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Acer Liquid e Ferrari im Test

31.08.2010 | 11:59 Uhr |

Aus einem einfachen Android-Handy hat Acer eine Luxuskarosse gemacht: das knallrote Acer Liquid e Ferrari. Ob Aussehen und Ausstattung so gut sind wie der italienische Sportwagen, verrät der Test.

Acer hat bereits Erfahrung mit dem Ferrari-Design. Schon das Netbook Ferrari one 200 ist mit dem Emblem des italienischen Sportwagenherstellers geschmückt. Kein Wunder also, dass das Design auch auf einem Smartphone gelungen ist. Das Acer Liquid e Ferrari kommt mit knallroter Rückabdeckung, in die das gelbe Ferrari-Logo mit dem Pferd eingelassen ist. Schade nur, dass das Android-Handy aus einfachem Kunststoff gefertigt wurde, Metall wäre für ein Design-Handy deutlich angemessener.

Als Zugabe packt Acer eine Ferrari-Hülle und ein kleines Ferrari-Headset mit deutlich sichtbarem Ferrari-Logo in den Karton. Es dämpft Umgebungsgeräusche, unterdrückt Echoeffekte und passt die Lautstärke automatisch an die Umgebung an.

Ferrari-Bildschirm

Anhänger der Scuderia Ferrari werden sich über weitere Details auf dem Ferrari-Handy freuen. Zum Angeben eignen sich zwei kurze Ferrari-Videos, die auf dem Handy installiert sind. Weiter bietet das Handy vier echte Ferrari-Sounds, die man als Klingelton einstellen kann. Wer sich für das Aufbrausen starker Motoren begeistern kann, kommt auf seine Kosten. Es gibt fünf Rennwagenbilder, die sich als Hintergrundbilder einstellen lassen. Einzig Live-Hintergrundbilder sind nicht mit Ferrari-Motiven verfügbar - dabei wäre gerade das Thema Autorennen bestens als interaktives, bewegliches Live-Hintergrundbild geeignet.

Das Acer Liquid e Ferrari läuft unter dem Betriebssystem Android 2.1 alias Eclair. Die Oberfläche hat Acer nur wenig modifiziert. Es stehen fünf Bildschirme zur Verfügung, auf denen Sie Verknüpfungen und Widgets ablegen können. Die von Acer vorinstallierten Programmzugriffe auf jeder Seite lassen sich austauschen. Optisch gelungen ist die 3D-Darstellung von Fotos, Musik und Videos oder Webseiten: Man kann die einzelnen Elemente durchblättern wie einen Stapel Papier - das geht schnell und dient der Übersichtlichkeit.

Barcode-Scanner vorinstalliert

Als Software-Zugaben hat Acer einen Barcode-Scanner, Documents to go in der Nur-Betrachten-Version und eine Media-Server-Software aufgespielt. Letztere ermöglicht die Freigabe von Dateien auf dem Handy innerhalb eines Netzwerks. So kann man beispielsweise über das Heimnetzwerk die Musik vom Handy anhören. Eine Sprachsteuerungssoftware fehlt dagegen.

Datensynchronisation über Dritt-Software

Kalenderdaten und E-Mails werden über die vorinstallierte Software RoadSync abgeglichen. Diese Anwendung nutzt das Exchange Active Sync-Protokoll, um eine Push-Synchronisierung von Unternehmens-E-Mails bereitzustellen. Mit dem PC zuhause synchronisiert Acer Sync Kontaktdaten und Kalendereinträge mit Outlook - jedoch nur mit einem Google-Konto. Andere Quellen hat die Software in unserem Test nicht akzeptiert. Eine Mail tippen erfordert etwas Fingerspitzengefühl. Denn es kommt immer wieder vor, dass der Nutzer haarscharf daneben langt und einen falschen Buchstaben tippt.

Touchscreen mit Anti-Blockier-System ABS

Das 3,5 Zoll große, kapazitive Touchscreen reagierte flüssig. Webseiten und Fotos können mit Fingerzoomgesten größer und kleiner gezogen werden. Das Scrollen durch lange Webseiten oder Adressleisten rollt, wie es sich für ein Sportmodell gehört, schnittig voran. Der Prozessor, der für einen Rennwagen eher untypisch auf 768 MHz gedrosselt ist, hat sich dennoch im Test bewährt. Für das flüssige Arbeiten zeichnen sich aber auch 512 MByte RAM und 512 MByte ROM aus. Damit passen sehr viele Downloads aus dem Android Market in den Programmspeicher, und für Multitasking steht genügend Arbeitsspeicher zur Verfügung.

Multimedia auf dem Acer Liquid e Ferrari

Die 5-Megapixel-Kamera lässt sich über das Menü oder den Kameraknopf rechts am Gehäuse aktivieren. Die Einstellungen wie Weißabgleich, ISO-Wert und Fokussiermodus (automatisch oder unendlich) sind relativ umständlich mit drei Griffen zu ändern. Motivprogramme, Makromodus oder eine Hilfe für Panorama-Fotos gibt es nicht. Die Bildqualität kann sich sehen lassen, auch wenn Acer mit sehr hohen Kontrasten arbeitet. Die Schärfe war gut, die Farbgebung einen Tick zu kräftig. Die Videokamera dreht ansehnliche Filme, produziert jedoch schnell mal einen Farbfehler wie beispielsweise blaustichige Wände. Den Schwachpunkt stellt das Mikrofon dar: Es nimmt Ton viel zu leise auf.

Der vorinstallierte MP3-Player gehört zum Android-Standard-Zubehör und funktioniert ohne große Rafinessen. Die mitgelieferten Ohrstöpsel klingen vollmundig, ohne in den Höhen zu verzerren. Bei Telefonaten wird man mit natürlicher Stimmwiedergabe überrascht. Auch bei maximaler Lautstärke kommt es praktisch nicht zu Verzerrungen.

Der Browser rast per HSDPA und WLAN durchs Internet. Webseiten öffnen in weniger als zehn Sekunden - ein Spitzenwert. Und somit bleibt der Anwender über Neuigkeiten aus dem Rennsport und andere aktuellen Themen immer auf dem Laufenden. Flashseiten kann der Browser dagegen nicht darstellen, Videos auf tagesschau.de werden jedoch wie Youtube-Videos in einem eigenen Player angezeigt.

Fazit

Das Acer Liquid e Ferrari ist ein echter Hingucker - an der roten Gehäusefarbe kommt man kaum vorbei. Schade nur, dass das Android-2.1-Handy nicht aus Metall-Elementen gefertigt ist, wie es sich für ein Topmodell gehört. Das Handy lässt sich über den großen, kapazitiven Touchscreen gut bedienen. Beim Schreiben von E-Mails und SMS kommt es auf dem kleinen Tastaturlayout jedoch häufiger mal zu einem Vertipper. Kamera und MP3-Player meistern ihre Aufgaben gut, und so taugt das Handy mit seinem 768-MHz-Prozessor nicht nur zum Angeben.

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