1608205

Razer Carcharias im Test

18.10.2012 | 15:45 Uhr |

Razer möchte mit dem Carcharias ein qualitativ hochwertiges Headset auf den Markt bringen, vor allem Gamer sollen ein besseres Spiel-Gefühl erleben. Ob die Kopfhörer auch den nötigen "Biss" haben, klärt unser Test.

Ein Carcharias ist ein Hai, genauer gesagt sogar der Weiße Hai (Carcharodon carcharias), den die Medien gerne als blutrünstigen Raubfisch darstellen. Genau den Trend greift der amerikanische Hersteller Razer auf und benennt so das Stereo-Headset, das wir im Test haben. Die Tiernamen sind aber nichts neues, wie wir unschwer bei der Gaming-Maus Razer Taipan oder Naga Hex feststellen konnten.

Ausstattung & Verarbeitung: Bequem und robust

Das geschlossene Headset umschließt aufgrund der Bauweise komplett die Ohren des Trägers und schirmen dadurch auch recht effektiv störende Außengeräusche ab. Der Kopfbügel ist genau wie die Ohrmuscheln mit weichem Schaumstoff gepolstert. Und dadurch, dass sich die beiden Ohrhörer in der Höhe verstellen lassen, ist das Carcharias angenehm zu Tragen und passt sich auch leicht an größere Köpfe an. Auch das relativ geringe Gewich. Das Mikrofon ist fest links montiert, lässt sich aber auch bei Nicht-Gebrauch nach oben schwenken. Der Mikrofonarm selbst ist dank eines Gelenkes flexibel, wenn auch nicht allzu sehr. Eine integrierte Rauschunterdrückung soll für klare Verständigung sorgen, einen flauschigen Windschutz hat das Mikrofon aber nicht.

Für den Sound muss der PC selbst sorgen, denn einen Audiochip bringt das Razer-Headset nicht mit. Für die Wiedergabe zeichnen sich zwei 40-Millimeter-Audiotreiber mit Neodymmagneten verantwortlich. Umfassenden Surround-Sound gibt es also nicht zu hören. Das geflochtene Kabel ist ganze drei Meter lang und erlaubt so einen vergleichsweise großen Aktionsraum. Am Kabel selbst ist die Fernbedienung angebracht, die sich jedoch nur auf einen Lautstärkeregler und eine Stummschaltetaste fürs Mikrofon beschränkt. Als ziemlich praktisch erweist sich die Klemme auf der Rückseite der Fernbedienung. Damit dürfen wir sie an unsere Kleidung und somit in Reichweite klammern.

Die Verarbeitung ist Top: Die Spaltmaße fallen nicht zu groß aus und auch der Samtüberzug der Polster bleibt an Ort und Stelle. Nichts scheppert und der Mikrofonarm lässt sich einfach verstellen, ohne dass er sich aus seiner vorgesehenen Position mogelt.

Technische Daten

Razer Carcharias

Fernbedienung

Am Kabel

Kabellänge

3,0 Meter

Regler

Lautstärke, Mikrofonstummschaltung

Surround

Nein

USB-Soundchip

Nein

Anschluss

3,5-Millimeter-Klinke

Bauweise

Geschlossen

Frequenzgang

20 - 20000 Hz

Lautsprecher

Stereo

Mikrofon-Stummschaltung

Ja

Mikrofon abnehmbar

Nein

Mikrofonarm flexibel

Ja

Übertragung

Kabel

Praxis-Check: Headset mit Wumms

An der Qualität der Sprachübertragung gibt es nichts zu meckern, unser Gegenüber versteht uns selbst bei Hintergrundgeräuschen einwandfrei. Uns fällt jedoch aus, dass selbst leichter Wind, wie er zum Beispiel beim Ausatmen entsteht, direkt hörbar ist. Der Ton an sich macht mit kräftigen Bässen ziemlich Druck, die Höhen sind aber etwas überbetont - das liegt aber auch an der Bauform des Headsets. Im Team-Chat inmitten des Kampfgetümmels kann das aber durchaus von Vorteil sein. Die Musik über das Carcharias klingt auch sehr ordentlich, wenn auch recht basslastig.

Test-Fazit zum Razer Carcharias: Zurück zu den Wurzeln

Wuchtiger Bass, aber übersteuerte Höhen.
Vergrößern Wuchtiger Bass, aber übersteuerte Höhen.
© Razer

Das Razer Carcharias ist ein ziemlich einfach gestricktes Headset: Stereo-Sound, Mikrofon und puristische Fernbedienung. Keine Spielereien wie USB-Audiochips, Raumklang oder drahtlose Übertragung. Das macht es aber nicht schlechter, denn der Gamer kann sich so voll auf sein Game konzentrieren. Die Verarbeitung darf sich sehen lassen, genau wie der wuchtige Bass. Alles in allem geht die Soundqualität völlig in Ordnung bis auf die übersteuerten Höhen. Allerdings muss der Spieler tief in die Tasche greifen, denn Razer verlangt rund 80 Euro (unverbindliche Preisempfehlung) für das Carcharias. Vergleichbare Headsets gibt es schon für weniger Geld.

Wer aber gerade auf abgefahrene Funktionen und Technik wert legt, der könnte sich auch das Creative Sound Blaster Tactic3D Wrath Wireless zu Gemüte führen. Das kabellose Headset des Mitbewerbers überträgt die Signale drahtlos und das Mikrofon lässt sich sogar ganz abnehmen, virtuellen Surround-Klang gibt es auch. Das alles lässt sich der Hersteller aber auch entlohnen und veranschlagt etwa 130 Euro (unverbindliche Preisempfehlung).

0 Kommentare zu diesem Artikel
1608205