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Kaspersky Anti-Virus 6.0

20.06.2006 | 10:00 Uhr |

Kasperskys Antwort auf aktuelle Viren und andere Schädlinge heißt schlicht und einfach Anti-Virus und kommt in der Version 6.0 auf den deutschen Markt. Wir haben das Tool im Testlabor.

Die mit knapp 25 MB klein gehaltene Software des russischen Herstellers lässt sich einfach installieren. Nach einem erforderlichen Neustart empfiehlt es sich, die Software per Online-Update auf einen aktuellen Stand zu bringen. Die Updates lassen sich automatisieren. Achtung: Wenn Sie den automatischen Modus in den Optionen wählen, baut die Software mindestens stündlich eine Verbindung zum Updateserver auf, was etwa Call-by-Call-Anwender finanziell belastet.
Unübersichtliche Optionen: Kaspersky wiederholt einen alten Fehler und nervt den Anwender mit einer unübersichtlichen Bedienerführung. Glücklicherweise gilt das diesmal nur für die Menüs mit den Einstellungen. Hier fällt es schwer den Überblick zu behalten. Neben einem „Datei-Anti-Virus“ gibt es unter anderem noch einen „Web-Anti-Virus“ und ein Menü „Proaktiver Schutz“, welche sich ebenso nochmals feingliedrig konfigurieren lassen.
Die Suchleistungen des Scanners sind gewohnt gut. Alle zurzeit weit verbreiteten Viren laut Wildlist findet sowohl der Scanner als auch der Hintergrundwächter mühelos. Ebenso tadellos ist die Archivunterstützung der Software.
Fehlalarme machen Kaspersky Anti-Virus zu schaffen: Schlecht sind die acht Fehlalarme – vor allem, da die Software in einigen Fällen die fälschlicher Weise verdächtigten Dateien löschte oder zumindest in Quarantäne verschob.
Als Katastrophe erweist sich die Funktion zur Erstellung einer Rettungs-CD. Die nötigen Schritte erfordern fast kriminalistisches Gespür - von intuitiver Handhabung kann man hier nicht sprechen. Die Erstellung benötigt eine Installations-CD für Windows XP Service Pack 2 und eine aktuelle Version des Bart PE Builders. Auch die gut gemeinten Seiten im üppigen Handbuch helfen kaum weiter. Benutzer, die nur über eine Windows-XP-Recovery-Version verfügen, können die Rettungs-CD nicht erstellen.

Fazit: Kaspersky Anti-Virus 6.0 kann im Bereich der Erkennung wieder einmal überzeugen. Grund zur Kritik gibt es wieder einmal in Punkto Bedienung. Auch die aufgetretenen Fehlalarme und das Rettungsmedien-Fiasko trüben das Bild ein wenig.

Alternative: Bitdefender Standard Edition 9 findet ebenso alle weit verbreiteten Viren, die Installations-CD bootet Linux und dient gleichzeitig als Rettungsmedium.

BEWERTUNG

Scanleistung (50%): Note 1,5
Funktionen (20%): Note 1,5
Service/Support (15%): Note 3,5
Bedienung (10%): Note 2,5
Systemanforderungen (5%): Note 1,5

GESAMTNOTE: 1,9

Anbieter:

Kaspersky Lab

Weblink:

www.kaspersky.com/de

Preis:

30 Euro

Betriebssysteme:

Windows 98 SE/ME, NT 4, 2000, XP

Plattenplatz:

ca. 25 MB

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