18.06.2009, 11:52

Michael Schmelzle, Alexander Kuch

Geräuschvoller Spiele-PC im Test

Arlt Core i7 Xtreme Gamer GTX295

Der Arlt Core i7 Xtreme Gamer GTX295 tritt im Test mit Quadcore-CPU und starker Grafikkarte an. Er kann aber nicht auf ganzer Linie überzeugen.
Update 18.06.2009, 16:18 Uhr - Preissenkung: Der Arlt Core i7 Xtreme Gamer GTX295 kostet im Webshop von Alt nun 1551,03 Euro (Online-/Abhol-Preis) beziehungsweise 1599 Euro (Filialpreis) statt bisher 1700 Euro.
Auf den ersten Blick sticht beim Gaming-PC Arlt Core i7 Xtreme Gamer GTX295 der mächtige Gehäuselüfter ins Auge, der den größten Teil der linken PC-Wand ausfüllt. Durch verschiedene Regler können Sie die Umdrehungsgeschwindigkeit stufenlos variieren und die Rotationsrichtung schnell wechseln. Zum Preis von 1700 Euro sind die inneren Werte umsichtig ausgewählt. Mit eSATA- und HDMI-Anschlüssen präsentiert sich der Bolide auf der Höhe der Zeit. Der Arlt-PC kämpft allerdings mit einem erheblichen Lautstärkeproblem, wie unser Test zeigt.
Ausstattung: Arlt stattet seinen Spiele-PC mit Intels Core i7 920 aus. Der Prozessor hat eine Taktfrequenz von 2,67 GHz. Die Arbeitsspeicher-Kapazität liegt mit 6 GB im üblichen Rahmen für gut ausgestattete Spiele-PCs. Um diese Kapazität voll auszuschöpfen, setzt Arlt auf Windows Vista Home Premium in der 64-Bit-Variante. Die Grafikkarte Nvidia Geforce GTX 295 aus dem Hause Gainward hat einen sehr großen Grafikspeicher von 1792 MB. Zwei Festplatten des Typs Samsung HD502IJ bieten jeweils 500 GB Speicherplatz - die Gesamtkapazität von einem Terabyte ist für die Archivierung digitaler Audio- und Videodaten gut bemessen. Zusätzlich zum DVD-Brenner HL-DT-ST GH22LS30 verbaut Arlt ein DVD-ROM-Laufwerk. Damit gehen Kopiervorgänge ganzer Scheiben wesentlich schneller vonstatten als nur mit einem Laufwerk.
Der Gaming-PC von Arlt lässt mit seiner üppige Auswahl an Schnittstellen keine Wünsche offen: 10 USB-Anschlüsse, 2 eSATA-Buchsen sowie Firewire, HDMI und Gigabit-Ethernet stehen zur Verfügung. Ergänzt wird dieses Angebot durch 2 DVI- und mehrere Audio-Schnittstellen. Neben den üblichen analogen Anschlüssen bietet der PC zwei Möglichkeiten, ein Surround-Boxenset anzuschließen. Dies ist entweder über drei Lautsprecher-Buchsen oder über einen optischen S/P-DIF-Ausgang möglich.
Auf der linken Seitenwand des Spiele-PCs fällt der mächtige Gehäuselüfter mit roter Hintergrundbeleuchtung auf. Je nach Belastung und Wärmeentwicklung können Sie die Leistung des Lüfters variieren. Mit dem oberen Schalter regeln Sie die Umdrehungsgeschwindigkeit des Lüfters, der mittlere Schalter wechselt die Umdrehungsrichtung. Mit dem unteren Knopf schalten Sie die rote Hintergrundbeleuchtung ein und aus. Je nach Umdrehungsgeschwindigkeit ändert sich auch die Lautstärke des PCs. Wenn Sie gerade keine rechenintensiven Anwendungen oder Spiele laufen lassen, die der CPU und der Grafikkarte ordentlich einheizen, können Sie die Lüfterdrehzahl getrost herunterregeln. Das Rauschen können Sie dadurch etwas verringern.
Tempo: Im Benchmark 3D Mark 06 erreicht der Arlt Core i7 Xtreme Gamer GTX295 16500 Punkte - das ist für einen Gaming-PC mit nur einer Grafikkarte und Core i7 920 ein gutes Ergebnis. Lediglich Spiele-PCs wie der Acer Aspire G7710 Predator Conqueror mit mehreren Grafikkarten im Verbund sowie Intels Spitzen-CPU Core i7 965 Extreme kommen auf Werte zwischen 18.000 und 23.000 Punkten.
Wie stark die Grafikkarte tatsächlich ist, offenbart der GPU-Score unter 3D Mark Vantage: Mit 17.454 Punkten ist der Arlt Core i7 Xtreme Gamer GTX295 der bisher drittbeste Spiele-PC im Test. DirectX-10-Spiele laufen auch bei hoher Auflösung und maximaler Qualitätseinstellung recht flüssig, lediglich bei Action-Sequenzen mit vielen herumfliegenden Partikeln sowie bei Nebeleffekten kann es für Sekundenbruchteile zu kurzen Einbrüchen bei der Bildrate kommen.
Ergonomie: Das 750-Watt-Netzteil des Arlt Core i7 Xtreme Gamer GTX295 zieht im ausgeschalteten Zustand mit 1,7 Watt erfreulich wenig Energie aus der Steckdose. Der von uns gemessene Verbrauch von 163,5 Watt im Desktop-Betrieb ist für einen Gaming-PC akzeptabel, andere Spiele-Boliden wie der Ultraforce X920 - ATI HD4870 X2 Xfire genehmigen sich hier bereits über 400 Watt. Unter Volllast sieht die Energieeffizienz schon etwas ungünstiger aus: Mit 408,8 Watt gehört der Arlt-PC zu den fünf größten Stromfressern in unseren PC-Tests, vom Spitzenwert des Ultraforce-Konkurrenten mit 835 Watt ist er aber noch meilenweit entfernt.
Die Lüftungskomponenten des Arlt Core i7 Xtreme Gamer GTX295 arbeiten trotz der manuellen Regelbarkeit - selbst für einen Spiele-PC sehr geräuschvoll: Mit 39,7 dB(A) und dabei ganz heruntergeregeltem Gehäuselüfter erhält der Rechner bereits im Desktop-Modus die rote Karte für den lautesten PC in unserem Testcenter. Auch unter Volllast ist das Geräusch mit 42,3 dB(A) sehr laut, wenngleich der Acer Aspire G7710 Predator Conqueror mit 43,4 dB(A) den Arlt-PC noch überbietet. Mit dieser Geräuschkulisse empfiehlt sich der Arlt Core i7 Xtreme Gamer GTX295 seinem Namen entsprechend ausschließlich als Spiele-Maschine. Für den Einsatz im Büro sowie im Wohnzimmer ist er definitiv zu laut.
Fazit: Mit einer tadellosen Ausstattung erreicht der Arlt Core i7 Xtreme Gamer GTX295 unter den Spiele-PCs mit nur einer Grafikkarte eine gute Leistung. Der PC ist sehr sauber verarbeitet, die Schnittstellen-Auswahl gut disponiert und der Stromverbrauch im Desktop-Betrieb akzeptabel. Die von außen zu bedienende Lüftersteuerung ist zwar eine tolle Idee, sie verhilft dem PC allerdings nicht zu einem leiseren Betriebsgeräusch. Das dauerhaft laute Rauschen verbannt den Rechner aus Wohnzimmer und Büro und übergibt ihn seiner einzigen Bestimmung als Spiele-PC.
Alternativen: Der HE-Computer High End Cube Ultra bietet eine ähnliche Rechenleistung und kostet 500 Euro weniger, kämpft aber mit Hitzeproblemen. Der Hardware4u Gamers Dream Rev 3.1 Air ist 50 Euro günstiger und hat ebenfalls eine manuelle Lüftersteuerung.
Vorschaugrafik: Medion Akoya P7350 D (MD 8860) im Test - klein
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