123560

Kraftpaket für Internet und Intranet

Der Intranator Business Server 5 soll alle Anforderungen an einen einfach zu bedienenden Kommunikationsserver für den Mittelstand in einem Produkt vereinen. Wir haben getestet, ob das Produkt hält, was es verspricht.

Von Stefan Rubner

Mit Linux und den Unternehmen ist es in etwa so wie mit dem Familienvater und dem Luxus-Van: Haben würde man das jeweilige Produkt schon gerne, aber in der Regel wird es doch etwas anderes. Während beim Van jedoch meist der Geldbeutel ein deutliches Veto ausspricht, scheitert der Einsatz von Linux oft nur an einem einzigen Knackpunkt: der speziell für Einsteiger oft komplizierten Konfiguration aller Einzelkomponenten, die zur Bereitstellung der im Unternehmenseinsatz benötigten Dienste notwendig sind. Dazu kommt die für viele Entscheidungsträger schier unüberschaubare Flut an Anwendungen, die zumindest auf den ersten Blick alle dasselbe leisten. Hier die richtige Wahl zu treffen erfordert mehr Zeit und technisches Know-how, als den IT-Verantwortlichen besonders in kleinen und mittelständischen Unternehmen zur Verfügung steht.

Nun gibt es kein Problem ohne Lösung – und so haben sich inzwischen mehrere Firmen erfolgreich damit beschäftigt, auf Linux basierende Lösungen zu entwickeln, die einerseits die Anforderungen im Firmenumfeld erfüllen und andererseits leicht zu konfigurieren und zu verwalten sind. Das gilt auch für den „Intranator Business Server“ von Intra2net, der inzwischen in der Version 5 vorliegt.

Intranator-Varianten und -Preise

Anders als bei ähnlichen Angeboten fokussiert dieser nicht auf ein bestimmtes Anwendungsgebiet, sondern deckt alle großen Bedürfnisse auf einmal ab: sicheren, per Firewall geschützten Internet-Zugang, mit Virenscanner und Spamfilter gesicherte E-Mail, Groupware-Funktionen und VPN-Verbindungen für externe Mitarbeiter und Home-Worker.

Neben der reinen Software zur Installation auf vorhandener Hardware ist der Intranator Business Server 5 auch als vorinstallierte Appliance zur Integration in das Firmennetz erhältlich: In der Version für 10 Anwender kostet die Software rund 580 Euro, für mehr als 250 Anwender sind 4750 Euro zu veranschlagen. Bei den Angeboten inklusive Hardware bewegen sich die Preise zwischen 1650 Euro für das Einstiegsmodell mit 10 Benutzerlizenzen bis hin zu knapp 8100 Euro für den Server für 250 und mehr Anwender.

Auch bei den jährlich zu erneuernden Update-Lizenzen sind die Kosten moderat. In der 10-User-Variante mit Software und Appliance sind hierfür rund 420 Euro, für die größte Ausbaustufe 1490 Euro zu kalkulieren. Für den Test in den Software-Labs der PC-WELT Linux Pro kommt die Software-Variante zum Einsatz.

Auch virtuell einsetzbar

Deren Anforderungen an die Hardware sind vergleichsweise gering. Lediglich 512 MByte RAM und eine CPU mit mehr als 1 GHz Taktfrequenz reichen für den Betrieb in einem kleinen Unternehmen völlig aus. An Festplattenplatz sollten 30 bis 40 GByte zur Verfügung stehen, wovon der Intranator Business Server selbst allerdings nur wenig in Beschlag nimmt: Lediglich rund ein halbes Gigabyte benötigt die Software selbst, dazu kommen initial noch rund 150 MByte für Log-Files und Cache-Daten.

Bei einer derart schlanken Basis eignet sich der Intranator natürlich nicht nur zum Einsatz auf echter Hardware, sondern auch für den Betrieb in einer virtuellen Umgebung. Allerdings ist hierbei zu beachten, dass Intra2net dafür noch keine speziell ausgelegte Version anbietet.

Robuste Basis-Software

Unter der Haube des Intranators kommen bewährte Produkte aus der Open-Source-Welt zum Einsatz, die für ein stabiles System und gute Performance sorgen. Herzstück des Intranator-Betriebssystems ist ein vergleichsweise aktueller Linux-Kernel in der Version 2.6.22. Da dieser hinsichtlich der Treiber vollständig ist, sollten auch beim Betrieb auf eigener, von Intra2net nicht spezifizierter Hardware nur selten Probleme auftreten. Auf dieser Basis setzen die vom Intranator angebotenen Funktionen und Dienste auf, die speziell auf die Bedürfnisse kleinerer und mittlerer Unternehmen zugeschnitten sind.

Einfache Installation

Erfreulich einfach gestaltet sich die Installation des Intranator Business Server 5. Nach dem Einlegen der Produkt-CD startet die Setup-Routine automatisch und präsentiert dem Anwender in der Folge einfache Eingabemasken im Textmodus. Das mag angesichts der inzwischen auch bei Linux-Systemen üblichen grafischen Oberflächen zur Systemeinrichtung zunächst befremdlich erscheinen. Die Masken erfüllen aber ihren Zweck genau so gut, und da im Wesentlichen nur die verwendete Hardware zu bestätigen sowie IP-Adressen für das Netzwerk und das Admin-Passwort zu vergeben sind, wäre eine grafische Routine hier wohl echter Overkill gewesen.

Insgesamt nimmt das Aufsetzen des Basissystems höchstens eine Viertelstunde in Anspruch. Die eigentliche Konfiguration des Intranators erfolgt dann mithilfe eines Web-Browsers. Auch hier präsentiert die Software eine recht einfach gehaltene Oberfläche, die ohne jegliche Web-2.0-Features auskommt. Das bedeutet, dass man auf nette Gimmicks wie Konfiguration per Drag & Drop verzichten muss. Dafür lässt sich die Verwaltung zur Not auch vom Handy-Browser aus flüssig und fehlerfrei durchführen – im Notfall ein nicht zu unterschätzender Pluspunkt.

Die einzelnen Optionen sind logisch geordnet, so dass keine Verwirrung darüber entsteht, wo nun ein gerade zu konfigurierender Punkt zu finden ist. Eine knapp gehaltene, aber mit präzisen Informationen versehene Hilfe-Funktion sorgt dafür, dass sich Unklarheiten schnell ausräumen lassen. Dazu trägt auch die meist leicht verständliche Übersetzung der einzelnen Fachbegriffe in verständliche Optionsbeschreibungen bei.

Ganz ohne Fachwissen geht es aber nicht, da der Intranator Business Server 5 keine Wizards anbietet, die den Nutzer bei der Konfiguration quasi an die Hand nehmen und durch die vielfältigen Optionen leiten.

0 Kommentare zu diesem Artikel
123560