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Hauppauge pMVP

09.05.2005 | 16:15 Uhr |

Dieses Technikwunder von Hauppauge hat das bislang größte, beste LCD-Display eines Media-Players. Und eine unsagbar schlechte Bedienung.

BRILLANTE TECHNIK

Das Display des pMVP deklassiert mit einer sichtbaren Diagonalen von 15 Zentimetern (7 Zoll) und einer Auflösung von 720 x 480 Pixeln die Mitbewerber, die meist nur mit 320 x 240 Bildpunkten aufwarten. Und kein anderer Media-Player hat einen Bildschirm mit größerer Leuchtkraft! Die 20-GB-Festplatte reicht für knapp 30 Divx-Filme oder etwa 10.000 Fotos. Auf der linken Gehäuseseite befinden sich ein Anschluss für Kopfhörer/Aktivboxen sowie ein Aus- und Eingang für die zwei beiliegenden AV-Kabel. Dazu gibt es schlichte Ohrhörer, ein Kunststofftäschchen nebst Putztuch und ein Ladegerät. Die 2,5 Stunden Akkulaufzeit reichen nur für einen kompletten Film. Der Sound klingt mit den Ohrhörern sehr mäßig, mit Aktivboxen dagegen gut und bassstark.

ERST FRUST, DANN LUST

Dank USB-2.0-Schnittstelle geht der Datentransfer flott; Windows erkennt den pMVP als externe Festplatte. Doch von unseren zunächst aufkopierten Filmen lief kein einziger. Weder die immer gleiche 08/15-Fehlermeldung noch die Kurzanleitung halfen weiter. Stattdessen kamen wir nach einer Stunde selbst auf die Lösung: Ein Firmware-Upgrade, das im Hauptverzeichnis des Players vor sich hin schlummerte, war noch nicht installiert! Danach liefen viele der Videos, aber längst nicht alle. Die Videos gibt der Player in einer Auflösung von 720 x 480 Bildpunkten wieder. In unserem ausführlichen Filmtest schaffte der pMVP aber nur eine Trefferquote von etwa 50 Prozent. Hat ein Film nicht exakt 720 x 480 Pixel, bleiben schwarze Ränder; zudem fehlt eine Formatwahl. Trotzdem - als dann ein von uns konvertierter DVD-Film und ein Pink-Floyd-Konzertvideo endlich liefen, war das Bild schlichtweg großartig! Noch besser kommen Fotos (JPG, GIF oder BMP) zur Geltung. Und beim Abspielen von MP3- und WMA-Audio-Files gibt es technisch nichts zu meckern. Als Dreingabe nimmt der pMVP Fernseh- und Videosignale auf, die Sie ihm über AV-in schicken. Die Bildqualität ist dabei jedoch sehr bescheiden.

BEDIENUNG AUS DER HÖLLE

Was nützt die schönste Technik, wenn das Interface aus der Steinzeit kommt? Der rechts angebrachte Wippschalter zur Navigation ist wackelig und verhakt sich schon mal. Interessanterweise liegen auf "Runter" sowohl "Vorspulen" als auch "Lauter" - etwas zu lang betätigt, wird der Ton nicht leiser, sondern der Film spult vor. Wenn Sie dann zurückwollen, helfen Ihnen dabei weder ein Scrollbalken noch eine Zeitanzeige. Beim Stoppen merkt sich der pMVP nicht die momentane Filmstelle. Die Datei-Auswahl erlaubt nur eine einzige Unterverzeichnis-Ebene. Das macht das Navigieren bei größeren Musik- oder Fotobeständen zur Qual. Bei der Diashow haben Sie nur die Wahl zwischen 3, 5 und 10 Sekunden Anzeigedauer. Den Vogel schießt die AV-Aufnahmefunktion ab: Hier können Sie weder Start- noch Endzeit festlegen, sondern nur eine Aufnahmedauer in Halbstundenschritten bei manuellem Start.

FAZIT

So toll das Display auch ist, die miese Bedienung macht sehr viel kaputt. Aufgrund der geringen Akkulaufzeit und der Tücken der Bedienung lässt sich der pMVP daher am besten als elektronischer Fotorahmen nutzen.

TESTERGEBNIS

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