37422

Kindersicherung 2008

17.11.2008 | 08:30 Uhr |

Kindersicherung 2008 bietet mit den richtigen Einstellungen einen sehr guten Schutz. Das Programm erwies sich sehr resistent gegen Manipulationsversuche.

Die Installation verlief im Test schnell und problemlos. Etwas mehr Zeit erfordert die Konfiguration der Software. Zunächst muss man ein sicheres Eltern-Passwort eingeben. Hier gibt es leider keine Veränderung zur Version 2007: Kindersicherung 2008 akzeptiert jede Folge aus mindestens fünf Zeichen – auch dann, wenn es lauter gleiche Zeichen sind. Anschließend können die Erziehungsberechtigten die Benutzerkonten nach Belieben verwalten und Einschränkungen vornehmen.

Handhabung: Durch die Grundkonfiguration führt ein ansprechender Assistent: Die täglichen Internet- und PC-Laufzeiten lassen sich bequem für jeden Nutzer einstellen. Zudem können Eltern unter „Internet Kontrolle“ erwünschte Webseiten festlegen und auf Wunsch sämtliche anderen Urls komplett sperren. Kindersicherung 2008 bringt schon eine größtenteils gelungene Liste mit, nur der Eintrag „doubleclick.net“ scheint zumindest fragwürdig.

Im Test zeigte sich, dass im Assistenten ein Fehler der Version 2007 beseitigt wurde. Die Liste der erwünschten Webseiten wird nun nicht mehr mit den unerwünschten Seiten vertauscht. Negativ fiel auf: Auch wenn im Schritt 3 von 4 das Häkchen bei „Nur die u.g. Webseiten erlauben“ gesetzt war, aktivierte der Assistent den Internet-Filter trotzdem nicht - wir konnten ohne Einschränkung surfen.

Via Assistent legt man auch – je nach eingestellter Sicherheitsstufe - Möglichkeiten zur Umgehung der Software lahm und deaktiviert etwa den Aufruf der Systemwiederherstellung, des Task-Managers oder der Systemsteuerung. Auch Registry-Editor und Eingabeaufforderung lassen sich sperren. Die Feineinstellung kann für jeden Benutzer angepasst werden. Zeitlimits für die PC- und Internet-Nutzung lassen sich per Tag, Woche und Monat festlegen. Durch Eingabe vorher festgelegter TANs kann die Nutzungsdauer gegebenenfalls verlängert werden. So können Eltern ihren Kindern auch telefonisch eine längere PC-Nutzung erlauben.

Das Rückstellen der Windows-Uhr verlängerte die Nutzungsdauer von PC und Internet im Test nicht. Zudem kann man diese Manipulation untersagen. Stellt man allerdings die Bios-Uhr um einen oder mehrere Tage vor, so erhält man wieder die volle Nutzungsdauer für den gewählten Tag. Damit kann sich der Nachwuchs aber maximal einen Vorschuss genehmigen.

Unerwünschte Internet-Inhalte wie pornografische Bilder unterdrückt Kindersicherung 2008 auf Wunsch anhand editierbarer Stichwortlisten und Filter. Auch Chats, Online-Spiele und Webmail können Eltern unterbinden. Im Test wurden aber manche anstößige Seiten dennoch gezeigt, obwohl Kindersicherung den Hinweis brachte „Diese Seite darf auf Grund eines Jugendschutzfilters nicht angezeigt werden.“ Der sicherste Modus für Surfen ohne jugendgefährdende Inhalte ist, nur eingetragene Webseiten zu erlauben.

Kindersicherung 2008 kann Anwendungen und Verzeichnisse für Benutzer sperren, Laufwerke können komplett versteckt werden. Auch die Nutzung von Programmen lässt sich zeitlich begrenzen. Gefallen hat im Test auch die Möglichkeit, das Filesharing mit sämtlichen üblichen Programmen komplett zu verhindern. Das erspart Eltern Strafverfahren und kostenpflichtige Abmahnungen.

Kindersicherung 2008 erwies sich im Test sehr resistent gegen Manipulationsversuche. Mit der höchsten Sicherheitsstufe bleiben auch fast keine Möglichkeiten übrig.

Für die Kinder sollte grundsätzlich ein eingeschränktes Windows-Konto eingerichtet sein. Sämtliche Administrator-Konten sollten zudem via Kennwort vor unerlaubter Anmeldung geschützt sein. Denn mit Administrator-Rechten und spezieller Software könnten etwa gesperrte Dateien der Kindersicherung gelöscht werden. Damit verliert die Software einen Teil der Einstellungen und das Surfen auf Schmuddelseiten wäre wieder möglich. Der Trick, Windows herunterzufahren, aber über ein geöffnetes, ungespeichertes Word- oder Excel-Dokument am Abschalten zu hindern, funktioniert mit der Version 2008 nicht mehr. Dennoch hat auch Kindersicherung 2008 einen Gegner: In einschlägigen Foren wird ein Programm angeboten, das auch die aktuelle Version aushebelt.

Fazit: Das Programm bietet mit den richtigen Einstellungen einen guten Schutz. Dennoch dürfen Eltern ihre Kinder nicht allzu unbekümmert vor dem PC spielen, lernen und surfen lassen – etwas zusätzliche Kontrolle muss sein.

Alternative: Kindersicherung Time Restrict Free Edition ( www.kindersicherung-internet.de ) ist für den privaten Gebrauch kostenlos.

BEWERTUNG

Leistung (50%): Note 2,0
Bedienung (35%): Note 1,5
Dokumentation (5%): Note 2,0
Installation/De-Installation (5%): Note 2,0
Systemanforderungen (5%): Note 1,0

GESAMTNOTE: 1,8

Anbieter:

Salfeld Computer GmbH

Weblink:

www.salfeld.de

Preis:

38,- Euro

Betriebssysteme:

Windows 95/98/ME, 2000, XP, Vista

Plattenplatz:

ca. 21 MB

0 Kommentare zu diesem Artikel
37422