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Intel Pentium Extreme Edition 955

26.01.2006 | 18:18 Uhr |

Innovativ: Intel packt die Vitualisierungs-Technik Vanderpool in seine Doppelkerner. Wir testen das rechenstärkste Modell aus der 900er-Serie, den Pentium Extreme Edition 955.

Virtualisierung ist das Thema der Stunde. Die Technik erlaubt den parallelen unabhängigen Betrieb von mehreren Betriebssystemen auf einem PC und eröffnet ungeahnte Möglichkeiten, etwa bei der PC-Sicherheit: Sie entscheiden, welche Linux- und Windows-Versionen Online geht - um nur ein Beispiel zu nennen. Dank Intels Vanderpool-Technik geht das auch in Desktop-PCs direkt in Hardware - die leistungsfressende Software-Emulation entfällt. Bisher hat Intel Vanderpool nur für die Desktop-CPUs Pentium 4 662 und 672 angeboten, jetzt gibt’s die Technik auch in der Zwei-Kern-Baureihe Pentium 9xx. Das von uns getestete Topmodell Pentium Extreme Edition 955 mit 3,46 GHz greift auf 2048 KB L2-Cache zurück - pro Kern wohlgemerkt. Im Unterschied zu allen anderen 900er-Modellen erhöht sich beim 955 der Systemtakt von 200 auf 266 (effektiv 1066) MHz. Hinzu kommt das exklusiv aktivierte Hyper-Threading sowie ein frei wählbarer Multiplikator. Einziges Manko: Ausgerechnet der Energiesparmodus EIST fehlt dem Stromfresser.

Führend: Im Gegensatz zum Mitbewerb produziert Intel die 900er-Serie bereits im fortschrittlichen 65-Nanometer-Verfahren. Da ist es um so ärgerlicher, das sich dies nicht positiv auf die Verlustleistung auswirkt, die unter Vollast den Rekordwert von 130 Watt erreicht. Zur Rechenleistung: Bei klassischen Büroanwendungen wie Word und Excel kam der Pentium Extreme Edition 955 im Sysmark 2004 auf 171 Punkte – nur die AMD-Doppelkerner Athlon 64 FX-60 ( Test ) und Athlon 64 4800+ ( Test ) waren noch einen Tick schneller. Immerhin für Platz drei reichte die Rechenleistung im Teilbereich ”Internet Content Creation” des Sysmarks. Der Abstand zum direkten Konkurrenten FX-60 betrug 11 Prozent. Im Rendering-Test von Cinebench 2003 verbesserte sich der Pentium Extreme Edition 955 nochmals um einen Platz und musste sich lediglich dem FX-60 geschlagen geben. Zum Vergleich: Der Vorgänger Pentium Extreme Edition 840 ( Test ) war fast 11 Prozent langsamer.

Bärenstark: Beim De- und Encodieren schlägt die Stunde des Pentium Extreme Edition 955 – schneller wandelt keine andere Desktop-CPU Multimediadateien in andere Formate oder Kompressionsstufen um. Der direkte AMD-Konkurrent FX-60 etwa war in unserem Recode-Test fast 25 Prozent langsamer. Bei Spielen hingegen hat der Pentium Extreme Edition 955 wieder das Nachsehen. Gegenüber dem FX-60 war er durchschnittlich 20 Prozent langsamer. Unterm Strich liegt die Rechenleistung des Pentium Extreme Edition 955 auf sehr hohem Niveau. Allerdings kann die rund 1000 Euro teure Intel-CPU nicht mit den Modellen des Erzrivalen AMD mithalten, die in dieser Preisklasse angesiedelt sind.

Fazit: Sauteuer, aber super ausgestattet: Die CPU beherrscht unter anderem den 32-/64-Bit-Modus, Hyper Threading und Virtualisierung. Hinzu kommt der frei wählbare Multiplikator. Nur beim Energiesparmodus muss sie passen.

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