27.12.2007, 10:08

Arne Arnold

Kaufberatung

Die besten Antivirus-Programme im Test

Ihr Geld und Ihre Daten – darauf haben es Hunderttausende neuer Viren, Würmer, Trojaner und Bots abgesehen. Ein Antivirus - Programm soll Sie schützen. Wir haben 13 Tools getestet und zeigen, für wen sich welches Programm eignet.
Kriminelle lassen sich von Virenschreibern spezielle Schädlinge programmieren und bringen sie dann ins Internet. Das Ziel: Ihr Rechner. Die Bösewichter sind hinter Ihren Daten her, oder sie wollen gleich die Kontrolle über den kompletten PC übernehmen. Schützen können Sie sich mit einem Antiviren-Programm.
Zwar gibt es von vielen Herstellern auch komplette Sicherheits-Suiten, doch wir wollten wissen, was die reinen Antiviren-Programme drauf haben. Denn viele Anwender stellen sich ihre Sicherheitspakete selbst zusammen. Schließlich zählen etwa kostenlose Firewalls zu den beliebtesten System-Tools. Darum haben wir uns 13 reine Virenjäger vorgeknöpft und genau untersucht. So finden Sie das Tool, das am besten zu Ihrem Sicherheitskonzept passt.
Das leisten Antiviren-Tools
Ein gutes Antiviren-Programm muss alle Schädlinge blocken, bevor sie aktiv werden können. Darum ist der Virenwächter das wichtigste Modul in diesen Programmen. Er sollte generell immer Alarm schlagen, wenn eine schädliche Datei den Rechner erreicht – und zwar spätestens dann, wenn die Datei auf der Festplatte gespeichert wird. Ein Beispiel: Ein Wurm kommt als Anhang einer Mail in Ihrem Mailprogramm an. Der einfache Wächter reagiert hier noch nicht. Doch sollte ein unvorsichtiger Anwender den Anhang starten, so wird dieser als Erstes auf die Festplatte gespeichert. Jetzt wird der Wächter aktiv, denn er prüft jede Datei, die neu erstellt oder auf die zugegriffen wird. Er blockiert die Ausführung des Wurms und meldet den Fund. Aufgabe erledigt.
Etliche Antiviren-Programme kommen mit zusätzlichen Funktionen, etwa einem Mail-Wächter, der Anhänge scannt, bevor sie im Mailprogramm ankommen. Das hält das System noch sauberer, schützt aber letztlich nicht besser vor einer Infektion.
Das zweite wichtige Modul ist der Scanner. Sie sollten damit regelmäßig alle Festplatten prüfen.
Virenflut: Die Update-Falle
In den vergangenen Monaten ist die Zahl neuer Schädlinge extrem gestiegen. Das Sicherheitslabor AV-Test.org hat bereits knapp sieben Millionen Schädlinge gesammelt. Auf diese Masse an neuen Schädlingen reagieren die AV-Tool-Hersteller: Sie erhöhen die Zahl der Updates mit neuen Virensignaturen – einige Hersteller treiben das ins Extrem. G-Data, der Testsieger, zwingt seinen Kunden durchschnittlich 24 Updates pro Tag auf. So kommen nach einer Woche etwa 7,5 MB Daten zusammen, die der Anwender runterladen muss. Der Nutzen für den Anwender: Er ist sehr schnell gegen neue Schädlinge geschützt. Doch hat dieses System Grenzen, die jetzt möglicherweise erreicht sind – deutlich wird das am Beispiel Kaspersky. Noch mehr Aktualisierungen pro Tag schaffen Probleme etwa bei der Qualitätssicherung. Darum entwickeln einige Hersteller neue Techniken, um Schädlinge auch dann zu blocken, wenn noch keine Updates vorliegen.
Neu: Verhaltensbasierte Analyse
Die neue Strategie heißt verhaltensbasierte Analyse. Das Antiviren-Tool untersucht das Verhalten eines Programms. Wenn bestimmte Bedingungen erfüllt sind, schlägt das Tool Alarm. Hat ein Code etwa kein sichtbares Fenster, baut er eine Internet-Verbindung auf und protokolliert er zudem die Tastaturanschläge, sollte die Verhaltensanalyse Lunte riechen – dann kann das Programm eingreifen, bevor der Schädling etwa Daten ins Internet schickt.
Die Hersteller sind hier unterschiedlich weit und unterschiedlich erfolgreich. Wir haben die verhaltensbasierte Analyse mit in unseren Testparcours aufgenommen. Einige Tools entdeckten dabei die Schädlinge mit ihren Heuristiken, was uns aber grundsätzlich auch recht ist. Sie finden diese Ergebnisse zusammen mit allen anderen in unserer Tabelle am Ende des Beitrags.
Die Verbesserung beziehungsweise Entwicklung von Modulen für die verhaltensbasierte Analyse ist für die Hersteller wohl die größte Herausforderung in den nächsten Monaten. Denn die Zahl neuer Viren pro Tag wird weiter steigen, und eine Erkennung allein über Signaturen kann dann nicht mehr mithalten.
Antiviren-Software: Wie wir testen
Die PC-WELT prüft Antiviren-Programme in fünf Kategorien und gewichtet für die Endnote so:
Scanleistung 50 %
Funktionen 20 %
Service/Support 15 %
Bedienung 10 %
Systemanforderungen 5 %
Eine ausführliche Beschreibung der Testmethoden finden Sie hier.
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