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Fractal Design Node 202 im Praxis-Test

05.04.2016 | 14:59 Uhr |

Das Fractal Design Node 202 schmeichelt nicht nur dem Auge, sondern bietet trotz des schlanken Designs genug Platz für potente Gaming-Leistung. Wir haben das HTPC-Gehäuse für Mini-ITX-Mainboards im Praxis-Test.

Das Fractal Design Node 202 könnte mit seinen kompakten Abmessungen von 377 x 82 x 330 Millimetern (B x H x L, horizontal, ohne Füße) fast schon als Spielekonsole durchgehen. Der Hersteller setzt außerdem auf ein minimalistisches Design. Das Mini-ITX-Case gibt es in zwei Versionen zu kaufen. Zum einen ohne Netzteil, zum anderen mit einem bereits montierten Integra-Modell im SFX-Format. Der Stromversorger bietet eine Nennleistung von 450 Watt und trägt die 80-Plus-Zertifizierung in Bronze. Fractal Design hat uns letztere Version für unseren Praxistest zur Verfügung gestellt.

TEST-FAZIT: Fractal Design Node 202

Dank der ausgeklügelten Aufteilung im Inneren des Fractal Design Node 202 bietet das Gehäuse neben einem schlanken, minimalistischen Design auch genug Platz für potente Gaming-Systeme: Lange sowie breite Grafikkarten sind dank der mitgelieferten Riser-Card gar kein Problem. Sehr gut steht es auch um die Belüftungsmöglichkeiten, hier hat der Hersteller an fast alles gedacht: (fast überall) Staubfilter, optimale Positionen der Lüftungsschlitze und eine innere Unterteilung der Hardware. Die sehr gute Verarbeitung rundet den positiven Eindruck des Node 202 schlussendlich ab.

Allerdings gibt es auch Schattenseiten: Nicht jede Hardware eignet sich aufgrund es Formats für den Einbau in das schlanke Case, schon bei der Auswahl des CPU-Kühlers müssen Sie sich an eine maximale Höhe von 56 Millimetern halten. Weniger schön sind auch folgende Dinge: Es lassen sich keine 3,5-Zoll-Festplatten einbauen, die Netzteil-Kabel sind nicht komplett geflochten und selbst für kleinere Details müssen Sie zum Schraubendreher greifen. Und Ordnungsfanatiker haben in Sachen Kabelmanagement das Nachsehen. Denn aufgrund des knapp bemessenen Innenraums lassen sich die Leitungen nur zweckmäßig verlegen. Der Preis von aktuell rund 150 Euro und 80 Euro für die Version ohne Netzteil halten wir dennoch für angemessen, um einen leistungsfähigen HTPC zu bauen.

+ unterteilter, innerer Aufbau

+ starke Grafikkarte dank Riser-Card

+ viele Lüftungsschlitze

- keine 3,5- oder 5,25-Zoll-Slots

- kein werkzeugloses Handling

Das Fractal Design Node 202 lässt sich horizontal oder vertikal betreiben, ein Standfuß ist inklusive.
Vergrößern Das Fractal Design Node 202 lässt sich horizontal oder vertikal betreiben, ein Standfuß ist inklusive.
© Fractal Design

Horizontal oder vertikal stellbar und gut belüftet

An der Front befinden sich zwei Klinkenbuchsen (Mikrofon und Kopfhörer) sowie zwei USB-3.0-Schnittstellen und natürlich auch der beleuchtete Power-Schalter. Natürlich darf hier das Fractal-Design-Logo nicht fehlen. Letzteres steht allerdings unschön quer, wenn das Gehäuse vertikal zum Einsatz kommt. Sie haben richtig gelesen, dank eines mitgelieferten Kunststoff-Standfußes ist auch der vertikale Betrieb ohne weiteres möglich. Für die horizontale Nutzung liefert der Hersteller auch selbstklebende Gummifüße mit, die Sie auch unbedingt anbringen sollten. Und zwar nicht nur, um eine einwandfreie Belüftung zu gewährleisten, sondern auch um den Untergrund vor unschönen Kratzern zu schützen.

PC im Konsolen-Format - Fractal Design Node 202

Apropos Belüftung: Das Gehäuse besitzt überall dort Lüftungsschlitze, wo sie benötigt werden. Zum Beispiel über der CPU, dem Netzteil oder natürlich auch neben der Grafikkarte. Hier zeigt Fractal Design einen konsequent durchdachten Aufbau. An der Rückseite befindet sich das I/O-Panel für das Mainboard sowie zwei weiße PCI-Abdeckungen und der klassische Kaltgerätestecker.

Der Hersteller hat auch an genügend Lüftungsschlitze gedacht.
Vergrößern Der Hersteller hat auch an genügend Lüftungsschlitze gedacht.
© Fractal Design

Mehrere abnehmbare Staubfilter

Um die Hardware einbauen zu können, müssen Sie erst einmal zu einem Schraubendreher greifen und vier Schrauben lösen, um danach die komplette Abdeckung abzunehmen. Mit einem kurzen Blick auf die Abdeckung fällt uns auch gleich der abnehmbare Staubfilter ins Auge, der den Prozessor respektive den Kühler vor einer Staubschicht bewahren soll. Allerdings sind wir mit der Vorbereitung für den Hardware-Einbau ins Node 202 noch nicht fertig. Als nächstes müssen wir die Halteklammern aus Kunststoff lösen, die sich rund um dem Aluminium-Einbaurahmen befinden, um die zweite Abdeckung abzuziehen. Daran befinden sich dann zwei weitere Staubfilter, die magnetisch befestigt sind: Der größere Filter ist für die Grafikkarte, der etwas kleinere für das Netzteil gedacht. Positiv bemerkbar macht sich die der magnetisch befestigte Lüfter beim Hardware-Einbau. Denn so lässt sich der Filter schnell entfernen, um beispielsweise besser an Kabel und Komponenten zu kommen. Unverständlicherweise verzichtet Fractal Design auf einen Staubfilter für die Belüftungsschlitze, wenn Sie das Gehäuse vertikal aufstellen.

Um die Hardware einbauen zu können, müssen Sie die komplette Abdeckung abmontieren. Hier gut sichtbar ist der entnehmbare Staubfilter für die CPU.
Vergrößern Um die Hardware einbauen zu können, müssen Sie die komplette Abdeckung abmontieren. Hier gut sichtbar ist der entnehmbare Staubfilter für die CPU.
© Fractal Design

Innerer Aufbau und Hardware-Kompatibilität

Der innere Aufbau unterteilt sich in zwei Sektionen: Eine für das Mainboard und Netzteil, die andere für die Grafikkarte. Dieser Unterteilung ermöglicht nicht nur eine bessere Belüftung, sondern auch einen Vorteil beim Tausch einzelner Hardware-Teile. So müssen Sie beispielsweise nicht die komplette Grafikkarte ausbauen, wenn Sie den Arbeitsspeicher aufrüsten möchten. Doch kommen wir hierbei auch zu den ersten Limitierungen, die dem kompakten Design des Node 202 geschuldet sind. Beispielsweise lassen sich nur Mainboards im Mini-ITX-Format einbauen, während der CPU-Kühler maximal nur 56 Millimeter hoch sein darf. Bei den Festplatten müssen Sie sich außerdem auf zwei 2,5-Zoll-Modelle beschränken, denn für 3,5 Zoll große Laufwerke ist kein Platz vorgesehen. Das Modul sitzt in der mittleren Strebe auf der Höhe des Netzteils und ist mit einer Schraube fixiert. 

Der innere Aufbau unterteil sich in zwei Sekltionen: Links finden das Mini-ITX-Mainboard und Netzteil ihren Platz, rechts die Grafikkarte.
Vergrößern Der innere Aufbau unterteil sich in zwei Sekltionen: Links finden das Mini-ITX-Mainboard und Netzteil ihren Platz, rechts die Grafikkarte.
© Fractal Design

Und hier fällt uns gleich noch etwas auf: Die Kabel des Netzteils sind nur teilweise gesleevt, ansonsten haben Sie freien Einblick auf die einzelnen, bunten Kabel. Doch das ist ein Punkt, der sich mit der günstigen Preisgestaltung begründen lässt. Doch jetzt zu etwas sehr positivem: Das Fractal Design Node 202 bietet Platz für ziemlich große Grafikkarten. Die Modelle dürfen bis zu 2,5-PCI-Slots breit und bis zu 31 Zentimeter lang sein. Der Hersteller ermöglicht das durch den Einsatz einer sogenannten „Riser-Card“, bei der es sich praktisch um eine Verlängerung eines PCI-Express-Anschlusses handelt. Für die nötige Stabilität der Grafikkarte sorgt eine integrierte Halterung, die mit zwei Schrauben befestigt ist. Um sie zu versetzen, müssen Sie wiederum zum Schraubendreher greifen. Und auch für die Installation der Riser-Card muss der Rahmen mit den PCI-Blenden ebenfalls entfernt werden, indem Sie einige Schrauben lösen. Generell fällt uns auf, dass das Gehäuse eigentlich kaum werkzeugloses Handling zulässt – sehr schade und teilweise auch umständlich. Doch der verantwortliche Faktor ist wieder einmal das schlanke Design, Rändelschrauben besitzen recht große Köpfe.

In der teureren Version des Node 202 verbaut Fractal Design zusätzlich noch ein 450 Watt starkes SFX-Netzteil von Integra mit 80-Plus-Zertifizierung.
Vergrößern In der teureren Version des Node 202 verbaut Fractal Design zusätzlich noch ein 450 Watt starkes SFX-Netzteil von Integra mit 80-Plus-Zertifizierung.
© Fractal Design

Wenn die Grafikkarte auch nicht allzu breit ist, dann lassen sich sogar zwei 120 Millimeter große Lüfter neben die GPU bauen. Alternativ können Sie auch auf schlankere 10-Millimeter-Modelle zurückgreifen. Die Kehrseite der Medaille ist jedoch folgende: Die GPU-Halterung muss komplett weichen, was im horizontalen Betrieb des Gehäuses kein Problem ist. Doch wenn Sie das Node 202 vertikal aufstellen, entsteht eine gewisse Spannung aufgrund des Eigengewichts der Grafikkarte.

An dieser Halterung lassen sich maximal zwei 2,5-Zoll-Platten montieren. 3,5 Zoll große Festplatten oder gar 5,25-Zoll-Laufwerke lassen sich nicht in das Gehäuse einbauen.
Vergrößern An dieser Halterung lassen sich maximal zwei 2,5-Zoll-Platten montieren. 3,5 Zoll große Festplatten oder gar 5,25-Zoll-Laufwerke lassen sich nicht in das Gehäuse einbauen.
© Fractal Design

TECHNISCHE DATEN

Fractal Design Node 202

Abmessungen (B x H x T)

377 x 82 x 330 Millimeter (horizontal, ohne Standfüße)

Gewicht

5,20 Kilogramm

Laufwerkeinschübe

Extern: keine

Intern: 2x 2,5 Zoll

Mainboard-Kompatibilität

Mini-ITX

Maximale Höhe CPU-Kühler

56 Millimeter

Maximale Länge Grafikkarte

31,0 Zentimeter

Anschlüsse Front

2x USB 3.0, 1x Kopfhörer, 1x Mikrofon

Lüfter

Seite: 2x 120 Millimeter (optional)

Besonderheiten

integriertes 450-Watt-Netzteil / wechselbare Staubfilter / internes USB 3.0 / vertikal oder horizontal aufstellbar / mitgelieferte Riser-Card für Grafikkarte

ALLGEMEINE DATEN

Geräte-Kategorie

Komponenten

Hersteller

Fractal Design

Internetadresse

www.fractal-design.com

Preis (Straßenpreis, Stand 05.04.2016)

150 Euro

Garantie

24 Monate

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