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Samsung Galaxy 3 i5800 im Test

01.10.2010 | 10:00 Uhr |

Schnell im Netz surfen, den Facebook-Status aktualisieren oder ein bisschen Spielen? Dazu braucht es kein teures Top-Smartphone. Wie gut sich das Samsung Galaxy 3 schlägt, verrät der Test.

Samsung bringt ein Android-Smartphone für knapp 200 Euro auf den Markt. Da drängt sich der Verdacht auf, dass es billig verarbeitet und bescheiden ausgestattet ist. Doch das trifft bei Samsungs neuem Androiden nicht ganz zu, sieht man von der Kamera und dem Prozessor ab.

Das Display bietet zwar nur 3,2 Zoll und keine hohe Auflösung (240 x 400 Pixel). Dafür sorgt die OLED-Technologie für sehr intensive Farben. Zudem haben die Koreaner einen kapazitiven Touchscreen eingesetzt. Damit reagiert das Handy butterweich auf jede Eingabe, Texte sind schnell getippt und Vertipper, so sie überhaupt vorkommen, schnell korrigiert.

Android mit 3 Tasten: Start - Zurück - Menü
Unter dem Bildschirm findet sich ein mechanischer Knopf, der den Nutzer zurück auf die Startseite bringt. Er ähnelt einem Touchpad oder einem Steuerkreuz, besitzt diese Funktionen aber nicht. Um einen Link oder einen Kontakt aus einer Liste zu wählen, muss man den Finger benutzen.
Links und rechts der Mitteltaste liegen zwei Sensortasten, um Menübefehle zu aktivieren oder eine Ebene zurückzugehen. Ein Suchen-Knopf fehlt. Dafür prangt auf der Startseite ein Eingabefeld, das zuerst das Smartphone und dann das Web nach Suchbegriffen durchforstet. Das erweist sich in der Praxis als ungeheuer praktisch.

Samsung Apps
Das Smartphone, das unter Android 2.1 läuft, bietet drei Startbildschirme, auf die Programme und Widgets gelegt werden können. Samsung hat drei Apps im Angebot, die der Nutzer kostenlos herunterladen und auf Bildschirmseite Nummer 2 oder 3 legen kann: Chefkoch mit dem Rezept des Tages, die Bildzeitung und ein Spiel. Die Nutzung empfiehlt sich jedoch nur bei einem Datenvertrag oder im Rahmen einer WLAN-Verbindung, da die Programme auf das Internet zugreifen. Weitere Apps findet der Nutzer im Android Market, auf den er nach Anmeldung bei Google jederzeit zugreifen kann.

Viel vorinstallierte Software auf dem Samsung Galaxy 3 i5800
Während Android-Smartphones oft spartanisch mit Programmen gefüttert sind, hat Samsung bereits eine Menge Anwendungen vorinstalliert. Es gibt die Google-Sprachsuche, eine leider sehr schlecht funktionierende Sprachwahl, ein UKW-Radio, Think Free Office zum Betrachten von Office-Dokumenten sowie All Share, ein Programm zum Teilen von Dokumenten auf einem Server oder dem Handy via WLAN. Außerdem hat Samsung Googles Navigationslösung vorinstalliert. Sie erlaubt die Suche nach einem Ziel per Tastatureingabe oder per Sprachbefehl. Die Nutzung erfordert aber unbedingt einen Datentarif, da die Karten während der Fahrt von einem Server abgerufen werden.

Bis ein Programm geöffnet ist, genehmigt sich das Samsung Galaxy 3 i5800 regelmäßig eine Gedenksekunde. Dies ist dem 600 MHz-Prozessor und dem kleinen Arbeitsspeicher mit 256 MByte zu verdanken.
Der Abgleich von Kontakt- und Kalenderdaten erfolgt über Samsungs Software-Paket KIES. Insgesamt dauerte im Test eine halbe Stunde, bis die Daten auf den PC heruntergeladen und installiert waren. Bei Sony Ericsson oder HTC ist das Herunterladen und Installieren der PC-Software in wenigen Minuten erledigt. Um Daten aus Outlook auf das Handy zu spielen, muss man die Daten als .csv oder .vcf-Datei importieren.

Datenübertragung per USB
Wer Fotos oder Musikdateien vom Samsung Galaxy 3 i5800 via USB auf den PC ziehen will, muss sich in die Tiefen der Einstellungen begeben: Unter Telefoninfo, USB-Einstellungen wird schließlich man fündig. Am besten wählt man "immer fragen" aus. Dann kann man sich bei dem Andocken per USB überlegen, ob man die Datensynchronisation per KIES anwerfen oder den Massenspeichermodus aktivieren will. Sollte es bei letzterem Probleme geben, dann prüfen Sie, ob eine microSD-Karte eingelegt ist. Falls nicht, neigt das Handy dazu, keine Verbindung herzustellen.

Schnellzugriff auf WLAN und GPS
Praktisch: Der Nutzer kann unkompliziert häufig genutzte Funktionen wie WLAN, Bluetooth, GPS oder Vibrationsalarm aktivieren. Nur den Offline-Modus kann man hier nicht einstellen. Um die anderen Funktionen zu aktivieren, muss man nur die Statusleiste vom oberen Rand herunterziehen und das entsprechende Icon antippen.Während eines Telefonates liegt das Galaxy gut in der Hand. Der schwarz glänzende Kunststoff sieht gut aus, ist nur aber schnell mit Fingerabdrücken übersäht. Die Sprachqualität ist gut, kein Brummen stört das Gespräch, die Lautstärke stimmt.

Alltagstauglich: Multimedia auf dem Samsung Galaxy 3 i5800
Für Musik und Fotos ist nicht viel Platz auf dem Gerät: Der interne Speicher beträgt 170 MB. Er lässt sich per microSD-Karte aufpumpen auf bis zu 32 GByte. Der Einschub für den extra Speicher ist seitlich zu finden - unter dem Akkudeckel.

Guter Sound
Der Musik-Player erinnert stark an den Standard-Player von Android, der sich auf die Grundfunktionen Sortierung nach Genre, Interpret, Album und Wiedergabelisten beschränkt. Immerhin hat Samsung zusätzlich einen Equalizer spendiert. Der holt aus den schon guten Kopfhörern, die per 3,5-Millimeter-Klinke angeschlossen werden, noch ein bisschen mehr raus.

3,2-Megapixel-Kamera
Um den günstigen Preis von 200 Euro zu ermöglichen, hat Samsung bei der Kamera auf ein Einsteigermodell gesetzt. Die Kamera nimmt mit 3,2 Megapixel auf, einen LED-Blitz hat sich Samsung gespart. Dafür kann man in den Einstellungen auf Makromodus, Sportaufnahme oder Panorama umschalten - eine nützliche Funktion. Die Bildqualität geht in Ordnung, die Farben sind kräftig und je nach Motiv ist auch die Schärfe zufriedenstellend. Bei Schummerlicht sollte die Kamera aber in der Tasche bleiben.

Immer auf dem Laufenden: ab ins Internet
Ins Internet verbindet sich das Galaxy via HSDPA mit bis zu 3,6 MBit/s. Vor allem beim Hochladen von Fotos und anderen Dateien macht sich bemerkbar, dass HSUPA fehlt und das Upload-Tempo nur maximal 384 kBit/s beträgt. Alternativ funkt das Galaxy 3 i5800 über das integrierte WLAN, das bereits den neuen n-Standard unterstützt.

Fazit
Das Samsung Galaxy 3 i5800 ist ein unschlagbar günstiges Android-Smartphone. Die Bedienung macht richtig Spaß - vor allem dank des kapazitiven Touchscreens. Dass der Nutzer ab und an kurz warten muss, bis ein Programm geöffnet ist, ist zu verschmerzen. Die Bildschirmauflösung auf dem Galaxy 3 war bis vor kurzem noch topaktuell. Wer sich inzwischen an ein höher auflösendes Display gewöhnt hat, wird dieses beim Samsung-Smartphone jedoch schmerzlich vermissen. Kamera und Musik-Player leisten gute Dienste im Alltag, viele Funktionen bieten sie aber nicht.

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