Android-Tablet

Gigabyte Tegra Note 7 im Test

Dienstag den 20.05.2014 um 10:30 Uhr

von Thomas Rau

Gigabyte Tegra Note 7 im Test: Schnelles Spiele-Tablet mit Quad-Core-CPU
Vergrößern Gigabyte Tegra Note 7 im Test: Schnelles Spiele-Tablet mit Quad-Core-CPU
© Gigabyte
Wo Nvidia drin steckt, soll Spiele-Leistung rauskommen. Das will auch das Android-Tablet Gigabyte Tegra Note 7 mit Nvidia-CPU im Test beweisen.
Nvidia macht es Google gleich: Der Suchmaschinenkonzern nutzt die Nexus-Modelle, um sein Betriebssystem Android nach vorne zu bringen. Nvidia will seine Prozessoren-Familie mit den Tegra-Note-Tablets bekannter machen: Das günstige 7-Zoll-Tablet mit dem leistungsfähigen Quad-Core-Prozessor Tegra 4 stellt Nvidia Hardware-Anbietern als Komplettpaket zur Verfügung. In Deutschland haben Gigabyte und EVGA das Nvidia-Tablet im Programm. Wir hatten das Tegra Note 7 von Gigabyte im Test.

Mit dem Eingabestift können Sie auf dem Tablet schreiben
und zeichnen
Vergrößern Mit dem Eingabestift können Sie auf dem Tablet schreiben und zeichnen
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Spiele-Konsole für unterwegs

Nvidia sieht das Note 7 als Spiele-Tablet - und hat damit vollkommen Recht. In der Preisklasse um 200 Euro eignet sich kein Tablet  besser für Games. Der Tegra 4 zeigt seine Stärken in Benchmarks wie 3D Mark Ice Storm Unlimited oder Gfx Bench sowie in effektstarken Spielen wie Asphalt 8 oder Real Racing 3. Auch schnelle Action-Shooter sind problemlos möglich. Bei den Android-Tablets können da nur die Geräte mit dem Qualcomm Snapdragon 800 wie das Galaxy Note Pro 12.2 mithalten. Allerdings erwärmt sich das Tablet schon nach wenigen Spielminuten spürbar.

Auch das Zubehör trimmt Nvidia auf Spielefähigkeit: Gamepads von Dritt-Anbietern wie Nyko lassen sich mit dem Tegra Note 7 nutzen - das Play Pad Pro etwa trägt den Stempel "Build for Nvidia Tegra". Passend zum Spiele-Erlebnis liefert das Tegra Note auch knackigeren Sound als die meisten anderen Tablets durch Stereo-Lautsprecher an den Vorderseiten. Besonders bei Spielen und Filmen überzeugen sie mit ordentlichem Volumen und verhältnismäßig kräftigen Tieftönen.

Bedienung und Geschwindigkeit Gigabyte Tegra Note 7 (Note: 2,38)
Bildschirm / Bildschirm-Tastatur / Mehrfinger-Gesten / Bildschirm-Technik sehr angenehm / ordentlich / ja / kapazitiv
Spracheingabe ja
abspielbare Video- / Audio- / Fotoformate 3GP, AVI, MKV, MOV, MP4 / AAC, FLAC, MP3, OGG, WAV / BMP, GIF, JPG, PNG
Browser: Geschwindigkeit (Sunspider) / 3D Mark (Ice Storm Unlimited) GL-Benchmark / mittlere Ladezeit für Webseiten 635.8 Millisekunden / 15.328 Punkte / 55 Bilder pro Sekunde / 4,75 Sekunden
WLAN-Geschwindigkeit 30,6 MBit/s
Startzeit: aus ausgeschaltetem Zustand / aus Bereitschafts-Modus 35 / 1 Sekunden

Das Nvidia-Tablet: Drinnen stimmt alles, außen weniger

Der Quad-Core-Prozessor sorgt auch abseits von Spielen dafür, dass das Tablet verzögerungsfrei reagiert. Apps starten schnell, beim Scrollen und Zoomen von Webseiten gibt es keine Wartezeiten - auf dem Tegra Note 7 fühlt sich Android an wie iOS auf dem iPad. Doch weiter geht dieser Vergleich nicht - was beim deutlichen Preisunterschied zwischen dem Nvidia- und dem Apple-Tablet kein Wunder ist. Allerdings schlampt das Tegra Note bei der Verarbeitung, was selbst in dieser Preisklasse nicht sein sollte.

Das Kunststoffgehäuse knarzt vernehmlich, wenn Sie fest drücken, zwischen dem Display-Panel und dem Gehäuserahmen sind Spaltmaße sichtbar. Die Knöpfe für Lautstärke und zum Einschalten sitzen so tief im Gehäuse, dass sich keine klare Druckrückmeldung einstellt. Das mitgelieferte USB-Kabel sitzt wacklig im Micro-USB-Slot, da die Buchse abgeschrägt ist und so den unteren Teil des Steckers nicht umfasst - auch weil sie zu tief im Gehäuse sitzt.

Ziehen Sie den Stift aus dem Gehäuse, erscheint eine
Auswahl passender Apps
Vergrößern Ziehen Sie den Stift aus dem Gehäuse, erscheint eine Auswahl passender Apps

Das erste Extra: Der Eingabe-Stylus

Das Tegra Note 7 bringt einen Eingabestift mit. Mit diesem Stylus können Sie in den Apps Write und Tegra Draw handschriftliche Notizen machen oder zeichnen. Dabei berücksichtigt der Stift, wie stark Sie aufdrücken. Außerdem lassen sich Bildinhalte mit dem Stift markieren und als Screenshot speichern. Der Stylus sitzt hinten oben im Gehäuse, beim Herausziehen öffnet sich ein Menü mit den unterstützen Apps und den Stift-Einstellungen. Ein Tegra-Modell reagierte im Test beim Schreiben auf den abgelegten Handballen und nahm dann keine Stifteingaben mehr entgegen. Bei einem zweiten Modell funktionierte die Handballenerkennung. Trotzdem überzeugt die Stifteingabe nicht: Beim Schreiben lässt der Stift hin und wieder Eingaben aus und amputiert dadurch Buchstaben. Außerdem erscheinen die Stiftstriche etwas verzögert, zudem nicht immer an der genauen Eingabeposition. Der sehr schmale Stift mit abgeschrägter Kontaktfläche liegt nicht bequem in der Hand, und auf dem sehr glatten Glas kommt kein echtes Schreibgefühl auf.

Das zweite Extra: Die funktionsstarke Kamera

Der starke Prozessor hilft dem Tegra Note 7 auch bei der Verarbeitung von Kamera- und Videoaufnahmen. Deshalb wartet das Nvidia-Tablet mit zahlreichen Funktionen auf, die in dieser Tablet-Preisklasse nicht alltäglich sind wie Bildstabilisator, flüssige Full-HD-Videoaufnahme und HDR-Modus. Der High-Dynamic-Range-Modus ist dabei immer aktiviert (Always-On-HDR). Richtig begeistert hat er im Test nicht: Bei den meisten Motiven arbeitet er vor allem als Scharfzeichner. Helle Bildbereiche werden abgedunkelt, aber dunkle nicht heller - vor allem dort gehen auf den Bildern dann Details verloren.

Fotos mit der rückwärtigen Kamera (5 MP) zeigen etwas matte Farben, aber angenehm geringes Rauschen. Deutlich mehr stört das Rauschen bei Videoaufnahmen, die insgesamt zu dunkel ausfallen. Die Front-Kamera mit VGA-Auflösung macht meist nur unscharfe Aufnahmen.

Heller Bildschirm mit Standard-Auflösung

Selbst abgesehen von Stift und Kamera bietet das Gigabyte-Tablet mehr als Sie in dieser Preisklasse erwarten dürfen: Mit Android 4.4.2 ist die derzeit aktuellste Version an Bord. Neben Micro-USB hat das Tablet auch einen Micro-HDMI-Ausgang. Das WLAN arbeitet zwar nur über die 2,4-GHz-Frequenz, funkt aber auch dank des schnellen Prozessors mit ordentlicher Datenrate - zumindest auf kurze Distanz.

Der Bildschirm des Tegra Note 7 gehört in seiner Preisklasse zu den besseren: Zwar zeigt er nur 1280 x 800 Bildpunkte, was eine Punktdichte von 216 ppi ergibt und das Bild erscheint daher weniger scharf als beispielsweise auf dem Nexus 7 . Aber das Display leuchtet hell und zeigt natürliche und recht kräftige Farben. Die allerdings verblassen sehr schnell, wenn Sie schrägt von unten auf den Bildschirm schauen.

Bildschirm Gigabyte Tegra Note 7 (Note: 2,47)
Diagonale / Auflösung / Punktdichte 7,0 Zoll (17,8 Zentimeter) / 1280 x 800 Bildpunkte / 216 ppi
Helligkeit / Kontrast / Entspiegelung 376 cd/m² / 912:1 / gering

Mit 353 Gramm gehört das Tegra Note zu den schwereren 7-Zoll-Tablets und mit rund 10 Millimeter Bauhöhe auch zu den dickeren - was wohl der leistungsfähigen CPU geschuldet ist. Die wiederum zeichnet sich mit hoher Sparsamkeit aus - besonders beim WLAN-Surfen. In diesem Test hält das Note 7 deutlich über acht Stunden durch. Bei der Video-Wiedergabe reicht es für 5,5 Stunden.

Mobilität Gigabyte Tegra Note 7 (Note: 2,56)
Akkulaufzeit: Internetzugriff per WLAN / Video abspielen 8:13 Stunden / 5:26 Stunden
Gewicht (mit Akku) / Gewicht Netzteil 353 / 86 Gramm

Gigabyte Tegra Note 7 im Test: Fazit

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Beim Tempo macht dem Gigabyte Tegra Note 7 kaum einer was vor - auch teure Tablets sind nicht schneller. Als Spiele-Tablet fährt es deswegen Bestnoten ein. Auch insgesamt liegt es in seiner Preisklasse weit vorne - nur das Lenovo Yoga Tablet 8 sowie das Google Nexus 7 übertreffen das Nvidia-Tablet mit längerer Akkulaufzeit, besserem Display und höherwertigerer Verarbeitung. Die Extra-Funktionen des Tegra Note 7 wie Stylus und HDR-Kamera lesen sich auf dem Papier gut. In der Test-Praxis überzeugen sie nicht.

Testergebnis (Noten) Gigabyte Tegra Note 7
Testnote befriedigend ( 2,53 )
Preis-Leistung sehr preiswert
Bedienung und Geschwindigkeit(30 %) 2,38
Mobilität (25 %) 2,56
Bildschirm (22 %) 2,47
Ausstattung (20 %) 2,83
Service (3 %) 3,89
Aufwertung Stift (-0,05)
Ausstattung Gigabyte Tegra Note 7 (Note: 2,83)
Prozessor Nvidia Tegra 4 (1,80 GHz, Quad)
Maße (L x B x H) 20,0 x 12,0 x 0,96 Zentimeter
Betriebssystem Android 4.4.2
eingebauter Speicherplatz (Art) 16 GB (Flash)
Wireless-LAN / Bluetooth / UMTS / GPS 802.11n / 4.0 / nicht vorhanden / ja
Anschlüsse 1x USB (Micro), 1x HDMI (Micro)
Kartenleser (Formate) ja (Micro-SD)
Einschub für SIM-Karte nein
Kamera ja (2592 x 1944 Pixel)
Internetkamera ja (640 x 480 Pixel)
Audioausgang 1
Mikrofon ja
Lagesensor / Lichtsensor ja / ja
Software: installierte Programme einiges
Software: zusätzliche Programme erhältlich viel
Lieferumfang USB-Kabel, Netzteil, Stift
Allgemeine Daten Gigabyte Tegra Note 7
Internetadresse von Gigabyte www.gigabyte.de
Preis (unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers 209 Euro
Garantie 12 Monate

Dienstag den 20.05.2014 um 10:30 Uhr

von Thomas Rau

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