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Flaches Gamer-Notebook

Im Test: Medion Erazor X7611 (MD98541)

04.04.2014 | 15:00 Uhr |

Ein dezentes Spiele-Notebook – geht das? Geht schon, behauptet Medion mit dem flachen Erazer X7611. Der Test prüft, ob das 17,3-Zoll-Notebook Eleganz und Kraft vereinen kann.

Bunt, schrill, dicke Klopper: So treten Gaming-Notebooks üblicherweise auf. Aber nicht das Medion Erazer X7611. Es ist zwar breit, weil es ein großes 17,3-Zoll-Display mit Full-HD-Auflösung mitbringt. Aber weder so schwer noch so hoch wie Sie es von einem PC-Ersatz-Notebook gewohnt sind: Es bringt nur 2,74 Kilogramm auf die Waage und liegt mit 22 Millimeter Bauhöhe sogar fast auf Ultrabook-Niveau. Das Gehäuse ist gleichmäßig flach. Trotzdem steht das Notebook auf dem Schreibtisch etwas schräg, weil die hinteren Standfüßchen höher sind als die vorderen.

Schmales Gehäuse - kein optisches Laufwerk

Kompromisse muss der schlanke Gamer deswegen kaum machen: Mit Schnittstellen ist das Erazer X7611 reichlich ausgestattet – unter anderem viermal USB 3.0 (je zwei pro Seite), HDMI und zweimal Mini-Displayport sowie drei Audiobuchsen finden sich am Gehäuse. Allerdings fehlt ein eingebautes optisches Laufwerk: Medion legt aber den externen USB-DVD-Brenner Samsung SE-218 bei, der mit seinem flachen, schicken Gehäuse gut zum Erazer X7611 passt.

Im Medion-Notebook sitzt die Geforce GTX 765M mit 2 GB
Speicher
Vergrößern Im Medion-Notebook sitzt die Geforce GTX 765M mit 2 GB Speicher

Für Spieler viel entscheidender: Im Erazer X7611 sitzt die Grafikkarte Geforce GTX 765M. Ihre Leistung ist im oberen Mittelfeld angesiedelt. Aber hier schlägt sich die flache Bauweise nieder: Eine leistungsfähigere GPU hätte den thermischen Rahmen des Slim-Gamers gesprengt. Das Nexoc G513 beispielsweise mit einer GTX 770M ist über vier Zentimeter hoch und wiegt 3,2 Kilo. Im Medion-Notebook läuft die Nvidia-GPU mit 797 MHz, über Turbo-Boost kann die Taktrate 863 NHz erreichen. Daten bekommen die 768 Rechenkerne der GPU von 2 GB GDDR5-Speicher über eine 128-Bit-Verbindung zugeschoben.

Damit erreicht das Notebook beeindruckende Werte in den synthetischen Benchmarks: Im 3DMark 11 geht das Erazer X7611 mit 4136 Punkten im Performance-Test durchs Ziel. Der GPU-Score von 3913 Punkten liegt rund 25 Prozent hinter einer GTX 770M und rund 15 Prozent vor einer GTX 760M. Bei 3D Mark Cloud Gate kommt die Geforce GTX 765M im Medion-Notebook auf 12.513 Punkte.

Und wie sieht‘s bei richtigen Spielen aus?

Ruckelfreies Spielen in Full-HD-Auflösung – diesen Anspruch kann das Medion Erazer X7611 fast immer erfüllen. In Battlefield 3 liegt das Notebook selbst in der Detailstufe „Ultra“ fast immer über der 30fps-Marke. Absolut flüssig läuft’s in der Einstellung „High“: Hier sind über 40 Bilder pro Sekunde drin. Die GTX 770M liefert hier jeweils 10 bis 15 Bilder mehr.

Bei Battlefield 4 bietet die Geforce GTX 765M bis zur High-Einstellung ruckelfreies Spielevergnügen mit rund 35 fps. An den Ultra-Settungs beißt sie sich allerdings die Zähne aus und bleibt mit rund 20 fps deutlich unter der Spielbarkeitsgrenze.

Medion Erazer X7611

Spiele-Benchmarks

3D Mark 11 Performance

4136 Punkte

3D Mark 11 Extreme

1269 Punkte

3D Mark Cloud Gate

12.513 Punkte

Battlefield 3 (Ultra)

33 fps

Battlefield 3 (High)

43 fps

Battlefield 4 (Ultra)

20 fps

Battlefield 4 (High)

35 fps

System-Leistung

Auch die Rechenleistung abseits von Spielen kann sich sehen lassen: Ins schmale Gehäuse setzt Medion den Haswell-Quad-Core Core i7-4700HQ (2,4 GHZ, mit Turbo Boost bis zu 3,4 GHz) und 16 GB DDR3L-1600 Arbeitsspeicher. Außerdem ist Platz für zwei Festplatten: Das Betriebssystem und die Programme sind auf einer mSATA-SSD untergebracht, der Sandisk SD6SF1M128G mit 128 GB. Für Dateien steht eine Seagate Momentus 5400 mit 1 Terabyte zur Verfügung. Die Quad-Core-CPU, die per Hyper-Threading mit acht Kernen arbeiten kann sowie der große Arbeitsspeicher bringen dem Erazer X7611 Vorteile bei Bild- und Videobearbeitung und beim Multi-Tasking. Bei weniger aufwändigen Anwendungen hält die SSD das Tempo hoch.

Medion Erazer X7611

System-Benchmarks

PC Mark 8 Home

3115 Punkte

PC Mark 8 Work

4059 Punkte

PC Mark 8 Creative

4090 Punkte

Die ganze Rechenkraft kann das schmale Gehäuse recht gut unter Kontrolle halten: Unter Dauerlast machen sich die Lüfter zwar deutlich bemerkbar, mit bis zu 3,4 Sone. Aber das ist für ein Spiele-Notebook nicht ungewöhnlich. Auch dass sich das Gehäuse auf der Unterseite auf bis zu 58 Grad erhitzt, kann man tolerieren, denn den großen Laptop werden Sie wohl selten länger zum Spielen auf den Oberschenkeln platzieren. Kritischer ist dagegen, dass im Test bei Dauerlast der Prozessor gelegentlich die maximale Taktrate kurz herunterschraubte (Throttling).

Medion Erazer X7611

Ergonomie

Lautstärke ohne Last

0,4 Sone

Lautstärke Dauerlast

3,4 Sone

Gehäusetemperatur Dauerlast

58 Grad

Heller Full-HD-Bildschirm

Das 17,3-Zoll-Display zeigt 1920 x 1080 Bildpunkte – und es ist entspiegelt, wie es inzwischen bei Spiele-Notebooks Standard ist. Die Bildqualität ist sehr ordentlich: Die Helligkeit liegt mit 255 cd/qm ausreichend hoch, Kontrast und Ausleuchtung überzeugen ebenfalls.

Medion Erazer X7611

Display

mittlere Helligkeit

255 qm/cd

Kontrast

744:1

Ausleuchtung

82 Prozent

Netzwerk: Mal langsam, mal schnell

Die Netzwerk-Ausstattung hat Medion konsequent auf den Schreibtisch-Einsatz optimiert. Das WLAN funkt nach 11n-Standard, aber nur über die häufig belegte 2,4-GHz-Frequenz – hohe Datenraten kommen so nicht zustande. Dafür sorgt der LAN-Chip für schnellen Datenaustausch, denn Medion setzt auf den bei Spielern beliebten Killer e2200 von Qualcomm.

Medion Erazer X7611 im Test: Fazit

© Medion

Design und Gehäuse des Medion Erazer X7611 sind für ein Spiele-Notebook eher zurückhaltend – die Leistung dagegen nicht. Zwar erreichen Sie mit der Geforce GTX 765M nicht die Leistung von echten High-End-GPUs. Aber die meisten Spiele laufen flüssig in Full-HD-Auflösung und maximalen Details – zum wahren Gamer-Himmel fehlen Ihnen mit dem Erazer X7611 also nur wenige Schritte.

Medion Erazer X7611

Technische Daten

Preis

1350 Euro

Prozessor

Intel Core i7-4700 (2,4 GHz)

Arbeitsspeicher

16 GB DDR3-1600

Grafikkarte / Treiber

Nvidia Geforce GTX 765M (2 GB GDDR5) / 331.82

SSD

SanDisk SD6SF1M128G, SATA-III, 119,12 GB

Festplatte

Seagate Momentus 5400, 931 GB

Display

17,3 Zoll (entspiegelt) / 1920 x 1080 Bildpunkte

LAN

Gigabit, Killer e2200

WLAN

11n (2,4 GHz); Intel Wireless-N 7260

Bluetooth

4.0

Anschlüsse

Rechts: 2 USB 3.0, SD-Kartenleser Links: LAN, HDMI, 2 Mini-Displayport, 2 USB 3.0, 3 Audio

Gewicht

2738 Gramm / Netzteil: 552 Gramm

Akku

66 Wattstunden

Betriebssystem

Windows 8.1 (64 Bit)

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