Getestet

iPhone-Antennen-Problem im Test

Halt das nicht so! Wer die Antenne verdeckt, muss mit Signalstörungen rechnen
Vergrößern Halt das nicht so! Wer die Antenne verdeckt, muss mit Signalstörungen rechnen
Wer sein iPhone 4 nicht richtig hält, muss mit Störungen und Signalabbrüchen rechnen. Aber betrifft das Problem wirklich auch so viele andere Smartphones, wie Steve Jobs behauptet? Wir haben es getestet.
Wahrheit oder Lüge?
Als sich die Meldungen über Apples neues iPhone 4 überschlugen, dessen ernsthaftes Antennenproblem zu Störungen bei Telefonaten und Datensignalen führt, startete Apple den Gegenangriff: alle Smartphones leiden unter dieser Problematik, behauptet Steve Jobs. Aber stimmt das wirklich? Um herauszufinden, wie weit das Antennenproblem wirklich verbreitet ist, haben wir das iPhone 4 und fünf seiner größten Smartphone-Konkurrenten einem intensiven Praxistest unterzogen. Und hier sind unsere Ergebnisse.

Wie wir testen

Die iPhone-Antenne an der Außenhülle des iPhones
Vergrößern Die iPhone-Antenne an der Außenhülle des iPhones

Wir testen fünf Smartphones, die mit dem iPhone konkurrieren: das HTC Nexus One, das HTC Evo 4G, das BlackBerry Bold 9650, das Motorola Milestone X und das Samsung Captivate. Zuerst messen wir die Signalstärke der Geräte, wenn wir sie ganz normal in der Hand halten. Anschließend prüfen wir die Stärke des Signals noch einmal, wenn wir mit unserer Handfläche einen Großteil der Antenne des Geräts verdecken - der tödliche Griff bei Apples iPhone 4.

Da der Verlust des Signals deutlich häufiger in Gegenden vorkommt, in denen die Signalstärke ohnehin schon schlecht ist, führen wir den Test in einer eben solchen Umgebung durch. Die Signalstärke messen wir in Milliwatt (dBm), ein Standard-Wert, um die Kraft eines Radiosignals in Relation zu 1 Milliwatt wiederzugeben. In Gebieten mit hoher Signalstärke - zum Beispiel in der Nähe eines Sendeturms - ist ein Wert von -51 dBm das höchste und beste, was ein Smartphone erreichen kann. In Umgebungen mit schwacher Signalstärke können Geräte eine Telefonverbindung solange aufrechterhalten, bis das Signal auf unter -113 dBm fällt. Dann bricht die Verbindung zum Mobilnetzwerk ab.

Um die Folgen von Signalverlust zu messen, testen wir sowohl die Schnelligkeit von Datenübertragungen und die Qualität von Sprachanrufen. Für Datenübertragung benutzen wir die FCC-endorsed Ookla Test-App, mit der wir Upload- und Download-Geschwindigkeiten gleichermaßen überprüfen können. Wir führen drei aufeinander folgende Geschwindigkeitstests auf jedem Smartphone durch und wählen dann die beste Upload- und Download-Geschwindigkeit als Ergebnis.

Die Tests zu Sprachanrufen basieren eher auf subjektiven Werten. Wir tätigen Anrufe bei einer normalen Telefonnummer, halten Ausschau nach atmosphärischen Störungen, Fluktuieren, Verzögerungen, abgebrochenen Anrufen und Fehlern beim Verbindungsaufbau.
Wir betonen hiermit, dass unsere Tests informell, nicht wissenschaftlich und schon gar nicht bestandskräftig sind. Was wir versuchen ist, eine Übersicht zu verschaffen, wie sehr Apples Antennenproblem wirklich verbreitet ist und ob Steve Jobs mit seiner Aussage Recht behält, oder nicht.

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