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Die besten Spiele-PCs im Test

02.02.2010 | 12:12 Uhr |

Grell-buntes Ausstattungs-Wunder trifft auf kühle High-Tech-Maschine. Unser Test krönt die besten Spiele-PCs, die Sie für Geld kaufen können.

Die aktuelle Generation der Spiele-PCs kennzeichnet brachiale Rechenleistung. Besondere Wertschätzung erfährt dabei die Grafiklösung. Wer ganz oben mitspielen will, muss mindestens zwei schnelle Grafikkarten verbauen. Zum guten Ton unter den Gaming-PCs gehört auch eine Quad-Core-CPU des aktuellen Jahrgangs mit möglichst hoher Taktrate. Spiele-PCs mit popeligen vier Gigabyte Arbeitsspeicher und 32-Bit-Windows ernten nur ein spöttisches Lächeln von der Konkurrenz. Dass die Kraftmeier dabei einen unstillbaren Stromhunger an den Tag legen, versteht sich von selbst. Und zu den Leisetretern gehören die bulligen Spiele-PCs auch nicht gerade.

Ausstattung der Spiele-PCs: meist üppig

CPU
Im zehnköpfigen Testfeld der Spiele-PCs dominiert Intels Core i7, der mit Hilfe einer speziellen Technik seine vier physikalischen Rechenkerne auf acht virtuelle verdoppeln kann. Bei fast allen Spielen bringt das aber keine Vorteile, da viele Titel noch nicht einmal vier CPU-Kerne auslasten können. Nur eine Hand voll Spiele wie GTA4 profitieren vom Core i7. Intels virtueller Octa-Core spielt dafür bei Profi-Programmen wie etwa Rendering-Software sein volles Potential aus. Im unteren Preissegment tummelt sich AMDs Vierkern-Prozessor Phenom II.

Grafik
Die Grafik-Boliden des Testfeldes sind für ernsthafte PC-Gamer interessant, die auf 24- bis 30-Zoll-TFTs unter einer physikalischen Auflösung von bis zu 2560 x 1600 Bildpunkten mit bestmöglicher Bildqualität spielen wollen. Spitzenreiter bei der 3D-Leistung ist ein Spiele-PC, der mit zwei Doppeldecker-Karten insgesamt über vier Grafik-Prozessoren verfügt. Der Rest der Spiele-PCs setzt nur eine Grafikkarte ein. Für Spieler mit 22-Zoll-TFTs - physikalische Auflösung bis 1680 x 1050 Bildpunkte - noch uneingeschränkt empfehlenswert sind dabei nur die beiden Gaming-PCs mit einer Grafikkarte auf Basis des AMD-Chips ATI Radeon HD 5870 sowie des Nvidia-Chips Geforce GTX 285.

Arbeitsspeicher
Ein Spiele-PC sollte mindestens über vier Gigabyte Arbeitsspeicher verfügen. Überragender Speichergigant ist mit 12 GB der Gaming-PC von Acer. Die restlichen Spiele-PCs im Test sind mit 4 bis 6 GB noch ausreichend bis gut bestückt.

Festplatte
Die Speicherkapazität des Testfeldes reicht von mickrigen 300 GB bis üppigen 2,3 Terabyte. Der Trend geht bei High-End-Spiele-PCs dabei klar zum SSD-Raid-0-Verbund für die Systempartition und einer großen herkömmlichen Festplatte als eigentlicher Massenspeicher. Falls Sie einen Spiele-PC mit einem Raid-0-Verbund ohne zusätzlichen "Massenspeicher" erwerben, sollten Sie wichtige Daten regelmäßig auf einer externen Festplatte sichern. Bereits wenn eine Festplatte des Verbundes ausfällt, sind alle Daten futsch.

Optische Laufwerke
Die Spiele-PCs von Acer und Wortmann haben als einzige Testteilnehmer einen Blu-ray-Brenner an Bord. Zum guten Ton eines hochpreisigen Spiele-PCs gehört aber mittlerweile ein Kombilaufwerk, das Blu-ray und HD-DVD lesen sowie DVDs brennen kann. Praktisch: Jeder zweite Spiele-PC bringt noch ein zusätzliches Laufwerk mit - das erleichtert 1:1-Kopien von optischen Datenträgern.

Sound
Bei Spiele-PCs herrscht die Unsitte, dass die meisten Hersteller auf Onboard-Soundchips setzen, anstatt eine vollwertige Soundkarte einzubauen - im Idealfall auf Basis des Creative Soundblaster X-Fi. Achten Sie aber auch auf die Schnittstellen der Audio-Lösung. Genügend analoge Ausgänge für Ihr Raumklang-Boxensystem und ein digitaler Ausgang sind Pflicht. Dazu gehört auch eine Mikrofon- und Kopfhörerbuchse auf der Gehäusevorderseite - falls Sie beim Spielen ein Headset nutzen.

Betriebssystem
Die meisten Spiele-PCs haben bereits ein 64-Bit-Windows vorinstalliert. Bei Ultraforce müssen Sie das Betriebssystem zusätzlich erwerben. Die Kosten beim Händler belaufen sich für Windows 7 Home Premium 64-Bit auf 79 Euro. Der Spitzenreiter beim Betriebssystem ist der Spiele-PC von Alternate, der mit Windows 7 Professional 64-Bit kommt.

Zubehör
Wortmann und Acer verzichten als einzige Anbieter auf eine Standard-Tastatur und spendieren dafür das Logitech G11 Illuminated Keyboard, Acer legt anstelle einer Standard-Maus zusätzlich noch die Logitech G5 Laser-Maus bei. Arlt und Hardware4u bauen als einzige eine Lüftersteuerung über Regler in das Gehäuse, im letzteren Fall sogar mit einem Display, dass die Umdrehungszahl der Lüfter anzeigt.

Design der Spiele-PCs: oft exzentrisch

Einige der Hersteller überbieten sich mit exzentrischen Gehäuse-Designs, ganz besonders stechen hier die Spiele-PCs von Ultraforce und Acer hervor. Ultraforce hat die rückseitigen Anschlüsse auf die PC-Oberseite verlegt, Acer lässt sein Gehäuse wie eine PKW-Karosserie erstrahlen. Das Gehäuse des Wortmann-PCs hat als einziger Testteilnehmer 4 stabile Tragegriffe für einen mühelosen Transport zur LAN-Party.

Spiele-PCs sind Stromfresser

Einen echten Energiesparer unter den Spiele-PCs gibt es aufgrund der Ausstattung und teils überragenden Rechenleistung nicht. Dafür haben wir beim Stromverbrauch der Gaming-PCs neue Rekordwerte unter Volllast gemessen: Sieben von zehn Spiele-PCs verbrauchten in der Spitze über 300 Watt. Absoluter Stromfresser unter den Spiele-PCs ist der Hardware4u-PC mit 861 Watt unter Volllast.
Die Spiele-PCs sind aufgrund der teils enormen Hitzeentwicklung, die zahlreiche Lüftern aus dem Gehäuse blasen müssen, meist sehr laut. Noch akzeptabel waren die 0,8 Sone des HP-PCs unter Last - damit errang das Modell die Trophäe des leisesten Spiele-PCs im Testfeld. Mit über 4 Sone waren die Rechner von Acer, Avistron und Ultraforce übermäßig laut.

Service & Dokumentation der Spiele-PCs

Die Gaming-PCs von Ultraforce laufen der Konkurrenz in punkto Garantie weit davon und bietet auf alle PCs 5 Jahre Garantie - das ist lobenswert. HP offeriert seine Spiele-PC mit immerhin noch 3 Jahre Garantie, alle anderen PC-Hersteller haben nur die übliche zweijährige Gewährleistung im Angebot. In der Regel legen die Händler ihren Spiele-PCs die Handbücher der Einzelkomponenten bei. Lediglich Wortmann macht sich die Mühe und erstellt ein ausführliches Systemhandbuch mit Erklärung aller Komponenten und Anschlüsse.

Testsieger & Tempo-Tipp der Spiele-PCs: Hardware4u Gamers Dream Revision 3.2 GX4

Stromverbrauch bei Spiele-PCs: zum Teil über 800 Watt!
Vergrößern Stromverbrauch bei Spiele-PCs: zum Teil über 800 Watt!
© 2014

Grafikleistung satt bietet der Spiele-PC Hardware4u Gamers Dream Revision 3.2 GX4 mit seinen beiden Nvidia-Karten Geforce GTX 295. Sie sind im SLI-Verbund zusammen geschalteten und bündeln so die Rechenkraft von vier Grafikchips mit insgesamt knapp 3,6 Gigabyte Grafikspeicher. Kehrseite der Medaille: Der Rekordverbrauch des Spiele-PCs von maximal 861 Watt.

Preistipp der Spiele-PCs: Alternate Corsair HighEnd-PC

Für knapp 2200 Euro bietet der Spiele-PC Alternate Corsair HighEnd-PC eine umsichtig gewählte CPU-Grafikkarten-Kombination, bestehend aus dem Vierkerner Intel Core i7 920 und der ATI Radeon HD 5870 mit einem Gigabyte GDDR5-Grafikspeicher. Das reicht dem Spiele-PC für eine flüssige Bildwiederholrate bis zur 1920er-Auflösung bei höchster Bildqualität. Zudem beherrscht der Alternate-PC als einziger PC der aktuellen Top-10 schon DirectX 11.

Design-Tipp der Spiele-PCs: Acer Aspire G7710 Predator Conqueror

Drei Grafikkartem im Verbund
Vergrößern Drei Grafikkartem im Verbund
© 2014

Der Spiele-PC Acer Aspire G7710 Predator Conqueror besticht nicht nur durch sein schickes Design, sondern glänzt auch mit inneren Werten: Intel Core i7 Extreme 965, zwei Nvidia Geforce GTX 285 im SLI-Verbund, 12 GB Arbeitsspeicher, 2,3 Terabyte Festplattenkapazität und eine üppige Schnittstellen-Ausstattung lassen keine Wünsche offen. Doch der Luxus hat seinen Preis: 4000 Euro kostet der Spiele-PC.

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