19.03.2010, 09:10

Thomas Rau

Router-Test

Die besten WLAN-Router bis 100 Euro

Leistungsfähige WLAN-Router sind im Sommer ein perfektes Mittel, um bequem kabellos mit dem Notebook auf dem Balkon oder im Garten durchs Internet zu streifen. Wir stellen die besten Produkte unter 100 Euro vor.
Aktuelle WLAN-Router bieten ein deutlich höheres Übertragungstempo und größere Reichweiten als noch die Vorgängergeneration. Sie arbeiten nach dem (Vor-)Standard 802.11n. Zwar erreichen sie bei weitem nicht die 300 Mbit/s, die die Hersteller groß auf die Produktkartons drucken. Aber mit Spitzen-Transferraten von 80 bis 100 MBit/s sind WLAN-Router locker drei- bis viermal so schnell wie 11g-Router.
Aber beim WLAN-Router dürfen Sie nicht nur auf die Datenrate bei kurzen Distanzen achten. Auch über längere Strecken sollte die Transferrate des WLAN-Routers nicht zu sehr einbrechen: So können Sie auch einen weiter vom DSL-Anschluss entfernten PC ins Netzwerk einbinden oder sich mit dem Notebook frei in der Wohnung bewegen, ohne befürchten zu müssen, dass die Daten nur noch tröpfchenweise über die Funkstrecke ankommen.
Thematisch verwandtes Test-Video "Buffalo WZR2-G300N":
Grundsätzlich sollten alle aktuellen 11n-Router schnell genug sein, um die Bandbreite eines aktuellen DSL-Anschlusses ohne Verluste im Netzwerk verteilen zu können. Das konkrete Übertragungstempo hängt allerdings sehr stark von der Umgebung ab: Wände, Metallgegenstände, andere WLANs und auch Personen bremsen die Funkwellen und damit die Datenraten.

WLAN-Tempo im Test

In unserem Test haben wir deshalb versucht, typische WLAN-Einsatzbereiche nachzuahmen. Beim ersten Messpunkt standen WLAN-Router und Client mit Sichtkontakt drei Meter auseinander – die Idealposition, denn bei geringerem Abstand können sich die Funkwellen stören und damit die Datenrate senken. Bei Messpunkt zwei war der Client zehn Meter vom WLAN-Router entfernt in einem anderen Zimmer aufgestellt. Diese Situation entspricht vielen Heimnetzwerken, bei denen der Router nahe am DSL-Modem platziert ist, der PC jedoch im Arbeitszimmer steht. Der dritte Messpunkt mit 20 Metern Entfernung und mehreren Wänden zwischen den beiden Funkpartnern stellt die Situation nach, die sich beispielsweise beim WLAN-Verkehr über ein Stockwerk oder vom Arbeitszimmer auf die Terrasse ergibt, wo man drahtlos mit dem Notebook surft.
Unsere Tests haben gezeigt, dass Sie das beste Tempo erreichen, wenn WLAN-Router und WLAN-Adapter vom gleichen Hersteller und aus der gleichen Modellreihe stammen. Doch auch 11n-Router unterschiedlicher Herstellern arbeiten problemlos zusammen: Sie tragen dann das entsprechende Logo der Wi-Fi-Allianz, die die Kompatibilität der Router testet.
Sitzt in Ihrem Notebook ein 11n-WLAN-Modul von Intel, können Sie sich die zusätzlichen Ausgaben für einen WLAN-Adapter sparen. Viele Router schafften im Test mit dem Centrino-Modul ähnliche, teilweise sogar bessere Transferraten als mit dem herstellereigenen Adapter.

Bessere Ausstattung kostet mehr

Die WLAN-Router der Unter-100-Euro-Klasse sind teureren Produkten fürs Heimnetzwerk weder beim Tempo noch in punkto Sicherheit unterlegen. Allerdings sind diese WLAN-Router schlechter ausgestattet. Ihr integrierter Switch bietet nur Fast-Ethernet-Tempo, während die teureren Kollegen mehrheitlich mit einem schnelleren Gigabit-Switch ausgestattet sind. Außerdem besitzen diese WLAN-Router neben dem LAN-Switch und dem WAN-Port fürs DSL-Modem keine weiteren Schnittstellen. Bei teureren WLAN-Routern lässt sich per USB-Port ein Drucker oder eine Festplatte anschließen und ins Netzwerk integrieren. Schließlich sind auch Dual-Band-Produkte – also Router, die auf der üblichen Frequenz 2,4 GHz oder auf dem weniger belegten 5-GHz-Band übertragen können – für unter 100 Euro kaum zu bekommen.

Auch Sicherheit entscheidet

Neben dem Tempo spricht auch der Sicherheitsaspekt dafür, sich die Anschaffung eines aktuellen Routers zu überlegen: Alle 11n-Geräte unterstützen mit WPA2 die derzeit beste Methode um Funknetzwerke gegen unerwünschte Zugriffe und Zuhörer abzuschotten.
Außerdem haben die WLAN-Hersteller dazugelernt, sie unterstützen den Anwender nun dabei, die WLAN-Verschlüsselung auch anzuwenden. Die meisten Router setzen dabei auf das herstellerunabhängige Verfahren WPS (Wi-Fi Protected Setup): WLAN-Router und Client richten dabei automatisch per Knopfdruck oder Eingabe eines PIN-Codes die Verschlüsselung ein.
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