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Im Test: Wireless Display Adapter von Microsoft

11.03.2015 | 10:00 Uhr |

Der Wireless Display Adapter von Microsoft soll Smartphone und Fernseher ohne Kabel verbinden. Wir testen, wie der HDMI-Stick seine Aufgabe unter Windows und Android erledigt.

Per Wireless Display (WiDi) und Miracast lassen sich Notebooks, Tablets und Smartphone ohne Kabel mit einem Fernseher verbinden. Das sind keine neuen Techniken, aber seit Windows 8.1 sind sie im Betriebssystem integriert. Deshalb verkauft Microsoft mit dem Wireless Display Adapter jetzt das passende Zubehör, um einen TV für WiDi und Miracast nachzurüsten.

Der Adapter kostet 70 Euro. Er ist so groß wie ein langer USB-Stick und besitzt an einer Seite einen HDMI-Anschluss. An der anderen Seite ist ein USB-Kabel angebracht: Es dient zur Stromversorgung des Adapters über eine USB-Buchse des Fernsehers. Wenn HDMI- und USB-Buchse am Fernseher nicht nebeneinander liegen, hilft ein knapp 20 Zentimeter langes HDMI-Verlängerungskabel, das Microsoft dem Adapter beilegt. Zusammen mit dem 30 Zentimeter langen USB-Kabel sollte dies für die meisten Fernseher genügen.

Der Adapter kommt in einen HDMI-Eingang am Fernseher. Strom erhält er aus einer USB-Buchse.
Vergrößern Der Adapter kommt in einen HDMI-Eingang am Fernseher. Strom erhält er aus einer USB-Buchse.
© Microsoft

Installation und Verbindung

Haben Sie den Adapter in eine HDMI-Buchse des Fernsehers gesteckt, erscheint nach einigen Sekunden auf dem Bildschirm das Microsoft-Logo und die Meldung „MicrosoftDisplayAdapter_4E - Ready to connect“. Auf einem PC oder Tablet mit Windows 8.1 öffnen Sie nun die Charms Bar und wählen „Geräte - Projizieren - Drahtlose Geräte hinzufügen“. Dort erscheint der Wireless Display Adapter in der Auswahl. Haben Sie ihn markiert, wird nach wenigen Sekunden der Bildschirm 1:1 auf den Fernseher übertragen. Dieser Klon-Modus ist voreingestellt, aber über das Anzeigen-Menü von Windows lässt sich der Fernseher auch als erweiterter Bildschirm oder alleinige Anzeige einstellen.

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Für den Kontakt zum Display Adapter muss das Notebook übrigens nicht mit einem Router verbunden sein. Die WLAN-Verbindung zwischen Windows-Laptop und dem Display Adapter läuft über WiFi Direct. Windows 8.1 nutzt dafür einen virtuellen Microsoft-Adapter für direktes WiFi. Das macht den Display Adapter besonders interessant für Umgebungen, in denen Sie nicht in ein WLAN-Netzwerk können oder wollen – zum Beispiel in ein kostenpflichtiges WLAN im Hotel.

Test unter Windows 8.1

Der erste Eindruck enttäuscht: Der Mauszeiger bewegt sich zwar ohne Streifen über den Desktop auf dem Fernseher. Aber er hinkt der Eingabe auf dem Rechner mit deutlicher Verzögerung hinterher: Den TV als großen Bildschirm fürs Spielen am Windows-PC oder -Notebook zu nutzen, fällt damit flach. Selbst grafisch einfache Spiele sind aufgrund der Eingabeverzögerung schwierig zu steuern. Für die Texteingabe am großen Bildschirm ist die Latenz verschmerzbar, obgleich sie auch bei Tastatureingaben auftritt.

Die Wiedergabe von Videos vom Notebook aus funktioniert dagegen tadellos. Auch die Tonübertragung läuft über den Wireless Adapter: Sie nutzen wie bei HDMI gewohnt die TV-Lautsprecher für den Filmsound. Selbst Videos in 4K-Auflösung laufen flüssig ohne Bild- und Tonversatz – ein entsprechend leistungsfähiges Notebook vorausgesetzt. Allerdings erlaubt der Wireless Display Adapter maximal 1920 x 1080 Bildpunkte als Auflösung, selbst wenn die Notebook-GPU mehr auf dem externen Bildschirm darstellen könnte.

Die passende App aus dem Windows Store

Microsoft bietet für den Wireless Adapter eine App an, die Sie aus dem Windows-Store herunterladen können. Nach der Installation müssen Sie in der App ein Passwort vergeben, damit Sie Zugriff auf die Einstellungen bekommen.

Die App bietet nur sehr wenige Funktionen: Sie können damit den Overscan anpassen, um das Bild vom Windows-Rechner aufzuziehen oder zu minimieren, sodass es vollständig auf dem TV erscheint. Allerdings fehlt eine Option, um das Bild horizontal zu verschieben: Im Test bleibt daher am TV ein schmaler grüner Rand rechts neben dem gespiegelten Notebook-Display sichtbar. Außerdem können Sie in der App einrichten, dass sich der Adapter erst nach einer PIN-Eingabe mit dem Windows-Rechner koppelt.

Nicht mit allen Android-Smartphones klappt die Verbindung: Das Galaxy A5 gibt diese Fehlermeldung aus.
Vergrößern Nicht mit allen Android-Smartphones klappt die Verbindung: Das Galaxy A5 gibt diese Fehlermeldung aus.

Der Wireless Display Adapter unter Android

Um Android-Smartphone und -Tablet kabellos mit dem TV zu verbinden, unterstützt der Wireless Display Adapter die Technik Miracast. Sie ist seit Android 4.2.1 Teil des Google-Betriebssystems. Daher ist die Übertragung nicht auf spezielle Apps beschränkt, wie beispielsweise beim Chromecast-Stick von Google. Wie unter Windows spiegelt der Microsoft-Adapter den Inhalt des Smartphone-Displays auf den TV. Allerdings gibt es für Chromecast auch iOS-Apps: Damit bringen Sie dann iPhone und iPad auf den Fernseher. Das funktioniert mit dem Microsoft-Adapter nicht.

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Im Test spielt der Microsoft-Adapter problemlos mit verschiedenen Smartphones zusammen. Bevor Sie das Telefon mit dem Microsoft-Adapter verbinden, sollten Sie prüfen, ob ein System-Update für das Smartphone verfügbar ist. Im Test arbeitete zum Beispiel das LG G Flex erst nach einem Update mit dem Wireless Adapter zusammen. Vorher erkannte es den Stick zwar, konnte sich aber nicht mit ihm verbinden. Auch mit dem HTC One ließ sich der Smartphone-Bildschirm auf den TV spiegeln. Bei HTC finden Sie die Miracast-Funktion im Menü „Medienausgabe“. Bei Samsung heißt sie „Screen Mirroring“. Während sich der Bildschirm des Galaxy Note 4 problemlos spiegeln ließ, baute das Galaxy A5 keine Verbindung zum Wireless-Adapter auf.

Im Test laufen auf den Smartphones abgespielte YouTube-Videos ruckelfrei auf dem Fernseher. Allerdings sehen Sie einen leichten Versatz bei Bild und Ton. Dies lässt sich bei allen Smartphones feststellen. Und wie bei Windows fällt auch unter Android eine deutliche Verzögerung zwischen dem Bildinhalt auf dem Smartphone und der Darstellung am Fernseher auf. Auf Windows Phones kontaktieren Sie den Wireless Adapter über „Externe Anzeige“.

© Microsoft

Microsoft Wireless Display Adapter im Test: Fazit

Der Microsoft Wireless Display Adapter tut, was er soll. Das ist bei der häufig zweifelhaften Qualität vieler Miracast-Dongles schon bemerkenswert. Mit fast allen Notebooks und Smartphones im Test heißt es einfach: Einstecken und Übertragen.

Doch obwohl das Smartphone-Display mit dem Adapter problemlos auf den Fernseher kommt, läuft die Übertragung nicht ohne Verzögerung ab. Dass das Smartphone-Bild früher dran ist als die Darstellung auf dem TV, fällt bei Filmen nicht ins Gewicht. Den Spaß am Spielen kann es dagegen verleiden.

 

 

 

 

 

 

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