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Gigabyte GTX 950 Windforce OC im Test

20.08.2015 | 15:00 Uhr |

Nvidia komplettiert seine aktuelle 900er-Serie mit der Geforce GTX 950. Wir haben ein übertaktetes Modell von Gigabyte im Test, das wir mit einem OC-Modell einer Radeon R7 370 von XFX vergleichen. Wer in der Mittelklasse letztendlich das Zepter in die Hand nimmt, klärt der Test.

Wussten Sie schon, dass die GTX 650 immer noch auf Platz 8 der beliebtesten Grafikkarten ist? Zu diesem Ergebnis kam zumindest die Hardware-Umfrage vom Juli 2015 der Online-Vertriebsplattform Steam. Mit der GTX 950 will Nvidia nun aber zum Aufrüsten verleiten und verspricht zahlreiche Vorteile: Unter anderem bis zu dreimal mehr Leistung und eine doppelte Energieeffizienz, sprich geringeren Stromverbrauch. Hinzu kommen die Unterstützung von DirectX 12 im Feature-Level 12_1, die Wiedergabe von 4K-Inhalten in flüssigen 60 Hz dank HDMI 2.0 und eine überarbeitete Video-Engine für Auflösungen bis hin zu 5K (5120 x 3200 Pixel).

Hinweis: Weitere Testergebnisse und die technischen Daten im Detail finden Sie direkt unter diesem Artikel in übersichtlichen Tabellen.

Optimierungen für MOBA-Gamer: Mit geringerer Latenz zum Sieg

Das Spiele-Genre MOBA ist die Abkürzung für Multiplayer Online Battle Arena und nimmt seit Jahren immens an Popularität zu. Mit Titeln wie DotA 2 (Defense of the Ancients) oder LoL (League of Legends) gibt es auch waschechte Turniere, bei denen es Gewinne in zweistelliger Millionenhöhe zu ergattern gibt. Grund für die weite Verbreitung ist jedoch nicht nur der Wettkampf-Charakter, sondern auch die Tatsache, dass diese Art von Spielen in der Regel nichts kosten und nur geringe Anforderungen an die Hardware stellen. Doch genau letzteren Punkt stellt Nvidia in Frage und betont, dass vor allem auch eine geringe Latenz zwischen Eingabe und Aktion im Spiel sogar spielentscheidend sein kann.

MOBAs wie das hier abgebildete DotA 2 werden von Millionen Spielern gespielt. Mit einer verringerten Latenz möchte Nvidia deshalb einen zusätzlichen Kaufanreiz bieten.
Vergrößern MOBAs wie das hier abgebildete DotA 2 werden von Millionen Spielern gespielt. Mit einer verringerten Latenz möchte Nvidia deshalb einen zusätzlichen Kaufanreiz bieten.

Deshalb führt der Hersteller einige Verbesserungen in die GPU der GTX 950 ein, um diese Latenz zu verringern – in internen Tests kommt Nvidia somit auf fast eine Halbierung der Reaktionszeit in DotA 2: Während ein System mit einer GTX 650 etwa 80 Millisekunden braucht, um den Mausklick im Spiel umzusetzen, benötigt ein PC mit einer GTX 950 nur noch 45 Millisekunden. Diese Reduzierung ermöglicht der Hersteller vor allem aufgrund der besseren Leistung und der dadurch flotteren Rendering-Dauer der 950, sowie durch Verbesserungen innerhalb des Gratis-Tools Geforce Experience: Anstatt mehrere Bilder (Frames) vorab zu rendern, reduziert Nvidia es nur noch auf ein einziges. Hinzu kommen Kleinigkeiten wie das Spiel in Vollbild laufen zu lassen oder die Bildwiederholfrequenz anzuheben. All diese Verbesserungen nimmt auf Wunsch Geforce Experience mit nur einem Mausklick vor.

Aufgrund der niedrigen TDP ist nur ein 6poliger Stromanschluss vom Netzteil her notwendig.
Vergrößern Aufgrund der niedrigen TDP ist nur ein 6poliger Stromanschluss vom Netzteil her notwendig.

Weitere Neuerungen in Geforce Experience

Nvidia stellt nicht nur eine neue Grafikkarte vor, sondern spendiert auch seinem Tool Geforce Experience einige neue Features. Die Neuheiten wird es voerst in einer Beta-Version der Software geben und folgendes enthalten: Integriert ist nun ein Overlay-Menü, das der Spieler standardmäßig mit der Tastenkombination Alt + Z (natürlich veränderbar) aufruft. Über dieses Menü lassen sich immer automatisch die letzten 20 Spielminuten aufnehmen, eine manuelle Aufnahme starten und mit einem Klick sein Spiel auf Twitch.tv streamen. Neu ist auch die Möglichkeit, seine Spiele in 4K mit flüssigen 60 Bildern pro Sekunde aufzunehmen und auf Youtube hochzuladen.

In der künftigen Version von von Geforce Experience ist es möglich, mit einer GTX 950 eine geringere Latenz (von Mausklick und Umsetzung im Spiel) in MOBAs einstellen zu lassen.
Vergrößern In der künftigen Version von von Geforce Experience ist es möglich, mit einer GTX 950 eine geringere Latenz (von Mausklick und Umsetzung im Spiel) in MOBAs einstellen zu lassen.

Ein weiteres neues Feature hört auf den Namen „GameStream Co-Op“: Spieler können über das Overlay-Menü andere Spieler zum Miteinander-Zocken oder zum Zuschauen einladen, die Eingabe der E-Mail-Adresse und ein Plugin für den Chrome-Browser sollen genügen – nicht einmal der Besitz des jeweiligen Spiels ist Voraussetzung. Das Streaming erfolgt in 720p (1280 x 720 Pixel) und ist auf 30 Bilder pro Sekunde limitiert. Eingeschränkt ist auch die Dauer auf nur eine Stunde, danach muss der eigentliche Spieler wieder eine Einladung verschicken. Integriert ist auch ein Sprach-Chat, um sich untereinander zu verständigen. Da die Beta-Version allerdings noch nicht verfügbar ist, konnten wir die Neuheiten noch nicht selbst testen.

Die technischen Daten der GTX 950, unser Sample von Gigabyte ist ab Werk bereits übertaktet.
Vergrößern Die technischen Daten der GTX 950, unser Sample von Gigabyte ist ab Werk bereits übertaktet.

So tunen Sie Ihre Nvidia-Geforce-Grafikkarte

Nvidia Geforce GTX 950 unter der Haube

Die Geforce GTX 950 nutzt den Grafikchip GM206, den Nvidia bereits in der GTX 960 einsetzt. Im Vergleich muss der Chip innerhalb einer 950 natürlich Federn lassen und nutzt weniger Shader-Einheiten (Cuda-Cores), Streaming-Multiprozessoren (SMs; 6 anstelle von 8 ) und Textur-Einheiten (TMUs). Gleich bleiben hingegen das Speicher-Interface mit insgesamt 128 Bit sowie die Kapazität mit 2048 MB. Gesunken ist dafür aber der Speicher-Takt, von effektiven 7012 auf 6600 MHz, was eine Speicherbandbreite von 105,6 GB/s ergibt. Klar ist auch, dass der Strombedarf der 950 sinkt, und zwar auf eine TDP (Thermal Design Power) von nur noch 90 Watt. Warum die GPU-Architektur Maxwell so effizient arbeitet und wie es um die technischen Details steht, lesen Sie in unserem Test der Geforce GTX 980.

Grafikkarten: Technische Daten im Vergleich

Grafikkarte

Nvidia Geforce GTX 950

AMD Radeon R7 370

Nvidia Geforce GTX 650

Nvidia Geforce GTX 960

Grafikchip

GM206

Trinidad Pro

GK107

GM206

Fertigung

28 Nanometer

Chipfläche

228 mm²

212 mm²

118 mm²

228 mm²

GPU-Standard-Takt / Boost-Takt

1024 / 1188 MHz

bis zu 975 MHz

1058 MHz

1126 / 1178 MHz

Shader-Einheiten

768

1024

384

1024

TMUs

48

64

32

85

ROPs

32

32

16

32

GDDR5-Speicher

2048 MB

2048 MB

1024 MB

2048 MB

Speichertakt (effektiv)

6600 MHz

5600 MHz

5000 MHz

7000 MHz

Speicheranbindung

128 Bit

256 Bit

128 Bit

128 Bit

Speicherbandbreite

105,6 GB/s

179 GB/s

80 GB/s

112 GB/s

TDP

90 Watt

110 Watt

65 Watt

120 Watt

Preis

170 Euro (UVP)

130 Euro (Straßenpreis)

100 Euro (Straßenpreis)

190 Euro (Straßenpreis)

Die Referenz-Version der GTX 950 arbeitet mit einem Grafikchip-Takt von standardmäßigen 1024, im Boost-Takt mit 1188 MHz. Unser Sample von Gigabyte ist ab Werk bereits übertaktet und läuft mit 1102 respektive 1279 MHz. Der direkte Konkurrent aus dem AMD-Lager in Form der Radeon R7 370 kommt von Boardpartner XFX und arbeitet ebenfalls mit einem erhöhten GPU-Takt von bis zu 1040 anstelle von 975 MHz. Bei den Video-Schnittstellen nutzt die GTX 950 einmal Displayport 1.2, HDMI 2.0 sowie DVI. Auch die R7 370 weist die gleichen Anschlüsse auf, allerdings handelt es sich beim HDMI-Port lediglich um die Version 1.4a, eine flüssige 4K-Darstellung (also in 60 Hz) ist somit nur über den Displayport möglich.

Die Videoanschlüsse von links nach rechts: Displayport, HDMI und zweimal DVI.
Vergrößern Die Videoanschlüsse von links nach rechts: Displayport, HDMI und zweimal DVI.

Grafik-Leistung in Praxistests

SPIELE-LEISTUNG im Vergleich

Grafikkarte

Gigabyte GTX 950 Windforce OC

XFX Radeon R7 370

DirectX 11 (3DMark): Ice Storm / Cloud Gate / Sky Diver / Fire Strike

166 392 / 26 035 / 20 376 / 6 099

157 960 / 24 307 / 17 998 / 5 488  

Battlefield 4: Ultra-Voreinstellungen, 4x MSAA, SSAO (1.920 x 1.080)

44 Bilder/s

39 Bilder/s

Witcher 3 - Wild Hunt: Hohe Grafik, mittlere Nachbearbeitung, SSAO, AA, Hairworks aus (1.920 x 1.080)

34 Bilder/s

28 Bilder/s

GTA 5: Hohe Details, FXAA, mittlere erweiterte Distanzen, keine erweiterte Grafik (1.920 x 1.080)

91 Bilder/s

85 Bilder/s

Wie die Ergebnisse in der Tabelle zeigen, ist die GTX 950 durchweg flotter unterwegs als die R7 370 - sowohl in den Spieletests, als auch im synthetischen Benchmark von 3DMark. Alle Spiele haben wir in Full-HD getestet, bei mittleren bis hohen Details. Außerdem haben wir die Nvidia-spezifischen Features wie die Umgebungsverdeckung HBAO und Hairworks der Vergleichbarkeit halber deaktiviert. Während den Tests behalten wir auch die Boost-Taktraten im Auge und bemerken, dass die Gigabyte GTX 950 sogar mit bis zu 1366 MHz arbeitet!

Natürlich erzielt die GTX 950 keine Leistungsrekorde, dafür aber eine voll spieletaugliche Leistung in Full-HD.
Vergrößern Natürlich erzielt die GTX 950 keine Leistungsrekorde, dafür aber eine voll spieletaugliche Leistung in Full-HD.

Das Grafikkarten-Testverfahren der PC-WELT

Welche Hardware wir für unsere Grafikkarten-Tests verwenden, wie wir die Tests durchführen und welche Gewichtungen wir in den jeweiligen Kategorien vornehmen, entnehmen Sie dem Artikel „Wie PC-WELT Grafikkarten testet“.

Umwelt-Eigenschaften geprüft

Unser komplettes Testsystem verbraucht im Spiel Battlefield 4 mit der GTX 950 von Gigabyte maximal 289 Watt, während die XFX R7 370 auf 298 Watt kommt. Damit geht der Punkt in Sachen Energieeffizenz an die Nvidia-Karte. Beide Karten schneiden in Sachen Temperaturentwicklung und Lautstärke recht gut ab, da sie weder zu warm, noch zu laut sind - die Gigabyte-Karte ist allerdings immer einen Ticken besser.

UMWELT UND GESUNDHEIT 

Gigabyte GTX 950 Windforce OC

XFX R7 370 Double Dissipation Black Edition

Stromverbrauch des Test-PCs: Leerlauf 

150 Watt 

154 Watt

Stromverbrauch des Test-PCs: Last 

289 Watt 

298 Watt

Betriebsgeräusch: Leerlauf 

0,6 Sone

0,8 Sone

Betriebsgeräusch: Last 

1,3 Sone

1,6 Sone

Temperatur: Leerlauf 

29° Celsius 

32° Celsius

Temperatur: Last 

69° Celsius 

73° Celsius

Zwei Lüfter und Aluminiumfinnen sorgen für die Wärmeabfuhr beim Custom-Design von Gigabyte.
Vergrößern Zwei Lüfter und Aluminiumfinnen sorgen für die Wärmeabfuhr beim Custom-Design von Gigabyte.

Test-Fazit zur Gigabyte GTX 950 Windforce OC

Um es auf den Punkt zu bringen: Die Geforce GTX 950 bietet eine tolle Spiele-Leistung in Full-HD, verbraucht relativ wenig Strom und ist für unter 200 Euro zu haben – das Preis-Leistungsverhältnis ist somit unschlagbar! Die preislich vergleichbare R7 370 hat in unseren Tests immer das Nachsehen und bietet unterm Strich weniger Leistung, ist dafür aber durch die Bank etwas günstiger zu haben. Unser Sample von Gigabyte arbeitet außerdem noch recht kühl und nicht allzu laut. Nur den Lieferumfang müssen wir beanstanden, was beim günstigen Preispunkt aber keine Überraschung ist.

Allerdings sollte Nvidia aufpassen, denn rein preislich ist die GTX 960 nicht weit von den neuen GTX-950-Modellen entfernt und bietet unter anderem mehr Shader und mehr Leistung. Dass die Grafikkarte sich nicht für das Spielen in Ultra-HD oder 1440p eignet, ist natürlich klar. Doch auch für Spiele in nicht allzu ferner Zukunft dürften die Leistungsreserven schnell knapp werden.

Aufgrund des guten Preis-Leistungsverhältnisses verleihen wir der Gigabyte GTX 950 Windforce OC den PC-WELT-Award "Attraktiver Preis".
Vergrößern Aufgrund des guten Preis-Leistungsverhältnisses verleihen wir der Gigabyte GTX 950 Windforce OC den PC-WELT-Award "Attraktiver Preis".

ALLGEMEINE DATEN 

Gigabyte GTX 950 Windforce OC

Testkategorie

Grafikkarten

Grafikkarten-Hersteller

Gigabyte

Internetadresse von Gigabyte

www.gigabyte.de

Preis (unverbindliche Preisempfehlung)

174,90 Euro

Gigabytes technische Hotline

01803/428468

Garantie des Herstellers

24 Monate

AUSSTATTUNG

Gigabyte GTX 950 Windforce OC

Video-Anschlüsse

Displayport

1

HDMI

1

DVI

2

beigelegte Adapter

nicht vorhanden

beigelegte Programme

Gigabyte OC Guru II

beigelegte Spiele

nicht vorhanden

Anzahl der gleichzeitig anschließbaren Bildschirme

4

COMPUTING-LEISTUNG 

Gigabyte GTX 950 Windforce OC

Direct Compute (Computemark, 1920 x 1080 Pixel, Preset: Complex): Fluid3D / Fluid2D / Mandel Vektor / Mandel Skalar / Qjulia Raytracing / Gesamtpunktzahl  

265 / 249 / 151 / 154 / 317 / 1136 Punkte

OpenCL-Leistung (Luxmark 2.0, Sala-Benchmark)

1663 Tausend Samples/Sekunde

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