31.01.2008, 11:45

Christian Helmiss

Günstiger MP3-Player im Test

Sharkoon ViViDo (4 GB)

Hier gibt es einen Multimedia-Player mit Farbdisplay und allerlei Extras sowie 1, 2 oder 4 GB Speicher zu einem Preis von 45, 55 oder 70 Euro. Das ist ziemlich günstig! Wie es mit der Klangqualität, der Ausstattung und der Handhabung steht, erfahren Sie in diesem Testbericht.
Der ViViDo ist der zweite MP3-Player aus dem Hause Sharkoon. Das erste Modell, der Flexi-Drive M1, ist weiterhin erhältlich und kostet 20 (1 GB Speicher) beziehungsweise 50 Euro (4 GB). Der Flexi-Drive M1 fiel durch sein USB-Stick-Design und sein kleines Schwarzweiß-Display auf. Der ViViDo jedoch ist im Gegensatz zu seinem Vorgänger mit einem ansprechenden Design und allerlei Multimedia-Funktionen ausgestattet.
Gehäuse: Die Form des ViViDo von Sharkoon erinnert auf den ersten Blick ein wenig an den Apple iPod Nano der 1. Generation – nur das Clickwheel im Bedienfeld fehlt. Das Gehäuse selbst gibt es in Schwarz, Rot und Blau. Die Vorderseite mit dem Touchpad ist immer schwarz, die Rückseite gummiert. Der Player ist sehr griffig und liegt gut in der Hand. Mit seinen gerade einmal 35 Gramm bringt er wenig Gewicht mit.

Display: Für einen MP3-Player ist das Display mit 1,8 Zoll Bilddiagonale groß genug. Es können auch Bilder und Videos in der Auflösung 128 x 160 Bildpunkte dargestellt werden. Die deutschsprachigen Menüs sind intuitiv bedienbar und logisch aufgebaut.
Bedienung: Das Touchpad reagierte einigermaßen präzise. Da man kein akustisches Feedback erhält, muss man bei jedem „Tasten“-Druck prüfen, ob alles geklappt hat. Eventuell muss die Eingabe wiederholt werden. Und da Sie die Tasten nicht spüren können, lässt sich der Player auch nur mit sehr viel Übung blind bedienen. Eine Tastensperre, die das versehentliche Auslösen der Tasten verhindert, fehlt. Ein Schiebeschalter an der Geräteoberseite schickt den Player in den Off-Modus.
Akku & Schnittstelle: Der integrierte Akku lieferte in unseren Tests nur zwischen 210 und 225 Minuten Strom. Konkurrenzmodelle halten oft doppelt oder drei Mal so lange durch. Beim Laden am PC müssen Sie darauf achten, den Player vorher über das Systemtray zu „entfernen“ – erst dann schaltet der Player nämlich vom Daten- in den Lademodus. Dieses Verfahren ist laut Sharkoon so gewollt und eine besondere Funktion: Kurze, unerwünschte Ladezyklen (etwa beim gelegentlichen Datentransfer) werden verhindert, was der Lebensdauer des Lithium-Ionen-Akkus zugute kommen soll.

Besonders kurz werden die PC-Anschlusszeiten aber wohl selten sein, denn die Datentransferrate betrug bei unserem Testgerät nur 0,72 MB/s. Ein ziemlich niedriges, aber in diesem Preissegment durchaus gängiges Tempo, was sich unter anderem auf die langsame USB-2.0-Full-Speed-Spezifikation zurückführen lässt. Um die 4-GB-Variante vollständig mit Musik zu bespielen, sollten Sie also eineinhalb Stunden Zeit einkalkulieren.

Des Weiteren meldete unser Test-PC nach dem Einstecken gelegentlich „USB-Gerät wurde nicht erkannt“ – und zwar immer dann, wenn wir den Player vorher nicht per Schiebeschalter in den Off-Modus geschickt haben. Ob dies auch ein Feature ist, konnten wir aber nicht herausbekommen.
Ohrhörer: Zum MP3-Player werden Ohrhörer mitgeliefert, deren Gummi-Membrane sich an den Gehörgang anpasst und ziemlich dicht verschließt – das kommt zwar nicht unbedingt dem Tragekomfort, aber der Basswiedergabe zugute.
Klang: An der Hi-Fi-Anlage konnten wir keine Auffälligkeiten feststellen – natürlicher Klang, normale DA-Wandler-Qualität, wie sie in der Einsteiger- bis MP3-Player-Mittelklasse üblich ist. Dafür enttäuschten jedoch erneut die mitgelieferten Ohrhörer (auch beim Vorgänger waren Sie ein Kritikpunkt): Die Gummistöpsel klangen dumpf – so hört sich Musik normalerweise nur nach einer schlimmen Erkältung an.

Klirrfaktor: Die Messung des Klirrfaktors eines MP3-Players ist ein Hinweis auf die Qualität des DA-Wandlers. Der Klirrfaktor lag bei dem Sharkoon-Player bei 0,08 Prozent. Das ist ein vergleichsweise hoher Wert – normal wären 0,01 bis 0,02 Prozent. Aber erst ab 0,5 Prozent Klirrfaktor könnte man von einer hörbaren Verzerrung sprechen.

Frequenzgang: Im Line-Modus (also ohne Ohrhörer direkt am Messgerät angeschlossen, das in diesem Fall den Widerstand einer Hi-Fi-Anlage simuliert) lag die größte Abweichung des Frequenzgangs bei rund einem dB, was normal und verschmerzbar ist. Unter Last (also mit Ohrhörern, die dann parallel zum Messgerät mitlaufen) betrug die Anweichung ebenfalls nur 1 dB – das ist sehr gut, meist bricht das Signal nicht nur bei günstigen MP3-Playern ein, was sich dann jeweils durch eine schwache Basswiedergabe bemerkbar macht.
Das Fazit, alle Testergebnisse und die technischen Daten des Sharkoon ViViDo (4GB) finden Sie auf der nächsten Seite dieses Tests.
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