel gefunden haben. Doch für viele Anwendungen reicht natürlich auch 2D, beispielsweise für Facebook, E-Mail oder beim Surfen im Internet. Wer sich im 2D-Space tummelt, findet eine klassische Android-Menüführung. Allerdings steckt in dem LG Optimus 3D noch Android 2.2. Ein Update auf Android 2.3 ist für September angekündigt.

Multimedia auf dem LG Optimus 3D

Die Kamera schießt zwar nur Bilder mit fünf Megapixeln Auflösung, das dafür gleich zwei Mal. Leider sind die beiden Linsen der 5-Megapixel-Kamera nicht durch eine Schiebeklappe geschützt und können so schnell zerkratzen. Fotos und Videos lassen sich sowohl in 2D als auch in 3D aufnehmen. Auf dem Touchscreen können Sie ganz leicht von einer Dimension zur nächsten umschalten. Dabei dauert es bis zu drei Sekunden, bis der 3D-Modus startklar ist.
Bei Fotos im 2D-Modus enttäuschte die Bildqualität. Die Aufnahmen litten alle unter einem leichten Blaustich und fingen schon bei noch recht guten Lichtbedingungen zu rauschen an. Im 3D-Modus wirkten die Bilder sehr dunkel. Videos sind sowohl im 2D- (mit bis zu 1080p) als auch 3D-Modus (nur noch mit bis zu 720p) möglich. Um einen optimalen 3D-Effekt zu erzielen, sollten Sie übrigens etwa 2 Meter vom Motiv entfernt sein. Zudem sollte das Motiv aus mehreren perspektivischen Ebenen bestehen.
Ansehen können Sie sich das 3D-Ergebnis direkt auf dem Handy-Display oder auf einem 3D-Fernseher, mit dem Sie das Handy per HDMI-Kabel verbinden. Ein entsprechendes Kabel liegt allerdings beim Kauf nicht bei. Da werden 10-30 Euro extra fällig. Auch eine Speicherkarte, die die speicherintensiven Bilddaten aufnehmen kann, fehlt. Es empfiehlt sich daher, beim Kauf gleich noch in eine microSD-Karte mit 4 bis 32 GB zu investieren.

Ausstattung und Software

Die Ausstattung des LG Optimus 3D kann sich sehen lassen: Der Dualcore-Prozessor, der auf einem Omap-4-Prozessor von Texas Instruments basiert, ist auf ein Gigahertz getaktet und arbeitet erfreulich flott. Das zeigt auch der hohe Benchmark-Wert. Zu verdanken ist das sicher auch dem sehr großzügig dimensionierten Arbeitsspeicher mit vier GB DDR2 RAM. Für Apps ist viel Platz, da das LG Optimus 3D bereits acht GB intern bereitstellt.
Und auch bei der Software war LG nicht knausrig: Neben den vier installierten 3D-Spielen findet sich auch Google Navigation inklusive Sprachansagen. Diese Software sollten Sie jedoch nur mit Datenvertrag nutzen. Außerdem werden Ihnen Word-, Excel- und Powerpoint-Dokumente mit Polaris Office Software angezeigt. Rechner, Wecker und Diktiergerät sind ebenfalls vorhanden, so dass sich das LG Optimus 3D auch bestens für den beruflichen Einsatz eignet. Einen Dateimanager und einen E-Book-Reader müssen Sie sich aber erst noch aus dem Android-Market herunterladen.

Internet und Geschwindigkeit

Surfen im Internet ist per WLAN oder HSDPA mit bis zu 14,4 MBit/s möglich, das noch schnellere HSPA+ mit mehr als 21 MBit/s unterstützt das LG Optimus 3D noch nicht. Webseiten laden trotzdem erfreulich schnell. Entäuscht hat die Akkulaufzeit: Knapp 3,5 Stunden sind nur unterere Mitte.

Fazit zum LG Optimus P920 3D

Wer gern mit der Zeit geht und immer die neueste Technik haben will, findet im LG Optimus P920 3D ein interessantes, aber leider recht großes und schweres Objekt. Das Smartphone zeigt ohne extra Brille tolle 3D-Effekte. Wer seine Freunde beeindrucken will, hat gewonnen. Doch noch haben wir es mit der ersten 3D-Generation zu tun, und nach einiger Zeit schmerzen die 3D-Bilder in den Augen. Spaß machen die Foto- und Videoaufnahmen in 3D. Doch auch hier gilt: Die Qualität könnte besser sein. Noch lässt die Bildfarbe zu wünschen übrig, und viele Aufnahmen geraten zu dunkel.
Wer das LG Optimus 3D als Office-Handy nutzen will, wird seine Freude daran haben: schnelle Datenverbindungen, ein 4,3 Zoll großer Bildschirm und ein Dualcore-Prozessor verrichten flott ihre Arbeit. Nur ein Programm, um Word- und Excel-Doumente zu bearbeiten, müssen Sie noch installieren.
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