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HP Elitepad 900 im Test

08.04.2013 | 14:30 Uhr |

Windows 8 Pro soll Tablets mit dem neuen Betriebssystem den Durchbruch bringen: Warum das nicht gelingt, zeigt der Test des HP Elitepad 900.

Als Tablet-Betriebssystem können sich Windows 8 und RT nicht richtig gegen Android und iOS durchsetzen. Viele Hersteller hoffen deshalb auf Windows 8 Pro: Die Profi-Variante soll Unternehmen von Windows-8-Tablets überzeugen. Denn mit diesem Betriebssystem sollen sich die Geräte einfacher ins Firmen-Netzwerk integrieren und besser absichern lassen.

HP schickt das Elitepad 900 mit Windows 8 Pro ins Rennen. Das Tablet mit 10,1-Zoll-Display macht schon auf den ersten Blick einen professionellen Eindruck: Es sitzt in einem stabilen, silberfarbenen Aluminiumgehäuse. Das Display ist mit Gorilla Glas 2 geschützt. Hinten oben sitzt eine schwarze Leiste, hinter der sich die Antennen und der NFC-Chip verbergen. Dass das Elitepad 900 kein Spaß-Tablet ist, beweist HP unfreiwillig durch die spitz zulaufenden Kanten des Gehäuses: Es fühlt sich unangenehm an, wenn Sie das Tablet länger festhalten. Der SIM-Karten-Schacht und der Micro-SD-Leser sitzen hinter einer Plastikkappe, die Sie mit einer Büroklammer öffnen müssen, ein passendes Werkzeug liegt dem Elitepad nicht bei.

Das Elitepad 900 steckt in einem stabilen Aluminiumgehäuse
Vergrößern Das Elitepad 900 steckt in einem stabilen Aluminiumgehäuse

Komplette Kommunikation an Bord

Nicht nur mit Windows 8 Pro unterstreicht HP die Business-Orientierung des Elitepad 900: An Bord sind Dual-Band-WLAN, Bluetooth, GPS und auch 3G (HSPA+). Das WLAN arbeitet über 2,4 GHz instabil, die Verbindung zum Router bricht häufig ab. Über 5 GHz rennt es dagegen und das Elitepad 900 liefert Top-Datenraten. Ebenfalls absolut geschäftstüchtig ist die Web-Kamera, die Videokonferenzen in Full-HD-Auflösung erlaubt: Bei normaler Bürobeleuchtung erscheint das Bild gut ausgeleuchtet und detailliert, selbst bei zappeligen Gesprächspartnern ruckelt es kaum. Nur die Farben wirken etwas flau. Die Schnappschuß-Kamera auf der Rückseite macht Aufnahmen mit 8 Megapixel und bietet eine Foto-LED.

Geschwindigkeit und Multimedia

HP Elitepad 900 (Note: 2,24)

Browser: Geschwindigkeit (Sunspider) / PC Mark 7 (Lightweight) / mittlere Ladezeit für Webseiten

950.9 Millisekunden / 917 Punkte / 4,70 Sekunden

WLAN-Geschwindigkeit

62,2 MBit/s

Startzeit: aus ausgeschaltetem Zustand / aus Bereitschafts-Modus

25 / 1 Sekunden

HD-Videos auf TV/Monitor

flüssig / flüssig

Geschäftstaugliche Software

Die vorinstallierte Software ist nicht durchgängig Business-lastig - obwohl Sie auch Skype und Evernote geschäftlich einsetzen können. Interessanter ist beispielsweise HP Pagelift: Damit fotografieren Sie Dokumenten oder Whiteboards - die Software schneidet die Bilder automatisch zu und sie lassen sich als JPEG oder PDF abspeichern. Mit HP Client Security lässt sich der Tablet-Speicher verschlüsseln und mit dem HP Wireless Hot Spot zum Access Point umfunktionieren: Im Hotel surfen Sie dann nicht über das teure WLAN, sondern bringen das Internet über die 3G-Verbindung des Tablets zu WLAN-fähigen Geräten. Allerdings sind diese Tools nicht ideal auf das Tablet abgestimmt: Manchmal verdeckt die Bildschirm-Tastatur Eingabefelder des Programms und Sie sehen nicht, was Sie tippen - was bei einer Passworteingabe sehr stört.

Mehr Anschlüsse kosten

Von der 64 GB eingebauten Speicher sind noch rund 40 GB frei, per Micro-SD-Leser lässt er sich erweitern. Auf einen USB-Anschluss verzichtet HP: Stattdessen liegt ein USB-Adapter für den Docking-Anschluss des Tablets bei - so lässt sich ein Stick oder ein Drucker mit dem Tablet verbinden. Wer mehr Anschlüsse benötigt, muss ein sogenanntes Expansion Jacket kaufen: Diese Hülle bietet unter anderem USB, HDMI und SD-Kartenleser und kostet rund 120 Euro. Außerdem bietet HP ein Expansion Jacket mit Zusatzakku für rund 215 Euro an. Trägt das Elitepad diese Erweiterungsjacke, wächst sein Gewicht von 634 auf knapp 900 beziehungsweise knapp 1100 Gramm.

Geringe Bildschirmauflösung

Während die meisten Windows-Tablets eine Displayauflösung von 1366 x 768 Bildpunkten bieten, zeigt das Elitepad nur 1280 x 800: Die Punktedichte liegt dadurch niedriger, aber die höhere vertikale Auflösung bringt bei Tabellen und Webseiten etwas mehr Inhalt auf den Schirm. Der Nachteil: Windows Snap funktioniert nicht, Sie können also nicht zwei Apps nebeneinander anzeigen - ausgerechnet diese Funktion bewirbt Microsoft als besonders produktivitätsfördernd. Ansonsten bewegen Sie sich mit dem Elitepad flüssig durch die Kacheloberfläche von Windows. Die Rechenleistung des Atom-Prozessors Z2760 (1,8 GHz) liegt allerdings nur knapp über Netbook-Niveau und deutlich unter dem, was aktuelle Billig-Notebooks leisten: Das reicht für Texte und Tabellen. Sobald es aufwändiger wird oder Multi-Tasking gefragt ist, reagiert das Elitepad zäh. Die Bildqualität ist ordentlich: Der Bildschirm leuchtet recht hell und ist sehr blickwinkelstabil. Der Kontrast ist allerdings nur mäßig und auch Farben stellt er nicht besonders satt dar. Für ein Arbeitsgerät passt das schon - auch wenn sich der Geschäftsmann vielleicht ein entspiegeltes Display wünschen würde.

Bildschirm

HP Elitepad 900 (Note: 2,86)

Diagonale / Auflösung / Punktdichte

10,1 Zoll (25,7 Zentimeter) / 1280 x 800 Bildpunkte / 149 dpi

Helligkeit / Kontrast / Entspiegelung

339 cd/m² / 738:1 / gering

Einen Wunsch erfüllt das Elitepad 900 aber nicht: Den nach einer langen Akkulaufzeit. Im Test kommt es über sechs bis 6,5 Stunden nicht hinaus.

Mobilität

HP Elitepad 900 (Note: 3,35)

Akkulaufzeit: Internetzugriff per WLAN / Video abspielen

5:41 Stunden / 6:28 Stunden

Gewicht (mit Akku) / Gewicht Netzteil

634 / 152 Gramm

HP Elitepad 900 im Test: Fazit

Als Tablet macht das Elitepad seine Sache ordentlich: Es lässt sich im Kachelmodus flüssig bedienen, der Bildschirm ist okay, die Verarbeitung überzeugt. Allerdings ist es nicht besser als Android- und iOS-Geräte in dieser Preisklasse - vor allem die mäßige Akkulaufzeit enttäuscht.

Auch als Alternative zu einem mobilen Arbeits-Notebook überzeugt es nicht. Zwar ist es deutlich günstiger als zum Beispiel ein Ultrabook mit 3G, dafür bei Standard-Windows-Programmen aber auch deutlich rechenschwächer. Windows 8 Pro macht es vielleicht bei der IT-Abteilung im Unternehmen attraktiv. Die Mitarbeiter werden aber lieber weiterhin zu iPad und Co. greifen.

Testergebnis (Noten)

HP Elitepad 900

Testnote

gut ( 2,36 )

Preis-Leistung

teuer

Bedienung (25 %)

1,77

Mobilität (20 %)

3,35

Bildschirm (20 %)

2,86

Ausstattung (17 %)

1,60

Geschwindigkeit und Multimedia (15 %)

2,24

Service (3 %)

2,37

Ausstattung

HP Elitepad 900 (Note: 1,60)

Prozessor

Intel Atom Z2760 (1,8 GHz)

Maße (L x B x H)

26 x 17,8 x 0,95 Zentimeter

Betriebssystem

Windows 8 Pro (32 Bit)

eingebauter Speicherplatz (Art)

64 GB (Flash)

Wireless-LAN / Bluetooth / UMTS / GPS

11n Dual-Band / 4.0 / 21 MBit/s / ja

USB

nein

HDMI

nein

Kartenleser (Formate)

ja (Micro-SD)

Einschub für SIM-Karte

ja

Kamera

ja (3264 x 2448 Pixel)

Internetkamera

ja (1920 x 1080 Pixel)

Dockinganschluss

1

Audioausgang

1

Mikrofon

ja

Lieferumfang

Netzteil, USB-Adapter

Bedienung

HP Elitepad 900 (Note: 1,77)

Bildschirm / Bildschirm-Tastatur / Mehrfinger-Gesten / Bildschirm-Technik

sehr angenehm / angenehm / ja / kapazitiv

Spracheingabe

ja

Service

HP Elitepad 900 (Note: 2,37)

Handbuch: deutsch / gedruckt / umfangreich / als PDF

ja / ja / nein / nein

Garantie

24 Monate

Service-Hotline / deutsch / Wochenenddienst / Erreichbarkeit / durchgehend / per E-Mail erreichbar

01805/258143 / ja / nein / 10 Stunden / ja / ja

Internetseite / deutsch / Handbuch verfügbar / Treiber verfügbar / Hilfsprogramme verfügbar

www.hp.com/de / ja / ja / ja / ja

Allgemeine Daten

HP Elitepad 900

Internetadresse von HP

www.hp.com/de

Preis (unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers / Straßenpreis)

849 Euro / 815 Euro

Technische Hotline

01805/258143

Garantie

24 Monate

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