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Kaufberatung WLAN-Router: Darauf kommt es an

Im August endet der Routerzwang – der ideale Zeitpunkt für einen neuen WLAN-Router. Unser Überblick über die aktuellen Geräte erleichtert die Auswahl des idealen Routers für Ihr Heimnetz.

Ab August dürfen die Provider ihren Kunden keinen Router mehr vorschreiben . Außerdem müssen sie alle Einwahldaten für Internet und Telefonie herausgeben, damit Sie den vereinbarten Tarif mit jedem Router nutzen können. Aus diesem Grund präsentieren wir hier in einer großen Übersicht die wichtigsten Router für DSL, Kabel und WLAN. Außerdem geben wir Hinweise für den Routerkauf.

Wenn Sie sich einen neuen Router zulegen, müssen Sie eine grundlegende Entscheidung treffen: Wollen Sie ein Allroundgerät, das neben WLAN auch DSL-oder Kabelmodem mitbringt, oder einen reinen WLAN-Router, den Sie hinter einem zusätzlichen Modem anschließen. In beiden Gerätekategorien bieten die Hersteller in vielen Preis-und Ausstattungsstufen Produkte an, die sich vor allem beim WLAN-Tempo sowie der Zahl der LAN-und USB-Anschlüsse unterscheiden.

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Die Allroundlösung: Ein Modemrouter

Der große Vorteil eines Routers, der DSL-oder Kabelmodem und WLAN vereint: Sie brauchen nur ein Gerät für den Onlinezugang und das Heimnetz. Die Spitzenmodelle bieten außerdem Anschlussmöglichkeiten für schnurlose DECT-, ISDN-oder Analogtelefone, sodass Sie auch auf eine zusätzliche Telefonanlage oder Basisstation verzichten können.

Im Überblick: Die verschiedenen Tempostufen von 11ac-WLAN

Bezeichnung

Parallele Datenströme über 5 / 2,4 GHz

Maximale Datenrate (5 GHz)

Maximale Datenrate (2,4 GHz)

Summe

Besonderheiten

AC600

1/1

433

150

583

AC750

1/2

433

300

733

AC1200

2/2

867

300

1167

AC1600

3/2

1300

300

1600

AC1750

3/3

1300

450

1750

AC1900

3/3

1300

600

1900

AC2350

4/3

1733

600

2333

AC2600

4/4

1733

800

2533

AC3150

4/4

2167

1000

3167

proprietäres Modulationsverfahren

AC3200

4/4

2x 1300

600

3200

Tri-Band

AC5300

4/4

2x 2167

1000

5334

Tri-Band, proprietäres Modulationsverfahren

Das Modem im Router muss natürlich zum Tempo des Onlineanschlusses passen: Aktuelle Modemrouter für DSL unterstützen VDSL sowie ADSL2+. Außerdem bringen sie schnelles WLAN nach dem aktuellen AC-Standard mit, während Router für ADSL2+ nur mit 11n-WLAN aufwarten. Wollen Sie ganz zukunftssicher einkaufen oder wissen bereits, dass die Telekom in Ihrer Umgebung die DSL-Geschwindigkeit per Vectoring erhöht, müssen Sie darauf achten, dass der VDSL-Router diese Technik unterstützt: Im Datenblatt sollte dann der Standard ITU G.993.5 auftauchen. Alle aktuellen VDSL-Router sind auch für All-IP-Anschlüsse geeignet (VDSL 2 Annex B), bei Geräten für ADSL2+ müssen Sie darauf achten, dass der Router Annex J unterstützt. Kabelrouter müssen den Standard DOCSIS 3.0 für aktuelle Anschlüsse beherrschen.

Fritzbox 7580: Das Top-Gerät vereint VDSL-Modem, DECT-/ISDN-Telefon sowie WLAN mit Multi-User-Mimo.
Vergrößern Fritzbox 7580: Das Top-Gerät vereint VDSL-Modem, DECT-/ISDN-Telefon sowie WLAN mit Multi-User-Mimo.

Klarer Marktführer bei Modemroutern in Deutschland ist AVM: Die Fritzbox 7490 für rund 200 Euro bietet neben einem VDSL2-Modem auch Anschlüsse für ISDN-und Analog-Telefone sowie eine DECT-Basisstation für sechs schnurlose Telefone und zwei USB-3.0-Ports. Ihr Nachfolger Fritzbox 7580 für 290 Euro verbessert das WLAN-Tempo über die Funktion Multi-User-MIMO (Multiple Input Multiple Output). Ohne ISDN, aber sonst mit fast identischer Ausstattung sind die deutlich günstigeren Router von TP-Link Archer VR900v (rund 150 Euro) und Archer VR2600v (rund 240 Euro) zu haben. Noch günstiger ist der Allroundrouter Speedport W 724V der Telekom (rund 120 Euro), der sich auch an VDSL-Anschlüssen anderer Anbieter nutzen lässt. Wenn Sie keine Analog-oder ISDN-Telefone nutzen, können Sie zur Fritzbox 3490 für rund 140 Euro oder dem Asus DSL-AC68U für rund 160 Euro greifen. Beide VDSL-Router bringen WLAN nach dem aktuellen 11ac-Standard mit sowie zwei beziehungsweise einen USB-3.0-Port.

Neue Freiheit bei der Auswahl des Endgerätes: AVM bietet fu?r den Kabelanschluss die Fritzbox 6490 an.
Vergrößern Neue Freiheit bei der Auswahl des Endgerätes: AVM bietet fu?r den Kabelanschluss die Fritzbox 6490 an.
© AVM

WLAN-Router: Mehr Tempo im Heimnetz

Wer vor allem sehr hohes WLAN-Tempo braucht, kauft sich einen schnellen WLAN-Router, den er über den WAN-Port des Routers mit einem zusätzlichen DSL-oder Kabelmodem verbindet. Im Routermenü tragen Sie die Zugangsdaten für den Internetanschluss ein, damit er alle Heimnetzgeräte online bringt. In reinen WLAN-Routern setzen die Hersteller schneller neue Chipsätze für hohes Tempo ein und können sich beim Gehäusedesign und der Softwareentwicklung ganz auf die Geschwindigkeitsoptimierung für WLAN konzentrieren. Aktuelle Techniken wie MU-Mimo und Tri-Band sind bei diesen Geräten schon verfügbar, während damit ausgestattete Modemrouter jetzt erst auf den Markt kommen.

Der Allroundrouter Telekom Speedport W 724V lässt sich auch an DSL-Anschlüssen anderer Anbieter nutzen.
Vergrößern Der Allroundrouter Telekom Speedport W 724V lässt sich auch an DSL-Anschlüssen anderer Anbieter nutzen.
© Telekom

Greifen Sie unbedingt zu einem Router mit dem WLAN-Standard 11ac. Selbst wenn Sie noch keines oder nur wenige 11ac-Geräte im Heimnetz haben: Immer mehr Smartphones, Notebooks und WLAN-Adapter kommen mit dem neuen Standard. Deshalb sind Sie mit einem 11ac-Router auf der sicheren Seite.

Das wichtigste Auswahlkriterium beim WLAN-Router ist die Geschwindigkeit des Funknetzes. Auf die Tempoangaben der Hersteller sollten Sie sich dabei nicht verlassen – sie können höchstens als grobe Orientierung für das Leistungsniveau eines Routers gelten. Denn Chiphersteller und Routeranbieter übertreiben gerne bei den Geschwindigkeitsangaben. Und außerdem benötigen Sie im Heimnetz entsprechende WLAN-Gegenstellen, die das Tempo des Routers überhaupt ausnutzen können (siehe Kasten).

Achten Sie lieber auf die Angabe zu den Datenströmen, die ein Router parallel übertragen kann, beziehungsweise zur Antennenkonfiguration. Sie finden sie in den technischen Daten des Routers in der Form 2x2, 3x3 oder 4x4. Damit wird zum einen angegeben, wie viele Datenverbindungen der Router gleichzeitig zu einer Gegenstelle aufbauen kann. Die Übertragungsgeschwindigkeit fällt umso höher aus, je mehr parallele Übertragungen zwischen zwei WLAN-Geräten möglich sind. Weil dabei jede Antenne eine eigene Datenverbindung aufbaut, gibt eine Information wie 2x2 bei einem WLAN-Router oder –Adapter auch Auskunft über die Anzahl der Sende-und Empfangsantennen für jede unterstützte Frequenz – im Fall von 11ac also 5 GHz und 2,4 GHz. Das bedeutet aber, dass zum Beispiel ein 2x2-Router das maximale Tempo nur mit einer 2x2-Gegenstelle erreichen kann.

Die günstigsten 11ac-Router bekommen Sie ab rund 40 Euro. Sie funken aber nur mit einer Antenne und einem Maximaltempo von 433 MBit/s über 5 GHz. Da sie zusätzlich im 2,4-GHz-Netz mit zwei Antennen maximal 300 MBit/s erreichen können, werden sie als AC750-Router verkauft. Sie genügen für ein sehr kleines Heimnetz, in dem ein oder zwei Geräte über 5 GHz im WLAN unterwegs sind. Außerdem haben die günstigen Geräte wie der Asus RT-AC51U für rund 40 Euro nur LAN-Anschlüsse mit Fast-Ethernet-Tempo (100 MBit/s) oder wie der D-Link DIR-809 (rund 35 Euro) keinen USB-Port. Besser ausgestattet ist der TP-Link Archer C2 mit Gigabit-LAN und einem USB-2.0-Port.

WLAN-Router mit Modem (1)
Vergrößern WLAN-Router mit Modem (1)
WLAN-Router mit Modem (2)
Vergrößern WLAN-Router mit Modem (2)

Das passende WLAN-Tempo fürs Heimnetz

Wenn in Ihrem Heimnetz schon Notebook, Smartphone und Tablet über 5 GHz funken und außerdem noch einige 11n-Geräte über 2,4 GHz unterwegs sind, empfiehlt sich ein 2x2-Router, der auch unter der Bezeichnung „AC1200“ verkauft wird. Da viele aktuelle Mobilgeräte ebenfalls ein 2x2-WLAN nutzen, können sie das maximale Tempo des Routers ausschöpfen. Für schnelle und stabile Netzwerkverbindungen per Kabel bringen diese Router einen Gigabit-Switch mit. Der TP-Link Archer C5 für rund 80 Euro hat außerdem zwei USB-2.0-Anschlüsse, die Fritzbox 4040 für rund 90 Euro kann USB-Geräte auch per USB 3.0 anbinden.

Für ein größeres WLAN empfiehlt sich ein 3x3-Router. Sie bieten ein maximales Tempo von 1,3 GBit/s über 5 GHz und 450 bis 600 MBit/s über 2,4 GHz. Allerdings nutzen bisher nur wenige – und vor allem teure – Notebooks oder WLAN-Adapter für den PC die drei Datenströme aus. Aber Sie können Geräte wie Fernseher, Set-Top-Box oder NAS, die eine hohe Datenrate für Videostreaming oder das Übertragen großer Dateimengen benötigen, mit hoher Bandbreite ins WLAN einbinden: Sie verbinden Sie dafür per Netzwerkkabel mit einem passenden 3x3-Repeater, den Sie als WLAN-Client einrichten.

3x3-Router bekommen Sie ab rund 100 Euro, zum Beispiel den TP-Link Archer C7 . Besser ausgestattet und etwas schneller sind Geräte ab rund 160 Euro wie der Asus RT-AC68U oder der Netgear Nighthawk R7000 .

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Tri-Band-Router und MU-Mimo: Tempo der Zukunft

WLAN schneller als LAN dank der Bündelung zweier Gigabit-LAN-Ports, so etwa beim Netgear Nighthawk X8.
Vergrößern WLAN schneller als LAN dank der Bündelung zweier Gigabit-LAN-Ports, so etwa beim Netgear Nighthawk X8.
© Netgear

Ganz frisch auf dem Markt sind Router mit 4x4-Antennenkonfiguration. Damit können die Routerhersteller mit noch größeren Datenraten protzen, etwa AC3100 , AC5300 oder AC5400 . Doch in der Praxis lassen sich diese nicht erreichen, denn WLAN-Gegenstellen mit vier Antennen gibt es nicht – außer Sie setzen einen zweiten 4x4-Router als WLAN-Brücke ein. Sinnvoll werden diese Router erst durch zusätzliche Funktionen wie Multi-User-Mimo oder Tri-Band: Damit wollen sie dafür sorgen, dass sich die Datenrate für viele Clients im WLAN erhöht, nicht nur für einzelne, besonders schnelle.

Mit Multi-User-Mimo (MU-Mimo) kann ein Router unterschiedliche Daten an mehrere Empfänger gleichzeitig senden. Üblicherweise laufen WLAN-Übertragungen zwischen dem Router und verschiedenen Gegenstellen hintereinander ab: Ein langsamer 11ac oder 11n-Adapter reduziert dann den Datendurchsatz im gesamten Funknetz, weil schnellere WLAN-Komponenten länger warten müssen, bis sie wieder dran sind. Da aber ein Router mit MU-Mimo in einem Rutsch mehrere langsame Gegenstelle versorgen kann, reduziert sich die Wartezeit, und der WLAN-Durchsatz steigt für alle Beteiligten.

Derzeit können selbst MU-Mimo-Router mit 4x4 nur an maximal drei MU-Mimo-Clients gleichzeitig senden. Doch das größte Hindernis für den Einsatz von MU-Mimo ist, dass auch der Empfänger die Technik unterstützen muss. Denn Router und Gegenstelle optimieren die Übertragung durch spezielle Kontrolldatenpakete, die nur MU-Mimo-Geräte verstehen.

Für die Zukunft: Tri-Band-Router mit 4x4-Antennen, hier der Asus RT-AC5300 für rund 440 Euro.
Vergrößern Für die Zukunft: Tri-Band-Router mit 4x4-Antennen, hier der Asus RT-AC5300 für rund 440 Euro.
© Asus

Zwar gibt es schon einige Smartphones und Notebooks für MU-Mimo, zum Beispiel das Google Nexus 5X oder das Acer Aspire V15 . Da ein spürbarer Tempozuwachs erst mit zwei oder drei MU-Mimo-Geräten einsetzt, dürfte sich für die meisten Heimnetze die Investition in einen MU-Mimo-Router noch nicht lohnen. Wer sich aber dafür interessiert, kann einen Blick auf den TP-Link Archer C2600 für rund 190 Euro werfen. Auch die Fritzbox 7580 nutzt MU-Mimo.

Gleiches gilt derzeit für sogenannte Tri-Band-Router: Sie spannen zwei unterschiedliche WLAN-Netze über die 5-GHz-Frequenz auf sowie eines über 2,4 GHz. Der Name ist deshalb etwas irreführend, weil eigentlich nicht drei unterschiedliche Frequenzbänder genutzt werden. Der Router verteilt dann über die Technik Smart Connect die WLAN-Gegenstellen automatisch auf die Funknetze, in denen sie das höchste Tempo beziehungsweise die wenigsten Störungen erwarten dürften. Damit soll der Router ähnlich wie bei MU-Mimo dafür sorgen, dass langsame WLAN-Geräte schnellere nicht ausbremsen und der Datendurchsatz für alle steigt.

Allerdings macht Tri-Band nur dann Sinn, wenn Sie viele schnelle 5-GHz-Geräte im WLAN haben, die das hohe Tempo einer 3x3 oder gar 4x4-Verbindung auch ausnützen können. Hinzu kommt, dass die Gegenstellen in der Lage sein müssen, alle Übertragungskanäle im 5-GHz-Band zu nutzen. Dafür müssen sie in der Firmware Dynamic Frequency Selection (DFS) und Transmit Power Control (TPC) unterstützen, was nicht bei allen 5-GHz-Geräten der Fall ist. Außerdem klappt die automatische Verteilung nicht immer, weil einige Clients stur auf einer einmal festgelegten Frequenz verharren.

Tri-Band-Router sind außerdem deutlich teurer als Dual-Band-Router, weil sie eben drei Mal Funkhardware wie WLAN-Chipsatz und Signalverstärker benötigen. Der TP-Link Archer C3200 kostet rund 240 Euro, den Netgear Nighthawk X6 R8000 bekommen Sie für etwa 280 Euro. Am teuersten sind derzeit Tri-Band-Router mit 4x4-Antennen: Ihre Preise liegen bei rund 450 Euro wie für den Asus RT-AC5300 oder den Netgear Nighthawk X8 R8500 .

Als 4x4-Router sorgt der TP-Link Archer C2600 per MU-Mimo für hohe Datenraten bei passenden WLAN-Clients.
Vergrößern Als 4x4-Router sorgt der TP-Link Archer C2600 per MU-Mimo für hohe Datenraten bei passenden WLAN-Clients.
© TP-Link

Weitere Hardware-Ausstattung: LAN und USB

Ein WLAN-Router hat auch einen LAN-Switch eingebaut, meist mit vier Anschlüssen. Damit bringt er kabelgebundene Geräte direkt ins Internet oder stellt eine Verbindung zwischen verschiedenen Heimnetzgeräten her, die per Netzwerkkabel oder Powerline-Adapter angebunden sind. Sie sollten zu einem Router mit Gigabit-Switch greifen: Denn selbst bei vielen günstigen Rechnern, bei Netzwerkspeichern und Powerline-Adaptern ist Gigabit-LAN inzwischen Standard, dessen Tempo durch einen Fast-Ethernet-Switch im Router ausgebremst würde. Auch der WAN-Port, über den der Router mit einem DSL-oder Kabelmodem verbunden ist, erreicht dann Gigabit-Tempo und hat so ausreichend Reserven für einen künftigen Onlinezugang mit über 100 MBit/s.

Da das theoretische WLAN-Tempo eines aktuellen 11ac-Routers inzwischen höher als 1 GBit/s liegen kann, gibt es bereits einige Router, die Link Aggregation unterstützen: Damit lässt sich der Datentransfer über zwei Gigabit-Anschlüsse bündeln, um ein entsprechendes NAS mit der höheren Geschwindigkeit anzuschließen.

Immer wichtiger wird auch die Leistung des Routerprozessors für die Kaufentscheidung: Er sorgt zum Beispiel dafür, dass der Router per Smart Connect Clients schnell in das optimale Funknetz einsortiert oder Quality-of-Service-Funktionen nutzt, um bestimmten Programmen die beste Verbindung zuzuweisen.

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Auch beim Datentransfer per USB zählt die CPU-Geschwindigkeit. Bei einem High-End-Router wie dem Netgear X4S R7800 arbeitet der Dualcore-Prozessor zum Beispiel mit 1,7 GHz. An die USB-Anschlüsse am Router können Sie zum Beispiel einen Drucker anbinden, damit er für andere Heimnetzgeräte zur Verfügung steht. Ein USB-Stick oder eine externe Festplatte wird am Router zum Netzwerkspeicher. Günstige Router haben einen oder zwei Anschlüsse mit USB 2.0. Bei teureren Modellen finden Sie dagegen auch USB 3.0.

Aber: Da die Routerprozessoren deutlich langsamer arbeiten als PC-Prozessoren, beispielsweise um die Hitzeentwicklung im Gehäuse zu minimieren, ist das USB-Tempo am Router deutlich geringer als bei einem NAS oder an einem PC. Für den Anschluss eines Druckers reicht das Transfertempo völlig aus, auch für Musik-oder Videostreaming, über USB 3.0 selbst in Full-HD. Für umfangreiche Kopier-oder Backup-Aufgaben ist das Router-NAS aber weniger optimal.

WLAN-Router (1)
Vergrößern WLAN-Router (1)
WLAN-Router (2)
Vergrößern WLAN-Router (2)
WLAN-Router (3)
Vergrößern WLAN-Router (3)

Bedienung und Sicherheit: Die Hersteller haben hinzugelernt

In puncto Sicherheit haben viele Hersteller in den letzten Jahren dazugelernt: Die meisten Router kommen ab Werk mit einer WPA2-Verschlüsselung: Damit ist der Router bereits beim ersten Start geschützt. Trotzdem sollten Sie das Passwort verändern, denn es steht meist im Handbuch oder am Routergehäuse. Um den Onlinezugang einzurichten, bringen alle Router einen Assistenten mit, der die notwendigen Kennwörter und Zugangsdaten abfragt und auch gleich prüft, ob die Internetverbindung damit funktioniert.

Außerdem arbeiten viele Hersteller daran, das Routermenü, das die Nutzer über ihren Webbrowser aufrufen, übersichtlicher zu gestalten – zum Beispiel, indem sie es in Basisfunktionen und Einstellungen für Fortgeschrittene unterteilen. Die beste Benutzeroberfläche und die meisten Funktionen bieten die Router von AVM. Das ist ein wichtiger Kaufgrund, denn bei den grundlegenden Funktionen unterscheiden sich die meisten Router kaum noch: Mit allen lässt sich ein Gastnetzwerk für Besucher einrichten, WLAN-Regeln für bestimmte Heimnetzgeräte aufstellen oder der Router auch als Access Point oder WLAN-Brücke einsetzen. Deshalb kommt es vor allem darauf an, wie leicht sich diese Funktionen übers Menü einrichten und verwalten lassen.

Ähnliches gilt für die Unterstützung von IPv6: Das können laut Datenblatt alle aktuellen Router, in der Praxis gibt es allerdings deutliche Unterschiede in der Umsetzung.

Der deutsche Hersteller ist auch vorbildlich, was die Versorgung mit Firmware-Updates angeht. Andere Hersteller reagieren deutlich langsamer, wenn es darum geht, Sicherheitslücken zu stopfen oder den Router mit neuen Funktionen zu versorgen. Das gilt zum Beispiel für DFS/TPC oder für MU-Mimo.

Vorsicht bei Firmenangaben: Die große Tempo-Lüge!

Wenn Sie sich schon länger mit WLAN beschäftigen, wissen Sie natürlich: Die Tempoangaben auf den Routerverpackungen haben nichts mit der Praxis zu tun. Im Gegenteil: Die Angaben werden immer dreister. Beispiele gefällig? Bei Tri-Band-Routern wird einfach das Maximaltempo in jedem einzelnen Funknetz zusammengezählt, das der Router aufbauen kann. Aktuelle Geräte mit 3x3-Antennen werden dann etwa als AC3200 vermarktet, weil die zwei 5-GHz-Netze jeweils 1300 MBit/s und das 2,4-GHz-Netz 600 MBit/s liefern kann. Haben Sie im Heimnetz aber nur jeweils eine Gegenstelle mit 5 und 2,4 GHz, ist dieser Router genauso schnell wie einer, auf dessen Karton AC1750 steht – vorausgesetzt, die WLAN-Clients haben ebenfalls 3x3-Antennen und können so unter idealen Bedingungen das maximale Tempo abrufen.

Außerdem nehmen die Hersteller auch proprietäre Beschleunigungsfunktionen in ihre Rechnungen auf: So kommt etwa die Summe 5300 bei AC5300-Routern zustande, denn Chipsatz-Hersteller Broadcom behauptet, mit einer speziellen Modulation namens 1024QAM bis 2167 MBit/s über 5 GHz und 1000 MBit/s über 2,4 GHz erreichen zu können – macht 5334 MBit/s. Aber das funktioniert selbst in der Theorie nur dann, wenn jeder WLAN-Client ebenfalls einen Broadcom-Chipsatz mit dieser Modulation nutzt. TP-Link rundet übrigens beim Archer C5400 auch noch zu AC5400 auf.

TP-Link gibt auch einen Vorgeschmack auf die Summen, die Sie noch erwarten dürfen: Den zu Anfang 2016 angekündigten Router Talon AD7200 bewirbt der Hersteller mit einem Maximaltempo von 7,2 GBit/s. Zu den 800 MBit/s und den 1733 MBit/s, die er mit 11ac über 2,4 und 5 GHz liefern kann, werden noch 4600 MBit/s addiert: Die kann der Router über den neuen Standard 11ad erreichen – grundsätzlich richtig, aber völlig praxisfern: Denn für 11ad gibt es praktisch noch keine passenden Gegenstellen. Außerdem funkt 11ad auf der 60-GHz-Frequenz, die nur wenige Meter Reichweite hat und nicht durch Wände dringen kann. Die sagenhaften Datenraten zum Beispiel für 4K-Streaming lassen sich also nur erreichen, wenn der Router direkt neben dem Fernseher steht.

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