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Interview mit Coyote – Fragen zum Fahrassistenten

13.05.2014 | 11:16 Uhr |

Der Coyote Fahrassistent meldet Autofahrern "Risikozonen" wie Blitzer am Straßenrand vergleichsweise zuverlässig. Im Interview nimmt die Coyote-Managerin Ivana Soddu Stellung zu kritischen Fragen.

Der Praxistest des Fahrassistenten von Coyote erklärt nicht nur die Arbeitsweise des separaten Kästchens für das Armaturenbrett, das ähnlich wie eine Blitzer-App auf dem Smartphone funktioniert. PC-WELT zieht darin nach 1.500 Testkilometern auch Bilanz und erläutert rechtliche Bedenken von Juristen, die solche Blitzerwarner in Deutschland für verboten halten. Auch dazu bezieht Ivana Soddu, General Managerin Coyote Deutschland und Österreich, im Interview mit PC-WELT Stellung.

PC-WELT: Wo liegen die Vorteile von Coyote gegenüber anderen POI-Apps auf dem Smartphone?
Ivana Soddu: iCoyote liefert Autofahrern einen einzigartigen Mehrwert: Echtzeit-Verkehrsinfos aus der Fahrerperspektive, die relevant, schnell und zuverlässig sind. iCoyote ist dabei die einzige App, die über einen patentierten Algorithmus die Informationen aus verschiedenen Verkehrsdatenbanken sowie die stets aktuell von der Community gemeldeten Daten kombiniert. Ein leistungsfähiges Filtersystem führt die Daten zusammen und speist sie in die Coyote Cloud ein, um sie den Usern innerhalb weniger Augenblicke zugänglich zu machen. Die Kombination aus verschiedenen Quellen – den Verkehrsdatenbanken sowie der Community, die inzwischen mehr als 2,6 Millionen Nutzer europaweit umfasst – macht den Service von Coyote besonders zuverlässig. Ein weiterer Vorteil ist die frühzeitige Warnung: Nähert sich ein Autofahrer einer Verkehrsstörung, die durch die Community gemeldet wurde, so wird er auf der Autobahn vier Kilometer, auf der Landstraße zwei Kilometer und in geschlossenen Ortschaften 300 Meter im Vorfeld der Gefahrenstelle gewarnt. Diese frühzeitige Warnung gibt dem Fahrer genügend Zeit, sich auf die bevorstehende Situation einzustellen und seine Fahrweise für mehr Sicherheit angemessen anzupassen.

Ivana Soddu, General Managerin Coyote Deutschland und Österreich, nimmt im PC-WELT-Interview unter anderem zu Fragen der Rechtmäßigkeit von Blitzerwarnern Stellung.
Vergrößern Ivana Soddu, General Managerin Coyote Deutschland und Österreich, nimmt im PC-WELT-Interview unter anderem zu Fragen der Rechtmäßigkeit von Blitzerwarnern Stellung.
© Coyote

Nachfolgende Autofahrer werden aufgefordert, die Meldungen der Fahrer vor ihnen zu verifizieren. Durch diese kontinuierliche Überprüfung der Echtzeit-Meldungen werden sie stets aktuell gehalten. Verschiebt sich ein Stauende oder ist ein mobiler Blitzer nicht mehr aktuell, so wird dies durch die Coyote-Community registriert und in der Datenbank angepasst.

PC-WELT: Welche anderen Verkehrsdaten nutzt Coyote über seine Community-Daten hinaus, also welche „externen Verkehrsinfos“ – beispielsweise „Schleifen-/Sensordaten“ in/auf Straßen sowie Daten der Mobilfunkprovider? Welche weiteren externen Daten plant Coyote künftig hinzuzuziehen?
Soddu: Coyote führt die Echtzeit-Daten der Community mit Verkehrsdatenbanken wie Navteq und anderen Services wie den Karten von „Nokia here“ zusammen. Wir verwenden aktuell keine Daten eines Mobilfunkproviders. Diese Option ist für die Zukunft nicht ausgeschlossen.

PC-WELT: Coyote bewirbt seinen Fahrassistenten mit der Aussage: „Unbegrenzter Datentransfer in Deutschland und Europa“. Plant Coyote, über die 25 in den FAQ genannten Länder hinaus in der nächsten Zukunft weitere Länder zu inkludieren? Wenn ja, welche und wann?
Soddu: Ja, ein weiterer Ausbau ist geplant. Wir informieren Sie gern über die Entwicklungen, sobald es soweit ist.

Radarwarner - was ist erlaubt und was nicht?

PC-WELT: Verkehrsrechtler halten den Gebrauch des Coyote-Fahrassistenten für rechtswidrig, denn in Deutschland ist es dem Fahrzeugführer nach § 23 Abs. 1b StVO verboten, ein technisches Gerät betriebsbereit mitzuführen, das dafür bestimmt ist, Maßnahmen der Verkehrsüberwachung anzuzeigen. Bei der Fahrassistenten-Hardware wälzen Sie dieses Rechtsrisiko über die Nutzungsbedingungen auf den Fahrer ab, bei der App warnen Sie sogar ganz ausdrücklich: „Zu Ihrer eigenen Sicherheit raten wir von der Nutzung dieser Anwendung während der Fahrt ab“. Ist das nicht unseriös?
Soddu: Bitte gestatten Sie ein kleine Korrektur: Es ist zwar richtig, dass die rechtliche Situation zu den Blitzer-Apps nicht vollständig geklärt ist. Hierbei handelt es sich jedoch um Apps, die Radarkontrollen punktgenau anzeigen. Die Coyote Produkte fallen nicht unter diese Kategorie, da ausschließlich vor verschiedenen Risikozonen gewarnt wird, die ganz unterschiedliche Gefahrenquellen enthalten können: Enge Kurven, Schlaglöcher oder Menschen auf der Fahrbahn werden von unseren Nutzern dabei ebenso als Risikozone gemeldet wie feste und mobile Blitzer. Was genau eine Risikozone ist, entscheidet bei Coyote der Nutzer selbst – und warnt die Community dementsprechend. Diese Art der Echtzeit-Information und Kommunikation innerhalb einer Community ist vollkommen legal und erhöht die Verkehrssicherheit aller Beteiligten.

Fest installierte Radar- und Ampelblitzer wie diesen kennt der Coyote-Fahrassistent in aller Regel und warnt rechtzeitig, bevor man sie passiert.
Vergrößern Fest installierte Radar- und Ampelblitzer wie diesen kennt der Coyote-Fahrassistent in aller Regel und warnt rechtzeitig, bevor man sie passiert.

PC-WELT: Darüber hinaus erklärt sich der Benutzer damit einverstanden, dass Coyote Bewegungsdaten erhebt. Welche Daten sind das genau und was passiert mit diesen Bewegungsdaten? Werden diese in irgendeiner Weise anderweitig als für den betriebsinternen Verwendungszweck kommerziell genutzt oder vermarktet? Wenn ja, wie?
Soddu: Wir erheben die Positions- und Beschleunigungsdaten sowie die Verkehrsmeldungen des Nutzers. Alle Daten werden anonymisiert übertragen und enthalten keine Rückschlüsse auf den Nutzer. Die Positions- und Beschleunigungsdaten werden alle fünf Minuten aktualisiert und dabei der alte Wert verworfen. Die Daten verbleiben also maximal fünf Minuten im System. Außerdem erheben wir diese Daten lediglich für die ID des Gerätes, was keinerlei Rückschluss auf den Nutzer zulässt. Nutzerdaten werden grundsätzlich nicht weitergegeben oder für Vermarktungszwecke eingesetzt.

PC-WELT: Zum Schluss noch ein praktische Frage: Das automatische Einbeziehen von dynamischen Geschwindigkeitsanzeigen auf Autobahnen in ein Live-System wie das von Coyote liegt auf der Hand. Gibt es konkrete Planungen, solche Wechselanzeigen in der nächsten Zeit in Coyote zu integrieren?
Soddu: Das Potential einer solchen Umsetzung wäre sicherlich hoch. Eine einwandfreie technische Umsetzung ist jedoch sehr anspruchsvoll, da die Geschwindigkeitsanzeigen in dynamischen Bereichen innerhalb von 15 Minuten wechseln können. Wir prüfen derzeit, welche Lösungsmöglichkeiten es hierfür gibt.

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