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Sharkoon Skiller im Test

01.10.2012 | 10:24 Uhr |

Sharkoon möchte mit der Skiller eine vollwertige Gaming-Tastatur für wenig Geld anbieten. Ob dabei die Verarbeitung stimmt und Zocker auf ihre Kosten kommen, klärt unser Test.

Die günstige Tastatur hört auf den Namen Skiller, eine eindeutige Übersetzung ins Deutsch gibt es nicht. "Skill" lässt sich dagegen mit Fertigkeit, Geschick oder Können übersetzen, weshalb Skiller in diesem Fall das Nomen ist: In Gamer-Kreisen ist ein Skiller ein Spieler, der ein hohes Maß an Können an den Tag legt, ein No-Skiller ist dann natürlich das komplette Gegenteil. Liebe Englischlehrer, bitte vergebt mir, aber diese Wortneuschöpfung entsprang nicht aus meiner Feder.

Rund 15 Euro lässt sich Sharkoon die Tastatur kosten und punktet genau wie die erst kürzlich von uns getestete Darkglider Gaming-Maus (etwa 40 Euro) schon einmal beim Preis. Ob dabei noch die Verarbeitung mithalten kann, finden wir im Test heraus.

Ausstattung: Viele Multimedia-Tasten

Die Sondertasten auf der Skiller.
Vergrößern Die Sondertasten auf der Skiller.
© Sharkoon

Ohne die stilistisch flammenden Logos wirkt die Skiller auf den ersten Blick wie eine ganz normale Tastatur. Doch das Emblem auf der Handballenauflage leuchtet im kräftigen blau und auf der Oberseite prangt die Modellbezeichnung. Auch der LED-Indikator für die Anzeige einer aktivierten Feststelltaste leuchtet ebenso satt und sticht dadurch sogar fast unangenehm ins Auge. Die Tasten sind dafür überhaupt nicht beleuchtet.
Die Tastatur selbst ist komplett aus Plastik gefertigt und bis auf die Tasten mit hübsch anzusehenden Klavierlack überzogen. Hübsch ist das Material aber nur so lange, bis Sie sie anfassen oder einfach nur stehen lassen. Denn Staub und Fingerabdrücke sind auf der Oberfläche sofort zu sehen. Die 107 Tasten verteilen sich auf drei Blöcke, die 20 Sondertasten auf der linken und rechten Oberseite und auf den beiden Seiten.

Die Multimedia-Tasten bieten zahlreiche Funktionen wie das Aufrufen des Arbeitsplatzes, das Vor und Zurück im Browser oder Navigationstasten für den Media-Player. Die funktionieren unter Windows 7 auch ohne Treiber einwandfrei dank Plug & Play via USB-Anschluss.Die Tasten selbst stehen gut heraus und erlauben ein flottes Schalten dank der sinnvollen Beschriftung oder Symbole.

Die gummierten Tasten zum Austauschen.
Vergrößern Die gummierten Tasten zum Austauschen.
© Sharkoon

Im Lieferumfang befinden sich neben der Treiber-CD zusätzlich noch acht gummierte blaue Tasten zum Wechseln der beliebten Gamer-Steuerung WASD und den Pfeiltasten. Ein kleines Werkzeug zum Aushebeln ist ebenfalls dabei und erleichtert den Austausch. Die Gummierung macht sich in der Tat bemerkbar und so finden wir auch im Eifer des virtuellen Gefechts schnell die Tasten und freuen uns über einen guten Halt. Nicht so gut halten dagegen die Standfüße der Skiller, weshalb sie uns des Öfteren wegrutscht. USB-Buchsen oder gar Klinken-Buchsen für ein Headset gibt es leider nicht.

Technische Daten Sharkoon Skiller

Maße (B x L x H)

21,2 x 48,5 x 2,5 cm

Gewicht

0,6 kg

Bauart

Rubberdome

Anschluss

USB 2.0

Kabellänge

1,5 m

Anschlüsse

nicht vorhanden

Sondertasten

20 Multimedia-Tasten, dreifache Belegung über Software

Format

Standardlayout mit Nummernblock (107 Tasten)

Besonderheiten

8 wechselbare Tasten

Rubberdome-Tasten und (kein) 18-Key-Rollover

Um den Preis möglichst niedrig zu halten, verwendet Sharkoon bei der Skiller Rubberdome, also die weit verbreitete Gummimatte, die die Eingaben entgegen nimmt. Eine Robustheit oder ein satter Anschlag wie bei mechanischen Schaltern ist also nicht gegeben, hierfür müsse Sie derzeit noch viel mehr Geld anlegen.
Auf der Verpackung verspricht Sharkoon vollmundig einen Key-Rollover von 18 Tasten, sprich dem gleichzeitigen Drücken ohne Verlust der entsprechenden Eingabe. Aber weit gefehlt, trotz mehrfacher paralleler Anmeldung im Windows-Geräte-Manager ist das Ergebnis in der Praxis enttäuschend. Eventuell wären etwas mehr korrekte Anschläge über den guten alten PS/2-Anschluss möglich, doch einen Adapter für den Port liefert der Hersteller nicht mit.

Skiller-Software: Ebenen, Profile und Makros

Der Treiber ist übersichtlich und bietet viele Einstellungen.
Vergrößern Der Treiber ist übersichtlich und bietet viele Einstellungen.

Das es keine frei belegbaren Sondertasten gibt, weicht Sharkoon auf eine dreifache Belegung der Tasten aus. Die Software ist übersichtlich und so dürfen Sie die Taste direkt anklicken und sie neu mit Makros, Hotkeys oder auch Maustasten belegen - und das auf insgesamt drei Ebenen und in mehreren Profilen. Durch ein bestimmtes und frei wählbares Tastenkürzel schalten Sie zwischen den Ebenen um. Wir finden das etwas umständlich und meinen, dass Sharkoon doch besser einige Multimedia-Funktionen entfernt und lieber "echte" Gaming-Tasten daraus gemacht hätte. Aber das Umschalten klappt einwandfrei.

Praxis-Check: Flotter Tipper mit Verlusten

Das Schreiben funktioniert dank dem präzisen und satten Druckpunkt angenehm flott, doch bei unserem Modell verschluckt die Tastastur die ein oder andere Eingabe. Das fällt uns vor allem bei der rechten Shift-Taste auf, die ab und zu ihre Funktion verweigert. Ein echtes No-Go nicht nur im Gamer-, sondern auch im Büro-Alltag! Des Weiteren bemerken wir auch an der Verarbeitung, woran der Hersteller gespart hat: Die Spaltmaße fallen groß aus, die Tasten klappern und der Plastikrahmen knarzt beim Anfassen.

Fazit zur Sharkoon Skiller: Günstiger Schreiberling

Günstig ja, aber an der Verarbeitung hapert es.
Vergrößern Günstig ja, aber an der Verarbeitung hapert es.
© Sharkoon

Mit rund 15 Euro (unverbindliche Preisempfehlung) ist die Sharkoon Skiller ein echtes Schnäppchen, das Einsteiger und Sparfüchse mit Features wie vielen Multimedia-Tasten und auswechselbaren Tasten begeistern kann. Doch um echte "Skiller" zu begeistern, fehlt es an der Qualität der Verarbeitung und Zuverlässigkeit der Tastenanschläge. Die dreifache Belegung der Tasten ist gewöhnungsbedürftig, dafür unterstützt die Tastatur Makros und bis zu zehn Profile.

Wer es robuster und hochwertiger mag, dem empfehlen wir die Qpad MK-85 mit mechanischen Schaltern, USB und zwei Klinken-Anschlüssen. Mit einem Straßenpreis von rund 130 Euro ist sie aber auch knapp neunmal so teuer wie die Skiller.

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