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Gigabyte Radeon R9 270X OC im Test

14.10.2013 | 11:44 Uhr |

Ablösung für die beliebte AMD Radeon HD 7870: Der Preis-Leistungs-Hit erhält eine neue Modellbezeichnung und hört nun auf den Namen Radeon R9 270X, die Pitcairn-GPU ist technisch identisch geblieben. Ob uns die modifizierte Grafikkarte des Boardpartners Gigabyte dennoch überraschen kann, erfahren Sie im Test.

Die AMD Radeon HD 7870 gilt als Preis-Leistungs-Tipp unter aktuellen Grafikkarten – das war anscheinend Grund genug, dass der Hersteller den Pitcairn-Grafikchip noch einmal auflegt und ihn im Sinne der allgemeinen Umbenennung auf den Namen "Curacao" tauft. Was nach Urlaub klingt ist Arbeit für uns, denn wir haben den Grafikprozessor noch einmal getestet. Bei unserem Test-Sample handelt es sich um das Windforce-3X-Custom-Design des taiwanischen Herstellers Gigabyte, das auf drei Lüfter setzt. Was es mit "Mantle" auf sich hat und wie das neue Namensschema der AMD-Grafikkarten zu verstehen ist, erfahren Sie im Test der HIS Radeon R9 280X .

Technik & Ausstattung: nur leichte Änderungen

Technische Details der GPU.
Vergrößern Technische Details der GPU.

Die Pitcairn-Grafikkarte AMD Radeon HD 7870 kam bereits Anfang März 2012 auf den Markt, die Graphics-Next-Core-Architektur (GNC) hat AMD kaum etwas modifiziert, lediglich taktet "Curacao" nun etwas höher. Nichtsdestotrotz eine kurze Zusammenfassung zum Chip: Auf eine Chipfläche von 212 Quadratmillimeter finden 1280 Shader-Einheiten und 2,8 Milliarden Transistoren Platz, die Fertigung erfolgt im 28-Nanometer-Verfahren. Den Chip-Takt hat AMD nur um 50 MHz angehoben, und zwar auf 1050 MHz. Der Speichertakt ist ebenfalls schneller mit physikalischen 1400 MHz anstatt 1200 MHz. Da es sich bei unserem Sample um eine OC-Version (Overclocked = übertaktet) handelt, arbeitet die Karte mit einem Grafikchip-Takt von 1100 MHz. Die Unterschiede in unserem Test dürften im Vergleich zur Referenz-Version also nur marginal ausfallen.

Die API Mantle hält mit der neuen Serie Einzug.
Vergrößern Die API Mantle hält mit der neuen Serie Einzug.

Weitere Änderungen gibt es nicht, weder bei den vorhandenen Schnittstellen, noch bei den integrierten Features. Bei der Radeon R7 260X gibt es wenigstens einen DSP-Chip für die neue Trueaudio-Technik, die für 3D-Sound auf Stereo-Ausgabegeräten sorgt. Zwar soll es sich bei der GPU tatsächlich um eine komplett überarbeitete Version handeln, doch neue Funktionen sind nicht wirklich an Bord. Beim Schnittstellen-Support ist das jedoch anders: Die Radeon R9 260X unterstützt bereits jetzt (in Teilen) DirectX 11.2, OpenGL 4.3 und die von AMD programmierte API "Mantle". Bei Mantle handelt es sich um eine sehr hardwarenahe Programmierschnittstelle, die es Entwicklern erlaubt, Spiele komfortabler und über mehrere Plattformen hinweg (wie Konsolen) zu programmieren. Gleichzeitig soll Mantle vorhandene Hardware besser auszureizen.

TECHNISCHE DATEN

Gigabyte Radeon R9 270X OC

Grafikprozessor

AMD Curacao

GPU-Takt

1100 MHz

Anschluss

PCI Express x16 3.0

Anzahl der Shader

1280

Shader-Takt

1100 MHz

DirectX-Version

11.1

Speicher-Größe

2048 MB

Speicher-Typ

GDDR5-RAM

Speicher-Takt

1400 MHz

Speicher-Busbreite

256 Bit

Grafikkarten-Bios

015.039.000.001.000000

Grafikkarten-Treiber

Catalyst 13.11 (13.200.16.0)

Kartenlänge

29,7 Zentimeter

Kartenbreite

2 Steckplätze

Stromanschluss

2x 2x 6polig

AMD Eyefinity & Ultra-HD

Vier Schnittstellen stehen bereit.
Vergrößern Vier Schnittstellen stehen bereit.
© Gigabyte

Die Technik Eyefinity erlaubt den Betrieb von bis zu sechs Monitoren an nur einer Grafikkarte. Vier Anschlüsse gibt es ab Werk: einen Displayport, einmal HDMI und zweimal Dual-Link-DVI. Dank des Multi-Stream-Supports lassen sich allein über den Displayport gleich drei Bildschirme betreiben. Die echte Neuerung liegt im Detail: Sie müssen keine bestimmtes Anschluss-Schema beachten, um mehrere Screens anzusteuern – die Ausgänge lassen sich nun beliebig belegen. Beim zukünftigen Thema 4K oder Ultra-HD möchte AMD gleich von Anfang an gut aufgestellt sein und hat sich deshalb mit der neuen R-Serie gut gerüstet.

Bessere Unterstützung für Tiled Displays.
Vergrößern Bessere Unterstützung für Tiled Displays.

Bis dato unterstützt HDMI bei den hohen Auflösungen (4096 x 2160 oder 3840 x 2160 Pixel) nur eine flackernde Bildrate von knapp 30 Hz. Erst mit HDMI 2.0 sollen die gewohnten 60 Hz möglich sein, den kommenden Standard unterstützen aktuell aber weder AMD noch Nvidia. Die einzige mögliche Quelle stellt der Displayport dar. Derzeit stellen sogenannte "Tiled Displays" extreme Auflösungen dar, indem mehrere Monitore einzeln beispielsweise in Full-HD darstellen und die einzelnen Flächen (Tiles) zu einem Bild zusammenfügen. Diesen Support hat AMD mit dem neuen Treiber verbessert. Eine manuelle Einstellung der Monitore im Treiber entfällt also in Zukunft.

AUSSTATTUNG

Gigabyte Radeon R9 270X OC (Note: 4,11)

Video-Anschlüsse

Displayport

1

HDMI

1

DVI

2

beigelegte Adapter

2x Strom

beigelegte Programme

nicht vorhanden

beigelegte Spiele

nicht vorhanden

Anzahl der gleichzeitig anschließbaren Bildschirme

4

Powertune & Zerocore: Mehr Leistung & Stromsparen

Powertune ist eine vollautomatische Technik, die die Taktraten des Grafikchips an die Anforderungen des Systems anpasst, indem sie über- oder untertaktet. Die Leistungsaufnahme gilt hierbei als Grenze, der Nutzer darf jedoch auch selbst Hand anlegen und im Treiber die Übertaktung weiter beschränken oder sogar noch anheben. Die Vorteile sind mehr Leistung, wenn Sie nötig ist und weniger Stromverbrauch, wenn Sie das System nicht auslasten. Mit GPU Boost hat Nvidia eine vergleichbare Funktion in den Grafikkarten auf Kepler-Basis implementiert. Die zweite Technik, die bereits seit Einführung der GNC-Architektur im Chip integriert ist, nennt sich Zerocore: Das Feature schaltet den Grafikchip nahezu komplett ab, wenn sich der Desktop in einem bestimmten Zeitraum im Leerlauf befindet. Nur ein kleiner Bus ist noch aktiv und macht dem Computer klar, dass sich immer noch eine Grafikkarte im PC befindet.

Computing-Leistung via OpenCL und Direct Compute

Direct-Compute-Leistung.
Vergrößern Direct-Compute-Leistung.

Die Computing-Perfomance bezieht sich auf die Leistungsfähigkeit des Grafikchips, mehrere Aufgaben parallel auszuführen. Das ist vor allem bei Multimedia-Anwendungen sowie wissenschaftlicher und industrieller Software der Fall. Mit Direct Compute und OpenCL decken wir die meist genutzten Schnittstellen auf dem Markt in unseren Tests ab. Nicht verwunderlich: Das Ergebnis des Computemarks entspricht dem einer AMD Radeon HD 7870, beim Luxmark sind es knapp 200 Punkte mehr als noch beim Vorgänger.

MULTIMEDIA-LEISTUNG

Gigabyte Radeon R9 270X OC (Note: 1,29)

Direct Compute (Computemark, 1920 x 1080 Pixel, Preset: Complex)

1367 Punkte

OpenCL-Leistung (Luxmark 2.0, Sala-Benchmark)

1533 Tausend Samples/Sekunde

Spiele-Leistung in Full-HD

Ergebnisse des 3DMark.
Vergrößern Ergebnisse des 3DMark.

Aktuelle und grafisch fordernde Games wie Battlefield 3 oder das neue Tom Raider stellen eine Radeon R9 270X vor keine große Herausforderung, selbst bei maximalen Details. Doch auch hier ist es keine Überraschung, dass die Ergebnisse praktisch dem einer übertakteten Radeon HD 7870 entsprechen – neuer Chip-Name hin oder her. Auch im synthetischen 3DMark sind letztendlich mehr Punkte drin, denn der Benchmark setzt nicht nur auf reine Darstellung von Grafikeffekten, sondern führt auch parallele Berechnungen wie die Physik- oder KI-Simulation auf dem Grafikchip aus.

So tunen Sie Ihre AMD Radeon Grafikkarte

SPIELE-LEISTUNG

Gigabyte Radeon R9 270X OC (Note: 1,32)

Battlefield 3: Ultra-Voreinstellungen, 4xAA, 8xAF (1.920 x 1.080)

53 Bilder/s

Anno 2070: sehr hohe Voreinstellungen, 4xAA, 8xAF (1.920 x 1.080)

81 Bilder/s

Tomb Raider: sehr hohe Voreinstellungen, 4xAA, 8xAF (1.920 x 1.080)

46 Bilder/s

DirectX 11 (3DMark: 1920 x 1080 Pixel, Ice Storm)

137 329 Punkte

DirectX 11 (3DMark: 1920 x 1080 Pixel, Cloud Gate)

21 790 Punkte

DirectX 11 (3DMark: 1920 x 1080 Pixel, Fire Strike)

5624 Punkte

Umwelt-Eigenschaften: solide Werte

Windforce-Design im Querschnitt.
Vergrößern Windforce-Design im Querschnitt.
© Gigabyte

Bei unseren Messungen fällt schnell auf, dass die drei Lüfter des Windforce-Designs stets leise rauschen, selbst wenn wir die Auslastung des Systems auf die Spitze treiben, maximal säuselt die Karte mit 0,8 Sone. Die Betriebstemperaturen klettern ebenfalls zu keiner Zeit auf ein kritisches Niveau, der Sensor zeigt eine Temperatur von lediglich 59 Grad Celsius unter Volllast an. Bei der Leistungsaufnahme saugt die Testplattform mit der Gigabyte Radeon R9 270X rund 260 Watt aus dem Netzteil. Ein moderater Wert, der akzeptabel ist. Hinweis: Wir messen die Lautstärke mit einem Richtmikrofon im Abstand von 50 Zentimeter zur offenen Testplattform in einer schalldichten Lärmmesskammer.

Wie PC-WELT Grafikkarten testet

UMWELT UND GESUNDHEIT

Gigabyte Radeon R9 270X OC (Note: 2,68)

Stromverbrauch des Test-PCs: Leerlauf

91 Watt

Stromverbrauch des Test-PCs: Last

261 Watt

Betriebsgeräusch: Leerlauf

0,4 Sone

Betriebsgeräusch: Last

0,8 Sone

Temperatur: Leerlauf

25° Celsius

Temperatur: Last

59° Celsius

Test-Fazit zur Gigabyte Radeon R9 270X OC

Fazit zur Gigabyte Radeon R9 270X OC.
Vergrößern Fazit zur Gigabyte Radeon R9 270X OC.
© Gigabyte

Bei der Neuauflage der AMD-Pitcairn-GPU als Curacao hält der Chip-Hersteller an den Stärken der Vorgänger-Generation fest: Top-Leistung in Full-HD für einen Preis weit unter 200 Euro, einem der attraktivsten Preispunkte auf dem Markt und damit ein sogenannter "Sweet Spot". Einige Kleinigkeiten haben sich zum ehemaligen Pitcairn verändert, wie zum Beispiel der bessere Multi-Monitor-Support oder die Kompatibilität zu neuen APIs wie OpenGL 4.3 oder Mantle. Boardpartner Gigabyte sorgt außerdem noch für das Drumherum, also niedrige Betriebstemperaturen und ein geringes Rauschen der Lüfter. AMDs Preisempfehlung für eine Standard-Version der Radeon R9 270X liegt bei 165 Euro, (übertaktete) Custom-Designs wie die hier getestete Karte von Gigabyte dürfte jedoch etwas darüber liegen. Letztendlich dürfte es sich bei der R9 270X um die "Butter und Brot"-Grafikkarte von AMD handeln, da sich Preis und Leistung in einem überaus gesunden Verhältnis befinden – auch wenn eine vergleichbare Nvidia-Grafikkarte wie die Geforce GTX 660 Ti etwas flotter, dafür aber etwas teurer ist.

TESTERGEBNISSE (NOTEN)

Gigabyte Radeon R9 270X OC

Testnote

gut (2,15)

Preisurteil

sehr günstig

Multimedia-Leistung (30%)

1,29

Spiele-Leistung (30%)

1,32

Ausstattung (20%)

4,11

Umwelt und Gesundheit (15%)

2,68

Service (5%)

2,83

Service

Gigabyte Radeon R9 270X OC (Note: 2,83)

Garantiedauer

24 Monate

Service-Hotline / deutsch / Wochenenddienst / Erreichbarkeit / durchgehend / per E-Mail erreichbar

01803/428468 / ja / nein / 9 Stunden / ja / ja

ALLGEMEINE DATEN

Gigabyte Radeon R9 270X OC

Testkategorie

Grafikkarten

Grafikkarten-Hersteller

Gigabyte

Internetadresse von Gigabyte

www.gigabyte.de

Preis (unverbindliche Preisempfehlung)

167 Euro

Gigabytes technische Hotline

01803/428468

Garantie des Herstellers

24 Monate

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