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Palm Pre im Test

12.10.2009 | 14:30 Uhr |

Der Palm Pre will Apples Iphone nacheifern: Nicht nur in Design und Bedienung - das Smartphone von Palm bringt auch ein eigenes Betriebssystem mit.

Lange war es still um Palm: Die einstmals erfolgreichen PDAs und Smartphones mit dem Betriebssystem PalmOS liegen schon einige Zeit zurück. Doch mit dem Smartphone Pre will Palm wieder Anschluss finden. Dazu hat Palm das neue Betriebssystem webOS entwickelt, das manche Überraschung birgt und damit dem iPhone die Stirn bietet. Seine große Stärke: Es ist vor allem auf Internet getrimmt. Kontakte, Kalenderdaten und sonstige Informationen sollen immer zur Hand sein - auf dem Mobiltelefon, auf dem Desktop-PC oder im Internet.

Herzstück von Palm webOS: Palm Synergy
Eine wichtige Rolle beim Pre mit webOS spielt Palm Synergy: Es sammelt Termine und Kontaktdaten aus den unterschiedlichsten Quellen und bündelt sie unter einer Oberfläche. Die Daten können aus Outlook, Google oder Facebook stammen. Palm Synergy erkennt identische Kontakte und zeigt sie in der Kontaktliste nur einmal statt zwei oder drei Mal an. Werden einzelne Kontakte auf dem webOS-Gerät aktualisiert, erfolgt automatisch das entsprechende Update auf den anderen Konten im Web und auf dem Desktop-PC. Da kann Apple nicht mithalten.

Auch verschiedene Kalender lassen sich in einer einzigen Ansicht darstellen. Selbst für Nutzer, die Geschäftliches und Privates strikt auseinanderhalten wollen, empfiehlt sich Palm webOS. Es besteht die Möglichkeit, verschiedene Kalender wie beispielsweise 'Arbeit', 'Familie', oder 'Sport' anzulegen - Vorbild ist hier der Google-Kalender. Das Umschalten zwischen den Kalendern erfolgt beim Pre ganz einfach über ein Drop-Down-Menü rechts oben im Display. Zudem kann der Anwender selbst bestimmen, welche Terminplaner gerade angezeigt werden sollen. Der Abgleich mit dem Kalender eines Google-Mail-Kontos erfolgte im Test problemlos.

Das iPhone dagegen hat nur einen Kalender. Software-Anwendungen von Drittanbietern, die mit einem Kalender arbeiten, lassen sich nicht in den Standard-Kalender integrieren. Die Folge: Geburtstagslisten, Fitnesstraining, Feiertage - wer alles in einer Übersicht haben will, muss die Daten manuell nachtragen.

Mailen mit Komfort
Auch E-Mails werden bei webOS over the air synchronisiert. Mit Web-Mailern funktionierte das im Test des Pre problemlos. Free-Mail-Adressen wie yahoo, web.de oder Google Mail sind in Sekundenschnelle eingerichtet: Man muss nur Benutzernamen und Passwort eintragen, alle weiteren Kontodaten sucht der Palm Pre selbst. Auch ein Microsoft Exchange-Server lässt sich problemlos einbinden.

Schwierig ist die Datensynchronisation mit Outlook auf einem Desktop-PC, denn die funktioniert nicht mit Bordmitteln. Der Anwender muss sich eine zusätzliche Sync-Software herunterladen - zum Beispiel Chapura . Derzeit ist die Software kostenlos, sie unterstützt jedoch nur den Abgleich von Mails und Kontakten. Aufgaben und Notizen synchronisiert sie nicht. Ein Update soll in Arbeit sein. Der Datenabgleich erfolgt dabei über WLAN, nicht via USB.

Nachrichten empfangen ist auf dem Pre mit dem neuen Betriebssystem webOS höchst elegant gelöst. Egal in welchem Programm sich der Nutzer gerade befindet: Im Display rechts unten erscheint ein Briefumschlag, sobald einen neue Mail oder SMS hereinkommt. Eine leichte Berührung reicht aus, um den Header der Mail zu sehen - unabhängig vom E-Mail-Konto. Weder auf dem iPhone noch bei Windows Mobile oder Symbian-Smartphones erfolgt der Hinweis auf neue Nachrichten so dezent, während man zugleich in dem Programm weiterarbeiten kann.

Mit einem Klick landet der Anwender im Postfach und kann die SMS oder die Mail samt Anhängen lesen, weiterleiten oder beantworten. Hierfür steht beim Pre eine vollständige Tastatur zur Verfügung. Die kleinen Tastenknuppel reagieren gut, doch etwas größere Tasten würden es für große Hände einfacher machen, schnell eine Botschaft zu tippen. Gewöhnungsbedürftig ist außerdem der hochgezogene Rand um die Tastatur.

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