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Grafikkarten aufbohren: So geht es

Grafikkarten lassen sich leicht durch ein abgewandeltes Bios-Update umbauen. Welche Modelle dafür geeignet sind und wie Sie vorgehen, erfahren Sie hier.

Einige Grafikchips von ATI und Nvidia sind baugleich zu ihren teureren Kollegen. Denn sie stammen aus der selben Fertigungsstraße und wurden nur künstlich ausgebremst. Meist trennt man dafür Leiterbahnen. Manchmal aber löst ein neues Bios die Bremse. So lässt sich ATIs X800 Pro Vivo per „Bios-Update“ in eine X800 XT Platinium Edition (PE) mit 16 funktionsfähigen Pixelpipelines umwandeln. Je nachdem, wie viel Spielraum Ihnen der Chip und Speicher beim anschließenden Übertakten lassen, steigt die 3D-Leistung um bis zu 20 Prozent.

Und so geht’s: Erstellen Sie eine abgespeckte Bootdiskette. Laden Sie die Datei flashrom237.zip aus dem Internet herunter - Sie finden Sie beispielsweise über Google. Entpacken Sie die Datei, und kopieren Sie alle Dateien auf Diskette. Laden Sie unter http://tw.giga-byte.com das Bios für die Grafikkarte GV-R80X256V herunter (Dateiname: bios_r80x256v_f1.exe ). Entpacken Sie die Datei per Doppelklick, und kopieren Sie alle Dateien auf Diskette. Booten Sie den PC davon. Sie befinden sich im DOS-Modus – am Anfang der Zeile steht a:\. Legen Sie mit folgendem Befehl eine Kopie des Grafikkarten-Bios an:

flashrom -s 0 biosalt.bin

Hinweis: Wegen des US-Tastaturlayouts unter DOS müssen Sie für den Bindestrich die “ß”-Taste drücken. Überprüfen Sie mit dem „dir“-Befehl, ob sich nun auf der Bootdiskette die Datei biosalt.bin befindet. Jetzt überschreiben Sie mit dem Befehl

gvf11 -p -f r80x256v.f1

das alte Bios. Ist der Vorgang abgeschlossen – Sie sehen die Meldung „65536 of 65536 bytes verified“ –, entfernen Sie die Diskette und führen einen Neustart durch. Prüfen Sie nun mit dem ATI-Tool , ob die Aktion erfolgreich war. Dazu gehen Sie nach dem Programmstart auf „Settings“. Dort sollte hinter „Active Pipelines“ „16“ stehen. Nun spielen Sie das alte Bios auf: Booten Sie dazu den PC über die Diskette und tippen folgenden Befehl ein:

Flashrom -p -f 0 biosalt.bin

Danach entfernen Sie die Diskette und starten den PC erneut. Jetzt müssen Sie den Grafikkartentreiber neu installieren. Dazu gehen Sie in der Systemsteuerung ins Menü „Software“, markieren die Einträge des Grafikkartentreibers und klicken auf „Ändern/Entfernen“. Nach dem geforderten Neustart empfiehlt es sich, die Treiberreste mit Driver Cleaner von der Platte zu putzen. Abschließend installieren Sie den aktuellen Catalyst-Grafikkartentreiber . Nun können Sie mit einem Übertaktungs-Tool Ihrer Wahl den Chip- und Speichertakt Ihrer Grafikkarte bis zum individuellen Limit ausreizen ( siehe Artikel "Grafikkarte tunen: Das sollten Sie wissen" ).

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