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HP Netbook Compaq Mini 311

15.10.2009 | 14:00 Uhr

Das HP Netbook Compaq Mini 311 hat Nvidias Ion-Grafikchip an Bord. Er verspricht High Definition und Spielespass auf Netbooks.

Testbericht zum HP Netbook Compaq Mini 311

Zum Testen lag uns ein Vorseriengerät des HP Netbook Compaq Mini 311 vor. Es war mit 3GB Arbeitsspeicher und Windows 7 Starter ausgestattet. HP will die Netbook-Serienmodelle mit 1 GB RAM und Windows XP Home ausliefern. Der Preis soll bei rund 400 Euro liegen.
Das Ausstattungs-Highlight des HP Netbook Compaq Mini 311 ist der Grafikchipsatz Geforce 9400M von Nvidia, auch Ion genannt. Er soll angeblich die rechenschwachen Netbooks fit machen für die HD-Videos und Spiele. Der Atom-Prozessor sowie die Chipsatzgrafik der meisten Netbooks haben dafür nicht genug Power.

HP Netbook Compaq Mini 311: 3D-Leistung
Mit dem Ion-Chipsatz wird das HP Netbook Compaq Mini 311 wirklich spieletauglich - wenigstens ein bisschen. Beim 3D Mark 06 schaffte das HP Netbook 1450 Punkte – meistens erreichen Netbooks höchstens 80 bis 100 Punkte. Bisher lieferte der Grafikchipsatz ATI Radeon Xpress 1250 des Medion Akoya E1311 das beste Ergebnis: Selbst er fällt aber mit seinen 304 Punkten meilenweit gegen den Ion im HP Netbook Compaq Mini 311 ab. Das schnellere Tempo geht ganz aufs Konto des Grafikchipsatzes: Das HP Netbook Compaq Mini 311 war im CPU-Part des 3D Mark 06 mit 482 Punkten gleich schnell wie Netbooks mit Intel Atom.
Auch im älteren 3D Mark 03 verwies das HP Netbook Compaq Mini 311 die Konkurrenz in die Grenzen: Der Ion-Chipsatz sahnte 4251 Punkte ab. Das Medion Akoya E1311, der bisherige Spitzenreiter, erreichte nur 1301 Punkte, die meisten anderen Netbooks schaffen etwa 750 Punkte.

Netbooks: 3D-Leistung im Vergleich

Netbook

Grafikchip

3D Mark 06(Punkte)

3D Mark 03(Punkte)

HP Netbook Compaq Mini 311

Nvidia Geforce 9400M

1450

4251

Medion Akoya E1311

ATI Radeon Xpress 1250

304

1301

Samsung N120

Intel GMA 950

92

731

HP Netbook Compaq Mini 311: die Spiele-Leistung
Der Geforce 9400M des HP Netbook liegt auf dem Niveau von etwa zwei Jahre alten Einsteiger-Karten für Notebooks wie der ATI Mobility Radeon 2400 oder der Nvidia Geforce 8400M GS. Das ist ein sichtbarer Fortschritt, bedenkt man, dass die Intel Technik in den meisten Netbooks rund vier Jahre alt ist.
Trotzdem ist das HP Netbook Compaq Mini 311 für aktuelle Spiele aber zu langsam: Der Ion-Chipsatz des HP Netbooks quält sich z.B. bei World in Conflict zu drei Bildern pro Sekunde bei einer Auflösung von 1024 x 768 Pixeln und mittleren Details. Selbst bei der Detailstufe "Sehr niedrig", kamen nur zwölf Bilder pro Sekunde heraus.
Doch mit älteren oder grafisch weniger anspruchsvollen Spielen kommt das HP Netbook Compaq Mini 311 zurecht: So läuft der Shooter Far Cry (5 Jahre alt) bei minimaler Detailstufe auf dem HP Netbook immerhin mit 41 Bildern/Sekunde. In der maximalen Detailstufe ruckelt es aber bei 19 Bildern/Sekunde.

HP Netbook Compaq Mini 311: HD-Wiedergabe
Als Spiele-Rechner kann das HP Netbook Compaq Mini 311 ein Notebook also nicht ersetzen. Aber vielleicht ist das HP Netbook mit Ion als günstiger Player für High-Definition-Videos geeignet: So können Sie hochwertige Videos unterwegs und zuhause abspielen, wenn Sie das HP Netbook per HDMI-Ausgang mit einem großen LCD-Fernseher verbinden.
Netbooks scheiterten bisher spätestens bei 1080p-Videos. Auch 720p-Filme, die mit H.264 codiert warten, liefen häufig nur ruckelnd. Und das selbst auf Netbooks, die mit Intels-Poulsbo-Chipsatz ausgestattet sind, der diesen Codec eigentlich technisch unterstützt.

Das HP-Ion-Netbook Compaq Mini 311 macht Schluss mit diesen Problemen. Ob 1080p oder 720p, ob mit H.264 oder WMV codiert: Das HP Netbook Compaq Mini 311 spielte alle HD-Videos ruckelfrei ab, die CPU-Last war dabei zwischen 50 und 80 %. Der Ion-Chipsatz hält also sein Versprechen und ermöglicht die HD-Wiedergabe auf dem HP Netbook trotz rechenschwacher CPU.
Flash Videos bleiben auf dem HP Netbook allerdings weiterhin problematisch: Hier trägt der Prozessor noch immer die Hauptlast beim Abspielen. Auch das HP Netbook Compaq Mini 311 scheiterte deshalb an den meisten Flash-Videos, wenn sie eine höhere Qualität bieten als der You-Tube-Standard. Künftig soll der Grafikchip aber auch bei Flash-Videos den Prozessor entlasten – das soll z.B. ab Version 10.1 beim Adobe Flash Player der Fall sein.

HP Netbook Compaq Mini 311: Akkulaufzeit
Der Leistungssprung beim HP Netbook durch den Ion-Chipsatz drückt allerdings auf die Akkuleistung: Das HP Netbook Compaq Mini 311 hatte mit dem 6-Zellen-Akku beim Surfen per WLAN nur Kondition für 3,5 Stunden. Beim Videoschauen waren es kaum über drei Stunden. Trotz der stromsparenden CPU war die Leistungsaufnahme des HP Netbook Compaq Mini 311 dabei etwa so hoch, wie man das von Standard-Notebooks mit Chipsatz-Grafik kennt. Rund acht Watt lag sie höher als bei vergleichbaren 11,6-Zoll-Netbooks. Nvidia muss hier noch an den Treibern feilen.

Fazit: Schon als Vorserienmuster überzeugte das HP- Netbook Compaq Mini 311 auf ganzer Linie: Erstmals taugt ein Netbook halbwegs zum Spielen, erstmals kann man auf einem Mini-Notebook problemlos HD-Videos abspielen. Mit dem Ion Chipsatz im HP Netbook fällt ein wichtiger Leistungsunterschied zwischen Notebook und Netebook weg.
Das HP Netbook Compaq Mini 311 fiel allerdings auch durch hohen Leistungsverbrauch und entsprechend kurze Akkulaufzeit auf. Ein Test der Seriengeräte wird hier Klarheit schaffen, ob man für das Tempo-Plus bei Ion-Netbooks wirklich so viel Akkulaufzeit opfern muss wie beim Vorseriengerät des HP Netbook Compaq Mini 311.

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