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DSLRs der Mittelklasse

11.02.2009 | 13:07 Uhr |

Der Preisverfall bei digitalen Spiegelreflexkameras (DSLRs) macht selbst Mittelklassemodelle für Einsteiger interessant. Wir haben uns Geräte ab 800 Euro angesehen, listen Ihnen die Top 10 auf und geben Ihnen Kauftipps.

Digitale Spiegelreflexkameras haben gegenüber ihren kompakten Kolleginnen einige Vorteile: Der Autofokus reagiert auch bei schlechten Lichtverhältnissen sehr schnell. Das macht die Kameras in Verbindung mit der kurzen Auslöseverzögerung superschnell - ideal für hochwertige Momentaufnahmen. Außerdem haben Spiegelreflexmodelle größere Bildsensoren als Kompaktkameras, weshalb sie selbst bei hoher Lichtempfindlichkeit nur geringes Bildrauschen produzieren.
Der Hauptvorteil der Spiegelreflextechnik ist jedoch, dass sie dank Wechselobjektiven besonders flexibel ist: Denn damit können Sie für jedes Motiv das passende Objektiv wählen und das optimale Bild machen.
Wir haben uns aktuelle Spiegelreflexkameras angesehen und listen Ihnen die zehn besten Modelle auf. Außerdem sagen wir Ihnen, worauf Sie beim Kauf achten müssen - denn nicht jede DSLR ist auch für jeden Einsatzzweck geeignet.

Bitte beachten Sie jedoch, dass wir die verlinkten Einzeltests aus Zeitgründen nicht aktualisieren können, so dass Preise und Einzelwertungen (Punkte bzw. Noten) nicht mehr aktuell sind. Die aktuelle Rangfolge finden Sie auf Seite 2. Auf Seite 3 präsentieren wir Ihnen spezielle Kauftipps der Redaktion - etwa die Kamera mit der besten Bildqualität beziehungsweise das Modell mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis. Suchen Sie grundlegende Tipps zum Kamerakauf, sollten Sie einen Blick in unsere Kaufberatung Digitalkameras werfen. Infos zu unserem Testverfahren DC Tau können sie ebenfalls nachlesen.

Preisklasse: Alles für Einsteiger bis Profis
Waren vor ein paar Jahren Spiegelreflexkameras vor allem teuer, haben sich durch den starken Preisverfall mittlerweile drei Preisklassen gebildet. Einsteiger-DSLRs wie etwa die Canon EOS 1000D bekommen Sie mit Objektiv bis 700 Euro. Sie zeichnen sich durch besonders einfache Bedienung aus, haben viele Automatikmodi, Motivprogramme und andere Hilfsmittel, die das Fotografieren erleichtern. Andererseits sind Gehäuse und Bajonettverschluss oft aus Kunststoff gefertigt - was nicht jedermanns Geschmack ist.
Spiegelreflexkameras der mittleren Leistungsklasse befinden sich im Preissegment zwischen 800 und 2000 Euro. Hier stehen Ihnen deutlich mehr manuelle Funktionen zur Verfügung, und das Gehäuse ist hochwertiger. Ein Beispiel dafür ist etwa die Nikon D90 .
Ab 2500 Euro dürfen Sie für eine Profi-DSLR wie die Olympus E-3 rechnen. Kameras in dieser Klasse bieten noch mehr Funktionen und stellen selbst anspruchsvollste Fotografen zufrieden.
Wir haben uns in diesem Test mit Modellen beschäftigt, die im Kit, sprich, mit Objektiv, ab 800 Euro kosten.

Auflösung: 10 bis 12 Megapixel reichen aus
Aktuelle Spiegelreflexkameras machen Fotos mit 6,1 bis 24,6 Megapixeln. Allerdings finden sich die höher auflösenden Modelle hauptsächlich im Profisegment. Für Hobbyfotografen reichen um die 10 Megapixel völlig aus. Vor Bildrauschen brauchen Sie bei derartigen Auflösungen keine Angst zu haben: Da die Bildsensoren bei DSLRs deutlich größer sind als bei Kompaktmodellen, verursacht das Mehr an Pixel nicht automatisch auch zusätzliches Bildrauschen. Ein gutes Beispiel dafür war etwa die Canon EOS 50D , die trotz ihrer 15,1-Megapixel-Auflösung - der höchsten im Test - ein sehr niedriges Rauschergebnis produzierte.

Kit-Objektiv: Nicht immer das Nonplusultra
Eine Spiegelreflexkamera alleine macht noch kein gutes Bild. Es kommt auch auf die Qualität des Objektivs an. DSLRs sind meist im Kit erhältlich, es liegt also ein Objektiv bei. Wir bewerten in unseren Tests immer die Kombination mit dem Kit-Objektiv, da diese Kits auch am häufigsten verkauft werden.
Allerdings müssen Sie bei einem Kit-Objektiv häufig Abstriche bei der Bildqualität machen: So stellten wir bei fast allen Testmodellen im Weitwinkel eine sehr starke bis extreme Verzeichnung fest. Ausnahme war hier nur die Olympus E-30 . Hinzu kommt eine teils starke Vignettierung bei kurzer Brennweite, also ein sichtbarer Helligkeitsabfall von der Bildmitte zum Rand. Hier schlugen sich lediglich die Nikon D300 und - erneut - die Olympus E-30 gut.
Doch auch wenn Kit-Objektive oft ihre Macken haben, rechnet sich das Set doch: Für den Body der Nikon D80 zahlen Sie beispielsweise rund 520 Euro. Das Kit mit dem Objektiv AF-S DX 18-55 mm bekommen Sie für etwa 100 Euro Aufpreis: Einzeln kostet das Objektiv 150 Euro. Oft bieten die Hersteller auch verschiedene Kits an, die beiliegenden Objektive unterscheiden sich im Brennweitenbereich: Je länger die Brennweite ist, desto näher können Sie ein Motiv heranzoomen. Je kürzer Sie die Brennweite wählen, desto weitwinkliger ist das Objektiv und desto breiter wird der Bildausschnitt.

Bildstabilisator: Mechanische oder optische Lösung
Bei Spiegelreflexkameras gibt es zwei Typen von Verwacklungsschutz: Der optische Bildstabilisator, wie ihn etwa die Nikon D80 bietet, arbeitet über bewegliche Linsen im Objektiv. Die mechanische Stabilisierung übernimmt ein beweglich gelagerter Bildsensor im Kameragehäuse, der über Magneten oder einen Motor gesteuert wird. Dieses Verfahren ist etwa in der Sony Alpha 700 zu finden.
Zu bevorzugen ist der mechanische Stabilisator, der viel exakter arbeitet. Andererseits sind Wechselobjektive in der Regel viel lichtstärker als die Objektive bei Kompaktkameras, nutzen also viel kürzere Belichtungszeiten. Daher ist nicht immer eine Stabilisierung nötig, weshalb Sie einen Objektiv-basierten Stabilisator auch nur bei Bedarf einsetzen können.
Beide Arten der Stabilisierung stehen oft in verschiedenen Modi zur Verfügung: So können Sie etwa bei der Olympus E-30 die Bewegungen in horizontaler, vertikaler oder in horizontaler und vertikaler Richtung ausgleichen lassen.

Live View: Autofokus per Kontrast- oder Phasenvergleich
Eine Funktion, die im letzten Jahr vermehrt ihren Weg in DSLRs gefunden hat, ist der Live-View-Modus, sprich, das Vorschaubild auf dem Display. Dieses nützliche Feature hilft beim Einfangen des Motivs - etwa aus schwierigen Positionen heraus - und zeigt die Auswirkungen von Weißabgleich, Belichtungskorrektur, ISO & Co sofort an.
Ein Nachteil des Live-View-Modus ist jedoch der Autofokus (AF), der sich nicht immer problemlos einsetzen lässt. Die meisten DSLR-Kameras arbeiten mit einem Phasenvergleichs-AF. Dabei ist jeder Einzelsensor des AF-Sensors zwei- oder viergeteilt, und jedes Teil erfasst das Motiv. Passen die einzelnen Bilder zusammen, stimmt die Fokussierung. Falls nicht, berechnet der Autofokus die Abweichung und setzt den Fokussierpunkt entsprechend um. Der Nachteil dieser Methode: Die AF-Sensoren sitzen im Kameraboden und benötigen zum Arbeiten den heruntergeklappten Spiegel. Da die Live-Vorschau jedoch einen hochgeklappten Spiegel voraussetzt, muss der Spiegel für den Autofokus kurz herunterklappen. Das verursacht einerseits ein nerviges Geräusch, andererseits verschwindet das Vorschaubild kurz.
Alternativ zum Phasenvergleichs-Autofokus setzen manche Hersteller bei ihren DSLRs einen Kontrastvergleichs-AF ein. Der Vorteil: Der Spiegel muss dazu nicht hochgeklappt werden, da der Autofokus die Daten des Bildsensors nutzt. Genauer gesagt ermittelt der Kontrast-AF den Kontrast der Details in den einzelnen Messfeldern. Dazu wird die Fokussierung so lange verändert, bis der Kontrast abfällt. An der Stelle des höchsten Kontrastes stellt der AF scharf. Der Nachteil dieses Verfahrens: Es dauert länger als der Phasenvergleichs-AF.
Da beide AF-Verfahren ihre Vor- und Nachteile haben, können Sie etwa bei der Olympus E-30 und der Canon EOS 50D selbst entscheiden, welche Methode Sie einsetzen wollen - denn die Modelle bieten beide.

Übrigens: Ein echtes Live-Bild ist nur bei Kameras mit CMOS-Sensor möglich. CCD-Modelle wie die Sony Alpha 300 und 350 nutzen einen zweiten Chip für die Direktvorschau.

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