27.05.2010, 09:40

Yvonne Göpfert

Innovatives Klappkonzept

Motorola Backflip im Test

Motorola überrascht mit einem frischen Bedienkonzept: Ein Touchpad hinten auf dem Display und eine Tastatur, die von hinten nach vorn geklappt, sind innovativ und nur auf dem Motorola Backflip zu finden. Was das Android-Handys sonst noch zu bieten hat, verrät der Test.
Einfach mal anders herum
Android-Handys mit ausklappbarer Tastatur gibt es nicht allzu viele. Und wenn, dann wird der Bildschirm meist von unten nach oben geklappt, im geschlossenen Zustand sehen sich Display und Tastatur direkt an. Motorola hat die Mechanik nun kurzerhand auf den Kopf gestellt und die Tastatur nach hinten geklappt. Was auf den ersten Blick verrückt erscheint, erweist sich in der Praxis als sehr nützlich. Die Bauweise beim Motorola Backflip führt dazu, dass der Nutzer das Handy auch im geschlossenen Zustand nutzen kann - wie ein Tablet-PC im Miniformat. Nur mal schnell eine Nachricht lesen oder einen Anruf starten geht dann deutlich schneller, als wenn das Handy erst aufgeklappt werden muss.
Touchpad im Rücken
Zweite innovative Neuerung: Das Motorola Backflip hat auf der Display-Rückseite ein 2,5 x 4 Zentimeter großes Touchpad integriert. Damit kann der Anwender prima durch das Hauptmenü navigieren oder beim Surfen schnell durch die Webseiten scrollen. Per Doppelklick wird eine Auswahl bestätigt. Das Touchpad ist dadurch, dass es abgesetzt ist, kaum zu verfehlen. Es reagierte im Test gut, und die Position ist wohl gewählt.
Das Display des Motorola Backflip ist mit 3,1 Zoll eher klein geraten, die Auflösung mit 480 x 320 Pixeln ist nicht das maximal Mögliche. Bei der Reaktionsgeschwindigkeit des kapazitiven Touchscreens gibt es nichts zu mäkeln, obwohl im Motorola Backflip nur ein 528-MHz-Prozessor eingebaut ist. Auch Programme sind binnen weniger als einer Sekunde geöffnet.
Unten im Display des Motorola Backflip befinden sich drei Tasten für Zurück, Startbildschirm und Menübefehle. Es handelt sich dabei um Sensortasten, keine mechanischen Tasten. Auch wenn die Sensoren sofort ansprechen, passiert es in der Tasche glücklicherweise selten, dass eine Funktion unabsichtlich aufgerufen wird. Zu den Einstellungen gelangt der Nutzer schnell über eine Lasche zwischen Telefontaste und Kontaktzugriff.
Bedienoberfläche Motoblur
Als Oberfläche nutzt das Motorola Backflip das hauseigene Motoblur, das das Betriebssystem Android 1.5 nahezu vollständig hinter sich versteckt. Die Betriebssystemversion 1.5 ist eindeutig veraltet, jüngst hat Google Android 2.2 vorgestellt. Entsprechend fehlen vor allem Möglichkeiten, Kontakte, Mails oder Termine mit Outlook auf dem PC abzugleichen. Als Ersatz lässt Motoblur die Kontakte verschiedener Anbieter in einem Adressbuch zusammenlaufen und ermöglicht so den direkten Zugriff auf Facebook & Co. Konkret: Die Anwendung bringt die bekannten sozialen Netzwerke wie Facebook, Twitter, MySpace und Co. direkt auf den Startbildschirm des Android-Handys.
Dazu müssen Sie sich einmalig bei Motoblur anmelden und anschließend Ihre Netzwerke aus einer Liste auswählen. Wer einmal eingeloggt ist, bekommt Statusaktualisierungen und News auf den Startbildschirm des Motorola Backflip geschickt. Im Test klappte dies ohne Probleme. Allerdings wirkt die Ansicht auf dem kleine Display des Motorola Backflip etwas gedrängt. Achtung: Diese Anwendung ist datenintensiv. Es empfiehlt sich dringend ein passender Datenvertrag der Netzbetreiber.
Schwachpunkt Tastatur
Kritik muss sich die Tastatur des Motorola Backflip gefallen lassen. Obwohl die Tasten schön groß geraten sind, ist das Tippen etwas mühsam. Die Tasten sind zu flach und der Druckpunkt etwas unsauber definiert. Schade. Da tröstet es auch wenig, dass auf der vierreihigen Tastatur sogar Sondertasten für den Webzugang, die Suche, den Zugriff auf den Startbildschirm und das Menü Platz gefunden haben.
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