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HTC Desire Z im Test

24.12.2010 | 12:00 Uhr |

Handys mit ausfahrbarer Tastatur sind selten geworden. Ausnahme: das HTC Desire Z. Wie sich das Handy sonst noch von der Konkurrenz abhebt, verrät der Test.

Die meisten Android-Nutzer möchten die volle Bandbreite eines modernen Smartphones nutzen. Dazu gehört vor allem E-Mails zu beantworten, Termine zu verwalten und in sozialen Netzwerken zu agieren. Das alles geht leichter, wenn das Smartphone zusätzlich zum virtuellen Buchstabenfeld auf dem berührungsempfindlichen Bildschirm auch eine echte Tastatur zu bieten hat. Hier ist das HTC Desire Z ein Volltreffer.

Große, getrennte Buchstaben

Die vier Buchstabenreihen überzeugen mit großen Tasten, die jeder Nutzer gut zu treffen vermag. Zahlen und Umlaute sind per Umschalttaste (FN) zu erreichen. Zwischen den einzelnen Lettern befindet sich ein kleiner Abstand. Dieser ermöglicht auch Blindtippern ein sicheres Gefühl beim Schreiben. Der Druckpunkt ist exzellent gewählt. Die Finger haben außerdem genügend Spiel, so dass sie beim Tippen nicht am oberen Rand der Tastatur hängenbleiben. Einziger Kritikpunkt: Die Tastatur lässt sich etwas schwer aufschieben.

Keine Pfeiltasten

Sollte sich mal ein Tippfehler einschleichen, muss der Anwender mit dem Finger den Touchscreen an der entsprechenden Stelle berühren. Pfeiltasten auf der Tastatur, mit denen man bequem auf eine bestimmte Position spazieren kann, bietet das HTC Desire Z nicht. Dafür gibt es einen anderen Luxus: Zwei frei belegbare Tasten, mit denen man Verknüpfungen zum Posteingang, einer Direktnachricht (SMS schreiben) oder verschiedenen Apps aus dem Android Market legen kann.

Gummi und Aluminium

Der den Bildschirm umhüllende Kunststoff fühlt sich sehr weich, fast gummiartig an und hinterlässt keinen besonders hochwertigen Eindruck. Und die graue Gehäusefarbe unterstreicht dieses Bild zusätzlich. Doch das ist nicht gerechtfertigt: Das Gerät ist gut verarbeitet und wird sogar von einer Aluminiumplatte auf der Rückseite aufgewertet. Insgesamt ist das Smartphone mit gut 180 Gramm ein schwerer Brocken und nicht gerade hosentaschenkompatibel. Dennoch schafft es HTC, trotz Tastatur eine Bauhöhe von 1,50Zentimetern nicht zu überschreiten. Als Bildschirm kommt ein hoch auflösendes 3,7 Zoll großes Super-LC-Display zum Einsatz.

Android 2.2

Das HTC Desire Z arbeitet mit Android 2.2. Das macht sich schon beim ersten Hochfahren des Smartphones bemerkbar. So wird man beispielsweise gleich gefragt, ob man Daten aus seinem alten Telefon auf das HTC Desire Z übertragen will. Dabei spielt der Hersteller keine Rolle. Im Test mit einem iPhone 3GS hat die Datenübertragung von 170 Kontakten eine knappe halbe Minute gedauert und verlief ohne Probleme. Adressen und sogar mehrere Telefonnummern pro Eintrag landeten problemlos im neuen Adressbuch. Nicht übernommen wurden allerdings die E-Mail-Adressen. Hat man weitere Datenquellen wie Google Mail oder Facebook, kann man diese von dort holen. Das System erkennt gleiche Namen und fragt, ob sie im Adressbuch zu einem Kontakt verknüpft werden sollen.

HTCSense.com

Im weiteren Verlauf der Einrichtung stößt der Nutzer beim HTC Desire Z auf eine weitere Neuheit: ein Konto auf HTCsense.com einrichten. Es empfiehlt sich, dieses Konto einzurichten, denn damit bekommt der Nutzer zusätzliche Möglichkeiten, sein Mobiltelefon via Internet zu verwalten. Sie können es es klingeln lassen, wenn Sie es nicht finden. Sie haben die Möglichkeit, es zu orten, wenn es verloren geht oder gestohlen wird. Außerdem kann man alle Inhalte löschen, um bei Verlust eine Datenkatastrophe zu verhindern. Wenn man es einfach nur zuhause vergessen hat, besteht die Chance, alle Anrufe vom Handy auf ein anderes Telefon, beispielsweise im Büro, umzuleiten. Außerdem werden Kontakte aus Google Mail oder einem Microsoft-Exchange-Konto synchronisiert. Das ist jedoch ein zweischneidiges Schwert: Denn bedeutet es, dass man immer ein Backup seiner Daten im Netz findet. Andrerseits kann HTC auf diese Weise private Daten sammeln, die nicht auf einem deutschen Server liegen, sondern im Ausland verwaltet werden.

Verknüpfung mit Facebook und Twitter

Im Laufe der weiteren Inbetriebnahme des Android-Smartphones bekommt man noch die Möglichkeit, verschiedene Mail-Konten einzurichten und Facebook, Flickr und Twitter einzubinden. Das hat den Vorteil, dass Kontaktdaten aus diesen Netzwerken auch mit dem Adressbuch auf dem Smartphone abgeglichen und Fotos aus Facebook ergänzt werden. Die Bedienung des HTC Desire Z erfolgt wieder über die Oberfläche HTC Sense. Die Software Friendstream sorgt beispielsweise dafür, dass sämtliche Statusmeldungen aus den eigenen Sozialen Netzwerken schön übersichtlich angezeigt werden. Das Programm Footprints speichert Fotos zu interessanten Orten, zu denen man wieder zurückfinden möchte. Die Idee: im Laufe der Zeit einen persönlichen Reiseführer für Hotels, Kneipen oder tolle Läden zu erstellen. Diese Footprints kann der Nutzer übrigens mit anderen HTCSense-Nutzern teilen, um so neue Orte kennenzulernen.

Standort teilen und WLAN-Hotspot

Neu und Android 2.2 geschuldet, ist die Funktion "Eigenen Standort teilen", die auf einem der sieben Startbildschirme abgelegt ist. Und auch die 3G-Hotspot-Funktion ist Android 2.2 zu verdanken. Wer den WLAN-Hotspot im Handy aktiviert, kann unterwegs mit seinem PC im Internet surfen (Tethering). Bis zu fünf Geräte lassen sich mit dem HTC Desire Z verbinden. Ein Ausflug ins Internet überrascht übrigens extrem positiv: Der Browser unterstützt ab sofort auch Flash-Seiten im Internet. Und baut Seiten in etwa doppelt so schnell auf wie Handys mit Android 2.1. Auf dem HTC Desire Z war www.pcwelt.de via HSDPA nach 5 Sekunden geladen. Für den Geschwindigkeitsrausch trägt die V8-Javascript-Engine die Verantwortung. Doch auch sonst arbeitet das Smartphone flüssig, wenn auch nur 800 MHz statt ein Gigahertz-Prozessor im Innern des HTC Desire Z ticken. Es gibt kein Zögern beim Öffnen von Programmen und kein Ruckeln beim Zwei-Fingerzoom oder beim Scrollen durch endlose Telefonlisten.

Android Market, HTC Hub und HTC Likes

Zusätzlich zu den üblichen Anwendungen aus dem Android Market eröffnen sich dem Nutzer des HTC Desire Z noch weitere Fundgruben für Widgets und Programme. Im HTC Hub finden sich verschiedene Hintergrundbilder und Oberflächen, Widgets und Klingeltöne. Unter HTC Llikes (Übersetzung: HTC mag) werden schöne und praktische Software-Perlen gelistet.

Multimedia mit Abstrichen

Die Kamera schießt Fotos mit 5 Megapixeln, bei Videos schafft sie 720 x 480 Bildpunkte. Bei Dunkelheit kommt ein LED-Blitz zum Einsatz. Fotofans können Breitbildmodus und Gesichtserkennung aktiveren. Komfortfunktionen wie Makro, Panoramabild oder Szenemodi fehlen. Das Objektiv ist sehr lichtschwach: An einem trüben Tag schaltet sich der LED-Blitz bei Innenaufnahmen sehr schnell automatisch zu. Bei Sonne fotografierte Aufnahmen wirken ziemlich flau, fast als läge ein Grauschleiher über ihnen. Und es fällt ein hohes Farbrauschen in fast allen Bildern auf. Zudem bleibt die Detailsschärfe hinter den Erwartungen zurück. Auch der Autofokus lässt es mit zwei bis drei Sekunden eher gemütlich angehen.
Musik-Fans können ihre Plattensammlung unterwegs anhören. Der Player bietet die standardmäßig mitgelieferten Funktionen von Android wie Playlisten und Songs nach Titel, Interpret und Album sortieren. Die Listung nach Genre fehlt. Dafür erlaubt das Handy per WLAN Zugriff auf Musikdateien auf einem Medienserver über DLNA.

Fazit: Die größte Stärke des HTC Desire Z ist die gut bedienbare Tastastur. Weiter holt das Android 2.2 Smartphone viele Punkte für seine einfache Bedienung und die reichlich vorinstallierte Software, darunter WLAN-Hotspot, Footprints, Facebook und Twitter. Eine schöne, wenn auch noch nicht ganz ausgereifte Idee steckt zudem hinter HTCSense.com - einem Dienst, mit dem der Nutzer sein Handy via Internet verwalten und Kontakte sowie SMS sichern kann. Bei der 5-Megapixel-Kamera gibt es noch Optimierungspotenzial hinsichtlich Bildqualität und Einstelloptionen. Dennoch hat HTC insgesamt ein flottes, gelungenes Smartphone ausgeliefert, dem lediglich etwas mehr Eleganz in punkto Optik nicht geschadet hätte.

DIE TECHNISCHEN DATEN

Handy-Basics

Größe

119 x 60 x 14,5 Millimeter

Gewicht

183 Gramm

Formfaktor

Schiebehandy

Betriebssystem

Android 2.2

Prozessor

800 MHz

Besonderheiten

ausfahrbare Tastatur

Akku-Laufzeit

Stand-by-Zeit im GSM-Netz in Stunden

430 Stunden

Gesprächszeit im GSM-Netz in Minuten

590 Minuten

Stand-by-Zeit im UMTS-Netz in Stunden

430 Stunden

Gesprächszeit im UMTS-Netz in Minuten

400 Minuten

Netze

GSM 900

ja

GSM 1800

ja

GSM 1900

ja

GSM 850

ja

EDGE

ja

UMTS

ja

HSDPA

ja

HSUPA

ja

Display

Größe

48 x 81 Millimeter

Auflösung

480 x 800 Pixel

Touchscreen

ja

Handhabung

Mechanische QWERTZ-Tastatur

ja

Ruftonzuordnung pro Kontakt oder Kontaktgruppe

ja

Profile

nein

Flugzeug-Modus

ja

Ausstattung

Schnittstellen

Bluetooth

ja

Bluetooth 3.0

nein

USB

ja

WLAN 802.11b/g

ja

WLAN 802.11n

ja

3,5-Millimeter-Klinkenstecker

ja

Speicher

RAM

512 MB

intern

1,5 GB

Speichererweiterung

ja

Speicherkarte im Lieferumfang

ja

GPS

GPS-Chip

ja

Navigationssoftware

Off-Board-Navi

Multimedia

Fotos

Auflösung

2592 x 1552 Pixel

Autofokus

ja

Makro

nein

Motivprogramme

nein

Bildstabilisator

nein

Optischer Zoom

nein

Videos

Auflösung

1280 x 720 Pixel

Bildstabilisator

nein

Musik

Anzahl Formate

7

Headset im Lieferumfang

ja

UKW-Radio

ja

Connectivity

Browser

ja

Push-E-Mail

ja

E-Mail-Anhänge

ja

Instant Messaging

ja

Facebook vorinstalliert

ja

Übernahme Kontakte aus Facebook ins Adressbuch

ja

Twitter-Client vorinstalliert

ja

TESTERGEBNIS (NOTEN)

Handy-Basics (30%)

2,00

Handhabung (25%)

1,35

Ausstattung (20%)

1,50

Multimedia (15%)

2,15

Connectivity (10%)

1,00

Testnote

gut (1,65)

ALLGEMEINE DATEN

Testkategorie

Handys

Handy-Hersteller

HTC

HTCs Internetadresse

www.htc.com/de/

Preis (unverbindliche Preisempfehlung)

550 Euro

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