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Intel Core 2 Duo E6400

17.01.2007 | 18:18 Uhr |

Überflieger oder Scharlatan: Intels Core 2 Duo E6400 ist nicht nur preisgünstig, sondern auch sparsam im Stromverbrauch. Unser Test klärt, ob auch die Rechenleistung stimmt.

Mit der Core-2-Duo-Baureihe feierte Intel nach den mageren Pentium-4-Jahren ein glänzendes Comeback : Alle vier bis dato getesteten Core-Prozessoren überzeugten durch kraftvolle Rechenleistung bei niedrigem Stromverbrauch. Doch gilt das auch für den Core 2 Duo E6400, den Intel mit einem stark gedrosselten Arbeitstakt von lediglich 2,13 GHz betreibt und zudem den L2-Cache mit 2048 KB kurzerhand halbiert? Wie unsere Verbrauchsmessung ergab, konnte die Intel-CPU sogar noch eine Schippe drauflegen: Das Testsystem mit dem Core 2 Duo E6400 konsumierte bei voller Auslastung lediglich 257 Watt - der zweitniedrigste Wert aller Desktop-Prozessoren im PC-WELT-Test. Nur der Athlon 64 X2 4600+ EE ( Test )verbrauchte mit 254 Watt noch einen Tick weniger. Aber auch der Stromkonsum im Bereitschaftszustand kann sich sehen lassen: Mit aktiviertem Energiesparmodus ermittelten wir solide 123 Watt - nur AMDs AM2-Doppelkerner waren mit durchschnittlich 117 Watt noch eine Spur genügsamer.

Komplette Ausstattung: Die beiden Prozessorkerne des Core 2 Duo E6400 teilen sich den L2-Cache. Das hat zwei Vorteile. Zum einen kann der Kern mit der größeren Rechenlast sich so viel L2-Cache abgreifen, wie er benötigt. Anderseits müssen Daten, die ein Kern bereits vorhält und der anderen Kern auch benötigt, nicht zeitraubend über den Prozessor-Bus wandern, sondern lassen sich direkt aus dem gemeinsamen L2-Cache auslesen. Der Front Side Bus des E6400 arbeitet wie gehabt mit 266 (effektiv 1066) MHz.

Zudem hat Intel dem Core 2 Duo E6400 alle wichtigen Funktionen spendiert, die ein moderner Prozessor beherrschen sollte: Dazu gehören ausgeklügelte Stromspartechniken wie beispielsweise die Technik Intelligent Power Capability, die es erlaubt gerade nicht aktive Teilbereiche des Prozessors komplett abzuschalten. Hinzu kommt die Hardware-Virtualisierung via Vanderpool ( Grundlagenartikel ), die Unterstützung von 32- und 64-Bit-Betriebssystemen sowie diverse zusätzliche Befehlssätze wie MMX, SSE, SSE2, SSE3 und dem SSE-Turbobeschleuniger ADMB .

Rechenleistung: Eine gute Figur machte der E6400 im Sysmark 2004. Im Teilbereiche ”Office Productivity”, also klassische Büroanwendungen wie Textverarbeitung und Tabellenkalkulation war der E6400+ einen Tick schneller als der direkte AMD-Konkurrent Athlon 64 X2 5000+ ( Test ). Im Teilbereich ”Internet Content Creation” laufen rechenintensive Programme wie Adobe Photoshop und 3D Studio Max. Hier konnte sich der E6400 mit einem Vorsprung von 6 Prozent vom 5000+ absetzen. Gute Ergebnisse verbuchte der Core 2 Duo E6400 auch bei unseren Spiele-Benchmarks: So war die Intel-CPU bei F.E.A.R. über alle Auflösungen gemessen durchschnittliche 13 Prozent schneller als AMDs 5000+. Unter Quake 4 ermittelten wir für den E6400 ebenfalls höhere Bildraten, der Vorsprung der Intel-CPU gegenüber dem 5000+ schmolz aber mit zunehmender Auflösung von zunächst 10 Prozent (1024 x 768 Bildpunkte) auf ein marginales Prozent (160 x 1200) zusammen. Deutlich distanzieren konnte der E6400 den AMD-Rivalen nur im CPU SPEC 2000 mit einem Tempoplus von fast 49 (fp_base2000) respektive 43 Prozent (int_base2000).

Es gibt aber auch Anwendungsgebiete, in denen der Core 2 Duo E6400 dem 15 Euro teureren Athlon 64 X2 5000+ nicht das Wasser reichen kann: So benötigte die Intel-CPU für die Umwandlung einer Musik-CD ins MP3-Format mit Itunes fast 8 Prozent mehr Zeit. Auch für das Eindampfen eines 8 GB großen DVD-Films auf 4,3-GB-Standard-Rohlingsgröße lies sich der E6400 einen Tick mehr Zeit. Dafür überführte der E6400 unter Itunes unseren 1080i-Videoclip fast 12 Prozent flotter ins MPEG-4-Format als der direkte AMD-Konkurrent. Schwächen zeigte der E6400 wiederum im Cinebench-Test „Rendering x CPU“: Mit 663 Punkten lag er gut sechs Prozent hinter dem 5000+. Und deutlich langsamer als sein AMD-Rivale war der Core 2 Duo E6400 in unserem Verschlüsselungs-Test: Mit lediglich 114 MB/s betrug der Rückstand zum Athlon 64 X2 5000+ rund 23 Prozent.

Fazit: Der E6400 bietet viel Rechenleistung fürs Geld. Insbesondere bei Spielen macht die CPU eine gute Figur, zeigt allerdings im Vergleich zur AMD-Konkurrenz Schwächen bei der Verschlüsselung und Transcodierung von Dateien.

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