230481

Fujifilm Finepix Real 3D W1 im Test

01.02.2010 | 12:30 Uhr |

Auf den ersten Blick sieht die Fujifilm Finepix Real 3D W1 aus wie eine etwas überdimensionierte Kompaktkamera. "Dimension" ist bei ihr das Stichwort, denn die Digitalkamera macht auch Bilder in 3D.

Die Fujifilm Finepix Real 3D W1 ist eine Digitalkamera, die neben herkömmlichen JPG-Bildern auch dreidimensionale Fotos im proprietären MPO-Format macht. Diese Aufnahmen lassen sich auf dem digitalen Bilderrahmen Fujifilm Finepix Real 3D V1 dreidimensional wiedergeben. Hier ist jedoch meist eine Parallaxenkorrektur über die beiliegende Fernbedienung erforderlich. Alternativ können Sie die 3D-Bilder auch über die Website www.FujifilmReal3D.com ausbelichten lassen. Ein 152x102mm-Abzug kostet 4,39 Euro, für ein 179x127mm-Bild zahlen Sie 4,69 Euro plus jeweils 5,49 Euro Versandkosten.

Möchten Sie die stereoskopischen Bilder der Fujifilm Finepix Real 3D W1 auf Ihrem TFT-Display ansehen, müssen Sie die MPO-Dateien zuerst in ein anaglyphes JPG-Format umwandelt - etwa mit der Freeware Stereo Photo Maker . Eine 3D-Brille mit rotem beziehungsweise cyanfarbenem Folieneinsatz übernimmt dann die Umwandlung in ein 3D-Bild.

Handhabung: Bei der Fujifilm Finepix Real 3D W1 lässt sich auch das Bedienmenü dreidimensional auf dem Display darstellen. Allerdings stellten wir im Test fest, dass die dreistufige 3D-Darstellung die Augen sehr anstrengt und höchstens auf der niedrigsten Stufe für längere Zeit auszuhalten ist.
Auch die Bedienung über die Wipptasten, die jeweils rechts und links mit unterschiedlichen Funktionen belegt sind, fanden wir nicht sehr gelungen, da oft unpräzise. Herkömmliche Knöpfe wären deutlich besser zu betätigen. Zudem hätte Fujifilm manche Funktionstasten - etwa für den Arbeitsmodus oder die 2D/3D-Wahl - auf die Gehäuseoberseite verlagern können. So wirkt die Rückseite etwas überladen. Was uns auch störte: Beide Objektive sitzen sehr weit am Gehäuserand, so dass leicht ein Finger ins Bild gerät. Positiv fiel uns dagegen die Arbeitsgeschwindigkeit der Fujifilm Finepix Real 3D W1 auf.

Bildqualität: Aufgrund der besonderen Technik - die Fujifilm Finepix Real 3D W1 nutzt zwei Objektive und zwei Bildsensoren - konnten wir die Kamera nicht wie üblich mit unserem Testprogramm DC Tau messen. Die zweidimensionalen Bilder überraschten uns jedoch mit knackiger Schärfe und nur leichtem Bildrauschen bei ISO 400. Deutliche Bildfehler fanden wir bei ISO 1600. AVI-Videos, die übrigens auch in 3D möglich sind, macht die Fujifilm Finepix Real 3D W1 mit 640 x 480 Pixeln und 30 Bildern pro Sekunde. Die Qualität war gut und nahezu ruckelfrei. Einzig das Bildrauschen könnte im Videomodus etwas geringer sein.

Ausstattung: Die Fujifilm Finepix Real 3D W1 verfügt über Blenden- und Zeitautomatik sowie über einen manuellen Modus und eine Vollautomatik. Dank der beiden Objektive und CCDs verfügt die Kamera über einige pfiffige Funktionen: So kann sie mit nur einem Auslösen zwei Aufnahmen mit unterschiedlichen Bildparametern machen (siehe Bildergalerie) - etwa im Modus "Tele/Weitwinkel" mit kurzer und langer Brennweite, im Modus "Dual Color" mit verschiedenen Farbeinstellungen, im "Dual ISO"-Modus mit unterschiedlicher Lichtempfindlichkeit.

Fazit: Fujifilms 3D-Kamera Finepix Real 3D W1 ist eine Innovation, da sie als bisher einzige Digitalkamera dreidimensionale Bilder anfertigt. Die Ausgabe der 3D-Bilder ist jedoch noch etwas schwierig - und vor allem kostenintensiv dank teure Abzüge und Ausgabegeräte. Da und jedoch auch die 2D-Bildqualität der Fujifilm Finepix Real 3D W1 gut gefallen hat, von den coolen Funktionen, die die beiden Objektive beziehungsweise Bildsensoren liefern, mal abgesehen, können wir die Kamera auf jeden Fall technikbegeisterten Fotografen wärmstens empfehlen.

Varianten: Fujifilm Finepix Real 3D W1 schwarz

0 Kommentare zu diesem Artikel
230481