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HTC Vive im Praxistest

30.06.2016 | 09:21 Uhr |

Die HTC Vive bringt die virtuelle Realität in Ihr Wohnzimmer! Wir haben das VR-Headset intensiv getestet und sagen Ihnen, ob sich die 900 Euro wirklich lohnen.

In Zusammenarbeit mit dem Videospiel-Entwickler Valve hat das taiwanische Technik-Unternehmen HTC sein erstes VR-Produkt HTC Vive auf den Markt gebracht. Das VR-Headset HTC Vive ist seit April 2016 zu einem Preis von knapp 900 Euro im eigenen Online-Store oder auch bei Amazon erhältlich.

Tipp: Schauen Sie sich unbedingt die Videos in diesem Artikel an, denn die zeigen am besten, was mit der HTC Vive möglich ist und wie intensiv man als Spieler die virtuelle Realität erlebt!

Fazit zur HTC Vive

Die virtuelle Realität können Sie bereits mit vielen unterschiedlichen und auch günstigeren VR-Brillen erleben. Unserer Meinung nach bekommen Sie mit der HTC Vive aber die bisher beste VR-Spieleerfahrung, weil Sie nicht nur sehen, sondern sich auch relativ frei im Raum bewegen können - das steigert die Interaktivität. Zudem finden Sie bereits jede Menge Spieletitel im Steam-Shop, die teilweise sogar kostenlos zur Verfügung stehen.

Zu erwähnen ist aber, dass die Basisstationen die Brille und Controller teilweise nicht 100-prozentig erkennt. Dadurch kann sich auch das Bild unangenehm drehen, wodurch dem Spieler schnell schwindelig werden kann.

Auch wenn Sie mit der HTC Vive das bilsnag beste VR-Erlebnis bekommen, sind 900 Euro für das Grundpaket noch eine sehr große Investition. Hinzu kommen noch Aufwand für den Aufbau, eventuell noch Stative für die Basisstationen sowie die Kosten für Spiele.

Die HTC Vive zeigt aber, wo es in Zukunft hingeht - und darauf freuen wir uns! Wenn Sie die Möglichkeit haben, VR zu erleben, dann probieren Sie es unbedingt aus, es lohnt sich.

Überblick: Was ist die HTC Vive überhaupt?

Es gibt verschiedene Arten von VR-Brillen, das VR-Headset HTC Vive unterscheidet sich hauptsächlich durch die Möglichkeit, die virtuelle, dreidimensionale Realität nicht nur zu sehen, sondern sich in ihr relativ frei zu bewegen. Das gibt dem Spieler das Gefühl, sich tatsächlich in der virtuellen Umgebung zu befinden.

Die besten VR-Brillen auf dem Markt

Um das gesamte Potenzial der HTC Vive auszunutzen, benötigen Sie einen entsprechend großen Raum, in dem die Basisstationen bis zu 5 Meter (minimaler Spielbereich: 2 x 1,5 Meter) voneinander entfernt stehen können, sowie einen starken PC. Ob Ihre Hardware den Anforderungen gerecht wird, können Sie mithilfe des Programms SteamVR Performance Test überprüfen.

Anforderung

HTC Vive

Grafikkarte

Nvidia GeForce GTX 970, AMD Radeon R9 290 oder besser

CPU

Intel Core i5-4590, AMD FX 8350 oder besser

RAM

4 GB oder mehr

Video-Ausgang

HDMI 1.4, DisplayPort 1.2 oder neuer

USB-Anschluss

1x USB 2.0 oder höherer Anschluss

Betriebssystem

Windows 7 SP1 oder neuer

HTC Vive: Lieferumfang und Aufbau

HTC Vive - alle Infos zu Hardware & Aufbau

Neben dem VR-Headset selbst beinhaltet der Lieferumfang noch zwei Basisstationen, zwei Controller, Ohrhörer und Vive-Zubehör wie Halterungen und Kabel.

Das Vive-Setup-Programm führt Sie gut durch den Aufbau und Verkabelung . Erst bringen Sie die Basisstationen an. Entweder befestigen Sie diese mit Klebepads an der Wand oder Sie bohren Löcher. Alternativ können Sie die Würfel auch auf Kamerastative schrauben. Die Basisstationen sollten Sie diagonal voneinander in einer Höhe von etwa 2 Metern platzieren. Im Idealfall leicht nach unten geneigt, damit VR-Headset und Controller besser erkannt und lokalisiert werden. Achten Sie beim Aufstellen der Basisstationen auch auf vorhandene Steckdosen, oder Sie nutzen jeweils ein Verlängerungskabel.

Room-Scaling: Bevor Sie spielen können, müssen Sie noch den verfügbaren, spielbaren Raum mithilfe des Controllers abmessen. Das Setup-Programm gibt hierzu eine visuelle Anleitung. Im Spiel wird dann ein virtuelles Gitter eingeblendet, wenn Sie sich den Begrenzungen nähern.

Zeitaufwand: Für Aufbau und Einrichtungen benötigten wir rund eine Stunde. Allerdings haben wir die Basisstationen nicht an die Wand gebohrt, sondern Kamerastative verwendet, was deutlich Zeit gespart hat.

3 kostenlose Spiele im Bundle

Minecraft in VR mit der HTC Vive

Beim Kauf einer HTC Vive erhalten Sie die drei Spiele Job Simulator, Fantastic Contraption und Tilt Brush von Google kostenfrei dazu. Alleine schon der Job Simulator vermittelt dem Nutzer einen besonders guten Eindruck, was die HTC Vive drauf hat. Sie sind beispielsweise Kassierer in einem kleinen Shop und kümmern sich um Ihre Kunden. Dabei müssen Sie sich frei im Raum bewegen, bücken, drehen, Türen öffnen, Knöpfe drücken und die Kasse bedienen. Im Steam-Shop finden Sie noch weitere VR-Spiele wie The Lab, das uns im Test ebenfalls besonders gut gefallen hat. Die Preise für einzelne Spiele bewegen sich zwischen gratis und bis zu 37 Euro.

HTC Vive in der Praxis

VR-Headset: Die Brille bzw. das Headset lässt sich mit etwas Übung selbstständig aufsetzen, beim ersten Mal ist Hilfe empfehlenswert. Gerade die Kabel machen die Angelegenheit etwas kompliziert. Über Klettverschlüsse wird die Brille möglichst eng am Kopf befestigt - so passt das Headset auf fast jede Kopfgröße. Der Tragekomfort ist dank entsprechender Polsterung gut - Das Headset kann tatsächlich auch über mehrere Stunden getragen werden, ohne Unangenehm zu werden. Selbst Brillenträger haben mit der Vive keine Probleme. Nach knapp einer Stunde durchgehender Spielzeit sind bei einigen unserer Tester leichte Kopfschmerzen aufgetreten - aber erst nach dem Absetzen.

VR-Gaming - Fritz testet die HTC Vive

HTC Vive bei Amazon ansehen

Die eigenen oder mitgelieferten Kopfhörer müssen Sie bei aufgesetzter Briller erfühlen, um sie aufzusetzen. Die Controller sind als virtuelle Controller oder Hände sichtbar, wenn Sie im spielbaren Bereich liegen.

Bei längerem Spielen fällt auf, dass man unter der Brille recht stark schwitzt. Das kann für den nachfolgenden Spieler etwas unangenehm werden, wenn der Schaumstoff noch etwas feucht ist.

Weil die Brille mit einem 5 Meter langen Kabelstrang mit dem PC verbunden ist, kann es durchaus vorkommen, dass Sie während eines Spiels auf das Kabel treten oder sich dieses sogar um Ihr Bein wickelt - Achtung: Stolpergefahr!

VR-Controller: Die Controller reagieren präzise und dienen in Spielen unter anderem als Ihre Hände oder als Waffen. Auch die Bewegungen werden ausgesprochen schnell von den Basisstationen erkannt - trotzdem kann es hin und wieder zu Aussetzern kommen oder die Basisstationen tracken die Controller nicht anständig, wodurch sich diese plötzlich an einer völlig anderen Stelle in der virtuellen Welt befinden. Das kann auch an einer nicht optimalen Ausrichtung der Basisstationen liegen.

Es ist Sport: Mit der HTC Vive zu "spielen" ist anders, als entspannt vor dem PC zu sitzen. Man ist je nach Spiel ständig in Bewegung und das grenzt nahezu an Sport - und genau das macht Spaß, weil man das Gefühl hat, tatsächlich in dieser virtuellen Welt präsent zu sein.

Wie intensiv Sie in die virtuelle Welt eintauchen, zeigt das nachfolgende Video:

HORROR PUR - "The Visitor" auf der HTC Vive
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