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Lenovo ThinkPad X100e im Test

25.03.2010 | 09:00 Uhr |

Das Lenovo Thinkpad X100e ist ein Business-Notebook, das sich als Netbook verkleidet. Was der schwarze Mini leistet, klärt der PC-WELT-Test.

Der Name "Thinkpad" hat einen guten Klang bei Notebook-Fans: Die Geräte von Lenovo - früher IBM - stehen für Mobilrechner von hoher Qualität. Deshalb greifen vor allem Geschäftsanwender gerne zu einem Thinkpad-Notebook.
Das Thinkpad X100e ist das kleinste und leichteste Thinkpad-Modell: Mit dem 11,6 Zoll großen Bildschirm und einem Gewicht von 1,5 Kilogramm ist es etwas größer und schwerer als ein Netbook. Aber es ist mobiler als die meisten Subnotebooks - und vor allem deutlich günstiger: Das Lenovo Thinkpad X100e kostet rund 500 Euro.

Eine Überraschung ist der Prozessor, den Lenovo im Thinkpad X100e verbaut: Es handelt sich um den Neo MV-40 von AMD. Bei Notebooks für Geschäftsanwender setzen die Hersteller üblicherweise auf einen stromsparenden Prozessor von Intel.

Ausstattung
Unterwegs ist man mit dem Lenovo Thinkpad X100e immer gut vernetzt: Es unterstützt WLAN nach dem aktuellen Standard 802.11n sowie Bluetooth. Außerdem ist ein UMTS/HSDPA-Modem eingebaut, um auch per Mobilfunk aufs Internet zugreifen zu können. Einen häufigen Wechsel der SIM-Karte - etwa für private und geschäftliche Nutzung - erschwert Lenovo allerdings: Um an den SIM-Karten-Schacht zu gelangen, muss man die Bodenplatte des Notebooks lösen. Für den Anschluss ans Kabel-Netzwerk bringt das X100e einen Gigabit-Anschluss mit.
Ansonsten gibt die Ausstattung des Thinkpad X100e nicht mehr her als man es von Netbooks kennt: Die Festplatte ist 250 GB groß, einen DVD-Brenner besitzt das Notebook nicht. Ein digitaler Monitoranschluss fehlt, ebenso ein Expresscard-Schacht. Docking-fähig ist das Lenovo Thinkpad X100 auch nicht. Immerhin ist die Professional-Version von Windows 7 installiert.

Display
Ebenfalls ideal für unterwegs: Der Bildschirm des Lenovo Thinkpad X100e ist sehr hell, kontraststark und entspiegelt - auch unter freiem Himmel lässt er sich gut ablesen. Er zeigt eine Auflösung von 1366 x 768 Bildpunkten.

Geschwindigkeit
Bei den Tempo-Tests zeigte sich, dass die Entscheidung für den AMD-Prozessor nicht überzeugt: Im Leistungs-Test Sysmark 2007 erreichte das Lenovo Thinkpad X100e nur 47 Punkte. Damit ist es etwas schneller als ein Netbook: Die Minis schaffen 35 bis 40 Punkte. Allerdings sind günstige Subnotebooks wie das Acer Aspire 1810T, die einen Stromspar-Prozessor von Intel nutzen, deutlich schneller.
Auch im Alltags-Betrieb nervte das langsame Starten von Programmen, das Arbeiten mit dem Lenovo Thinkpad X100e fühlte sich teilweise sehr zäh an.

Akku-Laufzeit
Auch im Akkubetrieb blieb das Lenovo Thinkpad X100e hinter den Erwartungen zurück: Es hielt im Akku-Test nicht einmal vier Stunden durch - sehr schwach für einen so kleinen und leichten Rechner. In dieser Kategorie darf man normalerweise zwischen sechs bis neun Stunden Laufzeit erwarten.

Tastatur
Dafür besitzt das X100e Stärken, die die meisten Thinkpad-Geräte bisher auszeichneten: Das Gehäuse ist sehr stabil verarbeitet - da knarzt und wackelt nichts. Beim Mausersatz kann man zwischen Trackpoint und Touchpad wählen. Die Tastatur ist sehr stabil eingebaut, die Tasten besitzen einen deutlichen Druckpunkt. Sie liegen wie bei größeren Notebooks im 19-Millimeter-Raster. Einige Tasten fallen etwas schmaler aus: Schnell-Tipper brauchen daher etwas Einarbeitungszeit beim Thinkpad X100e.

Fazit: Das Lenovo Thinkpad X100e hat vieles, was auch die großen Thinkpad-Notebooks ausmacht: Ein solides Gehäuse, eine sehr angenehme Tastatur, ein hochwertiges Display - nur ist es in der Größe und auch im Preis auf Netbook-Niveau geschrumpft. Doch ebenso wie ein Netbook kein Notebook ersetzen kann, sollten auch Profi-Anwender ihr Business-Subnotebook nicht durch das Thinkpad X100e auswechseln: Denn die Akkulaufzeit des Thinkpad ist zu knapp und das Rechentempo sehr bescheiden.

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