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Fitbit Flex - Schrittzähler und Schlaftracker im Praxistest

04.07.2013 | 15:39 Uhr |

Mit dem Fitbit Flex hat Hersteller Fitbit einen weiteren Schrittzähler und Fitness-Tracker vorgestellt. Das Flex unterscheidet sich deutlich vom bekannten Fitbit One und ist sogar wasserdicht. Doch das Flex hat auch einige Nachteile, wie unser Praxistest zeigt.

Gadget zur Selbstkontrolle

Das Fitbit Flex ist eine Alternative zum Fitbit One. Es unterscheidet sich in einigen Details von seinem bewährten Kollegen: Das Flex besitzt kein richtiges Display, auf dem Sie die Anzahl der Schritte oder die zurückgelegten Kilometer sowie die erstiegenen Stockwerke in Echtzeit ablesen können. Sondern nur fünf LEDs, die motivierend blinken: Jedes Lämpchen entspricht 20 Prozent Ihres vorgegebenen Ziels. Das Flex erfasst zudem keine Höhenunterschiede, Sie sehen also nicht, wie viele Stufen Sie erklommen haben. Dafür ist das Flex wasserdicht, Sie können es also beim Duschen anlassen, damit zum Schwimmen gehen und sogar bis zu zehn Meter tief tauchen (laut Hersteller) und es damit im wahrsten Sinne des Wortes den ganzen Tag über vergessen.

Langläufer

Apropos vergessen: Der Akku des Flex hält zirka eine Woche mit einer Ladung durch. Wenn sich die Akku-Ladung dem Ende zuneigt, sendet Ihnen der Fitbit-Server einen Hinweis per Mail. Danach haben Sie noch genügend Zeit, um das Fitbit Flex in Ruhe wieder aufzuladen.Das erfolgt mit Hilfe des mitgelieferten Adapters an einem USB-Port.

Fitbit One im Praxistest

Funktionen

Fitness-Tracker: Das Fitbit Flex erfasst konkret diese Werte: Verbrannte Kalorien (basierend auf den Körperwerten, die Sie bei der Registrierung angeben), zurückgelegte Kilometer, zurückgelegte Schritte und besonders aktive Minuten (zum Beispiel Treppen steigen, flott gehen).

Schlafüberwachung: Außerdem zeichnet das Flex auf, wie lange Sie schlafen und wie oft Sie im Schlaf sich stark bewegen beziehungsweise aufwachen. Zu jedem dieser Punkte werden alle jemals erfassten Werte dauerhaft gespeichert. Sie können über den integrierten Kalender jederzeit ältere Werte aufrufen. Wie auch schon beim Fitbit One soll ein Belohnungssystem (blinkende LEDs, Vibrationsalarm, Mails) Sie zu immer neuen Höchstleistungen motivieren.

Wecker integriert: Zudem können Sie sich vom Flex durch einen stummen Alarm wecken lassen.

Das eigentliche Fitbit Flex.
Vergrößern Das eigentliche Fitbit Flex.
© Fitbit

Handhabung

Das Fitbit Flex ist zirka zwei Zentimeter lang und wird für die Benutzung in das mitgelieferte Kunststoffarmband eingesteckt. Das etwas steife Armband ließ sich anfangs nur schwer schließen, mit der Zeit wurde es aber flexibler und ließ sich leichter am Handgelenk befestigen. Ob man es als störend oder angenehm empfindet, muss jeder Mensch selbst entscheiden. Keinesfalls sollte man es an dem Handgelenk tragen, mit dem man die PC-Maus bewegt – hier wirkt es störend. Am anderen Handgelenk störte es uns im wochenlangen Gebrauch kaum, obwohl es sich dort direkt neben der Armbanduhr befand.

Werte checken

Das Dashboard, in dem Sie alle Werte nachverfolgen und die Konfiguration des Flex an Ihre Bedürfnisse vornehmen können, ist via Webfrontend im Browser verfügbar. Damit man das Flex am PC nutzen kann, muss man allerdings erst die Anwendung Fitbit Connect installieren. Diese gibt es nur für Windows und für MacOS, Linux-Nutzer müssen ihre Fitness ohne das Fitbit überwachen...

Außerdem gibt es eine App für die unterstützten Mobilgeräte (iPhone 5, 4S, iPad 3, iPad Mini, Samsung Galaxy S III und Note II). Prüfen Sie vor dem Kauf, ob die Flex-App kompatibel zu Ihrem Smartphone ist. Die Datenübertragung vom Flex zum PC erfolgt via mitgelieferten Bluetooth 4.0-Dongle oder direkt vom Flex zum kompatiblen Bluetooth 4.0-Smartphone. Falls Sie die App nicht nutzen können, weil Ihr Smartphone inkompatibel zur App ist, bleibt Ihnen nur der PC zur Analyse der Werte. In diesem Fall ist  es beim Flex aufgrund des fehlenden Displays (im Unterschied zum Fitbit One) relativ umständlich immer seine Werte im Blick zu behalten. Man kann ohne App mit dem Flex alleine also nicht mal schnell zwischendurch checken, wie viel man sich schon bewegt hat. Sondern muss sich dafür immer vor den PC setzen.

Das Dashboard im PC-Browser.
Vergrößern Das Dashboard im PC-Browser.

Praktischer Einsatz

In der Hauptsache dient das Flex zum Zählen der Schritte. Sie bekommen ein Gefühl dafür, wie viel Sie sich an jedem Tag bewegen und wo Sie vielleicht noch Potenzial haben, um Ihre körperliche Aktivität zu steigern. Für diese grobe Orientierung reicht das Flex völlig aus. Sie sollten die ermittelten Werte aber wirklich nur als Orientierungshilfe nehmen und nicht jeden Wert exakt für bare Münze nehmen. Denn das Flex zeichnet immer etwas mehr Schritte auf, als Sie tatsächlich gegangen sind. Im Test zeigte das Flex 20, teilweise sogar 30 Prozent mehr Schritte an, als wir tatsächlich gegangen sind. Das Fitbit One scheint uns hier etwas exakter zu sein.

Bei der von Hand gestarteten Synchronisierung zwischen Flex/Dongle und dem Fitbit-Server gab es manchmal Fehlermeldung, die automatische Synchronisierung klappte dagegen immer reibungslos.

Wochenüberblick über die zurück gelegten Schritte
Vergrößern Wochenüberblick über die zurück gelegten Schritte

Das Starten des Schlafmodus‘ ist nichts für verschlafene Grobmotoriker: Sie müssen so lange auf das Display tippen, bis es vibriert und zwei Lichter aufleuchten, dann ist der Tracker im Schlafmodus. Dieses „Tippen“ zog sich mitunter etwas länger hin: Nicht gerade ideal für Benutzer, die sich todmüde ins Bett fallen lassen und dann dabei scheitern, mal schnell den Schlafmodus zu starten (beim Fitbit One kann man den Schlafmodus deutlich einfacher anwerfen).

Schlafauswertung
Vergrößern Schlafauswertung

Die Abgrenzung zu Schritt-ähnlichen Bewegungen wie Rad fahren klappt  zudem nicht immer.

Preis

Der Fitbit Aktivitätstracker Flex ist kein Schnäppchen: Zusammen mit dem passenden Armband kostet er 99,95 Euro. Das Armband kann jederzeit gegen eine andere Farbe gewechselt werden. Es ist in fünf Farbvarianten erhältlich: Schiefergrau, Schwarz, Blaugrün, Orange und Dunkelblau.

Vergleich Fitbit One und Fitbit Flex

Beide Fitbit-Tracker kosten 99,95 Euro. Da stellt sich die Frage, zu welchem man greifen sollte. Als besonders nachteilig empfanden wir beim Flex das fehlendes „Klartext-Display“ und die fehlende Stockwerkezählung. Beides bietet das Fitbit One. Der Schlafmodus lässt sich beim One zudem deutlich einfacher starten. Das Flex ist dafür wasserabweisend und kann den Benutzer auch bei Sportaktivitäten im Wasser und unter die Dusche begleiten. Sie können es also 24 Stunden am Tag und sieben Tage die Woche tragen. Wenn letzteres für Sie ausschlaggebend ist, dann greifen Sie zum Flex. Wenn dagegen der Bedienkomfort für Sie das entscheidende Kaufargument ist und Sie auch ohne Smartphone-App jederzeit wissen wollen, wie viele Schritte Sie aktuell zurück gelegt haben, dann empfehlen wir Ihnen ganz klar das Fitbit One als den besseren Tracker.

Unsere Empfehlung: Sofern Sie nicht eine absolute Wasserratte sind, greifen Sie zum Fitbit One. Oder schauen Sie sich das Jawbone an.

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