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Microsoft baut sich als Konkurrent zu VMware auf

11.07.2008 | 10:01 Uhr |

Wann immer Microsoft einen neuen Markt eintritt, hat der Softwaregigant den Vorteil der installierten Basis auf seiner Seite. Die im neuen Windows Server integrierte Virtualisierung könnte den Platzhirschen das Leben schwer machen.

Die seit einigen Wochen als finale Version verfügbare Virtualisierungssoftware verwendet eine Hypervisor-Technik. Sie bildet eine schlanke Softwareschicht, auf der sich die Gast-Hardware abbilden lässt. Dadurch stellt sie den virtuellen Maschinen eine schnelle und flexible Runtime Engine zur Verfügung. Hyper-V ist gespickt mit interessanten Features. Zu den wesentlichen gehören unter anderem Quick Migration, das ein Verschieben von Virtuellen Maschinen (VMs) zwischen verschiedenen Rechnern erlaubt, eine umfassende Storage-Anbindung und ein intelligentes Management. Erfreulich ist auch die Offenheit von Hyper-V. Die verfügbaren Schnittstellen umfassen WMI, Hypercall API sowie das Dateiformat VHD.

Microsoft sorgt dafür, dass Hyper-V auch tatsächlich genutzt wird, in dem die Software jetzt fester Bestandteil von Windows Server 2008 ist. Installiert ist sie als zusätzliche Server-Rolle recht schnell. Allerdings fallen für jede darauf installierte virtuelle Maschine Lizenzgebühren an, sofern diese Windows als Betriebssystem verwendet. Nur in der Windows Server Datacenter Edition darf man beliebig viele Windows-VMs in Betrieb nehmen. Allerdings unterstützt Hyper-V auch andere Gast-Betriebssysteme wie etwa Linux.

Vorbild Xen?

Unterstützung findet Hyper-V durch die Tatsache, dass Microsoft mit "Server Core" eine auf die wesentlichen Server-Funktionen beschränkte Variante eines Betriebssystems zur Verfügung gestellt hat. Diese abgespeckte Server-Version (es fehlt mitunter die aufwändige die grafische Benutzeroberfläche) ist eine ideale Plattform für den Betrieb virtueller Systeme. Das erleichtert gleichzeitig die Administration und macht das System insgesamt sicherer gegen Angriffe.

Bei genauerer Betrachtung von Hyper-V sind starke Ähnlichkeiten des Hypervisdors zu dem von Xen auffällig. Das ist nicht weiter verwunderlich, denn Microsoft kann auf ein Kooperationsabkommen mit XenSource zurückgreifen, das vor zwei Jahren vereinbart wurde – noch weit vor dem Kauf von XenSource durch Citrix. XenSource hatte in diesem Kontext ein ganzes Team als Entwicklungshilfe für Hyper-V abgestellt.

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