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Hercules e-Café EC-800-H20G/S

03.12.2008 | 12:12 Uhr |

Für Netbooks kann AMD dem Intel Atom derzeit keine gleichwertige CPU entgegenstellen. Hercules setzt im E-Café EC-800-H20G dennoch auf einen AMD-Prozessor – den rechenschwachen Geode LX 800. Unser Test zeigt, ob das Netbook trotzdem überzeugt.

Passend zur CPU installiert Hercules nicht Windows, sondern ein ressourcenschonendes Mandriva-Linux auf dem Netbook - basierend auf der Kernelversion 2.6.24.7. Die vielen vorinstallierten Programme gruppiert Hercules in die vier Bereiche Kommunikationswelt (unter anderem mit Firefox, Thunderbird und Pidgin), Multimediawelt (mit dem Fotomanager F-Spot, dem Zeichenprogramm Kolourpaint, dem Videoplayer Totem und der DVD-Player-Software LinDVD), Spielewelt und Arbeitswelt (mit Open-Office 2.4).

Tempo: Trotz des lahmen Prozessors und nur 512 MB Arbeitsspeicher kann man auf dem Hercules-Netbook einigermaßen zügig arbeiten. Allerdings reagiert es sich deutlich zäher als ein Windows-Netbook mit Atom-Prozessor: Programme brauchen rund 10 bis 15 Sekunden beim Starten, die Web-Cam zeigt selbst bei nur 640 x 480 Pixel keine flüssige Bildfolgen, beim Blättern in längeren PDF-Dokumenten muss man rund drei bis vier Sekunden warten, bis sich eine Seite aufgebaut hat. Videos lassen sich aber sowohl aus dem Internet als auch von der Festplatte ruckelfrei abspielen, DVD-Wiedergabe von einem externen USB-Laufwerk ist dagegen zu anstrengend für das E-Café. Auch Multi-Tasking will nicht so recht gelingen – öffneten wir bei der Video-Wiedergabe ein weiteres Programm, stürzte das Netbook ab.

Ausstattung: Im Hercules-Netbook sitzt eine 20-GB-Festplatte im kleinen 1,8-Zoll-Format. Rund 16 GB sind darauf für Nutzerdaten frei. Neben einem Fast-Ethernet-Anschluss bringt das E-Café noch ein WLAN-Modul nach dem 11g-Standard mit, Bluetooth fehlt. Für USB-Peripheriegeräte stehen nur zwei Anschlüsse zur Verfügung – die meisten Netbooks bringen drei USB-Ports mit.

Mobilität: Im Akkutest erwies sich das E-Café als etwas sparsamer als Atom-Netbooks – bei der Videowiedergabe hielt der 4-Zellen-Akku drei Stunden durch, beim WLAN-Surfen knapp über vier Stunden. Das Gewicht liegt mit einem Kilogramm inklusive Akku plus 200 Gramm für das Netzteil erfreulich niedrig. Das Hercules-Netbook unterstützt standardmäßig übrigens weder Standby noch Ruhezustand – man kann das Netbook nur ganz ausschalten. Nicht unbedingt eine vernünftige Idee, da das E-Café rund 50 Sekunden fürs Booten benötigt – die meisten Netbooks wachen aus dem Ruhezustand schneller auf.

Ergonomie: Das 8 Zoll große Display ist nicht entspiegelt. Obwohl es recht hell leuchtet, lässt es sich draußen nur bei stark bewölktem Himmel oder im Schatten problemlos ablesen. Der Lüfter war mit maximal 0,3 Sone kaum zu hören. Bei unserem Testgerät fiel allerdings ein stetiges Summen auf, das wohl von der Display-Elektronik herrührte.

Handhabung: Die Tastatur des Hercules-Netbooks ist 20,5 Zentimeter breit. Die Tasten liegen in einem engen 16-Millimeter-Raster, sehr viele fallen noch schmaler aus. Zehn-Finger-Schreiben ist daher auf dem Hercules-Netbook kaum möglich, selbst im Zwei-Finger-System vertippt man sich häufig: Das liegt vor allem am gewöhnungsbedürftigem Tastatur-Layout, bei dem Hercules die Umlaut beispielsweise nicht nahe beieinander gruppiert, sondern links und rechts über die Tastatur verstreut.

Fazit: Zum Surfen, Mailen und für kurze Texte genügt das Hercules E-Café – vor allem unterwegs kann man das Netbook aufgrund des geringen Gewichts und der ordentlichen Akkulaufzeit einsetzen. Allerdings liegt der Preis für das Gebotene recht hoch – für nur wenig mehr bekommt man deutlich leistungsfähigere und besser ausgestattete Netbooks.

Alternativen: Ebenfalls mit Linux ist das etwas günstigere und schönere Acer Aspire One A110L ausgestattet, das aber eine deutlich kürzere Akkulaufzeit besitzt. Windows XP Home bietet der Asus Eee PC 900 .

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