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Gigabyte R7 360 OC im Test

04.02.2016 | 09:12 Uhr |

AMDs günstigste Grafikkarte in Form der Radeon R7 360 kostet lediglich etwas über 100 Euro und soll dennoch genug Leistung für den sparsamen und nicht allzu anspruchsvollen Gamer liefern.

Die AMD Radeon R7 360 ist mit einem Preis von circa 110 Euro der günstigste Vertreter der aktuellen Radeon-Grafikgeneration. Damit zählt die Grafikkarte zu den aktuell erschwinglichsten Modellen auf den Markt, wenn man einmal von älteren Karten absieht. Die R7 360 soll der neue Preis-Leistungs-Kracher aus dem Hause AMD sein und genug Grafikleistung für das Spielen von weniger aufwendigen PC-Games in 1920 x 1080 Pixel bieten – insbesondere MOBA-Spieler sollen ihre favorisierten Spiele in einem Detaillevel daddeln können, die die Leistungsfähigkeit einer integrierten CPU-Grafik um Längen hinter sich lassen soll.

Hinweis:  Weitere Testergebnisse und die technischen Daten im Detail finden Sie direkt unter diesem Artikel in übersichtlichen Tabellen.

TEST-FAZIT: Gigabyte R7 360 OC

Bei der Gigabyte R7 360 OC handelt es sich um eine preisgünstige Grafikkarte, die sich für das Spielen von weniger anspruchsvollen Titeln in Full-HD problemlos eignet. Unser Testgerät arbeitet zudem auch noch mit niedrigen Betriebstemperaturen. Hinzu kommen ein sehr kompaktes Design, volle DirectX-12-Unterstützung und eine gute parallele Rechenleistung.
Auf der Negativseite müssen Sie einen hohen Stromverbrauch und ein lautes Betriebsgeräusch (bei diesem Modell!) verbuchen. In Sachen Spieleleistung nehmen sich die konkurrierende GTX 750 und die R7 360 nicht viel, dafür punktet erstere mit einem geringeren Stromverbrauch, muss bei DirectX 12 aber wieder passen. Wenn Sie auf Leistung im Niedrigpreis-Segment aus sind, dann greifen Sie am besten zur GTX 750 Ti, die dank zahlreicher Preissenkungen nur unwesentlich mehr kostet als die beiden hier getesteten Kontrahenten und noch etwas mehr Leistung bietet. Etwas zukunftssicherer ist allerdings die R7 360 aufgrund ihres DirectX-12-Supports: Wenn der Standard sich etabliert hat, wird die Karte an den beiden Nvidia-Karten vorbeiziehen!

+ günstiger Preis

+ kompaktes Design

+ volle Unterstützung von DirectX 12

- hoher Stromverbrauch

- lautes Betriebsgeräusch

Grafikchip der R7 360 – ein alter Bekannter

Die AMD Radeon R7 360 nutzt den Grafikchip „Tobago“, bei dem es sich aber eigentlich um die Bonaire-GPU aus der R7 260 handelt: Insgesamt verfügt der Prozessor also über 12 Compute-Einheiten mit insgesamt 768 Shader-Einheiten (Stream-Prozessoren). Die GPU-Taktrate hat der Hersteller in der Referenzversion um 50 MHz auf 1050 MHz angehoben, während der 2 GB große GDDR5-Speicher mit 6500 MHz arbeitet, was einem Anstieg von 500 MHz entspricht. Unser Testsample in Form der Gigabyte R7 360 OC verfügt über die namensgebende Übertaktung und arbeitet mit üppigen 1200 MHz.

Der Grafikchip kam bereits in der R7 360 zum Einsatz, und davor in der Radeon HD 7790.
Vergrößern Der Grafikchip kam bereits in der R7 360 zum Einsatz, und davor in der Radeon HD 7790.

Die Grafikkarte selbst ist recht kompakt gebaut, unser Gigabyte-Modell nutzt nur einen einzelnen 90-Millimeter-Lüfter. Mit einer Länge von nur 14,6 Zentimeter eignet sich die Karte deshalb für kleinere Gehäuse. Außerdem ist nur ein einzelner 6-Pin-Stromanschluss vom Netzteil notwendig, um die R7 360 mit genügend Energie zu versorgen. Das macht sie somit auch kompatibler für eine größere Anzahl an Netzteilen. Doch die Konkurrenz ist groß: Die Nvidia Geforce GTX 750 ist nur wenig teurer, genau wie die GTX 750 Ti.

Grafikkarten: Technische Daten im Vergleich

Grafikkarte

AMD Radeon R7 360

Nvidia Geforce GTX 750

AMD Radeon R7 260

Nvidia Geforce GTX 950

Grafikchip

Tobago Pro

GM107

Bonaire Pro

GM206

Fertigung

28 Nanometer

Chipfläche

160 mm²

148 mm²

160 mm²

228 mm²

GPU-Standard-Takt / Boost-Takt

bis zu 1050 MHz

1020 / 1085 MHz

bis zu 1000 MHz

1024 / 1188 MHz

Shader-Einheiten

768

512

768

768

TMUs

48

32

48

48

ROPs

16

16

16

32

GDDR5-Speicher

2048 MB

1024 MB

2048 MB

2048 MB

Speichertakt (effektiv)

6000 MHz

5012 MHz

6000 MHz

6600 MHz

Speicheranbindung

128 Bit

128 Bit

128 Bit

128 Bit

Speicherbandbreite

96,0 GB/s

80,2 GB/s

96,0 GB/s

105,6 GB/s

TDP

100 Watt

55 Watt

95 Watt

90 Watt

Preis

110 Euro (Straßenpreis)

100 Euro (Straßenpreis)

100 Euro (Straßenpreis)

150 Euro (Straßenpreis)

Voll kompatibel zu DirectX 12

Die von AMD verwendete GCN-Architektur (Graphics Core Next) hat gegenüber Maxwell in Sachen DirectX-Kompatibilität die Nase vorne: Das mit Windows eingeführte – aber bisher nur recht spärlich in Anwendungen verfügbare – DirectX 12 lässt sich mit der R7 360 problemlos nutzen. Denn die neue Grafik-Schnittstelle hat vor allem zwei große Änderungen im Gepäck, die die AMD-Grafikkarten mit GCN-Grafikchips voll unterstützen: Die „Asynchronous Shader“ erlauben es, Aufgaben nicht mehr nur hintereinander, sondern parallel innerhalb einer Befehlsschlange abzuarbeiten. „Multi-Threaded Command Buffer Recording“ hingegen erlaubt eine bessere Kommunikation und Synchronisation zwischen der CPU und GPU, um effektiver die Leistungsfähigkeit mehrerer Rechenkerne auszunutzen und somit die Performance zu erhöhen. Das bedeutet, dass die AMD-Karte in DirectX-12-optimierten Programmen durchaus flotter arbeiten könnte als eine vergleichbare Konkurrenz-Grafikkarte ohne vollen DirectX-12-Support.

Der 90 Millimeter große Kühler arbeitet effizient, aber laut.
Vergrößern Der 90 Millimeter große Kühler arbeitet effizient, aber laut.
© Gigabyte

Techniken der R7-360-GPU

Dank der GCN-Architektur beherrscht die R7 360 fast alle Funktionen, die AMD aktuell im Portfolio hat. Dazu zählt beispielsweise die Downsampling-Technik namens „Virtual Super Resolution“ (VSR), die es ermöglicht, Spiele in höherer Auflösung darzustellen als der Monitor eigentlich nativ beherrscht: Ultra-HD-Gaming auf einem 1080p-Bildschirm ist mit dieser Technik also kein Problem – die entsprechend leistungsfähige Hardware vorausgesetzt. Weiterhin mit an Bord ist die Technik „Frame Rate Target Control“, kurz FRTC. Mit dieser Technik beschränken Sie die maximale Bildrate in Spielen. Das macht vor allem Sinn, wenn die Bildrate des Spiels die Bildwiederholfrequenz des Monitors übersteigt, was meist bei weniger fordernden Spielen der Fall ist. Auf diese Weise reduziert sich auch die Auslastung des Grafikprozessors. Das wiederum ermöglicht einen geringeren Stromverbrauch, eine niedrige Betriebstemperatur und leisere Lüftergeräusche.

Des Weiteren beherrscht die Grafikkarte auch die Technik Freesync, die eine Synchronisation zwischen der Bildwiederholfrequenz und der Ausgabe des Grafikprozessors ermöglicht. Im Gegensatz zum Nvidia-Gegenstück G-Sync ist keine weitere Hardware notwendig, sondern lediglich ein Displayport ab der Version 1.2a – Mehrkosten für kompatible Monitore entfallen also. Und da es sich außerdem um einen offenen Standard handelt, der auch noch Vesa-zertifiziert ist, könnten theoretisch auch Nvidia-Grafikkarten Freesync unterstützen. In unseren Praxistests konnten wir die Technik auf dem Freesync-kompatiblen Monitor AOC G2460PF testen, der auf einer Diagonale von 24 Zoll in Full-HD auflöst, eine Bildwiederholfrequenz von 144 MHz und eine Reaktionszeit von nur einer Millisekunde aufweist. In unseren Tests fiel besonders auf, dass sich Freesync im Vergleich zu G-Sync vor allem in den niedrigeren Bildraten besonders positiv hervortut. Mit einem Preis von aktuell rund 285 Euro ist der Bildschirm auch nicht gerade der teuerste.

AOC G2460PF: Der günstigste Preis im PC-WELT-Preisvergleich

Grafikleistung im Check

In den synthetischen Benchmarks schneidet die R7 360 von Gigabyte in Sky Diver und Firestrike teils deutlich besser ab als die Geforce GTX 750: 15520 versus 14245 respektive 4108 versus 3961 Punkte. Auch in Sachen paralleler Rechenkraft (GPGPU) zieht die AMD-Grafikkarte dem Konkurrenten deutlich davon. Im OpenCL-Test Luxmark 3.0 messen wir 2105 Punkte, während die GTX 750 auf 1747 Punkte kommt. OpenCL wird vor allem von Multimedia-Anwendungen unterstützt, womit in diesem Fall das AMD-Modell die bessere Wahl wäre.

Die GPGPU-Leistung in OpenCL (links) und in Driect Compute kann sich sehen lassen!
Vergrößern Die GPGPU-Leistung in OpenCL (links) und in Driect Compute kann sich sehen lassen!

In Spielen ist die Leistung allerdings ausgeglichen: Das anspruchsvolle Witcher 3 ist mit beiden Grafikkarten in Full-HD und Ultra-Details nicht flüssig spielbar (R7 360: 18 Bilder/s; GTX 750: 12 Bilder/s), doch bei Battlefield 4 ist das Gameplay nahezu flüssig - auf der GTX 750 sogar noch etwas flotter mit 34 zu 31 Bilder pro Sekunde. Auch beim MOBA Dota 2 ist die Geforce-Karte mit 98 Bilder pro Sekunde zu 78 Bilder pro Sekunde besser – mit beiden Karten lässt sich aber problemlos ruckelfrei spielen.

Von links nach rechts: Displayport, HDMI und zweimal DVI. Beim HDMI-Anschluss handelt es sich allerdings um die ältere Version 1.4a, die keine 4K-Inhalte in flüssigen 60 Bilder/s darstellen kann.
Vergrößern Von links nach rechts: Displayport, HDMI und zweimal DVI. Beim HDMI-Anschluss handelt es sich allerdings um die ältere Version 1.4a, die keine 4K-Inhalte in flüssigen 60 Bilder/s darstellen kann.
© Gigabyte

Umwelt-Eigenschaften der R7 360

Im Vergleich zur neueren Maxwell-GPU-Architektur von Nvidia muss der recycelte Tobago-Prozessor ganz klar einstecken. Sowohl der Betrieb im Leerlauf (92 zu 80 Watt), als auch unter Last in der gleichen Battlefield-4-Szene fallen höher aus als bei der sparsamen GTX 750 (172 zu 157 Watt). Gemessen wurde dabei jeweils der Maximalverbrauch unseres kompletten Testsystems. Die Betriebstemperatur hingegen ist mit höchstens 66 Grad Celsius vollkommen in Ordnung. Das Betriebsgeräusch ist mit maximal 2,1 Sone definitiv zu laut! Ein weiterer Vorteil der GTX 750 ist auch noch der, dass viele Modelle überhaupt keinen extra Stromanschluss brauchen, die R7 360 hingegen schon.

Die kompakte Bauweise erlaubt den Einsatz in kleinen Gehäusen.
Vergrößern Die kompakte Bauweise erlaubt den Einsatz in kleinen Gehäusen.
© Gigabyte

TECHNISCHE DATEN

Gigabyte R7 360 OC

Grafikprozessor

Tobago Pro

GPU-Takt

1102 MHz

Anschluss

PCI Express x16 3.0

Anzahl der Shader

768

Shader-Takt

1200 MHz

DirectX-Version

12

Speicher-Größe

2048 MB

Speicher-Typ

GDDR5-RAM

Speicher-Takt

1625 MHz

Speicher-Busbreite

128 Bit

Grafikkarten-Bios

15.049.000.007.000.000

Grafikkarten-Treiber

Catalyst 15.8 (15.301.1201.0)

Kartenlänge

14,6 Zentimeter

Kartenbreite

2 Steckplätze

Stromanschluss

1x 6polig

AUSSTATTUNG

Gigabyte R7 360 OC

Video-Anschlüsse

Displayport

1

HDMI

1

DVI

2

beigelegte Adapter

nicht vorhanden

beigelegte Programme

Gigabyte OC Guru II

beigelegte Spiele

nicht vorhanden

Anzahl der gleichzeitig anschließbaren Bildschirme

4

COMPUTING-LEISTUNG 

Gigabyte R7 360 OC

Direct Compute (Computemark, 1920 x 1080 Pixel, Preset: Complex): Fluid3D / Fluid2D / Mandel Vektor / Mandel Skalar / Qjulia Raytracing / Gesamtpunktzahl  

242 / 203 / 158 / 173 / 200 / 975 Punkte

OpenCL-Leistung (Luxmark 3.0, Neumann-Benchmark)

2105 Punkte

SPIELE-LEISTUNG 

Gigabyte R7 360 OC

3D Mark: Sky Diver / Firestrike

15 520 / 4 108

Witcher 3 - Wild Hunt: Ultra-Einstellungen, SSAO, AA, Hairworks aus (1.920 x 1.080)

18 Bilder/s

Battlefield 4: Ultra-Voreinstellungen, 4x MSAA (1.920 x 1.080)

31 Bilder/s

DotA 2: "Bestes Aussehen" (1.920 x 1.080 Pixel)

78 Bilder/s

UMWELT-EIGENSCHAFTEN

Gigabyte R7 360 OC

Stromverbrauch des Test-PCs: Leerlauf 

92 Watt 

Stromverbrauch des Test-PCs: Last 

172 Watt 

Betriebsgeräusch: Leerlauf 

0,4 Sone

Betriebsgeräusch: Last 

2,1 Sone

Temperatur: Leerlauf 

31° Celsius 

Temperatur: Last 

66° Celsius 

ALLGEMEINE DATEN 

Gigabyte R7 360 OC

Testkategorie

Grafikkarten

Grafikkarten-Hersteller

Gigabyte

Internetadresse von Gigabyte

www.gigabyte.de

Straßenpreis

110 Euro

Gigabytes technische Hotline

01803/428468

Garantie des Herstellers

24 Monate

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