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T-Mobile Vairy Touch

21.05.2009 | 09:30 Uhr |

Es sieht aus wie ein kleines HTC-Touch-Smartphone. Doch der Schein trügt. Das Handy kommt von Hersteller ZTE aus China. Wie gut sich der kleine Chinese macht, zeigt der Test.

Auf den ersten Blick erinnert das Vairy Touch an die soliden Smartphones aus HTCs Touchs-Serie: Nur vier Knöpfe und ein Fünf-Wege-Steuerkreuz, Touchscreen und ein schwarzes Gehäuse. Auch wer das Handy in die Hand nimmt, denkt: ah, die typisch gummierte Geräterückseite, wie sie HTC verbaut. Doch beim genaueren Hinsehen stellt sich heraus: Das Gerät wird nicht über die TouchFlo-Oberfläche von HTC bedient und Windows Mobile steckt ebenfalls nicht drin.

Würfel-Menü
Stattdessen bietet das Handy von ZTE ein proprietäres Betriebssystem, das ähnlich wie das LG Arena ein Würfel-Konzept verfolgt. Drückt der Nutzer in die Mitte des silbernen Steuerknopfes unter dem Display, öffnet er sich. Die erste Würfelseite bietet Zugang zu Nummer wählen, Nachrichten, Kontakten und einer Anruferliste. Klickt man rechts auf das 5-Wege-Steuerkreuz, öffnet sich die zweite Würfelseite mit t-zones, Spielen, Musik und Media. Die dritte und letzte Würfelseite versammelt Erinnerung, Organizer, Dateimanager, Bluetooth und Einstellungen. Das sind alle Menüpunkte. Eine Aufgabenliste kann der Nutzer nicht anlegen, Sprachmemos erstellt er unter dem Menüpunkt "Musik."

Auf der Startseite befindet sich nur ein Häuschen-Symbol, das die Zifferntastatur öffnet, so dass der Nutzer sofort eine Nummer wählen oder im Telefonbuch suchen kann. Ein zweites Icon führt auf eine Seite mit Platz für acht Schellzugriffe. Auf den ersten Blick wirkt dieses Konzept sehr aufgeräumt und scheint sich gut bedienen zu lassen. Dass die dritte Würfelseite eine Sammelseite ist für alles, was man sonst nicht zuordnen konnte, ist zu verkraften.

Zickiger Touchscreen
Die Qualität des Touchscreens vermiest jedoch das schöne Menüführungskonzept. Der Touchscreen reagiert trotz Kalibrierung nämlich nicht immer zuverlässig. Die Bedienung mit dem Finger ist schwierig, oft sind die Felder viel zu klein, als dass man sie treffen kann. T-Mobile hat zwar einen kleinen Stift beigefügt, der rechts unten im Gerät steckt. Doch der ist selbst nach dem Ausziehen nur kurze sieben Zentimeter lang und liegt somit nicht komfortabel in der Hand. Am schnellsten lässt sich das Gerät über das Fünf-Wege-Steuerkreuz mit seinem guten Druckpunkt bedienen.

Mangelhafte Ausstattung
Die Ausstattung hat ebenfalls viele Mankos: Das Dualbandhandy unterstützt kein UMTS oder HDSDPA, ja nicht einmal EDGE. Da die Datenübertragung nur per GPRS erfolgt, ist Surfen im Web kein Vergnügen. Zumal die Browser-Software unter einem Bug leidet, der dafür sorgt, dass nach ein paar geöffneten Webseiten der Speicher voll ist. An Weitersurfen ist dann nicht mehr zu denken. Es sei denn, man schaltet das Telefon aus und startet es neu. E-Mails nimmt das Handy ebenfalls nicht entgegen. Und auch mit Java-Dateien im .jad- und .jar-Format weiss es nichts anzufangen.

Der Musik-Player dagegen taugt. Es gibt verschiedene Sortierkriterien und die Möglichkeit, Songs nach zufälliger Reihenfolge abzuspielen. Das UKW-Radio überzeugt schon weniger. Die Antenne scheint in dem Gerät sehr schwach zu sein, und hat große Mühe, die Sender zu empfangen. Das mitgelieferte Headset macht anständigen Sound, gehört aber nicht zur Spitzenklasse. Angestöpselt wird es unschön via USB-Anschluss statt 3,5-Millimeter-Klinke. Die Kamera kommt über milchiges Schnappschiss-Niveau bei einer Auflösung von 1280 x 1024 Bildpunkten nicht hinaus.

Fazit

Das Handy sieht auf den ersten Blick so vielversprechend aus, bietet am Ende jedoch Enttäuschung auf breiter Front. Die Verarbeitung ist mittelmäßig, der Touchscreen reagiert nicht zufriedenstellend und die Ausstattung ist sehr mager. Größtes Manko hier: kein UMTS und nur eine 1,3-Megapixel-Kamera. Angesichts der Ausstattung sind 100 Euro ohne Vertrag zu viel Geld.

Detaillierte Testergebnisse und technische Daten finden Sie auf der nächsten Seite.

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