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HP Veer im Test

11.08.2011 | 10:00 Uhr

Wer nach einem extrem kleinen Smartphone sucht, ist beim HP Veer richtig. E-Mail, Facebook und Internet hat es zu bieten, getippt wird über eine aufschiebbare Tastatur. Wie gut sich der Winzling schlägt, verrät der Test.

Keine Experimente – das gilt vor allem für das Design des kleinen HP Veer: Der gerade mal 55 x 84 x 15 Millimeter große Winzling sieht eher unspektakulär aus. Immerhin passt der Mini perfekt in die Hosentasche und liegt zudem angenehm in der Hand.

HP Veer: Handhabung und Bildschirm

Der Platzvorteil wird jedoch durch ein Display mit gerade mal 2,6 Zoll Bilddiagonale erkauft. Das ist zwar hell und eignet sich zum E-Mails lesen, Twitter-Updates erfahren oder Facebook-Einträge ansehen. Zum Surfen im Web ist es trotz Flash-Unterstützung jedoch weniger geeignet - es ist zu klein. Und wer die Seiten per Zweifingerzoom größer zieht, darf ständig von links nach rechts scrollen, um den ganzen Text zu lesen. Denn die Webseiten passen sich nach dem Zoomen nicht automatisch an die Displaygröße an. Darüber tröstet auch die scharf dargestellte Schrift nicht hinweg.

Unter dem Bildschirm sitzt eine QWERTZ-Tastatur, deren Tasten wohl für Kinderhände gemacht sind: Mit 3 x 4 Millimetern Tastengröße sind sie winzig. Dennoch hat sich die Redaktion im Test kaum vertippt. Das mag daran liegen, dass die Tasten gummiert und stark gewölbt sind, so dass sie gut zu fühlen sind. Ein wenig mehr Luft zwischen den Buchstaben hätte jedoch nicht geschadet und den Tippkomfort deutlich erhöht.

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HP Veer mit WebOS

Das HP Veer läuft auf dem Betriebssystem WebOS 2.1. Das ist anfangs etwas gewöhnungsbedürftig, weil sich viele Gesten, die Sie kennen sollten, nicht so ohne weiteres erschließen. Daher hat HP auch ein Gesten-Übungsprogramm aufgespielt. Um eine Anwendung zu beenden, schieben Sie sie beispielsweise nach oben aus dem Bild - intuitiv, wenn man einmal verstanden hat, wie es geht.

Um aus einem Programm auf den Startbildschirm zurückzukehren, reicht es, über die Sensorfläche unter dem Display zu streifen. Sie ist als weißer Strich gekennzeichnet, der nur bei aktiven Programmen zu sehen ist. Wer von Android umsteigt, wird jedoch die Zurück-Taste vermissen. Dafür gibt es beim HP Veer nämlich keine Geste.

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Layer-Technik und Multitasking auf dem HP Veer

Um die Funktionen Telefon, E-Mails, Kontakte oder Kalender aufzurufen, klicken Sie auf eines der entsprechenden Schnellzugriffs-Icons unten am Bildschirmrand. Diese Leiste lässt sich auch nach eigenen Vorlieben bestücken. Für alle anderen Programme ist die Menü-Taste die Eingangstür. Das Menü legt sich wie ein halbdurchsichtiger Schleiher über den Bildschirm, dahinter sehen Sie Ihre noch aktiven Anwendungen, die dank Multitasking im Hintergrund weiterlaufen.

Die Layer-Technik kommt auch bei der Verwaltung verschiedener Kalender (privat, beruflich, Facebook) oder bei Benachrichtigungen über neue E-Mails zum Einsatz – eine sehr elegante Lösung. E-Mails können aus unterschiedlichen Quellen wie Microsoft Exchange, IMAP- oder Pop3-Konten stammen.

Ausstattung und Leistung

Schneller als über das Menü finden Sie Programme über die Universelle Suche. Einfach auf dem Startbildschirm zum Beispiel „Fotos“ eintippen, schon startet die Bildergalerie. Außerdem greift die Suche auf Google, Wikipedia und Twitter zu, wenn auf dem Telefon keine Treffer zum Suchbegriff aufgespürt werden.

Falls Ihnen auf dem sehr sparsam bestückten Smartphone noch Programme fehlen, können sie diese aus dem App Catalog nachrüsten. Doch die Auswahl ist im Vergleich zu allen anderen App Stores sehr bescheiden. Immerhin müssen Sie weder einen PDF-Reader noch einen Office-Viewer (Quickoffice) installieren. Das hat HP bereits für Sie erledigt. Wecker, Rechner, Spiele oder eine Navigationslösung fehlen dagegen. Viele Apps sind gratis, manche kosten ein paar Euro. Bezahlt wird per Kreditkarte.

Ausstattung und Software (25 %)

GSM / UMTS / HSDPA / HSUPA / LTE

Quadband / ja / 7,2 / 5,76 / nein

Bluetooth / WLAN / GPS

2.0 / 802.11n / ja

interner Speicher / Speichererweiterung / Speicherkarte im Lieferumfang

8000 MB / nicht vorhanden / nein

installierte Software / verfügbare Apps

35 von 100 Punkten / 5 = sehr wenige

HP Veer überzeugt nicht beim Arbeitstempo

HP Veer Mini-Smartphone mit WebOS
Vergrößern HP Veer Mini-Smartphone mit WebOS
© HP

Nicht zufriedenstellend ist die Geschwindigkeit, mit der das HP Veer arbeitet. Wer ein Programm aufruft, startet automatisch eine Animation. Damit dauert es zwei bis drei Sekunden, bis das Programm tatsächlich zur Verfügung steht. Auch beim Öffnen von größeren Dateianhängen (300 MByte und mehr), die per Mail kommen, lässt sich das Smartphone Zeit mit dem Öffnen. Bei der Kamera musste die Redaktion sogar zwei Abstürze verzeichnen. Erst nach einem Neustart der Kamera war sie bereit, weiter zu arbeiten. Im Browser-Benchmark kommt das HP Veer auf Werte, die auch günstige Android-Smartphones schaffen.

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Multimedia mit dem HP Veer

Das HP Veer bietet eine 5-Megapixel-Kamera. Für einen LED-Blitz war in dem Mini-Smartphone kein Platz mehr. Ein Autofokus fehlt ebenfalls. So werden die Fotos nicht immer optimal scharf. Vor allem, wenn Sie sehr nah ein Motiv herangehen, versagt die Kamera. Fotos und Videos lassen sich direkt auf Youtube und Facebook hochladen.

Der Musik-Player beherrscht das Standard-Repertoire, spielt aber keine Musik, wenn das Smartphone auf stumm geschaltet ist. Gewöhnungsbedürftig ist die Konstruktion für die Ohrstöpsel: Statt die 3,5-mm-Klinkenbuchse direkt ins Gerät einzubauen, docken Sie Kopfhörer per Magnet-Adapter an das Handy an. HP beteuert, damit gerissene Kabel vermeiden zu wollen. Allerdings stört die Konstruktion, wenn Sie das Handy beim Musikhören in die Tasche stecken.

Für Fotos,Videos und Musik bietet das HP Veer rund 6,5 GB freien Speicher, einen microSD-Steckplatz gibt's nicht. Aufgeladen wird das HP Veer über den Touchstone per Induktionsverfahren. Die hübsche Ladestation ist im Lieferumfang enthalten. Sie stellen sie auf den Schreibtisch und legen das Handy zum Laden einfach nur drauf. Der Touchstone sieht hübsch aus und erspart die Fummelei mit USB-Kabel und Steckdose.

Testergebnisse

Browser: Geschwindigkeit / Flash unterstützt

14 400 Punkte / ja

Geschwindigkeit: Startzeit / Datenübertragung / Tempo-Messung (Smartbench)

1:40 Minuten / 1:40 Minuten / 0 Punkte

Akkulaufzeit

05:00 Stunden

Kamera: Auflösung / Bildqualität / Autofokus / Touch-Fokus / Makro / Motivprogramme / Bildstabilisator / optischer Zoom / digitaler Zoom / mechanischer Auslöser

2592 x 1952 Bildpunkte / 4 / nein / nein / nein / nein

Video: Auflösung / Bild- und Tonqualität / Bildstabilisator / Aufnahme Stereoton

640 x 480 Bildpunkte / schlecht / nein / nein

Videoformate / Audioformate / DLNA

MPEG-4, H.263, H.264 / MP3, AAC, AAC+, eAAC+, WAV / nein

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