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Fujifilm Instax Mini 90 Neo Classic im Test

17.12.2013 | 13:00 Uhr |

Wer den Begriff "Sofortbildkamera" hört, denkt unweigerlich an Polaroid. Doch auch aus dem Hause Fujifilm gibt's Sofortbildkameras. PC-WELT hat sich die Instax Mini 90 Neo Classic näher angesehen und verrät Ihnen, ob sich die Kosten dafür lohnen.

Sie ist schon ein rechter Klotz, die Fujifilm Instax Mini 90 Neo Classic: Stolze 331 Gramm bringt das Gerät auf die Waage und ist mit seinen Maßen von 11,3 x 9 x 5,4 Zentimetern auch nicht gerade zierlich zu nennen. Im Vergleich zu einer klassischen Polaroid-Kamera ist das Fujifilm-Modell aber doch regelrecht kompakt. Das liegt vor allen an den verwendeten "Film"-Kartuschen, die nur 9 x 5,5 x 2 Zentimeter groß sind und Abzüge von 8,5 x 5,4 Zentimetern liefern. Das darauf abgebildete Bild misst 6,2 x 4,6 Zentimeter.

Die Film-Kartuschen für die Fujifilm Instax Mini 90 Neo Classic kosten je nach Ausführung zwischen 8 und 20 Euro.
Vergrößern Die Film-Kartuschen für die Fujifilm Instax Mini 90 Neo Classic kosten je nach Ausführung zwischen 8 und 20 Euro.
© Fujifilm

Ausstattung: Diverse Einstellmöglichkeiten

Die Fujifilm Instax Mini 90 Neo Classic besitzt ein 60-Millimeter-Objektiv ohne Autofokus. Sie sollten sich also gut überlegen, was Sie fotografieren, denn ein Doppelpack Kartuschen für 2 x 10 Abzüge kostet Sie je nach Anbieter zwischen 15 und 20 Euro. Auf der Gehäuserückseite finden sich fünf Knöpfe, über die Sie den Makromodus aktivieren, die Belichtung heller oder dunkler machen, den Selbstauslöser aktivieren, den Blitz einschalten und die Motivprogramme wählen. Außerdem zeigt eine 7-Segment-Anzeige die Anzahl der verbleibenden Bilder.

Apropos Motivprogramme: Hier haben Sie die Wahl zwischen "Party" (Blitz und lange Verschlusszeit), "Kinder" (für bewegte Motive), "Landschaft", "Doppelbelichtung" und "Bulb" (maximal 10 Sekunden Langzeitbelichtung, Stativ verwenden!). Zum Ändern der Einstellung drücken Sie auf den Mode-Knopf und navigieren mit dem Objektivring zwischen den Optionen. Das funktioniert jedoch nur, solange die Symbole blinken - hier müssen Sie also schnell reagieren. Alternativ können Sie auch mit dem Mode-Knopf zwischen den Optionen wechseln.

Über das Display und die darunter liegenden Knöpfe wählen Sie die verschiedenen Einstellungen.
Vergrößern Über das Display und die darunter liegenden Knöpfe wählen Sie die verschiedenen Einstellungen.
© Fujifilm

Handhabung: Problem mit dem Akku

Bei unserem Testgerät hatten wir mit einem "kontaktlosen" Akku zu kämpfen. Scheinbar trafen der Akku und die dazugehörigen Kontakte nicht immer korrekt aufeinander. Erst als wir den Stromspender mit einem Stück Pappe fixierten, bekam die Kamera den nötigen Strom.

Deutlich einfacher geht dageben das Wechseln der Film-Kartuschen über die Bühne. Wichtig ist hier jedoch, dass Sie die Kamera zuvor einschalten und die Kartusche erst kurz vor dem Einlegen von ihrer Folienverpackung befreien. Öffnen Sie dann das Kartuschenfach, legen Sie die Kartusche ein, so dass die gelben Markierungen übereinstimmen (dabei nicht die gekennzeichneten Öffnungen berühren!), und schließen Sie die Klappe. Das Deckblatt der Kartusche wird daraufhin automatisch aus einem Schlitz an der linken Gehäuseseite ausgegeben, und die Kamera ist einsatzbereit.

Und so bekommen Sie Ihre Sofortbilder: Nach dem Auslösen ragt das Bild einige Zentimeter aus dem oben genannten Schlitz und benötigt etwa 3 Minuten, bis es fertig entwickelt ist. Übrigens: Das fast schon reflexartige Wedeln mit dem Abzug trägt NICHTS zur Beschleunigung bei - das war aber schon bei Polaroid so.

Bildqualität: Besser als Polaroid

Natürlich können Sie die Bilder einer Sofortbildkamera nicht mit denen eines hochwertigen Smartphones oder gar einer Systemkamera vergleichen. Dafür stimmen die Kontraste nicht, und auch die Farben sind eher "exotisch". Für spontane (aber dennoch überlegte) Schnappschüsse ist die Fujifilm Instax Mini 90 Neo Classic aber absolut zu gebrauchen, und ihre Bilder sind deutlich besser, wenn auch kleiner, als die einer Polaroid-Kamera.

Vor allem der Blitz kann hier helfen, das Bildrauschen im Zaum zu halten, das bei der Fujifilm Instax Mini 90 Neo Classic erstaunlich gering ausfällt: Auch das haben wir von Polaroid anders in Erinnerung. Darüber hinaus überstrahlt der Blitz des Fujifilm-Modells erfreulicherweise nicht.

Die Testbilder der Fujifilm Instax Mini 90 Neo Classic Display sind überraschend gut.
Vergrößern Die Testbilder der Fujifilm Instax Mini 90 Neo Classic Display sind überraschend gut.
© Verena Ottmann

Fazit: Toller Fotospaß mit kleinen Nachteilen

Mit der Fujifilm Instax Mini 90 Neo Classic können Sie schöne Momente sofort auf Bild bannen. Zwar ist die Kamera etwas groß geraten, das liegt jedoch an der Technik - und die ist schon deutlich stärker geschrumpft als beispielsweise bei Polaroid. Auch die Bilder sind besser, wenn auch kleiner, als bei der alteingesessenen Konkurrenz. Außerdem bietet das Fujifilm-Modell diverse Einstellmöglichkeiten und einen Blitz.

Zwei Kritikpunkte sind uns jedoch im Test aufgefallen: Die Kartuschten sind recht teuer, und der Akku fand nicht den nötigen Kontakt. Letzteres kann jedoch auch nur in unserem Testgerät der Fall gewesen sein. Alles in allem macht das Fotografieren mit der Fujifilm Instax Mini 90 Neo Classic großen Spaß. Dennoch bleibt die Sofortbildfotografie ein Hobby für Menschen mit großem Geldbeutel und kleinem Anspruch.

Fujifilm Instax Mini 90 Neo Classic

Technische Daten

Bildgröße

6,2 x 4,6 Zentimeter

Objektiv

60 Millimeter

Makromodus

ab 30 Zentimeter, mit Blende f22

Scharfstellung

Normal-Modus ab 60 Zentimeter, Landschafts-Modus ab 3 Meter

Verschluss

elektronisch, 1,8 - 1/400 Sekunde

Maße

11,3 x 9 x 5,4 Zentimeter

Gewicht (inklusive Akku und Kartusche)

331 Gramm

Preis Kamera (UVP)

149 Euro

Preis Kartusche (10 Bilder)

8-12 Euro

Preis 2er-Pack Kartuschen (2 x 10 Bilder)

15-20 Euro

www.fujifilm.de

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