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Hands-On

Huawei P8 im ersten Test

15.04.2015 | 19:25 Uhr |

Huawei P8 - So heißt das heute in London frisch vorgestellte Flaggschiff-Smartphone von Huawei! Vor allem Foto- und Film-Fans sollen dank neuer Kamerafunktionen auf ihre Kosten kommen. Wir waren live vor Ort und haben uns einen ersten Eindruck verschafft.

Heute, am 15. April, hat Huawei in London im Rahmen einer internationalen Pressekonferenz den Nachfolger des Huawei Ascend P7 vorgestellt. Das ohne "Ascend" im Namen auskommende Huawei P8 soll durch verbesserte Standard-Eigenschaften überzeugen. Auch für Fotografen und Hobby-Filmer hat das Huawei besondere Funktionen im Gepäck.

Handhabung und Display: Schickes Alu-Gehäuse

Das neue P8 sieht nicht nur schick und hochwertig aus, es fühlt sich auch angenehm an. Kein Wunder, denn Huawei hat eigenen Aussagen nach die wichtigen Faktoren Style und Langlebigkeit vereint. Allerdings können Sie das Gehäuse nicht öffnen, um etwa den Akku selbst auszutauschen.

Video: Huawei P8 im Mobiwatch-Hands-on

Im dünnen Gehäuse ist das 5,2 Zoll (13,2 Zentimeter) große IPS-Display eingelassen. Die Auflösung beträgt dabei Full-HD, also 1920 x 1080 Pixel. Huawei verzichtet bei seinem Flaggschiff auf QHD (vierfaches HD), auf das derzeit die großen Marken wie HTC und Samsung mit ihren Top-Geräten One M9 und Galaxy S6 setzen. An sich kein Nachteil, denn das menschliche Auge kann die hohe Anzahl von Pixeln sowieso nicht erfassen. Und im ersten Praxistest ist das Display des Huawei P8 sehr scharf, hell und kontrastreich. Auch der Blickwinkel bleibt stabil.

Das Huawei P8 fühlt sich hochwertig an. Das Gewicht verteilt sich gut auf die gesamte Fläche, das Gerät kommt nämlich recht leicht rüber.
Vergrößern Das Huawei P8 fühlt sich hochwertig an. Das Gewicht verteilt sich gut auf die gesamte Fläche, das Gerät kommt nämlich recht leicht rüber.

Unter der Haube: Highend-Standard

Huawei verbaut im P8 jede Menge Highend-Hardware, die auf dem Papier besonders viel Power versprechen. Die Chinesen setzen dabei auf den hauseigenen Octa-Core-Prozessor HiSilicon Kirin 930 mit 64Bit, von dem 4 Kerne mit 2 GHz und 4 Kerne mit 1,5 GHz takten. Zusätzlich gibt es 3 GB RAM-Speicher. Weil außerdem das entschlackte 64-Bit-System Android 5.0 Lollipop zum Einsatz kommt, ist die Performance, zumindest in unserem ersten Test, richtig gut. Wir blättern schnell durch das Menü und öffnen sowie starten Apps schnell hintereinander ohne merkliche Ruckler. Die tatsächliche Leistung werden wir allerdings erst in unserem ausführlichen Test mit Benchmark-Ergebnissen klären.

Ins Internet gelangen Sie via LTE Cat4 (150 Mbit/s) – aktuelle Top-Smartphones surfen derzeit schon mit LTE der Kategorie 6, dadurch sind theoretisch bis zu 300 Mbit/s möglich. Den echten Speed werden wir ebenfalls in unserem ausführlichen Test ermitteln. Im ersten Hands-On waren wir mit unserer Vodafone-SIM-Karte schon recht flott unterwegs. Auch im WLAN navigieren und zoomen wir annähernd ruckelfrei.

Apropos Internet: Das Huawei P8 nutzt WLAN+, dass automatisch das WLAN mit der besten Signalstärke bzw. der höchsten Geschwindigkeit aussucht und sich mit diesem verbindet. Außerdem gibt es Roaming+, durch das sich das P8 rund 3 Mal schneller in das jeweilige Netz einwählt.

Multimedia: Neue Features für Hobby-Regisseure

Huawei integriert im P8 eine 13-Megapixel-Kamera auf der Rückseite, sowie eine 8-Megapixel-Knipse auf der Vorderseite für Selfie-Aufnahmen. Ja, die Pixel-Anzahl ist damit geringer als bei der direkten Highend-Konkurrenz. Aber wie Sie mittlerweile wissen, kommt es nicht nur auf die Megapixel an, sondern auch auf die Technik, die dahinter steckt. Und hier hat Huawei einige getan. So verbaut Huawei nach eigener Aussage den weltweit ersten 4-Farben-Bildprozessor RGBW im Smartphone, womit theoretisch eine höhere Helligkeit bei starken Kontrasten und weniger Bildrauschen bei schwachen Lichtverhältnissen möglich sein soll. Tatsächlich stellen wir bei unseren ersten Testaufnahmen kaum Bildrauschen fest!

Beim P8 passt die gesamte Kameratechnik in das dünne Gehäuse - anders als beim iPhone 6 und Galaxy S6.
Vergrößern Beim P8 passt die gesamte Kameratechnik in das dünne Gehäuse - anders als beim iPhone 6 und Galaxy S6.

Über den Kameramenüpunkt "Lichtmalerei" können Sie über eine lange Belichtungszeit witzige Fotos bei Dunkelheit mit Lichtquellen wie Leuchtstäben produzieren. Oder fließendes Wasser wird mit einem seidenweichen Effekt aufgenommen. Auch den Sternenhimmel können Sie mit langer Belichtung fotografieren, um durch die Drehung der Erde einen besonderen Effekt zu erzeugen.

Allerdings stört uns das Kameramenü in der Benutzerführung. In der Regel knipsen bzw. filmen Sie im Querformat. Die Kameramodi über dem Auslöser drehen sich allerdings nicht mit. Auch die Einstellungen können Sie nur im Hochformat vornehmen. Sie müssen das Gerät also immer drehen, um die Optionen zu verändern.

Spannend ist der neue Regisseur-Modus. Sie können nämlich insgesamt 4 Smartphones, also das Huawei P8 plus 3 weitere Geräte miteinander verbinden. Dabei können Sie Filmaufnahmen aus verschiedenen Blickwinkel verwirklichen, da Sie live am P8 einstellen, welche Kamera gerade filmt und welche nicht - Sie schneiden sozusagen live! Wie oft diese Funktion in der Praxis genutzt wird, können wir nicht sagen. Für Youtuber und Hobby-Filmemacher von Action-Szenen ist das Feature sicher interessant.

Ausstattung und Software: Aktuelles Android plus Nutzeroberfläche

Wie bereits zuvor erwähnt, ist auf dem Huawei P8 bereits die aktuelle Android-Version 5.0 alias Lollipop installiert. Darüber legt Huawei wie gewohnt eine Nutzeroberfläche, in diesem Fall EMUI 3.1. Neue Funktionen sind unter anderem, dass Sie das Smartphone mit einer Hand bedienen können und das Smartphone über neue Themes noch individueller gestalten können.

Auf der rechten Seite des Huawei P8 finden Sie je einen Slot für eine Nano-SIM-Karte sowie eine Micro-SD-Speicherkarte.
Vergrößern Auf der rechten Seite des Huawei P8 finden Sie je einen Slot für eine Nano-SIM-Karte sowie eine Micro-SD-Speicherkarte.

Die gesamte Software kommt im 16 GB großen Speicher unter, den Sie immerhin via Micro-SD-Karte um bis zu 128 GB erweitern können – gut so, denn sonst wäre der interne Speicher ziemlich schnell ausgelastet. 

Es soll übrigens auch eine Premium-Version erscheinen, die satte 64 GB internen Speicher besitzt und den Speicherkarten-Slot auch als SIM-Karten-Einschub verwenden kann. Voraussichtlich kommt diese Variante allerdings nicht nach Deutschland.

Mobilität: Akku fest verbaut

Der Stromspender im Huawei P8 besitzt eine Kapazität von 2680 mAh. Er ist fest im Gehäuse eingesetzt, kann also nicht so einfach von Ihnen getauscht werden. Wie lange der Akku in der Praxis durchhält, werden wir in unserem ausführlichen Test herausfinden. Huawei sagt, dass bei normaler Nutzung etwa 1,5 Tage, bei starker Nutzung rund 1 Tag drin sein sollen. Die 144 Gramm Gesamtgewicht verteilen sich gut auf die gesamte Fläche, weshalb sich das Smartphone recht leicht anfühlt.

Erstes Fazit zum Huawei P8: Schickes Smartphone mit guter Software

Das Huawei P8 sieht gut und wertig aus - das Metall-Gehäuse ist nämlich sehr gut verarbeitet. Die Chinesen machen viel, um auf den Standard aktuell etablierter Highend-Geräte zu kommen - und tatsächlich scheint es, unserem ersten Eindruck nach, zu funktionieren. Sie können die Benutzeroberfläche individuell anpassen, das Display ist scharf und hell und aktuelles Android sowie Highend-Hardware ist ebenfalls an Bord. Um sich von der Konkurrenz abzuheben, versucht Huawei vor allem bestehende und ständig genutzte Eigenschaften zu verbessern - kein schlechter Ansatz:

So soll die Kamera hellere Fotos, mit stärkeren Kontrasten und weniger Bildrauschen knipsen, das Smartphone soll sich stets mit dem WLAN mit der besten Geschwindigkeit verbinden und die Sprachqualität beim Telefonieren soll durch bessere Rauschunterdrückung steigen. Diese Funktionen werden wir selbstverständlich in unserem ausführlichen Test untersuchen.

Das Huawei P8 soll bereits ab Anfang Mai in Deutschland verfügbar sein und laut Hersteller 499 Euro kosten. Die Premium-Version, dessen Verkauf in Deutschland noch ungewiss ist, soll 599 Euro kosten.

Neben dem P8 hat Huawei auch noch das P8 Max vorgestellt mit einer gigantischen Display-Diagonale von 6,8 Zoll. Damit würden wir das Gerät nicht mehr als Smartphone und auch nicht als Phablet bezeichnen. Wann das P8 Max nach Deutschland kommt, ist noch nicht bekannt.

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