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AMDs neue Grafik-Generation

HIS Radeon R9 280X im PC-WELT-Test

08.10.2013 | 06:01 Uhr |

AMD spendiert der Tahiti-GPU der Radeon HD 7970 GHz-Edition ein Schönheits-Makeover: Die neue Radeon R9 280X ist nur eine Umetikettierung, von den technischen Daten bleibt alles gleich. AMD hat nur an Feinheiten geschraubt, die sich durchaus bemerkbar machen. Und vor allem eine Sache macht die Grafikkarte interessant: der Preis!

AMD hat sich wohl lange genug von Nvidia auf der Nase herumtanzen lassen: Der Chip-Hersteller launcht gleich eine gesamte neue Grafikkarten-Generation mit den neuen "Volcanic Islands"-GPUs und macht Schluss mit dem allgemeinen Trend, tröpfchenweise neue Modelle auf den Markt zu bringen. Ziel der neuen Karten ist es nicht nur das beste Preis-Leistungs-Verhältnis zu bieten, sondern auch einen nützlichen Mehrwert gegenüber der Konkurrenz zu bieten. Dazu gehören die Kompatibilität für Anwendungen in 4K (oder Ultra-HD) und die Unterstützung neuster Programmierschnittstellen wie DirectX 11.2 oder OpenGL 4.3.

Neues Namensschema für AMD-Grafikkarten

AMD führt ein neues Namensschema ein.
Vergrößern AMD führt ein neues Namensschema ein.

Bisher ließ sich die Leistungsfähigkeit der Grafikbeschleuniger von AMD recht simpel am Modellnamen ablesen: Eine Radeon HD 79 XX bezeichnete das High-End-Segment, Radeon HD 77 XX war für Einsteiger gedacht. Konsequenterweise müsste nun also die Radeon-HD-8000-Serie folgen – allerdings bleibt es nur beim "müsste". Der Hersteller krempelt das Schema komplett um. Die neue Generation lässt sich am aktuellen Test-Sample "HIS Radeon R9 280X" leicht erklären. Die Zahl nach dem "R" steht für die Leistungsklasse, R9 ist bezeichnend für das potenteste Segment, die R7-Modelle sind somit etwas leistungsreduzierter. Die darauf folgenden Zahlen beschreiben die Grafikkarte genauer, wobei eine 290X das Maximum darstellt.

Hardware-Ausstattung im Detail

Bekannte Tahiti-GPU im Detail.
Vergrößern Bekannte Tahiti-GPU im Detail.

Wer eine brandneue GPU im Inneren der R9 280X vermutet, der liegt leider falsch. Vielmehr hat AMD Arbeit unter der Haube betrieben, beim Chip handelt es sich um den guten alten Tahiti-XT-Grafikprozessor der Vorgänger-Generation "Southern Islands", die ihr Debüt in der AMD Radeon HD 7970 feierte. Die Basis bildet also die Graphics-Next-Core-Architektur (GNC), die über 4,3 Milliarden Transistoren auf einer Chipfläche von 365 Quadratmillimetern vereint. Nach wie vor sorgen 2048 Shader-Einheiten für die Grafikeffekte, viel hat sich also nicht geändert. Auch bei den Taktraten haben wir 1050 MHz beim Grafikchip-Takt, physikalische 1500 MHz beim Speichertakt. Die technischen Daten lesen sich exakt wie die der AMD Radeon HD 7970 GHz-Edition. In folgender Tabelle haben wir nichtsdestotrotz die technischen Daten noch einmal mit anderen Top-Modellen verglichen. Wirklich brandneuee Chips kommen wohl nur in den folgenden Karten zum Einsatz: Radeon R9 270X, R9 270 und wohl im noch nicht veröffentlichten Spitzenmodell Radeon R9 290X , die im Netz schon als "Titan-Killer" die Runde macht.

Grafikkarten-Oberklasse: Technische Daten im Vergleich

 

HIS Radeon R9 280X

Nvidia Geforce GTX 780

Nvidia Geforce GTX 680

AMD Radeon HD 7970 GHz

Grafikchip

Tahiti XT2

GK110

GK104

Tahiti XT2

Fertigung

28nm

28nm

28nm

28nm

Chipfläche

380 qm²

551 qm²

294 qm²

380 qm²

Chiptakt

1.000 MHz

863 MHz

1.006 MHz

1.000 MHz

Shader-Einheiten

2.048

2.304

1.536

2.048

Textur-Einheiten

128

192

128

128

GDDR5-Speicher

3.072 MB

3.072 MB

2.048 MB

3.072 MB

Speichertakt (effektiv)

6.000 MHz

6.008 MHz

6.008 MHz

6.000 MHz

Speicheranbindung

384 Bit

384 Bit

256 Bit

384 Bit

Speicherbandbreite

288 GBit/s

288 GBit/s

192 GBit/s

288 GBit/s

Maximaler TDP (Herstellerangaben)

250 Watt

250 Watt

195 Watt

250 Watt

Preis

299 Dollar

540 Euro

320 Euro

290 Euro

Zweimal Displayport, einmal HDMI und einmal DVI.
Vergrößern Zweimal Displayport, einmal HDMI und einmal DVI.
© HIS

Auf dem Datenblatt ändert sich also nicht viel. Das aktuelle Nvidia-Flaggschiff Geforce GTX 780 trumpft mit mehr Shader- und Textur-Einheiten sowie flotterem Speichertakt auf. Bei unserem AMD-Test-Sample von Boardpartner HIS verfügt die Grafikkarte über zwei Displayports, einmal HDMI sowie einmal Dual-Link-DVI. Der große Grafikspeicher und das breite Speicherinterface kommt besonders in hohen Auflösungen zum Tragen. Für Battlefield 4 empfehlen wir übrigens mindestens 3 GB Videospeicher!

TECHNISCHE DATEN

HIS Radeon R9 280X

Grafikprozessor

AMD Tahiti

GPU-Takt

1050 MHz

Anschluss

PCI Express x16 3.0

Anzahl der Shader

2048

Shader-Takt

1050 MHz

DirectX-Version

11.1

Speicher-Größe

3072 MB

Speicher-Typ

GDDR5-RAM

Speicher-Takt

1500 MHz

Speicher-Busbreite

384 Bit

Grafikkarten-Bios

015.039.000.001.000000

Grafikkarten-Treiber

Catalyst 13.11 (13.200.16.0)

Kartenlänge

29,9 Zentimeter

Kartenbreite

2 Steckplätze

Stromanschluss

2x (1x 8polig, 1x 6polig)

AUSSTATTUNG

HIS Radeon R9 280X (NOTE: 4,15)

Video-Anschlüsse

 

Mini-Displayport

2

HDMI

1

DVI

1

beigelegte Adapter

1x DVI-auf-VGA, 1x Crossfire-Brücke

beigelegte Programme

nicht vorhanden

beigelegte Spiele

nicht vorhanden

Anzahl der gleichzeitig anschließbaren Bildschirme

4

AMD Never Settle Forever: Freie Spielwahl

AMD Never Settle Forever im Detail.
Vergrößern AMD Never Settle Forever im Detail.

Mit " Never Settle " bietet AMD ein interessantes Spiele-Bundle für seine Radeons an: Käufer einer Radeon-HD-Grafikkarte erhielten je nach Leistunsstufe zwei bis maximal neun Spiele beim Kauf für lau dazu. Der Chip-Hersteller hat das Paket nun verfeinert und "Never Settle Forever" ins Leben gerufen. Anstatt sich nun auf fest vorgegebene Spiele zu beschränken, hat der Nutzer nun die freie Wahl, die sich in drei Klassen aufteilt. Mit der Radeon-Gold-Prämie dürfen Sie drei Vollversionen aus elf Titeln nun selbst wählen – oder beispielsweise nur eins aussuchen und die zwei anderen für spätere Releases aufheben. Battlefield 4 soll ein heißer Kandidat sein, der angeblich bald ins Never-Settle-Programm Einzug findet. Mit der Silber-Prämie sind es nur noch zwei Spiele aus neun und bei Bronze nur noch eins aus sieben Games. Die Prämien richten sich natürlich nach gekaufter Grafikkarte. Darunter befinden sich Spiele wie Hitman Absolution, Tomb Raider, Far Cry 3 oder Saints Row IV. Mehr Details gibt es auf der offiziellen AMD-Webseite .

Konkurrenz für DirectX: AMD stellt Mantle vor

Mit Mantle stellt AMD einen neue Programmierschnittstelle vor, die es Entwicklern erlaubt, PC-Spiele konsolenähnlich zu erstellen. Ziel ist es, den Programmieraufwand zu verringern und dennoch die Leistung zu steigern. So steht Mantle also in direkter Konkurrenz zum offenen Standard OpenGL sowie Microsofts etablierter API DirectX, genauer gesagt Direct3D. Optimiert ist Mantle natürlich auf GNC-Grafikchips, die auch in den Next-Generation-Konsolen Xbox One und Playstation 4 ihre Dienste verrichten. Somit stehen die Zeichen für Mantle nicht einmal schlecht, denn AMD deckt somit fast den gesamten Gaming-Markt ab.

Die Vorteile der Mantle-API.
Vergrößern Die Vorteile der Mantle-API.
© AMD

Die "Low-Level-API" gibt Programmierern die Möglichkeit, die Funktionen der GNC-Grafikprozessoren vollständig auszureizen, da die Entwicklung sehr Hardware-nah erfolgt, eben ähnlich wie bei Konsolen. Weiterer positiver Nebeneffekt ist die verbesserte Einbindung der CPU. Mantle soll zum Beispiel die Kraft der AMD-FX-Prozessoren mit acht Rechenkernen vollständig ausnutzen. Die Leistungssteigerung hat durchaus positive Folgen: Selbst günstige Grafikkarten könnten somit aufwändige Effekte darstellen. Bei Battlefield 4 soll ein Patch folgen, der nachträglich die Mantle-Unterstützung für Grafikkarten mit GNC-Chips ermöglichen soll.

GPGPU- / Multimedia-Leistung: flott dank neuster Standards

Sehr gute Direct-Compute-Leistung!
Vergrößern Sehr gute Direct-Compute-Leistung!

Die GPGPU-Leistung prüfen wir mit Hilfe von zwei kostenlosen Benchmarks, die die beiden weit verbreiteten Programmierschnittstellen Direct Compute und OpenCL auf den Prüfstand stellen. In Computemark erfolgt der Test der ersteren API, die mit Hilfe verschiedener Anwendungen wie zum Beispiel eines Ray-Tracing-Tests die GPU fordert. Das Ergebnis ist mit knapp 2000 Punkten einer Oberklasse würdig, wenig überraschend ist allerdings die Tatsache, dass es sich fast exakt auf dem Niveau einer Radeon HD 7970 GHz-Edition befindet. Umso besser ist die OpenCL-Leistung, die dank neuster Standards auf über 2500 Punkte klettert! In unserer Datenbank übertrifft das Resultat sogar eine übertaktete 7970!

MULTIMEDIA-LEISTUNG

HIS Radeon R9 280X (NOTE: 1,80)

Direct Compute (Computemark, 1920 x 1080 Pixel, Preset: Complex)

1982 Punkte

OpenCL-Leistung (Luxmark 2.0, Sala-Benchmark)

2509 Tausend Samples/Sekunde

Spiele-Leistung: ganz passabel

Ergebnis aller drei Stages.
Vergrößern Ergebnis aller drei Stages.

Die Spiele-Leistung wartet ebenfalls mit wenig Überraschungen auf. Klar ist auf jeden Fall, dass die HIS R9 280X jedes Spiel auf dem Markt problemlos beschleunigen kann. Doch eine Nvidia Geforce GTX 780 zieht klar am Konkurrenten vorbei, die Bildraten sind bedingt durch den neueren Treiber leicht höher als beim Referenzmodell der Radeon HD 7970 GHz-Edition. Insgesamt sind die Ergebnisse nicht schlecht, einen großen Leistungssprung dürfen Sie im Hinblick auf die Vorgänger-Generation aber nicht erwarten.

SPIELE-LEISTUNG

HIS Radeon R9 280X (NOTE: 1,28)

Battlefield 3: Ultra-Voreinstellungen, 4xAA, 8xAF (1.920 x 1.080)

69 Bilder/s

Anno 2070: sehr hohe Voreinstellungen, 4xAA, 8xAF (1.920 x 1.080)

100 Bilder/s

Tomb Raider: sehr hohe Voreinstellungen, 4xAA, 8xAF (1.920 x 1.080)

63 Bilder/s

DirectX 11 (3DMark: 1920 x 1080 Pixel, Ice Storm)

140 520 Punkte

DirectX 11 (3DMark: 1920 x 1080 Pixel, Cloud Gate)

24 244 Punkte

DirectX 11 (3DMark: 1920 x 1080 Pixel, Fire Strike)

7572 Punkte

Umwelt-Eigenschaften: spart nicht am Strom

Das Kühldesign IceQ von HIS leistet gute Arbeit.
Vergrößern Das Kühldesign IceQ von HIS leistet gute Arbeit.
© HIS

Besonders zurückhaltend war die Radeon-HD-7900-Serie noch nie. Unter Last messen wir auch bei der HIS R9 280X eine Leistungsaufnahme der gesamten Testplattform von 344 Watt, im Leerlauf sind es 92 Watt. Die Lautstärke hält sich dank des Custom-Kühldesigns IceQ in Grenzen, wir messen hier maximal 1,5 Sone. Hinweis: Wir messen die Lautstärke mit einem Richtmikrofon in 50 Zentimeter Entfernung zur offenen Testplattform. Auch die Temperatur befindet sich auch unter Volllast auf einem niedrigen Niveau, höchstens 69 Grad Celsius sind es laut unserer Temperaturanzeige.

UMWELT UND GESUNDHEIT

HIS Radeon R9 280X (NOTE: 3,24)

Stromverbrauch des Test-PCs: Leerlauf

92 Watt

Stromverbrauch des Test-PCs: Last

344 Watt

Betriebsgeräusch: Leerlauf

0,5 Sone

Betriebsgeräusch: Last

1,5 Sone

Temperatur: Leerlauf

33° Celsius

Temperatur: Last

69° Celsius

Test-Fazit zur HIS Radeon R9 280X

Was sich hinter der HIS Radeon R9 280X verbirgt ist keine neue Grafikkarte, lediglich die Modellbezeichnung hat sich geändert. Denn Herzstück bildet eine längst veröffentlichte GPU aus der 7900-Serie. Der Hersteller hebt auch keinen Takt an oder verändert sonst etwas an der Hardware. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass sich das Sample im Test fast genau wie eine AMD Radeon HD 7970 GHz-Edition schlägt: Oberklasse, wenn auch dezent eingerostet im Vergleich zur aktuellen Nvidia-Generation. Hervorzuheben ist jedoch die gute Computing-Leistung, die seinesgleichen sucht. Doch besonderer Kaufanreiz ist der Preis, der bereits beim Marktstart recht niedrig ist. AMD empfiehlt 299 US-Dollar, was hierzulande etwa 220 Euro entspricht. Dadurch bietet die Grafikkarte das beste Preis-Leistungsverhältnis auf dem Markt. Da lässt es sich auch verschmerzen, dass der Stromverbrauch recht hoch ist. Verkaufsstart ist der 11. Oktober 2013, die alten Serien ersetzt der Hersteller mit den neuen Modellen. Der definitive Preis für Deutschland ist noch nicht bekannt, wir reichen ihn hier nach.

Update vom 8. Oktober 2013: AMD hat uns nun die unverbindliche Preisempfehlung für eine AMD R9 280X genannt, die sich auf 249 Euro beläuft. Ziemlich erschwinglich für die gebotene Leistung!

TESTERGEBNISSE (NOTEN)

HIS Radeon R9 280X iPower Turbo Boost

Testnote

gut (2,41)

Preisurteil

günstig

Multimedia-Leistung (30%)

1,80

Spiele-Leistung (30%)

1,28

Ausstattung (20%)

4,15

Umwelt und Gesundheit (15%)

3,24

Service (5%)

2,37

Service

HIS Radeon R9 280X iPower Turbo Boost (NOTE: 3,37)

Garantiedauer

24 Monate

Service-Hotline / deutsch / Wochenenddienst / Erreichbarkeit / durchgehend / per E-Mail erreichbar

01805/6666838 / ja / nein / 4 Stunden / ja / ja

ALLGEMEINE DATEN

HIS Radeon R9 280X iPower Turbo Boost

Testkategorie

Grafikkarten

Grafikkarten-Hersteller

HIS

Internetadresse von HIS

www.hisdigital.com/de

Preis (unverbindliche Preisempfehlung)

290 Euro

HISs technische Hotline

01805/6666838

Garantie des Herstellers

24 Monate

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