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Macbook-Alternative

HP Spectre 13 x360 im Test

09.07.2015 | 14:40 Uhr |

Wer hohe Ansprüche ans Notebook hat, denkt meist zuerst an ein Macbook. Doch das HP Spectre 13 x360 zeigt, dass es hochwertige Alternativen zu Apple gibt.

Meine Kollegen sind sehr kritisch. Wenn ein neues Notebook ins Testcenter kommt, gibt es oft hämische Kommentare zu Design, Haptik und Materialauswahl. Nicht so beim HP Spectre 13. Das 360-Grad-Convertible überschütten sie mit Lob. Verdientermaßen, denn am edlen und makellos verarbeiteten Aluminium-Gehäuse gibt es nichts auszusetzen. HP ist bei Aussehen und Verarbeitungsqualität ganz nah dran am großen Vorbild Macbook.

Deckel, Handballenablage und Boden sind in mattem Silber gehalten, der aber fleckenanfällig ist. Gut, dass HP eine Notebook-Schutzhülle und ein Reinigungstuch beilegt. Den feinen Eindruck verstärken die silberfarbenen Tastenkappen, der schmale Displayrahmen und Details wie der erhobene Firmenschriftzug auf dem Deckel. Auch dass der geschlossene Displaydeckel absolut fest auf dem Gehäuse hält, zeigt die gute Verarbeitung: So müssen Sie nicht befürchten, dass marodierende Stifte oder Büroklammern das Display zerkratzen, wenn Sie das Notebook in Tasche oder Rucksack transportieren. Am Gehäuserand sitzen neben dem Einschalter auch noch eine Windows-Taste und eine Lautstärkewippe - spätestens daran merken Sie, dass Sie das Spectre 13 x360 auch als Tablet nutzen können.

Wenn Sie den Bildschirm nach inten klappen, wird aus dem Luxus-Notebook ein Tablet - allerdings ein schweres
Vergrößern Wenn Sie den Bildschirm nach inten klappen, wird aus dem Luxus-Notebook ein Tablet - allerdings ein schweres
© HP

Ein 360-Grad-Scharnier macht das Notebook zum Tablet

Das werden Sie wahrscheinlich nicht oft tun, denn das Convertible wiegt 1460 Gramm. Aber um hin und wieder Kollegen oder Kunden etwas auf dem Touchscreen zu zeigen, ist diese zusätzliche Funktion sinnvoll. Das Doppelleben als Notebook und Tablet erfordert ein 360-Grad-Scharnier, mit dem das Display am Gehäuse befestigt ist - was aber nicht nur Vorteile bringt. So können Sie das Notebook nur mit großer Mühe mit einer Hand öffnen. Außerdem hält das Scharnier ab einem bestimmten Winkel das Display nicht mehr fest in Position: So lässt er sich zwar leichter in die Tablet-Position weiterdrehen. Wenn Sie das Spectre aber als Notebook auf unruhigem Untergrund platzieren, etwa den Oberschenkeln oder dem Klapptisch im Flugzeug, kann er Ihnen leicht nach vorne wegkippen.

Die Referenz: Apple Macbook Pro Retina im Test

Guter Bildschirm mit hoher Auflösung

Haben Sie den Bildschirm aufgeklappt, macht er pure Freude - egal, ob als Notebook- oder Tablet. Durch die hohe Auflösung von 2560 x 1440 Pixel und den starken Kontrast sieht besonders Schrift scharf und wie gedruckt aus - perfekt für die Office-Arbeit. Das gilt natürlich nur, wenn die Programme, die Sie verwenden, die Bildschirm-Skalierung von Windows unterstützen - ansonsten können Sie höchstens mit Adleraugen etwas erkennen.

Um aus dem guten Display ein perfektes zu machen, müsste es noch ein bisschen heller sein: Dann ließe sich der Glare-Bildschirm auch unter freiem Himmel besser ablesen. Das HP Spectre schafft im Mittel 282 cd/qm, beim Macbook Pro Retina 13 und dem Dell XPS 13 liegt die Helligkeit bei rund 320 cd/qm.

Den LAN-Anschluss spart sich HP. Dafür bekommen Sie drei USB-Anschlüsse sowie HDMI- und Mini-Displayport-Ausgang.
Vergrößern Den LAN-Anschluss spart sich HP. Dafür bekommen Sie drei USB-Anschlüsse sowie HDMI- und Mini-Displayport-Ausgang.
© HP

Hohes Rechentempo ist garantiert

Tempo-Probleme werden Sie mit dem HP-Convertible keine bekommen: Die Kombination aus Core i7-5500U und 256 GB großer SSD von A-DATA sorgt für eine hohe Rechenleistung. Der Dual-Core-Prozessor kann vor allem bei Multimedia-Anwendungen seine hohe Taktrate ausspielen. Und zwar dauerhaft, denn im Test lässt sich kein Throttling feststellen, die CPU-Temperatur bleibt auch unter Dauerlast bei moderaten 80 Grad.

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Der Lüfter arbeitet dann hörbar, aber nicht störend. Das Spectre bläst die Abwärme nach links aus dem Gehäuse, erwärmt sich aber auf der Unterseite deutlich spürbar und ist deshalb nichts für den Einsatz auf den Oberschenkeln.

Nur sechs Stunden Akkulaufzeit

Der hoch getaktete Intel Core sowie die hohe Auflösung und die damit notwendige stärkere Hintergrundbeleuchtung bescheren dem Spectre einen recht hohen Stromverbrauch im Akkubetrieb: Beim WLAN-Test zieht das Notebook rund neun Watt, Notebooks mit einem Core i5 und Standard-Auflösung reichen rund sechs bis sieben Watt. Macht netto für das Spectre nur mäßige sechs Stunden Akkubetrieb.

Bequeme Tastatur, sehr großes Touchpad

Das Spectre können Sie per Finger über den Touchscreen bedienen. Oder über die gute Tastatur: Ihre Tasten haben einen angenehm gleichmäßigen Druckpunkt und einen annehmbaren Hub. Selbst beim schnellen Tippen wird die Tastatur nicht zu laut, Schnell-Tipper werden allerdings bemängeln, dass die Enter-Taste zu schmal ist. In dunkler Umgebung können Sie die Tasten beleuchten - und das hilft sollten Sie nur tun, wenn es wirklich dunkel ist. Denn sonst ist die Beschriftung aufgrund der silbernen Tastenkappen mit aktiver Beleuchtung schlechter zu lesen als ohne.

Das sehr breite und angenehm griffige Touchpad bietet viel Platz für Mehrfinger-Gesten, die das Notebook auch schnell umsetzt. Im Test kommt uns das Touchpad aber fast zu breit vor. Denn nur an den Rändern löst der Finger sicher einen Klick aus. Tippen Sie zu weit in der Mitte, was bei dem großen Touchpad-Feld häufig vorkommt, reagiert das Notebook nicht. Ungeduldige Klicker müssen die Maus-Optionen auf jeden Fall anpassen, denn das Spectre folgt zu schnellen Doppelklicks nicht.

Für den Anschluss ans Kabel-Netzwerk legt HP einen USB-LAN-Adapter bei, weil dem Spectre ein Netzwerkchip fehlt. Allerdings liefert der Adapter nur Fast-Ethernet-Tempo. Besser sind Sie deshalb mit dem schnellen AC-WLAN dran, das mit zwei Antennen arbeitet. Für Peripherie bietet das Ultrabook dank dreier USB-3.0-Anschlüsse viele Anschlussgelegenheiten. Außerdem können Sie externe Monitore per HDMI oder Mini-Displayport anbinden: Damit sollte sowohl zu Hause als auch im Büro keine Anschlussprobleme geben.

Die Konkurrenten

Apple Macbook Pro 13 Retina: Das Macbook ist in fast allen Belangen einen Tick besser - schneller, helleres Display, längere Akkulaufzeit. Aber bei gleicher Ausstattung deutlich teurer. 

Der ausführliche Test

Der beste Preis

Dell XPS 13: Ebenfalls ein Hingucker ist das Dell-Notebook mit dem extrem schmalen Displayrahmen. Der Bildschirm ist grandios, dafür ist es etwas schelchter ausgestattet als das Spectre 13.

Der ausführliche Test

Der beste Preis

HP Spectre 13 x360 im Test: Fazit

Das HP Spectre 13 x360 ist ein absolut feines Stück Hardware. Es vereint nicht nur Notebook und Tablet, sondern auch ein edles Äußeres mit hohem Rechentempo und einem guten Touchscreen-Display. Nur bei der Akkulaufzeit spielt es nicht in der absoluten Spitzenklasse. Trotzdem sollte es die erste Wahl sein, wenn Sie sich ein Luxus-Notebook wünschen, aber trotzdem aufs Geld schauen: Denn das Spectre 13 ist bei gleicher Ausstattung günstiger als die direkte Konkurrenz.

TESTERGEBNIS (NOTEN)

HP Spectre 13 x360

Testnote

2.56 (befriedigend)

Preis-Leistung

teuer

Mobilität (35 %)

3,72

Bildschirm (20 %)

2,77

Geschwindigkeit (15 %)

1,90

Ausstattung (15 %)

2,21

Tastatur (5 %)

2,08

Umwelt und Gesundheit (5 %)

3,00

Service (5 %)

2,60

DIE TECHNISCHEN DATEN

HP Spectre 13 x360

Prozessor (Taktrate)

Intel Core i7-5500U (2,40 GHz)

verfügbarer Arbeitsspeicher (eingebauter Arbeitsspeicher), Typ

8100 MB (8192 MB), DDR3-1600

Grafikchip (Grafikspeicher)

Intel HD Graphics 5500 (1024 MB vom Arbeitsspeicher)

Bildschirm: Diagonale, Auflösung, Typ

13.3 Zoll (33.8 Zentimeter), 2560 x 1440, spiegelnd

Festplatte

237,5 GB (nutzbar)

optisches Laufwerk

- (-)

Betriebssystem

Windows 8.1 (64 Bit)

LAN

Fast Ethernet (über USB-Adapter)

WLAN

802.11ac (2x2)

Bluetooth

Bluetooth 4.0

Schnittstellen Peripherie

3x USB 3.0 (2 rechts, 1 links), 1x Kartenleser (links, SD)

Schnittstellen Video

1x HDMI (rechts), 1x Mini-Displayport (rechts), 1x Webcam

Schnittstellen Audio

analoger Anschluss (rechts, Ein-/Ausgang kombiniert)

GESCHWINDIGKEIT

HP Spectre 13 x360 (Note: 1,90)

Geschwindigkeit bei Büro-Programmen

93 Punkte (von 100)

Geschwindigkeit bei Multimedia-Programmen

88 Punkte (von 100)

Geschwindigkeit bei 3D-Spielen

62 Punkte (von 100)

Startzeit

20 Sekunden

BILDSCHIRM

HP Spectre 13 x360 (Note: 2,77)

Größe

33,8 Zentimeter / 13.3 Zoll

Auflösung

2560 x 1440 Bildpunkte

Punktedichte

221 dpi

Helligkeit

282 cd/m²

Helligkeitsverteilung

80 %

Kontrast

890:1

Entspiegelung

gering

MOBILITÄT

HP Spectre 13 x360 (Note: 3,72)

Akkulaufzeit

6:07 Stunden

Gewicht: Notebook (mit Akku) / Netzteil

1460 / 360 Gramm

UMWELT UND GESUNDHEIT

HP Spectre 13 x360 (Note: 3,00)

Betriebsgeräusch: geringe /hohe Last

0,1 / 1,7 Sone

Erwärmung (Grad Celsius): Oberseite / Unterseite

43,6 / 52,0  

ALLGEMEINE DATEN

HP Spectre 13 x360

Internetadresse von HP

www.hp.com/de

Preis (unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers / Straßenpreis)

1299 Euro / 1250 Euro

Technische Hotline

069/29993434

Garantiedauer

24 Monate

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