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PC-Zeit- und Zugriffskontrolle

20.01.2009 | 08:30 Uhr |

PC-Zeit- und Zugriffskontrolle soll die Kinder vom übermäßigem Gebrauch des Rechners abhalten. Überzeugen konnte die Software im Test nicht.

Das Aufspielen von PC-Zeit- und Zugriffskontrolle dürfte bereits die erste Hürde für besorgte Eltern darstellen. Zunächst will die Software Daten sammeln und ein Newsletter-Abo unter schieben. Dann verlangt die Installations-Routine ein „Kennwort“, das aber weder auf der CD-Hülle, noch im dünnen Handbuch zu finden ist. Auf der CD selbst ist eine Seriennummer aufgedruckt, die sich dann als das gesuchte Kennwort entpuppt. Die Eingabe erfolgt blind, auf Groß-/Kleinschreibung muss geachtet werden – benutzerfreundlich ist anders.

Handhabung: Nach einem PC-Neustart geht es ans Konfigurieren: Ein Assistent, genannt „Schnelleinstellungsmodus“ soll Eltern bei den wichtigsten Einstellungen unterstützen. Zunächst soll ein Administrator Passwort eingegeben werden, Pflicht ist es leider nicht. Im Test wurde auch ein leeres Passwort akzeptiert. Hier sind die Eltern gefordert, unbedingt ein sicheres Passwort zu wählen, das der Nachwuchs nicht erraten kann. Im nächsten Schritt können Benutzer verwaltet und Gruppen angelegt werden. Der Sinn dieser Maßnahme erschließt sich hier noch nicht, auch das Handbuch hilft nicht weiter. Zumal viele Eltern von dem Begriff „NT-AUTORITÄT" verwirrt werden dürften. Anschließend geht es zum „Zeitplaner“.

Hier können für einzelne Benutzer oder die vorher angelegten Gruppen die maximale Nutzungsdauer und der Zeitraum für die Nutzung je Wochentag oder alternativ für alle Tage festgelegt werden. Auch dies ist kompliziert, verwirrend und langwierig, vor allem, wenn man die Software für mehrere Kinder unterschiedlichen Alters einstellen will. Nach einem Klick auf „Weiter“ kommt man zum „Verzeichnisschutz“. Dieses Fenster ist selbsterklärend, hier können Eltern einzelne Verzeichnisse oder ganze logische Laufwerke verstecken oder auf Nur-Lesen-Zugriff beschränken. Der letzte Schritt dient dem Schutz des Betriebssystems. Standardmäßig ist es Benutzern verboten, die Systemzeit zu ändern. Zudem lassen sich hier noch Taskmanager, Benutzerkonten-Verwaltung, Software-Installation und De-Installation unterbinden.

Im Test zeigten sich gravierende Mängel: Obwohl im „Schnelleinstellungsmodus“ für den Testtag eine maximale Nutzungsdauer von einer Stunde festgelegt war (bei freier Einteilung über den Tag verteilt), ließ uns die Software unbeschränkt weiter arbeiten. Nach einigen Neustarts war das System dann plötzlich blockiert und meldete eine Arbeitszeit von über 18 Stunden bei erlaubten 30 Minuten. Auch der Verzeichnisschutz erwies sich im Test als Flop: Verstecken ließen sich Verzeichnisse gar nicht, PC-Zeit- und Zugriffskontrolle setzte den Modus immer wieder auf „ReadOnly“ zurück. Und die Nur-Lese-Verzeichnisse konnten mit einfachen Unlock-Tools oder im abgesicherten Modus trotzdem gelöscht werden. So kann der Nachwuchs übrigens auch die ganze Kindersicherung entfernen.

Fazit: PC-Zeit- und Zugriffskontrolle ist zwar nicht teuer, bietet dafür aber auch keinen wirksamen Schutz vor übermäßiger PC-Nutzung. Das Surfen im Internet überwacht die Software nicht.

Alternative: Das Programm Kindersicherung 2008 ( www.salfeld.de ) ist deutlich teurer, lässt sich aber nicht so leicht überlisten.

BEWERTUNG

Leistung (50%): Note 5,0
Bedienung (35%): Note 4,0
Dokumentation (5%): Note 3,5
Installation/De-Installation (5%): Note 4,0
Systemanforderungen (5%): Note 1,5

GESAMTNOTE: 4,4

Anbieter:

bhv Software GmbH

Weblink:

www.bhv.de

Preis:

15,- Euro

Betriebssysteme:

Windows 2000, XP, Vista

Plattenplatz:

ca. 21 MB

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