Kombidrucker im Test

Test: Die besten Multifunktionsgeräte

Dienstag den 14.04.2015 um 14:30 Uhr

von Ines Walke-Chomjakov

Aktuelle Kombigeräte können nicht nur drucken, scannen, kopieren und eventuell faxen. Gerade die besten Multifunktionsgeräte bieten clevere Zusatzfunktionen, wie der Test belegt.

Ein Tinten-Multifunktionsgerät für zu Hause oder den Heimarbeitsplatz muss flexibel sein. Der Kombidrucker soll den Ausdruck von Internetseiten genauso erledigen wie den Scan für die Hausaufgaben oder die Kopie für die Steuererklärung. Und alles natürlich in Farbe. Doch bei den Grundfunktionen des Druckens, Scannens und Kopierens unterscheiden sich die Modelle kaum mehr. Zunehmend konzentrieren sich die Hersteller von Multifunktionsgeräten auf zusätzliche Fähigkeiten. 

Aktueller PC-WELT-Testsieger: HP Officejet Pro
8620
Vergrößern Aktueller PC-WELT-Testsieger: HP Officejet Pro 8620
© HP

Drucken vom Mobilgerät via Cloud

HP setzt aufs Drucken über die Cloud und stattet die Mehrheit der Kombidrucker mit "ePrint" aus. Mit dieser Funktion drucken die Multifunktioner ohne Treiber vom mobilen Gerät aus, etwa Smartphone, Netbook oder Tablet-PC. Damit das klappt, ist das Multifunktionsgerät per WLAN mit dem Internet verbunden und hat eine eigene E-Mail-Adresse, an die der Druckauftrag gesendet wird. Allerdings geht dieser nicht direkt dorthin, sondern in die Cloud. Dort wird er druckfähig umgewandelt. Im Test klappt das mit allen HP-Kandidaten gut. Neben HP setzt auch Epson auf den Umweg über die Cloud mit dem Dienst Epson Connect.

Manche Modelle wie das Epson Workforce WF-3620DWF, HP Officejet Pro 8620, HP Officejet Pro 6830, HP Photosmart 7520, Brother MFC-J870DW und Canon Pixma MG5650 können noch mehr: So lassen sie sich per Wifi Direct ohne Router mit dem Mobilgerät verbinden. Außerdem können sie Scans an E-Mail-Adressen senden - eine praktische Funktion, die im Test wiederum gut funktionierte.

Drucken vom Mobilgerät - so geht's

Voll im Trend: Dass das Drucken vom Mobilgerät auch im Büro Einzug hält, zeigen alle Druckerhersteller. Explizite Serien bieten HP mit den Officejets Pro und Epson mit den Workforce-Geräten an, die es schon einige Jahre gibt. Unlängst ist Canon mit der Maxify-Serie nachgezogen, die Tinte ins Büro bringt und gleichzeitig auf direkten Zugriff auf Clouddienste setzt. Im Test beim ersten Vertreter Maxify MB2350 klappt das sehr gut. Gleichzeitig setzen die Druckerhersteller vermehrt auf NFC (Near Field Communication). Hier halten sie das NFC-fähige Smartphone oder Tablet an den Tag und schon sollen sich die Geräte erkennen. Im Test funktioniert der Kommunikationsweg noch nicht reibungslos wie beim Brother MFC-J870DW oder dem HP Officejet Pro 8620. Der Weg über Wifi Direct ist hier wesentlich ausgereifter.

Die Platzierung in der Top 10 der Tinten-Multifunktionsgeräte verdanken die Multifunktionsgeräte neben einer runden Leistung im Drucken, Scannen und Kopieren auch Ausstattungsmerkmalen wie Duplex-Einheit, Fax-Funktion sowie im Falle von den Modellen HP Officejet Pro 8620, Epson Workforce WF-3620DWF, Canon MX725 Duplex-Scan sowie der Duplex-Kopie. Das Brother-Modell  DCP-J4120DW kann sogar über den Einzelblatteinzug Blätter bis zum Format DIN A3 verarbeiten - das ist ungewöhnlich.

Aktueller Preis-Leistungs-Sieger: Canon Pixma
MG5650
Vergrößern Aktueller Preis-Leistungs-Sieger: Canon Pixma MG5650
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Wichtig: Folgekosten für Tinte und Strom

Ein zentraler Punkt bei Multifunktionsgeräten sind die Seitenpreise. Gerade bei Geräten fürs Büro sind große Tintentanks und niedrige Seitenpreise Pflicht. Das erfüllt der HP Officejet 276dw. Hier errechnen wir zwischen 1,3 Cent für das schwarzweiße Blatt und 5,0 Cent für die Farbseite - das ist günstig und eine starke Konkurrenz zu Farblaser-Drucktechnik. Der Hersteller unterbietet die Folgekosten beim Officejet Pro 8620 noch weiter: Hier errechnen wir 1,2 Cent für das schwarzweiße und 4,2 Cent für das farbige Blatt. Zugrunde liegen jeweils Kartuschen mit hoher Reichweite.

Einen weiteren Vorstoß in Sachen Seitenpreisen macht Canon etwa beim Pixma MX725. In die Multifunktionsgeräte lässt sich eine XXL-Schwarzkartusche einsetzen, die den Preise für die Schwarzweißseite auf 2,5 Cent drückt. Das ist zwar etwas teurer als bei HP, trotzdem aber eine günstige Lösung. Und auch die Maxify-Modelle von Canon setzen auf günstige Folgekosten. So kommen wir beim MB2350 auf 2,0 Cent für das schwarzweiße und 4,9 Cent für das farbige Blatt. In beiden Fällen liegt das Kombi-Pack zugrunde, das XL-Tintenkartuschen enthält.

Epson verabschiedet sich beim Ecotank L555 vollkommen von Kartuschen und ersetzt diese mit seitlich am Gehäuse platzierten Tanks, die per Fläschchen nachgefüllt werden. Die Seitenpreise sinken so auf unschlagbare 0,3 Cent für das schwarzweiße und 0,5 Cent für das farbige Blatt. Allerdings holt sich der Hersteller im Gerätepreis von 400 Euro vorher die Ersparnis schon vom Anwender ab.


Im Stromverbrauch gehen die Verbrauchswerte bei Multifunktionsgeräten zurück. Das ist lobenswert. Einen Ausschalter, der das Multifunktionsgerät komplett vom Stromnetz trennt, haben aber immer noch nicht alle Geräte. Wiederum können hier Modelle von HP als Beispiel dienen: Beim Officejet Pro 276dw und Officejet Pro 8620 zeigt das Messgerät bei betätigtem Ausschalter im Test noch 0,3 beziehungsweise 0,2 Watt an - ein unnötiger Energieverbrauch. Hier punktet Canon mit den Modellen MX725, MB2350 und Pixma MG5650 oder Epson mit dem Workforce WF-3620DWF: Trotz Fax-Funktion gehen die Geräte ausgeschaltet tatsächlich auf 0 Watt.

Fazit: Tintenkombis sind vielseitig und trotzdem bürotauglich

Wer heute ein Multifunktionsgerät sucht, das sowohl zu Hause als auch im kleinen Büro eine gute Figur macht, muss wenig Kompromisse machen. Es findet sich eine gute Auswahl an geeigneten Geräten, wie dieser Vergleichstest zeigt. Allerdings sind diese leistungsstarken Multifunktionsgeräte in der Anschaffung nicht ganz so günstig. In der Regel müssen Sie mit rund 200 Euro  (UVP) rechnen, um auch einen Alleskönner zu bekommen, der die alltägliche Belastung im Büro aushält. Mit der Zeit macht sich diese Investition jedoch dank vergleichsweise moderater Verbrauchskosten bezahlt.

Testsieger
Vergrößern Testsieger

Aktueller Spitzenreiter ist der HP Officejet Pro 8620 : Damit ist dem Hersteller eine runde Lösung zum Drucken, Scannen, Kopieren und Faxen gelungen. Besonders die günstigen Seitenpreise werden für viele Anwender ein ausschlaggebendes Argument sein. Damit unterbietet das Tintenmodell viele vergleichbare Farblaser-Kombigeräte. Da es auch im Arbeitstempo überzeugt, empfiehlt es sich als Alternative zu Laser. Den Sinn von NFC im Druckbereich haben wir allerdings noch nicht so richtig verstanden. Wichtiger für Mobildrucker ist die WiFi-Direct-Funktion, die das HP-Modell mitbringt. Darüber klappt das Drucken vom Smartphone oder Tablet-PC ohne weiteres. Insgesamt eine ausgewogene Kombigeräte-Lösung, die ihren Preis wert ist. Wer das Gerät innerhalb von 60 Tagen auf hp.com/eur/officejet registriert, erweitert die mageren 12 Monate Garantie auf 3 Jahre.

Preis-Leistungs-Sieger
Vergrößern Preis-Leistungs-Sieger

Das Canon Pixma MG5650 führt Bewährtes fort und präsentiert sich als ausgewogenes Multifunktionsgerät für zu Hause. Die Bedienführung ohne Touch-Funktion ist inzwischen schon leicht überholt und fast ein wenig ungewohnt - auch im Hinblick auf die Nutzung von Internetdiensten ohne Rechner. Die Ergebnisse im Drucken, Scannen und Kopieren sind überzeugend. Wer kein Fax benötigt, wird mit der Ausstattung klar kommen. Weniger gut finden wir die zahlreichen Düsenspülgänge. Sie sind zwar technikbedingt, ließen sich aber sicherlich reduzieren. Insgesamt kommt der Kombidrucker auf ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.

Dienstag den 14.04.2015 um 14:30 Uhr

von Ines Walke-Chomjakov

Kommentieren Kommentare zu diesem Artikel (18)
  • daLexi 23:19 | 15.04.2015

    ... das Drucken der Bilder (Fotos) von ...

    Ist doch sehr einfach: nur 2 Worte...

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  • magiceye04 18:41 | 15.04.2015

    Zitat: Stephan2013
    ... das Drucken von Digitalkameras und Speicherkarten."

    Scheint ein 3D-Drucker zu sein.

    Schwere Sprache oder schwer von Begriff?
    Oder wie würdest Du die 2. Bedeutung des Satzes sonst formulieren ohne deutlich länger zu werden?

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  • chipchap 19:22 | 14.04.2015

    Zitat: Brigluder
    Allerdings ist der sonst sehr gute WF-3640 (aktuelles Modell 15.4.15) nicht mit Win 7 kompatibel. Die Treiber passen erst bei Win 8.1!!
    Der käme mir nicht ins Haus:
    http://www.druckerchannel.de/artikel.php?ID=3490&seite=12&t=druckqualitaet_grafiken.
    Groß, schwer, grobes Raster und Farbabweichungen.

    Dagegen ist der Canon MG 52/5350 ja ein Künstler und die Patronen gibt es fast für nix.

    CDs kann man auch nicht bedrucken und gegen die Druckgeschwindigkeit und den sehr geringen Geräuschpegel des Canons hat er nichts entgegenzusetzen.

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  • Brigluder 17:40 | 14.04.2015

    Tintenkosten müssen 90% der Testgewichtung ausmachen!

    Man kann nur Epson Drucker kaufen, da dort die Tinte in vergleichbarer Qualität zu 1/20 des Originalpreises zB bei eBay erwerbbar ist. Ansonsten hat man mit 1 1/2 Nachfüllungen schon wieder einen Drucker ausgegeben! Allerdings ist der sonst sehr gute WF-3640 (aktuelles Modell 15.4.15) nicht mit Win 7 kompatibel. Die Treiber passen erst bei Win 8.1!!

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  • ohmotzky 09:42 | 24.09.2014

    Im Prinzip ist die Tinte teurer als ein neuer Drucker von daher ist jeder Test mit Preis/Leistungsverhältnis Unfug.

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