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Guitar Tracks Pro USB im Test

05.01.2011 | 14:33 Uhr |

Das für rund 150 Euro erhätliche Paket der Firma Cakewalk verspricht Ihnen eine Komplettlösung für professionelle Aufnahmen mit E-Bass oder E-Gitarre.

Die Aufnahme-Software Guitar Tracks Pro 4 richtet sich, wie der Name schon sagt, hauptsächlich an Gitarristen. In der rund 150 Euro teuren Box befindet sich allerdings bei der USB-Version neben der eigentlichen Recording-Software Guitar Tracks Pro zusätzlich das praktische externe Audio-Interface UA-1G, das Sie einen Aufpreis von etwa 50 Euro kostet. Außerdem ist die Software Guitar Rig 3 LE enthalten, die Ihnen sowohl für E-Bass und E-Gitarre virtuell Verstärkertypen und Effektgeräte simuliert.

Das USB-Gerät UA-1G bietet rechts Cinch-Eingänge; in der Mitte einen Input-Regler; links 6,4 mm Klinkeneingang; 3,5 mm Kopfhörerausgang und digitalen Eingang
Vergrößern Das USB-Gerät UA-1G bietet rechts Cinch-Eingänge; in der Mitte einen Input-Regler; links 6,4 mm Klinkeneingang; 3,5 mm Kopfhörerausgang und digitalen Eingang
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Die Hardware: UA-1G
Das externe Interface verbinden Sie nach der Treiberinstallation mit Ihrem USB-Anschluss und schon ist es einsatzbereit: Über den Klinkeneingang stecken Sie Ihr E-Gitarren-, E-Bass-Kabel oder Mikrofon ein. An den Seiten des Geräts befindet sich der stereo Cinch-Ein- und -Ausgang und ein Kopfhörerausgang, dessen Ausgangspegel Sie über ein Rädchen regulieren. An der Unterseite befinden sich kleine Regler, die Sie beispielsweise festelegen lassen, mit welcher Abtastrate das Eingangssignal in den PC eingespeist wird. Das UA-1G bietet Ihnen einen Stereoeingang und -ausgang mit bis zu 24-Bit-Datenübertragung bei einer maximalen Abtastfrequenz von 96kHz und verspricht somit hochqualitative Aufnahmen. Im Gegensatz zu einer Standard-Soundkarte haben Sie mit dem USB-Interface nur minimale Latenzzeiten des Eingangssignals. Die Intensität des Input-Signals lässt sich einfach über das große Rädchen auf der Oberfläche des Geräts einpegeln. Den aktuellen Treiber für Windows 7 Nutzer finden Sie auf der Herstellerseite.
 

Guitar Rig 3 LE
Vergrößern Guitar Rig 3 LE
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Das virtuelle Effektgerät und Verstärker-Simulator: Guitar Rig LE
Das Tool ist für jedermann sehr einfach bedienbar und besitzt eine greifbare und farblich schön gestaltete Benutzerführung. Bequem stellen Sie sich für E-Gitarre oder E-Bass die gewünschten Effekte und Verstärker zusammen oder wählen aus vorgefertigten Signatur- und Standard-Sounds aus.
Nützlich ist hier das sehr präzise Stimmgerät, das Metronom und das Tapedeck, mit dem Sie Songs bezüglich der Tonhöhe und des Tempos verändern.
Im Bereich der cleanen und sanfteren Klänge lässt Guitar Rig LE keine Wünsche offen - die verzerrten Sounds sind allerdings eher mau: ein Metal Gitarrist wird Probleme haben, hier einen druckvollen, adäquaten Ton zu bekommen, vor allem, da nur ein virtueller Verstärker in diesem Bereich zur Verfügung steht. Insgesamt haben Sie nur zwei Gitarrenverstärker zur Auswahl, was schlichtweg ungenügend ist.
 

Die Aufnahme-Software: Guitar Tracks Pro 4
Guitar Tracks Pro 4 richtet sich ganz klar an den einfachen Musiker, der sich nicht erst durch ellenlange Handbücher quälen möchte, bevor er eine brauchbare Aufnahme vorliegen hat. Das Programm, das als Heimstudio gedacht ist, lässt jedoch bei genaurem Hinsehen auch höhere Anforderungen nicht außen vor.

Die Ansicht ist klassisch - bis zu 32 Audio-Spuren und 64 MIDI-Spuren lassen sich in der horizontal angelegten Spurenansicht aufnehmen. Wichtige Funktionen, wie der Fade-Out oder Equalizer sind bei Guitar Tracks Pro nur einen Klick entfernt, was bei vielen anderen derartigen Programmen vermissen wird.

2 der 4 MIDI-Instrumente. Einfach im Unterfenster zu bedienen.
Vergrößern 2 der 4 MIDI-Instrumente. Einfach im Unterfenster zu bedienen.
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Das Besondere und für Hobby-Musiker wohl interessanteste Feature ist allerdings die sogenannte "virtuelle Begleitband", bestehend aus Schlagzeug, E-Bass, E-Piano und Streicher: diese Instrumente sind im MIDI-Format gespeichert und bieten sehr viele hochwertige, vorgefertigte Loops, die Sie per Drag-and-Drop in die Spuren holen. So haben Sie mit wenigen Klicks einen individuellen Jamtrack oder eine Hintergrundmusik, die Sie für Ihre Aufnahme verwenden. Das Klangspektrum der virtuellen Band lässt sich sowohl durch die bereitgelegten Klang-Samples, als auch durch den Equalizer und die 12 Effekte, wie beispielsweise Hall oder Kompressoren variieren. Der Kreativität sind hier durch die mehreren Gigabyte an vorgelegtem Klangmaterial keine Grenzen gesetzt, vor allem, da die MIDI-Spuren die Option bieten, in der Noten- oder Matrixansicht zusätzlich editiert und individualisiert zu werden.
 
 
Fazit:
Grundsätzlich ist Guitar Tracks Pro 4 eine für Gitarristen sehr gut geeignete Software für das Aufnehmen und Produzieren von Musik. Vor allem im Hinblick darauf, dass dies auch für Einsteiger in diesem Bereich sehr einfach und intuitiv von der Hand geht; Guitar Tracks Pro 4 stellt sogar Tutorials und ein digitales Handbuch zu wichtigen Schritten, wie dem Abmischen, bereit, die Ihnen im Programm alle Fragen beantworten. Auch die Hardware überzeugt, denn sowohl das regulierbare Eingangssignal als auch die Steckplätze des UA-1G erwiesen sich als sehr gut und zeugen von hochwertigen A/D- und D/A-Wandlern.

Gerade weil sich die im Hardware-Bereich meist spärlich ausgestatteten Notebooks nicht für gute Audio-Aufnahmen eignen, ist das UA-1G für Laptop-Nutzer mit ernsthaften Recording-Ambitionen ein wahrer Segen. Das USB-Gerät sollte lediglich etwas mehr Gewicht haben, um solider aufzuliegen. Einzig der Verstärker-Simulator Guitar Rig trübt den Eindruck des Pakets: wenn Sie brachiale, druckvolle Metal-Sounds erzeugen und aufnehmen wollen, ist das Bundle aufgrund der eher spärlichen Version des Guitar Rig nur sehr bedingt als Rundum-Sorglos-Paket zu empfehlen.

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